Wir schaffen das in Nordrhein-Westfalen?

by f.luebberding on 21. September 2015

In Nordrhein-Westfalen gibt es eine Kabinettsumbildung. Das Land hat mittlerweile 150.000 Flüchtlinge aufgenommen. Das hat Folgen für die Finanzplanung des Landes. So hatten die Bevölkerungsprojektionen einen entscheidenden Einfluss auf die Bildungs- und Gesundheitspolitik, oder die Personalplanung bei der Polizei. Die sinkenden Geburtenzahlen sollten eine demographische Rendite erwirtschaften, die etwa in eine qualitative Verbesserung des Schulsystems einfließen sollte. Sinkende Schülerzahlen waren somit die Voraussetzung für eine bessere Schulpolitik. Nur unter diesen Bedingungen lässt sich auch die Inklusionspolitik in Kindergärten und Schulen umsetzen. Mit den Flüchtlingen werden diese Annahmen über den Haufen geworfen. In gleicher Weise betrifft es das Gesundheitssystem, etwa in der Krankenhausplanung. Sogar die Polizei hatte sich auf den demographischen Wandel eingestellt. Sinkende Geburtenzahlen reduzieren das Problem der Jugendkriminalität und verändern damit auch das Krminalitätsprofil in einer Gesellschaft.

Diese Veränderung bisheriger Grundannahmen der Politik (nicht nur in NRW) wird man wohl nicht mehr sehr lange mit unverbindlichem Integrationsgerede zudecken können. Dabei gibt es noch ein spezifisches Problem der deutschen Politik. Die Bundesländer müssen schon in ihrer bisherigen Finanzplanung die Einhaltung der Schuldenbremse aus dem Grundgesetz einplanen. Die demographische Rendite war fest eingeplant gewesen. Etwa was die Personalplanung bei Schulen, Krankenhäusern oder der Polizei betrifft. Daran hat sich bisher auch nichts geändert. NRW muss somit wegen der Schuldenbremse Personalkosten einsparen. Gleichzeitig muss es aber Personal einstellen, um Integrationspolitik nicht auf das Aufstellen von Betten in Notunterkünften zu reduzieren – oder durch Gerede. Das gilt übrigens in gleicher Weise für die Kommunen in NRW, die häufig schon vor dieser Integrationsaufgabe unter den Bedingungen strikter Haushaltssicherung standen.

Jetzt kann man sich fragen, ob die Kabinettsumbildung die Lösung dieser Probleme ist. Die Opposition im Düsseldorfer Landtag allerdings auch nicht. Sie vertreten nämlich ausnahmslos die Meinung, die Schuldenbremse einzuhalten. Sie wollen auch wegen der Integrationspolitik Personal einstellen, um es gleichzeitig wegen der Schuldenbremse abzubauen. Die Lösung könnte der Bund sein. Das ist die Hoffnung aller im Düsseldorfer Landtag vertretenen Parteien. Dieser war aber immer schon zuverlässig, wenn es darum ging, Länder und Kommunen ausbaden zu lassen, was man politisch für sinnvoll gehalten hat. Daran wird sich auch wenig ändern. Da sollte sich niemand etwas vormachen. Wir schaffen das in Nordrhein-Westfalen? Unter den bisherigen Voraussetzungen sicherlich nicht.

Update

Zu den Rücktritten aus “persönlichen Gründen” auch Gregor Keuschnig.

15:15 Uhr

Hier findet man die Stellungnahme des Städte- und Gemeindebundes in Nordrhein-Westfalen. “Wenn der Zustrom nicht rasch gestoppt oder erheblich reduziert werde, sei in vielen Kommunen eine geordnete Verwaltung nicht mehr möglich”, so ist zu lesen. Angesichts der Ratlosigkeit aller im Düsseldorfer Landtag vertretenen Parteien wäre folgende Lösung denkbar. Eine Delegation aus allen Fraktionen setzt sich mit einem Hut in die Berliner Wilhemstraße. Vielleicht kommt der Bundesfinanzminister vorbei und gibt statt Geld einen Ratschlag. Es gibt keinen Grund, an der Obergrenze bei der Einstellung von Lehrern und Polizisten zu zweifeln. Ihr schafft das schon. In Griechenland weiß man schließlich auch, wie das zu schaffen sein könnte.

16:00 Uhr

Am kommenden Mittwoch wird Hannelore Kraft im WDR Auskunft geben. Es wird interessant zu beobachten sein, wie sich die Lernkurve seit ihrer Rede vom 2. September entwickelt hat. Es gab damals Kommentatoren, die sie für angemessen gehalten hatten.

{ 345 comments… read them below or add one }

Observer September 22, 2015 um 21:02

refugee TM 2015
“ja, ich wäre so ein Superarschloch !”

Das sagt sich leicht daher. Du musst dann aber mit einer posttraumatischen Belastungsstörung rechnen, und schlachtest dann womöglich später Deine Nachbarn ab.

refugee TM 2015 September 22, 2015 um 21:03

Observer September 22, 2015 um 21:02
refugee TM 2015
“ja, ich wäre so ein Superarschloch !”

Das sagt sich leicht daher. Du musst dann aber mit einer posttraumatischen Belastungsstörung rechnen, und schlachtest dann womöglich später Deine Nachbarn ab.”

Alter, wie oft ich das schon im Kopf gemacht habe, und die mit mir, kannste dir eben nicht vorstellen.

ruby September 22, 2015 um 21:12

auf Tour
https://www.youtube.com/watch?v=UG1leWoVXOo
for Peace
all along the watchtower
and Hiroshima

Observer September 22, 2015 um 21:14

@refugee TM 2015
Ja, ich hab auch manchmal Gewaltphantasien, weil ich nicht weiss wie ich sonst kompensieren soll.
Aber so hart und abgebrüht bist Du trotzdem nicht dass Du das bringst, sonst würdest Du hier nicht schreiben, stattdessen auf Pegida-Demos rumgrölen.

ruby September 22, 2015 um 21:24

“nichts”
https://www.youtube.com/watch?v=YOUcZa3UxCE
wir schaffen das – überall …

petervonkloss September 22, 2015 um 21:25

Zu @Morphs Präliminarien der mit fragwürdigen Logismen garnierten Pflichtethik (Deontologie), die man nicht anders und im höchsten Maße als verquast bezeichnen kann.

Nietzsche:

….Die christliche Bewegung, als eine europäische Bewegung, ist von vornherein eine Gesamt-Bewegung der Ausschuß- und Abfalls-Elemente aller Art (– diese wollen mit dem Christentum zur Macht). Sie drückt nicht den Niedergang einer Rasse aus, sie ist eine Aggregat-Bildung sich zusammendrängender und sich suchender décadence’ Formen von überall. Es ist nicht, wie man glaubt, die Korruption des Altertums selbst, des vornehmen Altertums, was das Christentum ermöglichte: man kann dem gelehrten Idiotismus, der auch heute noch so etwas aufrechterhält, nicht hart genug widersprechen. In der Zeit, wo die kranken, verdorbenen Tschandala-Schichten im ganzen imperium sich christianisierten, war gerade der Gegentypus, die Vornehmheit, in ihrer schönsten und reifsten Gestalt vorhanden. Die große Zahl wurde Herr; der Demokratismus der christlichen Instinkte siegte… Das Christentum war nicht »national«, nicht rassebedingt – es wendete sich an jede Art von Enterbten des Lebens, es hatte seine Verbündeten überall. Das Christentum hat die Ranküne der Kranken auf dem Grunde, den Instinkt gegen die Gesunden, gegen die Gesundheit gerichtet. Alles Wohlgeratene, Stolze, Übermütige, die Schönheit vor allem tut ihm in Ohren und Augen weh. Nochmals erinnre ich an das unschätzbare Wort des Paulus; »Was schwach ist vor der Welt, was töricht ist vor der Welt, das Unedle und Verachtete vor der Welt hat Gott erwählet«: das war die Formel, in hoc signo siegte die décadence. – Gott am Kreuze – versteht man immer noch die furchtbare Hintergedanklichkeit dieses Symbols nicht? – Alles was leidet, alles was am Kreuze hängt, ist göttlich… Wir alle hängen am Kreuze, folglich sind wir göttlich… Wir allein sind göttlich… Das Christentum war ein Sieg, eine vornehmere Gesinnung ging an ihm zugrunde – das Christentum war bisher das größte Unglück der Menschheit. – –

Es naht sich, unabweislich, zögernd, furchtbar wie das Schicksal, die große Aufgabe und Frage: wie soll die Erde als Ganzes verwaltet werden? Und wozu soll »der Mensch« als Ganzes – und nicht mehr ein Volk, eine Rasse – gezogen und gezüchtet werden?
Die gesetzgeberischen Moralen sind das Hauptmittel, mit denen man aus dem Menschengestalten kann, was einem schöpferischen und tiefen Willen beliebt: vorausgesetzt, daß ein solcher Künstler-Wille höchsten Ranges die Gewalt in den Händen hat und seinen schaffenden Willen über lange Zeiträume durchsetzen kann in Gestalt von Gesetzgebungen, Religionen und Sitten. Solchen Menschen des großen Schaffens, den eigentlich großen Menschen, wie ich es verstehe, wird man heute und wahrscheinlich für lange noch umsonst nachgehen: sie fehlen; bis man endlich, nach vieler Enttäuschung, zu begreifen anfangen muß, warum sie fehlen und daß ihrer Entstehung und Entwicklung für jetzt und für lange nichts feindseliger im Wege steht als das, was man jetzt in Europa geradewegs »die Moral« nennt: wie als ob es keine andere gäbe und geben dürfte – jene vorhin bezeichnete Herdentier-Moral, die mit allen Kräften das allgemeine grüne Weide-Glück auf Erden erstrebt, nämlich Sicherheit, Ungefährlichkeit, Behagen, Leichtigkeit des Lebens und zu guter Letzt, »wenn alles gut geht«, sich auch noch aller Art Hirten und Leithämmel zu entschlagen hofft. Ihre beiden am reichlichsten gepredigten Lehren heißen: »Gleichheit der Rechte« und »Mitgefühl für alles Leidende« – und das Leiden selber wird von ihnen als etwas genommen, das man schlechterdings abschaffen muß. Daß solche »Ideen« immer noch modern sein können, gibt einen üblen Begriff von dieser Modernität. Wer aber gründlich darüber nachgedacht hat, wo und wie die Pflanze Mensch bisher am kräftigsten emporgewachsen ist, muß vermeinen, daß dies unter den umgekehrten Bedingungen geschehen ist: daß dazu die Gefährlichkeit seiner Lage ins Ungeheure wachsen, seine Erfindungs- und Verstellungs-Kraft unter langem Druck und Zwang sich emporkämpfen, sein Lebens-Wille bis zu einem unbedingten Willen zur Macht und zur Übermacht gesteigert werden muß, und daß Gefahr, Härte, Gewaltsamkeit, Gefahr auf der Gasse wie im Herzen, Ungleichheit der Rechte, Verborgenheit, Stoizismus, Versucher-Kunst, Teufelei jeder Art, kurz der Gegensatz aller Herden-Wünschbarkeiten zur Erhöhung des Typus Mensch notwendig ist. Eine Moral mit solchen umgekehrten Absichten, welche den Menschen ins Hohe statt ins Bequeme und Mittlere züchten will, eine Moral mit der Absicht, eine regierende Kaste zu züchten – die zukünftigen Herren der Erde – muß, um gelehrt werden zu können, sich in Anknüpfung an das bestehende Sittengesetz und unter dessen Worten und Anscheine einführen. Daß dazu aber viele Übergangs- und Täuschungsmittel zu erfinden sind und daß, weil die Lebensdauer eines Menschen beinahe nichts bedeutet in Hinsicht auf die Durchführung so langwieriger Aufgaben und Absichten, vor allem erst eine neue Art angezüchtet werden muß, in der dem nämlichen Willen, dem nämlichen Instinkte Dauer durch viele Geschlechter verbürgt wird – eine neue Herren-Art und -Kaste, – dies begreift sich ebensogut als das lange und nicht leicht aussprechbare Und-so-weiter dieses Gedankens. Eine Umkehrung der Werte für eine bestimmte starke Art von Menschen höchster Geistigkeit und Willenskraft vorzubereiten und zu diesem Zwecke bei ihnen eine Menge in Zaum gehaltener und verleumdeter Instinkte langsam und mit Vorsicht zu entfesseln: wer darüber nachdenkt, gehört zu uns, den freien Geistern – freilich wohl zu einer neueren Art von »freien Geistern« als die bisherigen: denn diese wünschten ungefähr das Entgegengesetzte. Hierher gehören, wie mir scheint, vor allem die Pessimisten Europas, die Dichter und Denker eines empörten Idealismus,[468] insofern ihre Unzufriedenheit mit dem gesamten Dasein sie auch zur Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen Menschen mindestens logisch nötigt; insgleichen gewisse unersättlich-ehrgeizige Künstler, welche unbedenklich und unbedingt für die Sonderrechte höherer Menschen und gegen das »Herdentier« kämpfen und mit den Verführungsmitteln der Kunst bei ausgesuchteren Geistern alle Herden-Instinkte und Herden-Vorsichten
einschläfern; zu dritt endlich alle jene Kritiker und Historiker, von denen die glücklich begonnene Entdeckung der alten Welt – es ist das Werk des neuen Kolumbus, des deutschen Geistes – mutig fortgesetzt wird – (denn wir stehen immer noch in den Anfängen dieser Eroberung). In der alten Welt nämlich herrschte in der Tat eine andere, eine herrschaftlichere Moral als heute; und der antike Mensch, unter dem erziehenden Banne seiner Moral, war ein stärkerer und tieferer Mensch als der Mensch von heute – er war bisher allein »der wohlgeratene Mensch«. Die Verführung aber, welche vom Altertum her auf wohlgeratene, d. h. auf starke und unternehmende Seelen ausgeübt wird, ist auch heute noch die feinste und wirksamste aller antidemokratischen und antichristlichen: wie sie es schon zur Zeit der Renaissance war.

Gesetzt, man denkt sich einen Philosophen als großen Erzieher, mächtig genug, um von einsamer Höhe herab lange Ketten von Geschlechtern zu sich hinaufzuziehen: so muß man ihm auch die unheimlichen Vorrechte des großen Erziehers zugestehen. Ein Erzieher sagt nie, was er selber denkt: sondern immer nur, was er im Verhältnis zum Nutzen dessen, den er erzieht, über eine Sache denkt. In dieser Verstellung darf er nicht erraten werden; es gehört zu seiner Meisterschaft, daß man an seine Ehrlichkeit glaubt. Er muß aller Mittel der Zucht und Züchtigung fähig sein: manche Naturen bringt er nur durch Peitschenschläge des Hohnes vorwärts, andere. Träge, Unschlüssige, Feige, Eitle, vielleicht mit übertreibendem Lobe. Ein solcher Erzieher ist jenseits von Gut und Böse; aber niemand darf es wissen.

Der Sozialismus – als die zu Ende gedachte Tyrannei der Geringsten und Dümmsten, d. h. der Oberflächlichen, Neidischen und der Drei-viertels-Schauspieler – ist in der Tat die Schlußfolgerung der »modernen[469] Ideen« und ihres latenten Anarchismus; aber in der lauen Luft eines demokratischen Wohlbefindens erschlafft das Vermögen, zu Schlüssen oder gar zum Schluß zu kommen. Man folgt – aber man folgert nicht mehr. Deshalb ist der Sozialismus im ganzen eine hoffnungslose säuerliche Sache: und nichts ist lustiger anzusehn als der Widerspruch zwischen den giftigen und verzweifelten Gesichtern, welche heute die Sozialisten machen – und von was für erbärmlichen gequetschten Gefühlen legt gar ihr Stil Zeugnis ab! – und dem harmlosen Lämmer-Glück ihrer Hoffnungen und Wünschbarkeiten. Dabei kann es doch an vielen Orten Europas ihrerseits zu gewaltigen Handstreichen und Überfällen kommen: dem nächsten Jahrhundert wird es hie und da gründlich im Leibe »rumoren«, und die Pariser Kommune, welche auch in Deutschland ihre Schutzredner und Fürsprecher hat, war vielleicht nur eine leichtere Unverdaulichkeit gewesen im Vergleich zu dem, was kommt. Trotzdem wird es immer zu viel Besitzende geben, als daß der Sozialismus mehr bedeuten könnte als einen Krankheits-Anfall: und diese Besitzenden sind wie ein Mann eines Glaubens »man muß etwas besitzen, um etwas zusein«. Dies aber ist der älteste und gesündeste aller Instinkte: ich würde hinzufügen: »man muß mehr haben wollen, als man hat, um mehr zu werden». So nämlich klingt die Lehre, welche allem, was lebt, durch das Leben selber gepredigt wird: die Moral der Entwicklung. Haben und mehr haben wollen, Wachstum mit einem Wort – das ist das Leben selber. In der Lehre des Sozialismus versteckt sich schlecht ein »Wille zur Verneinung des Lebens«: es müssen mißratene Menschen oder Rassen sein, welche eine solche Lehre ausdenken. In der Tat, ich wünschte, es würde durch einige große Versuche bewiesen, daß in einer sozialistischen Gesellschaft das Leben sich selber verneint, sich selber die Wurzeln abschneidet. Die Erde ist groß genug und der Mensch immer noch unausgeschöpft genug, als daß mir eine derart praktische Belehrung und demonstratio ad absurdum, selbst wenn sie mit einem ungeheuren Aufwand von Menschenleben gewonnen würde, nicht wünschenswert erscheinen müßte. Immerhin, schon als unruhiger Maulwurf unter dem Boden einer in Dummheit rollenden Gesellschaft wird der Sozialismus etwas Nützliches und Heilsames sein können: er verzögert den »Frieden auf Erden« und die gänzliche Vergutmütigung des demokratischen Herdentieres, er zwingt die Europäer, Geist, nämlich List und Vorsicht übrigzubehalten, den männlichen und kriegerischen Tugenden nicht gänzlich abzuschwören – er schützt Europa einstweilen vor dem ihm drohenden marasmus femininus.

In der Hauptsache gebe ich den Künstlern mehr recht als allen Philosophen bisher: sie verloren die große Spur nicht, auf der das Leben geht, sie liebten die Dinge »dieser Welt« – sie liebten ihre Sinne. »Entsinnlichung« zu erstreben: das scheint mir ein Mißverständnis oder eine Krankheit oder eine Kur, wo sie nicht eine bloße Heuchelei oder Selbstbetrügerei ist. Ich wünsche mir selber und allen denen, welche ohne die Ängste eines Puritaner-Gewissens leben – leben dürfen, eine immer größere Vergeistigung und Vervielfältigung ihrer Sinne; ja wir wollen den Sinnen dankbar sein für ihre Feinheit, Fülle und Kraft und ihnen das Beste von Geist, was wir haben, dagegen bieten. Was gehen uns die priesterlichen und metaphysischen Verketzerungen der Sinne an! Wir haben diese Verketzerung nicht mehr nötig: es ist ein Merkmal der Wohlgeratenheit, wenn einer, gleich Goethe, mit immer größerer Lust und Herzlichkeit an »den Dingen der Welt« hängt – dergestalt nämlich hält er die große Auffassung des Menschen fest, daß der Mensch der Verklärer des Daseins wird, wenn er sich selbst verklären lernt.

Es gab bisher noch keine deutsche Kultur. Gegen diesen Satz ist es kein Einwand, daß es in Deutschland große Einsiedler gab (– Goethe z. B.): denn diese hatten ihre eigene Kultur. Gerade aber um sie herum, gleichsam wie um mächtige, trotzige, vereinsamt hingestellte Felsen, lag immer das übrige deutsche Wesen, als ihr Gegensatz, nämlich wie ein weicher, mooriger, unsicherer Grund, auf dem jeder Schritt und Tritt des Auslandes »Eindruck« machte und »Formen« schuf: die deutsche Bildung war ein Ding ohne Charakter, eine beinahe unbegrenzte Nachgiebigkeit.

Morph September 22, 2015 um 21:28

@Holger

“Auf welcher Grundlage, aus welchem Grund besteht denn die Moral? Ich will ne richtige Antwort mal haben Morph…”

Menschen haben nicht nur, wie andere Tiere, situative Bedürfnisse, sondern situationsübergreifende Ziele. Menschen können nicht nur unmittelbar auf die Umstände reagieren, sondern sie können sich Gedanken darüber machen, was sie morgen, übermorgen, in zehn Jahren tun wollen. Und sie können wählen. Was ist dabei das Kriterium? Ganz allgemein gesprochen: die Güte. Das ist gut, das ist besser, das ist am besten. Menschen haben Vorstellungen davon, was am besten ist. Das Beste verwirklichen zu wollen, das ist die Grundlage aller Moral.

Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was für sie selber, für andere, für uns alle und überhaupt das beste ist. Man streitet sich.

Zumal was für uns alle und überhaupt das beste ist, ist sehr umstritten. Aber bei allem Streit: Jeder hat da eine ziemlich feste Meinung, und sei es auch die, dass man da keine feste Meinung haben kann oder sollte.

Moral ist vielfältig, ändert sich nach Epoche und Landstrich.

Ethik ist die Theorie der Moral, der Versuch, Moral nicht nur als Faktum hinzunehmen, sondern die Frage zu beantworten: Und welche der verschiedenen Moralsysteme ist nun wirklich das richtige?

Auch da gibt’s verschiedene Antworten. Man kann z.B. die Ansicht vertreten, dass es KEIN wirklich richtiges Moralsystem gibt. Das sollte man dann begründen.

Mir persönlich leuchtet die Ansicht ein, dass die Moral richtig ist, der alle aus Vernunftgründen zustimmen müssen.

Erfreulicherweise lassen sich im Rahmen dieser Ansicht genau die moralischen Gebote und Verbote besonders überzeugend rechtfertigen, die in nahezu allen historisch belegten Kulturen und allen Epochen ziemlich ausnahmslos galten: Lebensschutz (Du sollst nicht töten), Eigentumsschutz (Du sollst nicht stehlen), Wahrhaftigkeitsschutz (Du sollst kein falsch Zeugnis reden) u. dergl. mehr.

ruby September 22, 2015 um 21:34

nach dem Völkerrecht 2014
http://www.tagesschau.de/inland/neujahrsansprache-merkel-101.html
nach dem Menschenrecht 2015

Observer September 22, 2015 um 21:34

@Morph
“Mir persönlich leuchtet die Ansicht ein, dass die Moral richtig ist, der alle aus Vernunftgründen zustimmen müssen.”

Moral basiert auf Emotionen, nicht auf Vernunft.

niemand September 22, 2015 um 21:38

>”Das sagt nichts darüber, dass die Intregation bei einer anderen Konjunktur, bei einer anderen Wirtschaftspolitik nicht gelingen kann.”

Millionen Abgehängter kümmern uns nicht, so lange sie nur ihre Chance, allerwenigstens die Chance auf eine Chance hatten.

Angesichts der tausenden unverbrauchter Gesichter muß etwa der Aufsichtsrat nicht in übertriebener Weise an Winterkorn festhalten.

Massel…

petervonkloss September 22, 2015 um 21:47

Was ist der „neoliberale Kapitalismus“ anderes, als das Vehikel zur Durchsetzung des allgemeinen Weltsozialismus der jüdisch-christlichen Art?

Ich wiederhole Nietzsche auch für den Begriff des Weltsozialismus:

…In der Tat, ich wünschte, es würde durch einige große Versuche bewiesen, daß in einer sozialistischen Gesellschaft das Leben sich selber verneint, sich selber die Wurzeln abschneidet. Die Erde ist groß genug und der Mensch immer noch unausgeschöpft genug, als daß mir eine derart praktische Belehrung und demonstratio ad absurdum, selbst wenn sie mit einem ungeheuren Aufwand von Menschenleben gewonnen würde, nicht wünschenswert erscheinen müßte. Immerhin, schon als unruhiger Maulwurf unter dem Boden einer in Dummheit rollenden Gesellschaft wird der Sozialismus etwas Nützliches und Heilsames sein können: er verzögert den »Frieden auf Erden« und die gänzliche Vergutmütigung des demokratischen Herdentieres, er zwingt die Europäer, Geist, nämlich List und Vorsicht übrigzubehalten, den männlichen und kriegerischen Tugenden nicht gänzlich abzuschwören – er schützt Europa einstweilen vor dem ihm drohenden marasmus femininus.

H.K.Hammersen September 22, 2015 um 21:53

@Morph
“Erfreulicherweise lassen sich im Rahmen dieser Ansicht genau die moralischen Gebote und Verbote besonders überzeugend rechtfertigen, die in nahezu allen historisch belegten Kulturen und allen Epochen ziemlich ausnahmslos galten:Lebensschutz (Du sollst nicht töten), Eigentumsschutz (Du sollst nicht stehlen), Wahrhaftigkeitsschutz (Du sollst kein falsch Zeugnis reden) u. dergl. mehr.”
Die Hoffnung der Ängstlichen, nie für sich selbst einstehen zu müssen, weil sich alle daran halten.
Du sollst nicht töten: Postulierte der erste Waffenhändler.
Du sollst nicht stehlen: Postulierte derjenige,, der als erstes ein Stück Land zum Privateigentum erklärte.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden: Postulierte der erste Politiker.

Goodnight September 22, 2015 um 22:00

@moprh

Drei Zitate von Dir in einem Kommentar, alles zur Moral:

“Und sie können wählen. Was ist dabei das Kriterium? Ganz allgemein gesprochen: die Güte. ”

“Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was für sie selber, für andere, für uns alle und überhaupt das beste ist. Man streitet sich.”

“Mir persönlich leuchtet die Ansicht ein, dass die Moral richtig ist, der alle aus Vernunftgründen zustimmen müssen.”

Was denn nun?
Die Güte oder Vernunft? Was leitet die Entscheidungsfindung?
Unterschiedliche Vorstellungen oder müssen alle einer zustimmen?

Also ehrlich, Entscheidungen treffen, das ist nicht ganz Deine Stärke
;-)

Morph September 22, 2015 um 22:09

@Observer

“Moral basiert auf Emotionen, nicht auf Vernunft.”

Das mag sich für Sie so anfühlen. Das lässt sich aber nicht mit Vernunftgründen rechtfertigen. Die Gefühle sind sehr kultur- und situationsabhängig. Der Streit um die richtige Moral kann nicht durch Gefühle entschieden werden, meine ich, sondern nur durch Vernunftgründe. Wenn man auf Gefühle setzt, dann entscheidet im Streitfall letztlich die gewalttätige Auseinandersetzung. D.h. der Zufall des Kampfglücks. Gefühlsmoral ist – ethisch betrachtet – Zufallsmoral. Also eigentlich: keine Moral.

@Hammersen

“Ich denke, Sie machen den Fehler, Merkel Motive zu unterstellen, ohne deren Motive überprüfen zu können.”

Ich weiß natürlich nicht, was Merkel sich so denkt. Meine Vermutung ist aber, dass es in der Situation, als ziemlich viele Flüchtlinge in Budapest waren, einen kurzfristigen Entscheidungsbedarf gab. Was immer sie motiviert hat: Sie hat, denke ich, richtig entschieden. Es ging einfach darum, zu vermeiden, dass nicht schutz- und wehrlose Menschen wegen der Durchsetzung europäischen Rechts auf europäischem Boden sterben. Ob Merkel genuin dadurch motiviert war oder nur die schlechte Presse fürchtete oder gute Presse abgreifen wollte, ist ziemlich egal, würde ich sagen.

“Die Hoffnung der Ängstlichen, nie für sich selbst einstehen zu müssen, weil sich alle daran halten.
Du sollst nicht töten: Postulierte der erste Waffenhändler.
Du sollst nicht stehlen: Postulierte derjenige,, der als erstes ein Stück Land zum Privateigentum erklärte.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden: Postulierte der erste Politiker.”

Naja, die Ängstlichen… – Der Mensch ist, wie Adolph Portmann es so treffend genannt hat, eine physiologische Frühgeburt. Der Mensch ist sehr viel länger als irgendein anderes Säugetier auf eine ihn bergende Schutzgruppe angewiesen. Und der Mensch ist durch seine enorme neuronale Kapazität extrem irritierbar. Konstitutiv ängstlich.

Kurzum: Der Mensch kann nur in einer solidarischen Gruppe überleben. Und diese Gruppe braucht allgemeinverbindliche Regeln.

Ihre Vorstellung vom nichtängstlichen Individuum, das für sich selbst einsteht, ist anthropologisch abwegig. Vielleicht denken Sie, Sie selber wären ein solch selbständiges mutiges Wesen. Sie täuschen sich. Sie haben, wenn Sie das tatsächlich glauben sollten, keine Ahnung davon, wie verletzlich und erschreckbar Sie sind. Schauen Sie sich diese mutigen Kämpfer einmal genau an. Das könnten Sie sein:

https://www.youtube.com/watch?v=S7Jll9_EiyA

Der war bestimmt auch mal ein ganz Mutiger…

Goodnight September 22, 2015 um 22:10

@Observer

“Moral basiert auf Emotionen, nicht auf Vernunft.”

Weder noch, Moral orientiert sich an gesellschaftlichen Strukturen, die die Kommunikation entlang der Differenz Achtung/Missachtung leiten. D.h. die zehn Gebote sind eine solche Struktur, die darüber entscheiden, wie Inkulsion/Exklusion exekutiert wird. Nun kann man die zehn Gebote als Konkretisierung “natürlicher” Emotionen, nur dann kommt man nicht an der Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Natur vorbei. Und dann winkt morph vom Seitenrand mit der Güte. Das Blöde ist nur, dass diese Güte von 1933-1945 ganz anders aussah als 1948-1989. Und zwar teilweise bei den selben Menschen. Das ist natürlich etwas blöd, für die Güte.

Behaim September 22, 2015 um 22:12

@Observer
“Moral basiert auf Emotionen, nicht auf Vernunft.”

Moral hat schon auch etwas mit Kontrolle der Emotionen zu tun. Niemand wird das Verhalten eines anderen als moralisch richtig einschätzen, wenn der nur unreflektiert und unbeherrscht einem emotionalen Impuls nachgegeben hat, sei das Mitleid, Zorn oder umgekehrt euphorischer Überschwang.
Vielleicht ist es schon so, dass der Ursprung der Moral entwicklungspsychologisch bei einzelnen Menschen wie ethologisch in moralähnlichen Verhaltensweisen bei Tieren in der Fähigkeit zur Empathie (Mitleid) liegt: Sich an die Stelle des andern versetzen können.
Das heißt dann aber auf längere Sicht auch: Vergleichen, von Situationen mit ihren besonderen Umständen abstrahieren können.
Dann stellt sich die Frage, für wen man längerfristig Empathie aufzubringen vermag, denn Empathie wie überhaupt Emotionen sind eine knappe Ressource.

Goodnight September 22, 2015 um 22:15

@morph

“Wenn man auf Gefühle setzt, dann entscheidet im Streitfall letztlich die gewalttätige Auseinandersetzung.”

Jesus, Christ, morph, whatever…Stirn trifft Tischplatte.

Es gab also keine gewalttätigen Konflikte auf Basis von Vernunft? Vernunft ist das Gegenteil von Gewalt?
Zulange im kalten Krieg sozialisiert, sage ich mal.

Also, die Mafia, die hat da nen ganz doll erfolgreiches System entwickelt, um reich und zivilisiert zu werden. Und alles nur und ausschließlich mit nackter echter purer Gewalt. Und das völlig emotionslos, völlig kaltblütig, total vernunftgesteuert.
Unglaublich!
Und der alte Caesar, der hat das auch so gemacht, mit dem alten Rom? Römische Reich, schon einmal von gehört?

Linus September 22, 2015 um 22:17

@goodnight:
“Weder noch, Moral orientiert sich an gesellschaftlichen Strukturen, die die Kommunikation entlang der Differenz Achtung/Missachtung leiten.”

Das passt allenfalls deskriptiv, aber nicht normativ.

Linus September 22, 2015 um 22:21

@goodnight:
“Also, die Mafia, die hat da nen ganz doll erfolgreiches System entwickelt, um reich und zivilisiert zu werden. Und alles nur und ausschließlich mit nackter echter purer Gewalt. Und das völlig emotionslos, völlig kaltblütig, total vernunftgesteuert.
Unglaublich!
Und der alte Caesar, der hat das auch so gemacht, mit dem alten Rom? Römische Reich, schon einmal von gehört?”

Das ist die Art von Vernunft, die man unter instrumentelle Vernunft subsummiert. Die taugt aber nicht für Moral, da sie nicht allgemeingültig sein kann. Die Vernunft der Herrschenden wäre in diesem Fall etwas anderes als die Vernunft der Herrschenden.

Linus September 22, 2015 um 22:22

Korrektur: Die Vernunft der Herrschenden wäre in diesem Fall etwas anderes als die Vernunft der Unterdrückten.

Morph September 22, 2015 um 22:22

@Goodnight

“Was denn nun? Die Güte oder Vernunft? Was leitet die Entscheidungsfindung? Unterschiedliche Vorstellungen oder müssen alle einer zustimmen?”

Empirisch betrachtet, entscheiden die Leute danach, was sie persönlich überzeugend finden. Normativ betrachtet, sollten sie, scheint mir, nach allgemein überzeugenden Vernunftgründen handeln.

“Also ehrlich, Entscheidungen treffen, das ist nicht ganz Deine Stärke ;-) ”

Das mag so sein. Spielt aber keine Rolle. Wenn jemand ein Managementtalent hat und in der Lage ist, ein Team, eine Organisation, einen Organisationsverbund erfolgreich zu leiten, so dass die Teammitglieder motiviert und engagiert arbeiten, die Organisation erfolgreich ist und der Organisationsverbund reibungslos funktioniert, dann ist damit noch gar nichts darüber gesagt, ob dieser hervorragende Manager moralisch vertretbar handelt. Das Team kann schließlich auch eine räuberische Gang, die Organisation eine terroristische Vereinigung und der Organisationsverbund ein Kinderpornoring sein.

Goodnight September 22, 2015 um 22:23

@moprh

“Ich weiß natürlich nicht, was Merkel sich so denkt. …..Es ging einfach darum, zu vermeiden, dass nicht schutz- und wehrlose Menschen wegen der Durchsetzung europäischen Rechts auf europäischem Boden sterben. Ob Merkel genuin dadurch motiviert war oder nur die schlechte Presse fürchtete oder gute Presse abgreifen wollte, ist ziemlich egal, würde ich sagen.”

Genauso denken und operieren Politiker. Völlig richtig, die denken nicht an Macht, orientieren sich nicht am Recht oder an den Medien oder an dem Volk. Nein, die wollen einzig und allein die Güte in die Welt bringen.

Genau so ist das. Wusste ich zwar bisher nicht, ich dachte nur Priester operieren so. Aber Du, mein morph, Du musst das wissen. Denn auch Du als Wissenschaftler folgst der Moral und nicht der Wahrheit. Und die Moral hat Dich nach Siegen geführt. Währest Du der Wahrheit gefolgt, so hättest Du es vielleicht nach Bielefeld geschafft. Tja, …

Vielleicht bist Du einfach zu “gut” für die Wissenschaft.

Goodnight September 22, 2015 um 22:25

@Linus

“Das passt allenfalls deskriptiv, aber nicht normativ.”

Sehr gut beobachtet! Das nennt sich WISSENSCHAFT, das mit dem “deskriptiv”.
Das mit dem “Normativ”, das ist was für Priester, morphs und Politiker.

H.K.Hammersen September 22, 2015 um 22:26

@Morph
“Kurzum: Der Mensch kann nur in einer solidarischen Gruppe überleben. Und diese Gruppe braucht allgemeinverbindliche Regeln.”

Sie wollen die Regeln definieren, an die andere sich zu halten haben, damit Sie mit Ihrer psychischen Struktur klar kommen. Sie widerlegen sich doch selbst. Sie wollen doch gerade andere Menschen davon abhalten, sich als Mitglied einer solidarischen Gruppe zu verhalten. Offene Grenzen sind das Gegenteil von Gruppenbildung. Und die Nichteinhaltung von Gesetzen ist das Gegenteil von allgemeinverbindlichen Regeln. Der Traumatisierte in dem verlinkten Film war kein mutiger Krieger, sondern Kanonenfutter. Der war zu feige, den schwachsinnigen Befehlen der Gruppe der Anführer (der eigentlichen solidarischen Gruppe) zu widersprechen.

Die solidarische Gruppe wird Angriffe auf ihre Ressourcen immer abwehren. Sie scheinen Angst zu haben, bei der Gruppenbildung auf der Strecke zu bleiben und wünschen deshalb die Auflösung aller Gruppen zugunsten einer einzigen Gruppe, die aus allen Menschen besteht.

Linus September 22, 2015 um 22:29

@Goodnight:
“Genauso denken und operieren Politiker. Völlig richtig, die denken nicht an Macht, orientieren sich nicht am Recht oder an den Medien oder an dem Volk. Nein, die wollen einzig und allein die Güte in die Welt bringen.”

Ob sie das wollen, sei mal dahingestellt. Was die jetzt im Einzelnen motiviert, das kann keiner von uns wissen. Es ist aber durchaus möglich und sogar plausibel, dass sie sich sehr wohl an allgemein(!) vernünftigen Prinzipien und Zielen orientieren. Das kann man dann als “Güte” bezeichnen.

bleistift September 22, 2015 um 22:30

“Das mit dem “Normativ”, das ist was für Priester, morphs und Politiker.”

Oh da ist er wieder der politisch korrekte schwäbische Herrenmensch.
Die FDP Version von Nietzsches Übermenschen.
Nur mit den 18 Prozent will es nicht so recht klappen.

Goodnight September 22, 2015 um 22:32

@moprh

“Empirisch betrachtet, entscheiden die Leute danach, was sie persönlich überzeugend finden. Normativ betrachtet, sollten sie, scheint mir, nach allgemein überzeugenden Vernunftgründen handeln.”

Also, erst einmal entscheiden Leute garnichts. Das Gehirn entscheidet und zwar folgt es den durch Sozialisation und Trieb geleiteten Hirnsstrukturen.
Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Die Frage ist: Wie kommen die allgemein überzeugenden Vernunftgründe zustande?

Und dann sind wir genau beim Konflikt zwischen Habermas und Luhmann aus den 70er Jahren.

Also, was bietest Du an? Den Diskurs? Mehrheitsentscheidung?
Tradition? Gesetzte? Wo ist die Vernunft? Und wo sind ihre Gründe?

Linus September 22, 2015 um 22:33

@Goodnight:
“Das nennt sich WISSENSCHAFT”
Du scheinst einen ziemlich schmalen Begriff von Wissenschaft zu haben.
Moral ist per se normativ motiviert. Also wird sich die Wissenschaft der Moral darum bemühen, Moral auf normativ tragfähigen Prinzipien zu gründen.

Observer September 22, 2015 um 22:35

Goodnight
“Weder noch, Moral orientiert sich an gesellschaftlichen Strukturen, die die Kommunikation entlang der Differenz Achtung/Missachtung leiten.”

Ohne Emotionen gibt es keine Moral, Achtung/Missachtung sind Emotionen. Ansonsten könnten Maschinen (Computer) eine Moral haben. Haben sie aber nicht, obwohl sie vernünftig sind (vernünftig reagieren).
Die fiktiven Borg sind hierzu ein schönes Beispiel:
Sie sind ohne Emotionen, trotzdem vernünftig, und höchst effizient da von keiner Moral behindert.

Goodnight September 22, 2015 um 22:36

@bleistift

“Oh da ist er wieder der politisch korrekte schwäbische Herrenmensch.
Die FDP Version von Nietzsches Übermenschen.”

Alles ok, nur das mit dem schwäbisch und der FDP, das geht gar nicht. Solche Beleidigungen verbitte ich mir.
Bitte um Löschung durch gelegentlich!

Morph September 22, 2015 um 22:37

@Goodnight

“Und das völlig emotionslos, völlig kaltblütig, total vernunftgesteuert.”

Vernunft ist nicht die Abwesenheit von Emotion. Aber Emotion ist das andere der Vernunft. Und daher nicht negierbar. Der Begriff Emotionslosigkeit ist eine falsche Kombination der Sphären.

Kaltblütigkeit ist eine spezifische Stimmung, hochemotional. Man kann auch als völlig bekloppter Stumpfkopf, völlig vernunftbefreit, kaltblütig, unempfänglich für die Subjektivität des anderen, sein. Ja gerade sehr unvernünftigen Menschen dürfte das leichter gelingen als den Nachdenklichen unter uns.

Vernunftgesteuert ist etwas fundamental anderes als plangesteuert. Die Vernunftsteuerung zeichnet sich durch die Fähigkeit zum Abstand aus. Der Vernunftgesteuerte ist in der Lage, sich wann immer es ihm passt, fragen zu können: Will ich das, was ich gerade tue, wirklich? Und dann die Freiheit zu haben, das Handeln abzubrechen. Etwas anderes zu tun. Das ist die Signatur der Vernunftsteuerung. Nicht das fraglose Befolgen eines Befehls oder Plans.

Linus September 22, 2015 um 22:38

@Goodnight:
“Also, was bietest Du an? Den Diskurs? Mehrheitsentscheidung?
Tradition? Gesetzte? Wo ist die Vernunft? Und wo sind ihre Gründe?”

Das hatten wir heute im Ansatz schon mal, zumindest so ähnlich:
“Ansonsten gilt: Ein Anspruch auf relative Besserstellung (e.g. Deutscher vs Ausländer) lässt sich nicht aus Zufällen wie Geburt, Abstammung, Vererbung ableiten.
Also ist er nur zu rechtfertigen, wenn diese relative Besserstellung gleichzeitig zu einer absoluten Besserstellung der Schlechtergestellten führt.
Das ist im Kern die einzig mögliche Legitimationsgrundlage von Besserstellung und damit von Macht.
Diesem Grundsatz müssen sich übrigens auch Mehrheiten unterwerfen. Der Schutz von Minderheiten ergibt sich daraus, der Legitimation durch Mehrheit ist hier eine feste Grenze gesetzt.”

Goodnight September 22, 2015 um 22:40

@observer

“Ohne Emotionen gibt es keine Moral, Achtung/Missachtung sind Emotionen. Ansonsten könnten Maschinen (Computer) eine Moral haben”

Maschinen (Computer) werden singt sozialisiert. ”
Easy as f.ck”

bleistift September 22, 2015 um 22:41

@ goodnight

Nicht FDP? Das wundert mich jetzt. Dein Coolnessfaktor ist ziemlich identisch mit dem von Westerwelle oder Rösler.
Und kein Schwabe? Ein Zugezogener? Oder gar ein Badener?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/badener-versus-schwaben-in-der-identitaetsfalle-a-1048684.html

Morph September 22, 2015 um 22:44

@Goodnight

“Also, erst einmal entscheiden Leute garnichts. Das Gehirn entscheidet”

Das wäre ungefähr so, als würde man sagen: Nicht die Leute ernähren sich, sondern der Darm. Das ist doch Quatsch.

Mag ja sein, dass das Gehirn das Organ ist, vermöge dessen Menschen entscheiden können, so wie der Darm das Organ ist, vermöge dessen Menschen sich ernähren können.

Aber der Bezug aller Lebensvollzüge, sei es eine Entscheidung oder das Verschnabulieren eines Wurtbrots, ist natürlich der ganze Organismus.

Goodnight September 22, 2015 um 22:46

@moprh

“Vernunftgesteuert ist etwas fundamental anderes als plangesteuert. Die Vernunftsteuerung zeichnet sich durch die Fähigkeit zum Abstand aus. Der Vernunftgesteuerte ist in der Lage, sich wann immer es ihm passt, fragen zu können: Will ich das, was ich gerade tue, wirklich? Und dann die Freiheit zu haben, das Handeln abzubrechen. Etwas anderes zu tun. Das ist die Signatur der Vernunftsteuerung. Nicht das fraglose Befolgen eines Befehls oder Plans.”

Völliger morph, äh Murks…..Du verwechselt Vernunftgesteuert mit ungesteuert. So operieren Gehirne nicht. Eine Entscheidung ist immer eine Festlegung auf eine Handlung, d.h. ein PLAN! Denn nur so kann Steuerung erfolgen.
Man kann nicht vernunftgesteuert operieren, wenn man sich fragt: Will ich das wirklich? Denn sobald man sich das fragt, ist man nicht mehr in der Lage gesteuert zu handeln, weil man ja gerade zögert, weil man die Frage beantworten muss. Folglich schließt “Vernunftgesteuert” die Frage nach den Gründen der Steuerung aus, sobald die Handlung vernunftgesteuert ist, also schon stattfindet.

Goodnight September 22, 2015 um 22:50

@bleistift

D-Dorf. Coolness ist da per Muttermilch verabreicht.
Und bitte nicht mehr solche Entgleisungen wie Vergleiche mit Westerwelle und so. Ich trage Alden Schuhe. Modell Blucher.
Und nicht diese Billigträger mit ner 18 unter der Sohle.

Goodnight September 22, 2015 um 22:54

@Linus

“Also ist er nur zu rechtfertigen, wenn diese relative Besserstellung gleichzeitig zu einer absoluten Besserstellung der Schlechtergestellten führt.”

Was hat Recht(fertigen) mit Gerechtigkeit zu tun? Nix!

“Das ist im Kern die einzig mögliche Legitimationsgrundlage von Besserstellung und damit von Macht.”

Was hat Macht bzw. Politik mit Gerechtigkeit oder Moral zu tun? Nix.

“Diesem Grundsatz müssen sich übrigens auch Mehrheiten unterwerfen.”

Mehrheiten müssen sich gerade nix und niemanden unterwerfen, das ist ja der Sinn von MEHRHEITEN.

Goodnight September 22, 2015 um 22:56

@Linus

“Du scheinst einen ziemlich schmalen Begriff von Wissenschaft zu haben.”

Korrekt beobachtet!

Morph September 22, 2015 um 22:58

@Goodnight

“So operieren Gehirne nicht.”

Ich bin mir sehr sicher, dass Du nicht beurteilen kannst, wie Gehirne operieren. Denn der neurowissenschaftliche Forschungsstand hat in der Hinsicht sehr viel mehr Fragen als Antworten. Also: piano.

“Man kann nicht vernunftgesteuert operieren, wenn man sich fragt: Will ich das wirklich?”

Das war nicht meine Behauptung. Vernünftig ist man nicht, indem man sich in Frage stellt, sondern indem man sich in Frage stellen KANN.

Das macht den Unterschied aus zwischen affektgeleitetem und besonnenem Handeln.

Der Mensch kann sehr affektgeleitet sein. Ganz Tier. Ist ja auch mal ganz schön. Aber der Mensch kann eben noch etwas anderes. Besonnen handeln. Reflexiv. Unterbrechungsbereit. Das kann kein Tier.

Und auch kein kaltblütiger Killer.

H.K.Hammersen September 22, 2015 um 23:09

@Morph
“Der Mensch kann sehr affektgeleitet sein.”
Aber Sie nicht. Sie haben zwar Affekte (wie wohl jeder Mensch), aber bei Ihnen gewinnt nie ein Affekt die Oberhand. Zwei oder mehr Ihrer Affekte blockieren sich gegenseitig, so dass Sie verzweifelt darüber nachgrübeln, was das Richtige wäre. Bis Sie zu einer Entscheidung gelangt sind, hat der affektgeleitete Flüchtling Sie bereits überrannt. Um diesem Zustand etwas Gutes abgewinnen zu können, erklären Sie sich und den Flüchtling zur solidarischen Gruppe und gehen von der Arbeitshypothese aus, dass der Flüchtling die Sache mit den allgemeinverbindlichen Regeln so ähnlich sieht wie Sie.

bleistift September 22, 2015 um 23:13

“Der Mensch kann sehr affektgeleitet sein. Ganz Tier. Ist ja auch mal ganz schön. Aber der Mensch kann eben noch etwas anderes. Besonnen handeln. Reflexiv. Unterbrechungsbereit. Das kann kein Tier.

Und auch kein kaltblütiger Killer.”

Warum sollte ein kaltblütiger Killer das nicht können?
Der Mensch ist auch das größte Raubtier das jemals auf dieser Welt gelebt hat.
Biologisch gesehen ist Moral wahrscheinlich ein Bestandteil des Selbsterhaltungstriebs der menschlichen Spezies.
Deshalb ist das Gerede von Goodnight auch etwas abwegig. Da legt Goodnight soviel Wert darauf dass der Mensch auch nur ein Tier ist. Das es keinen Gott gibt und kein Jenseits und dann argumentiert er doch metaphysisch.
Wenn der Mensch nur ein Tier ist dann ist die Moral eine Art Instikt. Und nicht eine Sache der Kommunikation oder was Goodnight da sonst an positivistischem Gewäsch zu bieten hat.

Linus September 22, 2015 um 23:16

@Goodnight:
“Was hat Recht(fertigen) mit Gerechtigkeit zu tun? Nix!”
Nicht Recht, sondern Rechtfertigen, also Legitimität.
Wenn eine Ungleichbehandlung/-verteilung nicht legitim in obigen Sinne ist, so wird sie als ungerecht wahrgenommen.

“Was hat Macht bzw. Politik mit Gerechtigkeit oder Moral zu tun? Nix.”
Macht ist eine Ungleichverteilung der Verfügbarkeit von Machtmitteln. Diese muss legitim sein, sonst wird sie als ungerecht wahrgenommen.

“Mehrheiten müssen sich gerade nix und niemanden unterwerfen,”
Müssen tun wir gar nix, bloss sterben. Das gilt auch für Mehrheiten.
Hat eine Mehrheit sich auf die Fahne geschrieben, nur legitim gemäss obigen moralischen Grundsatz zu handeln, so wird sie sich wohl oder übel daran halten müssen. Tut sie es nicht, so verzichtet sie auf Legitimität.

“das ist ja der Sinn von MEHRHEITEN.”
Das ist keineswegs ihr Sinn. Mehrheiten bilden sich, egal, ob mit oder ohne Sinn.

Morph September 22, 2015 um 23:17

@Hammersen

“Bis Sie zu einer Entscheidung gelangt sind, hat der affektgeleitete Flüchtling Sie bereits überrannt.”

Schönes Bild. Steht der Morph auf dem Feld, Zeigefinger an der Unterlippe: Hm. Will ich wirklich, was ich will und will ich das wirklich wissen? ZACK! Hat ihn so ein Flüchtlingstier über den Haufen gerannt.

Sosiehtsaus! :-)

Observer September 22, 2015 um 23:22

Goodnight
“Maschinen (Computer) werden singt sozialisiert. ”
Easy as f.ck”

Versteh ich jetzt nicht. Wie auch immer, Du kannst zwar die emotionale Achse “Achtung/Missachtung” umbenennen in “Funktionsachse”, aber da spricht wohl der Manager aus Dir, für den Emotionen eine schwer faßbare Größe sind, und der sie deswegen einfach rationalisiert/funktionalisiert.
Letztendlich landen wir da bei unlösbaren philosophischen Fragen wie, ob der Mensch eine Maschine ist, oder mehr als das, und was Emotionen überhaupt sind.
Ich bleibe aber dabei dass Moral mit Vernunft nichs zu tun hat. Moral ist ja auch höchst relativ. Z.B. Harakiri zu machen kann für einen alten Samurei höchst moralisch sein (weil er grade einen Kampf verloren hat oder warum auch immer), vernünftig ist das aber nicht.

Morph September 22, 2015 um 23:42

@Bleistift

“Warum sollte ein kaltblütiger Killer das nicht können?”

Im Rahmen seines Handlungsziels, einen Menschen tot zu machen, kann ein Killer natürlich Zweckmäßigkeiten erwägen. Aber den primären Sinn seiner Tat, nämlich einen Menschen tot zu machen, muss er reflexiv ausklammern. Der Killer kann sich nicht als unbedingt Handelnder perspektivieren. Und damit beschneidet er notwendigerweise seine Vernunftfähigkeit. Ein wirklich effektiver Killer ist unfrei.

“Der Mensch ist auch das größte Raubtier das jemals auf dieser Welt gelebt hat.”

Man sollte sich in diesen taxonomischen Fragen an die entsprechende Fachwissenschaft halten. Der Mensch ist natürlich kein Raubtier.

@Observer

“Letztendlich landen wir da bei unlösbaren philosophischen Fragen”

Wie kommen Sie zu der Behauptung, irgendwelche philosophische Fragen seien unlösbar?

Es gibt so überwältigend viele Beispiele dafür, dass für unlösbar gehaltene Rätsel gelöst worden sind. Es gibt überhaupt keinen Grund, irgendein Erkenntnisrätsel für unlösbar zu halten.

Nicht, dass so etwas nicht vorstellbar wäre. Gut möglich, dass einige Fragen grundsätzlich unbeantwortbar sind. Aber diese Unbeantwortbarkeit sollte man dann schon begründen und nicht einfach drauflosbehaupten.

Morph September 22, 2015 um 23:51

@Observer

“Ich bleibe aber dabei dass Moral mit Vernunft nichs zu tun hat.”

In der Moral geht es um Sollensfragen. Daher sollte ( ;-) ) man in dieser Sphäre mit Seinsbehauptungen vorsichtig sein, am besten ganz auf sie verzichten.

Mag ja sein, dass die beobachtbare Moral mit Vernunft nichts zu tun hat. Aber ist das gut und richtig so? Sollte Moral nichts mit Vernunft zu tun haben?

Sie können aus faktisch beobachtbaren Moralvorstellungen und ihren Begründungen nichts für die ethisch gerechtfertigte Moral ableiten.

Und Sie können aus Ihren gefühlsmäßigen Vorstellungen über das Gesollte keinerlei Maßgaben gewinnen, die Sie berechtigen, von anderen bestimmte Handlungen unbedingt zu fordern.

bleistift September 22, 2015 um 23:56

@ morph

“Im Rahmen seines Handlungsziels, einen Menschen tot zu machen, kann ein Killer natürlich Zweckmäßigkeiten erwägen. Aber den primären Sinn seiner Tat, nämlich einen Menschen tot zu machen, muss er reflexiv ausklammern. Der Killer kann sich nicht als unbedingt Handelnder perspektivieren. Und damit beschneidet er notwendigerweise seine Vernunftfähigkeit. Ein wirklich effektiver Killer ist unfrei.”

Also bitte! Davon war ursprünglich nicht die Rede.

“Ein wirklich effektiver Killer ist unfrei.”

Das gilt aber praktisch für jeden Menschen.
Nehmen wir einfach mal dich als Beispiel. Aus dir wird nie ein Killer. Denn du bist unfrei.

“Man sollte sich in diesen taxonomischen Fragen an die entsprechende Fachwissenschaft halten. Der Mensch ist natürlich kein Raubtier.”

Ach was. Man sollte auch unterscheiden zwischen Philosophie und Naturwissenschaft. Das fällt schon Goodnight schwer.
Und dann gibt es noch Assoziationen.
Löwe, Tiger oder sonstwas. Der größte Killer unter allen ist der Mensch.
Willst du das bezweifeln? Wahrscheinlich nicht.
In diesem Sinne rede ich von “Raubtier”. Und das ist durchaus richtig.
Du Erbsenzähler.

bleistift September 23, 2015 um 00:01

“Und Sie können aus Ihren gefühlsmäßigen Vorstellungen über das Gesollte keinerlei Maßgaben gewinnen, die Sie berechtigen, von anderen bestimmte Handlungen unbedingt zu fordern.”

Das würde Kant aber ziemlich bezweifeln.
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit realistischen Vorstellungen?
Reine Vernunft gibt es nicht. Verstand und Emotion gehen immer zusammen. Das erscheint (!!!) dann logisch.
Alles Gesollte ist immer gefühlsmäßig vorgestellt.

Kuckuck September 23, 2015 um 00:10

Die herrschende Moral ist immer die Moral der Herrschenden.

Die sich mit den Herrschenden identifizierenden Untertanen übernehmen deren Moralvorgaben und vertreten sie als ihre eigene.

Das ist ein sozialpsychologisches Phänomen.

Tiefenpsychologisch kann man es als Konfliktvermeidung interpretieren. Alltagssprachlich ist von Opportunismus die Rede.

Hätte sich Merkel und die Oberschicht so entschieden, wie es die Schweiz getan hätte, dann würden – dieselben Moralapostel – die stark begrenzte Aufnahme von Flüchtlingen als moralisch geboten vertreten.

So funktionieren Herrschaftssysteme psychologisch.

Deshalb berichten die britischen Massenmedien ganz anders.

Observer September 23, 2015 um 00:36

@Morph
“Wie kommen Sie zu der Behauptung, irgendwelche philosophische Fragen seien unlösbar?”

Das fängt doch schon beim Ursprung an. Die Physik behauptet notgedrungen, dass das Universum von selbst aus dem Nichts kam, was höchst unphysikalisch ist. Hier ist einfach eine Grenze wo man nur noch philosophieren kann.
Oder die Frage was der Mensch ist. Ich habe ja den Eindruck dass die Luhmann’sche Systemtheorie der Versuch ist, den Mensch, die Welt, das Universum, einfach alles, als eine einzige große Maschine zu beschreiben, die eben Funktionen hat. Nur den Sinn des Bewusstseins kann so ein Weltbild nicht erklären. Eine Maschine braucht kein Bewusstsein um zu funktionieren. Es könnten auch alle Menschen, alle Wesen ohne Bewusstsein sein, alles würde so laufen wie bisher. Wozu also das Bewusstsein? Auch hier kann man nur philosophieren.
Eine Folgefrage davon ist, ob das Bewusstsein auch ohne Körper existieren kann, also die philosophische Frage nach dem, was nach dem Tod kommt bzw. ob da überhaupt was kommt. Nach der Physik geht keine Energie und keine Information verloren. Das Bewusstsein ist letztendlich Energie und Information, es könnte sich beim Tod wandeln, dürfte aber nie verloren gehen.
Und letztendlich die Frage ob es eine übergeordnete Entität gibt, die philosophische Frage nach dem, was “Gott” genannt wird.

Das alles sind Fragen, die philosophisch unlösbar sind.

Morph September 23, 2015 um 00:56

@Observer

“Das alles sind Fragen, die philosophisch unlösbar sind.”

Woher wissen Sie das? Dass Ihnen keine überzeugende Lösung einfällt bzw. Ihnen noch keine Vorschläge begegnet sind, die Sie überzeugt hätten, beweist gar nichts.

petervonkloss September 23, 2015 um 01:22

Mein Gott, Güte und Nächstenliebe ist immer unmittelbar gemeint!

Gesichtskreis und vernünftiger Lebensumkreis in überschaubaren Formen, die nicht beliebig erweiterbar sind.

die Verallgemeinerungen und deren metaphysisch-theologischen Abstraktionen dieser vollkommen normalen Formen der Existenz, die selbst bei Tieren vorhanden sind,…. das ist die jüdisch-christliche Decadence! …und jetzt kommt ihre Hypertelie ins verderbliche Spiel.

Mein Gott, das ist d e r EXITUS,
vielleicht d e r kata-strophische Ausgang aus der jüdisch-christlichen Verstrickung.

petervonkloss September 23, 2015 um 01:58

„Goodnight September 21, 2015 um 22:07
@Neuhier
“Über dieses Vehikel können, wenn man der Logik folgt, alle anderen Grundrechte abschafft werden. ”
Jetzt kommt der Witz:
Ein wesentliches Problem der Moderne ist, dass der Mensch in ihr nicht vorkommt. Dabei war das gerade die Voraussetzung der Moderne, dass der Mensch draußen bleibt. Ansonsten funktioniert die Moderne nicht.
Was wir hier beobachten ist fundamental: Eine neue Differenz: Gesellschaft/Mensch.
Das ist die Differenz, das ist der Konflikt.“

Was Goodnight hier en passant erkannt hat, kommt dem Metaphysikbegriff Martin Heideggers gleich, dass dieser sich letztlich als annähernd reines und gerechtes Gestell über dem Menschen konstelliert.

petervonkloss September 23, 2015 um 02:08
petervonkloss September 23, 2015 um 04:12
petervonkloss September 23, 2015 um 04:30
petervonkloss September 23, 2015 um 04:55

petervonkloss März 4, 2015 um 23:50

topi März 4, 2015 um 14:45

„Morph
Denk doch.
Und wende deinen Blick nach Island. Ein völlig unmöglicher Vorgang,
nach deinen AUsführungen, was dort geschehen ist.“

Lieber fortschrittsgläubiger Topi,
bei Island „handelt“ es sich um das nordisch- hyperboräische (siehe G.
Benn) Idealland der Griechischen Antike (Pythagoras),
welches auch A. Dugin für die zukünftige, eurasische Elite, als
Orientierungspunkt ansieht.
Dieses Andenken daraufhin mittels heideggerischen Methoden und
Motiven, welche den Rassismus und Klassismus abgelegt haben, wäre für
den überlebenden Teil der Menschheit ein neuer Anfang.

Aber das werden Morph, Topi, Soldat und die anderen klugen Geister
hier nicht mehr erleben, da es – im wahrsten
Sinn – zu kata-strophalen Auseinandersetzungen kommen wird!
D. h. niemals wird es eine polit.-ökonomische Rettung geben und schon
gar nicht durch neue Techniken.
Die verzögern durch ihre unerkannte metaphysische Herkunft noch ein
Weilchen die heraklitische Kompensation der tellurischen Geister.
Inzwischen sollte man darüber nachdenken, wie man sich und seine
Nation einigermaßen schützen kann.

Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, daß à la longue nicht eine
exklusive Beziehung zu den USA für
Deutschland von Vorteil wäre, sondern eine solche zu Russland!!!

Nietzsche und das Gesetzbuch des Manu.

-Alte und neue Nietzschefreunde legen viel Wert auf den
,Anti-Antisemitismus’ des Philosophen. Dies versteht sich angesichts
einer – in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten wahrnehmbaren –
Tendenz zur hermeneutischen Glättung des Nietzscheschen Werkes.
Zahlreiche Zeitungsbeiträge zum 100. Todestag Nietzsches ließen ihn
geradezu als Musterphilosophen der liberalen Demokratie erscheinen;
Manfred Riedel bestritt im Spiegel-Interview 34/2000 gar jegliche
politische Lesbarkeit des ,Willens zur Macht’.-
Gleichwohl gibt es dichte Quellenpräsentation von antijüdischen
„Nietzsche-Peinlichkeiten“, die an der Stellung
des Philosophen zum Judentum wenig Zweifel lassen.
In seiner Wahrnehmung jüdischer Menschen scheint Nietzsche eher ein
Juden-Verächter denn ein Juden-Hasser oder auch nur -Gegner. Seine
Reaktionen sind primär ästhetischer Natur, seine Urteile (die auch
Bewunderung für die Selbstbehauptungskraft des jüdischen Volkes
einschließen) sind vitalistisch fundierte Geschmacksurteile – ein
Grundcharakter des Nietzscheschen Werkes.
Auch bezeichnete er seinen Freund Paul Rée, der Rittergutsbesitzer
jüdischer Herkunft war, gelegentlich als einen „auch“
Zweimalgeborenen!
Man könnte also sagen, bei Nietzsches handelt es sich – ähnlich wie
bei Heidegger – eher um einen
seinsgeschichtlichen „Antisemitismus“!

Chandala.

„Nietzsche verwendet den Begriff in seinen Schriften
Götzen-Dämmerung[1] und Der Antichrist.[2] Darin stellt er das
„Gesetzbuch des Manu“ mit dessen Kastensystem als Beispiel für eine
intelligent geplante „Züchtung“ von Menschen gegen den Versuch des
Christentums, den Menschen zu „zähmen“.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Nietzsche dabei dem „Tschandala“, den
er bei Manu als ein Produkt der unkontrollierten Mischung aus Rassen
und Klassen sieht, oder, wie Nietzsche Manu zitiert, als „die Frucht
von Ehebruch, Incest und Verbrechen“.[3]

Nietzsche beschreibt zunächst Methoden der christlichen
Menschenverbesserung. Zentrale Metapher ist dabei das dressierte
Raubtier in der Menagerie, das scheinbar verbessert, in Wirklichkeit
geschwächt und seiner Lebendigkeit beraubt sei. Als Entsprechung sieht
Nietzsche den vom Christentum dressierten Germanen.

Das Gesetzbuch des Manu sei dagegen auf Züchtung einer hohen
Menschenrasse aus und müsse daher unnachgiebig gegen jede
Rassenmischung sein. Nietzsche beschreibt diese
Gesellschaftsorganisation als „furchtbar“ und „unserem Gefühl
widersprechend“, aber als reinsten und ursprünglichen Ausdruck
„arischer Humanität.“ Er legt die brutalen Vorschriften zum Umgang mit
den Tschandala, die im Grunde auf Demütigung und physische Vernichtung
hinauslaufen, als Kampf der Starken gegen die Masse der Schwachen aus:

„Aber auch diese Organisation hatte nöthig, furchtbar zu sein, – nicht
dies Mal im Kampf mit der Bestie, sondern mit ihrem Gegensatz-Begriff,
dem Nicht-Zucht-Menschen, dem Mischmasch-Menschen, dem Tschandala. Und
wieder hatte sie kein andres Mittel, ihn ungefährlich, ihn schwach zu
machen, als ihn krank zu machen, – es war der Kampf mit der ‚grossen
Zahl‘.“[4]
Laut Nietzsche ist nun allerdings das Christentum, entstanden aus dem
Judentum, die Religion des Tschandala. Er deutet an, dass das Judentum
tatsächlich von den „Tschandalas“ kommt:

„Das Christenthum, aus jüdischer Wurzel und nur verständlich als
Gewächs dieses Bodens, stellt die Gegenbewegung gegen jede Moral der
Züchtung, der Rasse, des Privilegiums dar: – es ist die antiarische
Religion par excellence: das Christenthum die Umwerthung aller
arischen Werthe, der Sieg der Tschandala-Werthe, das Evangelium den
Armen, den Niedrigen gepredigt, der Gesammt-Aufstand alles
Niedergetretenen, Elenden, Missrathenen, Schlechtweggekommenen gegen
die ‚Rasse‘, — die unsterbliche Tschandala-Rache als Religion der
Liebe …“[5]
In seiner Schrift Der Antichrist lobt Nietzsche noch einmal das
Gesetzbuch des Manu. Zwar verwende es wie jede Moral die „heilige
Lüge“ als Mittel, aber sein Zweck sei unendlich viel höher als der des
Christentums. Nietzsche stellt die Weltanschauung der „geistigsten“
und „stärksten“ Menschen, die alles, sogar die Existenz der
Tschandalas, bejahen können, gegen den neidischen und rachsüchtigen
Instinkt der Tschandalas selbst (vergleiche Herrenmoral und
Sklavenmoral). Der Begriff Tschandala wird von Nietzsche noch auf
verschiedene Gegner gemünzt, etwa auch auf sozialistische Strömungen
seiner Zeit.

Auch in einigen nachgelassenen Aufzeichnungen Nietzsches findet sich
seine Beschäftigung mit dem Gesetzbuch des Manu, das er stellenweise
auch kritisiert. In einem Brief an Heinrich Köselitz vom 31. Mai
1888[6] erklärte Nietzsche die Juden zur „Tschandala-Rasse“, die die
„arische“ Ethik der Veden zu einer Priester-Ethik umfunktioniert und
damit den ursprünglichen Sinn zerstört habe.“!!!

Kein Geringerer als der wesentliche Mit-Herausgeber der
Nietzsche-Gesamtausgabe Giorgio Colli — dessen Lebensmotto nach
Platons Phaidros „Enthusiazon de lelethe tus pollus“ lautete, was
soviel heißt: „… daß er aber begeistert ist, merken die Leute nicht“;
gemeint ist derjenige, welcher ständig im Zustand der eleusischen
Ekstase lebt und welchen folglich die meisten („hoi polloi“) für
verrückt halten – schrieb folgende Sätze:

HYPERBORÄER

„Die jüngsten Studien über die griechische Religion haben einen
asiatischen und nordischen Ursprung des Apollo-
kultes nachgewiesen. Von daher ergibt sich eine neue Beziehung
zwischen Apollo und der Weisheit. Ein Fragment
von Aristoteles belehrt uns, daß PYTHAGORAS – EIN WEISER ALSO – VON
DEN EINWOHNERN KROTONS DER HYPERBOREISCHE APOLLO GENANNT WURDE. DIE
HYPERBOREER GALTEN DEN
GRIECHEN ALS EIN SAGENHAFTES VOLK IM ÄUSSERSTEN NORDEN.
Von dort scheint der mystische, ekstatische Charakter Apollos zu
stammen, der sich in der Besessenheit der Pythia,
in den delirierenden Worten des DELPHISCHEN ORAKELS kundtut. IN DEN
EBENEN DES NORDENS
UND ZENTRALASIENS IST EINE LANGE FORTDAUER DES SCHAMANISMUS, EINER
BESONDE-REN TECHNIK DER EKSTASE BEZEUGT.
DIE SCHAMANEN ERREICHEN EINE MYSTISCHE VERZÜCKUNG, EINEN EKSTATISCHEN ZU-
STAND, IN DEM SIE FÄHIG SIND, WUNDERTÄTIGE HEILUNGEN ZU VOLLBRINGEN, DIE ZU-
KUNFT ZU SCHAUEN UND PROPHETIEN ZU VERKÜNDEN.
Das ist der Hintergrund des delphischen Apollokultes. Ein berühmter
Passus bei Platon liefert uns hierüber Auf-
klärung. Es handelt sich um die Rede über die MANIA, den Wahnsinn, die
Sokrates im PHAIDROS hält. Gleich
zu Beginn findet sich die Entgegensetzung des Wahnsinns und der
Mäßigung, der Selbstbeherrschung, und für uns
Moderne paradoxen Umkehrung wird jener als überlegen und göttlich
gerühmt. So heißt es im Text:
„Die größten Güter enstehen uns aus dem Wahnsinn, der jedoch durch
göttliche Gunst verliehen wird. Denn die
Prophetin zu Delphi und die Priesterinnen zu Dodona haben im Wahnsinn
unserer Hellas viel Gutes in privaten
und öffentlichen Angelegenheiten zugewendet.“
Die Verbindung zwischen MANIA und Apollo wird also von Anfang an klar
hervorgehoben. Dann werden vier
Arten des Wahnsinns unterschieden: der prophetische, der
mysterienhafte, der poetische und der erotische; die
beiden letzten sind Varianten der beiden ersten. Der (so verstandene)
Wahnsinn ist der Ursprung der Weisheit!

Die Moderne in der Gestalt des technichen Herstellens und Besorgens
von Allem in seiner entäußerten Hyper-Mystik des globalen Gestells,
ist der jüdisch-christliche Irrweg seit langem und daher der Inbegriff
des nichtigen
Nichts, das unweigerlich in die KATASTROPHE führt.
Es gilt daher für einzelne Völker Sicherheitsmaßnahmen vernünftig
vorauszuplanen.
Dugins „Ansichten eines Clowns“ sind (mit Einschränkungen) zu bejahen:

МАНИФЕСТ АРКТОГЕИ DAS ARKTOGEA-MANIFEST

petervonkloss September 23, 2015 um 05:11

petervonkloss März 29, 2015 um 04:24
@holger März 28, 2015 um 13:38

Zur Konkretisierung von @holgers Text durch Gunnar Heinsohn:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/zuwanderung-weltweit-wettstreit-um-die-besten-koepfe-13475203.html

Nicht nur die linksliberalen Linken und Grünen sind in derweil
außergewöhnlichen Maßen dem allgemeinen Nihilismus der menschheitlich
sich tümelnden Freundschaft unter allen Völkern verpflichtet, es
scheint auch
den konservativen Huldigern der allgemeinen Protestantik ein
Wohlgefallen, daß ca. Fünfhunderttausend, davon
zweidrittel Nichtskönner beliebig nach Deutschland einwandern können
und konsequent nicht abgeschoben werden.
Als alternatives, progressives Nahziel empfehle ich den schrankenlosen
Zuzug von großartig „ausgebildeten“ Wölfen
aus Russland, so daß sie uns das per zugepflasterte Autobahnen
beherrschte Deutschland und seine Umgebung wieder einigermaßen
zugänglich machen als Erdteil der seine Ortschaft nicht an
irgendwelche dumm-religiösen Judenbengel (Zuckermann) verloren hat.
Diese Einwanderer könnten wirklich wesentliches geben. Ich fordere
daher Wolfsampeln auf allen Autobahnen mit mindestens 6 Stunden rot.
Hierzu auch Acta diurna:

In einem Gastbeitrag für die FAZ erinnert Gunnar Heinsohn einmal mehr
an die Gallup-Studie aus dem Jahre 2009, welcher zufolge 38 Prozent
der Afrikaner gern ihren Kontinent verlassen wollen, was bei einer
Bevölkerungswachstumsprognose von 2,1 Milliarden Afrikanern im Jahre
2050 aber kaum mehr als 800 Millionen ergäbe, heute sogar noch
weniger, gegenüber dann ca. 500 Millionen Europäern. „Es gehört zum
Charme des erschöpften Abendlandes, dass niemand aus seinen Kabinetten
diese Zufluchtssuche unterbinden will“, notiert Heinsohn und zitiert
Christopher Hein, den Vorsitzenden des Italienischen Flüchtlingsrats,
mit den bilanzselbstmörderischen Worten (also auf den Kontinent
bezogen, Freund Hein selber meint gewiss, dass er steuerfinanziert
irgendwie durchkommt): „Zu entscheiden, wer kommt oder wie viele
kommen, liegt nicht bei unsereinem. Was wir allein beeinflussen dürfen
(sic!), sind die Umstände, unter denen diese Menschen zu uns finden.“

Halten wir deshalb kurz inne zum Gebet, dass der eine oder andere auch
den Weg in Heins trautes Heim finden möge. Beziehungsweise darf.

Nun aber die bessere Nachricht inmitten der ohnehinnigen guten:
Deutschland wird täglich immer noch unglaublich bunter! So soll es
heute schon siebeneinhalb Millionen Analphabeten im Land der
Schlichter und Schenker geben, also Menschen, die das unglaubliche
Glück haben, weder Bild noch Spiegel online lesen dürfen zu müssen.
“Jeder siebte erwachsene Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren kann nicht
richtig lesen und schreiben”, meldet ntv und präsentiert als
vermeintlich typisches Beispiel “Herbert K.” aus Mecklenburg (nur sein
Hund heißt “Ali”). Diese Bilanz können sich die engagierten rot-grünen
Bildungsreformer allerdings nicht ganz allein zuschreiben, es sollten
unter den importierten Ärztekohorten und Ingenieurslegionen auch ein
paar fröhliche Fellachen sich befunden haben. Was dem Staatsziel
Buntheit nur zupass kommt. Also: Mehr davon! Macht hoch die Tür!

Apropos Ärzte und Ingenieure: Wie Thilo Sarrazin, verflucht sei sein
Name im Diesseits und im Jenseits, von seinem Parteifreund Buschkowsky
erfuhr (verflucht sei auch er) und in der Weltwoche ausplauderte,
leben allein in der Hauptstadt der DDR mehrere zehntausend Angehörige
einer Bevölkerungsgruppe, die so bunt ist, dass es keinen Namen mehr
für sie geben darf oder kann. Auf wessen Kosten sie dort leben, darf
(und irgendwann: kann) gleichfalls nicht gefragt werden, aber man muss
doch wenigstens darauf hinweisen, dass ihrer Mitte erstklassige
Experten im Schlüsseldienstsektor entstammen, wenn auch meistens
keiner der Kunden zu Hause ist, um dergleichen Expertise nicht nur zu
bestaunen, sondern auch zu würdigen.

Zu den importierten Fachkräften gehört in gewissem Sinne auch das
hochsolide arbeitende Masern-Virus, sozusagen als Avantgarde wieder
heimkehrender, bislang diskriminierter, verfolgter und anderswo
ansässig gewordener Erregerstämme. Zwar stellte die Zeit in ihrer
Online-Ausgabe prompt klar, dass nicht die Asylsuchenden vom Balkan,
die das Virus mitbrachten, am Wiederauftauchen der ehedem komplett
ausgegrenzten Seuche Schuld trügen, sondern die impfscheuen Deutschen,
denn ein importierter Erreger fände in einer gut durchgeimpften
Volksgemeinschaft keine Verbreitungsmöglichkeiten. Impfen als
Bestandteil der Willkommenskultur für Ungeimpfte also. Aber man soll
den Anteil auch unscheinbarer Zuwanderer an der immer bunteren
Gesellschaft nicht kleinreden. Und immer feste druff, Genossen
Medienschaffende, auf diejenigen, die sich darüber echauffieren, weil
sie aus lauter Egoismus unfähig zur globalen Perspektive sind! Auch
Erreger und Leseschwächen müssen sozial gerecht verteilt werden. Wer
hat, soll geben! Und wer nicht geben will, dem soll genommen werden!
Bis alle gleichviel wenig haben!

Zum Schluss die schlechte Nachricht: Wenn dieses Land endlich eine
Bananenrepublik geworden ist, dann wird wohl leider auch die
unsühnbare deutsche Schuld allmählich verblassen. Denn wenn nichts
mehr zu holen ist, wen soll sie dann noch interessieren?

H.K.Hammersen September 23, 2015 um 06:36

VW führt uns doch gerade vor, wie es zu Merkels Asylantenschwemme gekommen ist. Der Systemimmanente Zwang zur Umsatzsteigerung hat im Jahr 2009 einige Ingenieure dazu gebracht, die Fahrwerkselektronik mit der Motorelektronik zu koppeln, um so die Abgaswerte zu optimieren. Diese Ingenieure haben nur das gemacht, was sie vorher in unserem Bildungssystem gelernt haben, nämlich die Erkenntnis, dass Optimierung nicht darauf zielt, wirklich etwas zu können (in dem vorliegendem Fall die Abgaswerte reduzieren zu können), sondern nur darauf, Prüfungen zu bestehen. Die These, dass es geplant war, mit dieser Entscheidung im Jahr 2009 dafür zu sorgen, dass VW im Jahr 2015 untergeht, können wir sicherlich verwerfen, es sei denn, ein wirkliches Genie, ausgesandt von der Konkurrenz, sei im VW-Konzern gezielt als Saboteur eingeschleust worden.

Im Falle der Entscheidung Merkels gehe ich nicht davon aus, dass die Abschaffung Deutschlands das Ziel war, es sei denn, die Westalliierten hätten gemeinsam mit den Russen die Wiedervereinigung inszeniert, um Merkel einzuschleusen, mit dem Ziel, im Jahr 2015 Deutschland abzuschaffen.

Luhmänner vor zur Systemanalyse!

g.w. September 23, 2015 um 06:53

“Ach was. Man sollte auch unterscheiden zwischen Philosophie und Naturwissenschaft. Das fällt schon Goodnight schwer.”

das fällt vielen schwer. Die NW masst sich Erkenntnisse an, die sie gar nicht hat. Aber wenn es oft genug wiederholt wird, glauben die menschen es einfach. Wenn die NW sagt, der Urknall sei aus dem Nichts entstanden, ist das reine Philosophie, weil rein spekulativ. In Wirklichkeit kann die NW nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt auf den Urknall zurückblicken und die chemischen Reaktionen beschreiben, nicht bis ganz an den Anfang. Sie weiss einfach nicht, was am Anfang war und ob die Materie nicht vielleich doch aus einer noch subtileren Quelle stammt.
Die esoterisch-integrale Sichtweise beschreibt Schöpfung als einen immer wieder neu entstehenden fortlaufenden Prozess, so wie der Film auf dem Monitor Augenblick für Augenblick neu entsteht.
So entsteht die Welt Moment für Moment neu.
So gesehen gibt es immer nur die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft existieren immer nur im Jetzt.
So wie der Monitor stets unverändert und unberührt ist von dem film, gibt es das Ewige, in welchem das Vergängliche erscheint.
Anfangs als Urknall, in der weiteren Entwicklung immer komplexer werdende.
Der Mensch besteht demnach aus dem ewigen (Bewusstsein/Seele) und dem vergänglichen (Körper, Gefühle, Gedanken) gleichzeitig.

Das ewige erfreut sich an seiner eigenen Kreativität und ermöglicht das Leben in allen möglichen Formen. Warum die Erde und Menschheit in diesem erbärmlichen Zustand ist, ist den Eingeweihten auch längst bekannt.

petervonkloss September 23, 2015 um 06:55

Sympathie for the Devil

Fröhliche Übergänge zum “Heidnischen” am Morgen:

https://www.youtube.com/watch?v=0_KBszQRItU

https://www.youtube.com/watch?v=Rpzn_fK7SsM

gelegentlich September 23, 2015 um 08:10

@K.H.Hammersen September 23, 2015 um 06:36
Schöner Vergleich. Noch ein Schritt weiter: man hat deutsche Ingenieurskunst dazu benutzt nicht nur eine Prüfung zu bestehen, sondern ein System zu erfinden, das sich wie ein Schüler/Student in einer Prüfung verhält. Er merkt, ob man auf ihn schaut (Spickzettel verbergen) oder nicht (Spickzettel benutzen).
Ich glaube aber nicht dass VW die einzige Firma ist die sich erfolgreich um eine kreative Lösung des Problems bemüht hat. Während sich die Wogen der Aufmerksamkeit glätten dürfen wir weitere Neuigkeiten erwarten. Vermute ich.
Das Ganze ist eigentlich ein Waterloo der Idee, komplexe Systeme mit kruden Vereinfachungen (Benchmark-Tests, Ranking-Listen von Wasweißich) bewerten zu wollen. Das Desaster, das diese „Denkweise“ in unserem Bildungsbereich angerichtet hat, halte ich für größer als das Malheur von VW.

petervonkloss September 23, 2015 um 08:12

@g.w.

….Istigheit!

Neuhier September 23, 2015 um 08:14

@ g.w. September 23, 2015 um 06:53

Was ist das für ein esoterischer Blödsinn.
Der Mensch ist wie jedes Lebewesen die Kopiermaschine für ein Molekül. Nur bei einer Art ist durch die natürliche Selektion eine Kopiermaschine mit einem Gehirn, dass zum rationalen Denken fähig ist, entstanden. Diese Art kann Kultur entwickeln.
Nur weil die Naturwissenschaft keine Antwort auf dem davor geben kann haben Ideologien keine Legitimation. Religion und Esoterik sind für mich Ideologien.

petervonkloss September 23, 2015 um 08:16

@g.w.

….Istigkeit!

Hklein September 23, 2015 um 08:27

,,Dresden: Pegida-Demonstranten beschimpften Kinder

“Faules Pack” und “schämt Euch” sollen die Teilnehmer einer Pegida-Demonstration in Dresden einer Gruppe Schulkinder zugerufen haben. Das Kultusministerium verurteilte die Vorfälle.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-pegida-demonstranten-bedrohten-kinder-a-1054255.html

Wie hoch ist eigentlich der Anteil der Hartz-IV-Empfänger (SGB II) in der PEGIDA-Anhängerschaft?

BlackMass September 23, 2015 um 08:54

@ g.w.

,,Die NW masst sich Erkenntnisse an, die sie gar nicht hat.”

Das Problem ist, dass Esoteriker oft nur rumschwafeln und kein physikalisches Grundwissen haben. Energie ist ein fester physikalischer Begriff, der durch Rumschwurbeln veralbert wird.

Die universellen Gesetze sind die Naturgesetze.

BlackMass September 23, 2015 um 08:57

Viktor besucht heute Horst.

,,Die CSU repräsentiert an diesem Mittwoch mal wieder die bayrischen Verhältnisse, indem sie Viktor Orban, den national-konservativen Ministerpräsidenten Ungarns, zu ihrer Herbstklausur nach Kloster Banz einlädt. Dort wollen sie darüber beraten, wie man Zäune gegen Flüchtlinge noch schneller hochziehen und die Festung Europa weiter vor geflüchteten schutzsuchenden Menschen schützen kann.”

https://coburgerantifa.wordpress.com/2015/09/21/csu-und-orban-geistige-brandstifter-unter-sich/

gelegentlich September 23, 2015 um 08:59

@Neuhier September 23, 2015 um 08:14 [edit]
„@ g.w. September 23, 2015 um 06:53
Was ist das für ein esoterischer Blödsinn.“
Neuhier, wir können hier tatsächlich den Urknall nicht auflösen. Naturwissenschaften können auch zur Herstellung ideologischer Denksysteme genutzt werden. Wir müssen im Moment wohl kleinere Brötchen backen. Sie sehen es doch: selbst der Zusammenhang zwischen Moral und Verstand scheint noch nicht hinreichend verstanden worden zu sein.
@Hklein September 23, 2015 um 08:27
Ja, sie „sollen“ gerufen haben.
„Wie hoch ist eigentlich der Anteil der Hartz-IV-Empfänger (SGB II) in der PEGIDA-Anhängerschaft?“
Was könnte eine Antwort darauf erbringen?
Eine interessante Umfrage hat wohl die Redaktion von RT-Deutsch gemacht:
http://www.heise.de/tp/artikel/46/46051/1.html
„Offensichtlich ist, dass die politische Mitte von SPD über Union bis zu den Grünen quasi nicht vertreten ist. Auf die Frage “Für welche Partei haben Sie bei der Bundestagswahl 2013 gestimmt?” gaben 26,77 Prozent die Linke an, 20,09 Prozent die AfD. 23,01 Prozent gaben an, keine Stimme abgegeben zu haben. Auf die Frage “Für welche Partei werden Sie bei der nächsten Bundestagswahl Ihre Stimme abgeben?” antworteten zugleich 42 Prozent mit der Linken, 21,57 Prozent wollen an der Abstimmung nicht teilnehmen, die AfD kommt auf einen geringeren Wert von 16,65 Prozent.“
Danach, wer davon HartzIV bekommt, wurde leider nicht gefragt.

Neuhier September 23, 2015 um 08:59

@ gelegentlich September 23, 2015 um 08:10
@K.H.Hammersen September 23, 2015 um 06:36

Ihren Meinungen stimme ich eigentlich zu. Aber diese Technik ist weit verbreitet z.B. bei der Suchmaschinenoptimierung oder wenn ein Schüler oder Student nur für eine Prüfung lernt.
Das Problem ist der Anspruch alles Messen zu wollen, möglichst auf zehntel oder hundertstel Stelle. Das geht nur mit reproduzierbaren Messanordnungen. Und nur auf die wird sich vorbereitet.

Keynesianer September 23, 2015 um 09:04

Inzwischen lässt Merkel keine Gelegenheit aus, den Hass auf die Deutschen in Europa zu schüren, wie es ihr Auftrag ist:

Ich schäme mich für die deutsche Politik, die für ein lächerliches Ergebnis einen weiteren tiefen Riß durch die ohnehin von Rissen geplagte EU gezogen hat. Zum ersten Mal wurde mit einer Mehrheitsentscheidung unter Androhung einer Geldstrafe in die Souveränität der Mitgliedsstaaten eingegriffen, was die Osteuropäer an ihre Zeiten unter Moskauer Diktat erinnern wird. Auch das wird sich rächen und die EU jedenfalls von weiteren Verteilaktionen abhalten. Wie bei der Griechenlandkrise ist gerade der Druck aus Deutschland schon historisch vorbelastet und wird uns noch heimgezahlt werden, und das wegen einer Umverteilung von gerade einmal 3.717 Flüchtlingen, die für die 4 Verweigerer-Länder vorgesehen waren, oder von 4 Promille der Flüchtlinge, die in diesem Jahr auf Deutschland zukommen. Diese Erpressung der Osteuropäer wurde nur betrieben, damit die Bundesregierung den Deutschen europäische Solidarität vorgaukeln kann. Der slowakische Regierungschef Robert Fico hat prompt gedroht, solange er Ministerpräsident sei, würden verpflichtende Quoten zur Aufnahme von Migranten nicht in der Slowakei umgesetzt. Die Länder, die die Quoten “unsinnigerweise” durchsetzten, hätten einen tiefen Graben gezogen. Er meinte natürlich Deutschland.
Aus der Mail von Joachim Jahnke zu seinem Rundbrief:
http://www.jjahnke.net/rundbr115.html#3370

Die gesamte Weltpresse wird bald behaupten, dass die Deutschen für das Problem mit den Flüchtlingen verantwortlich sind, weil sie bei denen falsche Hoffnungen geweckt hätten um diese dann furchtbar zu enttäuschen. Dann hätten die Deutschen versucht, den anderen Länder Europas die Lasten und Verpflichtungen aufzubürden. Dabei hätten doch alle vernünftigen Menschen gewusst, dass das schiefgehen muss.

Manfred Peters September 23, 2015 um 09:09

[edit - gelegentlich]
OT
——————————-
PVK müllte das Forum mit den gesammelten Werken mehr oder weniger großer Geister voll und niemand schreitet ein? :-(
Sollte nicht eine Verständigung möglich sein Zitate auf 3 bis 5 Sätze/ca. 500 Zeichen (~BlaBlaMeter-Mindestprüflänge) zu beschränken?

Linus September 23, 2015 um 09:11

@Kuckuck:
“Die herrschende Moral ist immer die Moral der Herrschenden.”
Als Nicht-Herrschender frage ich mich dann, welche Moral ich mir persönlich zulegen sollte. Entweder ist Moral rein situativ und damit beliebig (du nennst dies ‘opportunistische Moral’) – dann lohnt eine Suche nicht. Oder sie ist es nicht und widersteht damit auch den Versuchungen des Lokals. Wenn aber letzteres der Fall ist, dann müsste es eine stabile, ‘echte’ Moral neben der Moral der Herrschenden geben. Wie komme ich zu der und woran lässt sie sich erkennen?

Konkreter: Wenn ich einen finde, der die Moral der der Herrschenden vertritt, wie kann ich entscheiden, ob es sich um ‘opportunistische’ Moral handelt – oder vielleicht doch um ‘echte’ Moral, die ZUFÄLLIG mit der Moral der Herrschenden zusammenfällt?

Um aus diesem Dilemma zu kommen, könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass Herrschaft immer unmoralisch ist, und dass daher die Moral der Herrschenden niemals ‘echte’ Moral sein kann.

Denken wir uns also eine ideale Welt und die Herrschenden mal weg. Welche Moral herrscht dann? Die ‘echte’, die ‘opportunistische’ – oder gar keine?

Bitte untertänigst um Klärung!

H.K.Hammersen September 23, 2015 um 09:13

@Neuhier

Ja, aber bei VW liegt ja wohl der Fall vor, dass das Abgasreinigungssystem ja nur dann die Volle Leistung brachte, wenn die nicht angetriebene Achse still stand. Wäre das nicht so gewesen, wären zwar auch die Werte im Fahrbetrieb schlechter gewesen als auf dem Rollenprüfstand, aber die Abweichungen wären wohl nicht so krass gewesen.

Auf Merkel übertragen: wären nur die zum Zeitpunkt ihrer Erklärung sich in Ungarn aufhaltenden Flüchtlinge gekommen, hätte es in Deutschland kein Chaos gegeben und Merkel hätte sich als Heldin feiern lassen.

Weder die Ingenieure bei VW noch die Politiker machen sich ernsthaft Gedanken über die Folgen ihres Handelns. Ob die Chose anschl. gut oder schlecht läuft, ist reiner Zufall. Unter Laborbedingungen sind alle Autos sauber und alle Flüchtlinge nett und hochqualifiziert.

Neuhier September 23, 2015 um 09:19

@ H.K.Hammersen September 23, 2015 um 09:13
Ja, so ist es leider.

Linus September 23, 2015 um 09:26

Zu dem Thema von Keynesianer (dem ich hier in keiner Weise beipflichten will) ein lustiger Double Speak:

De Messiere sinngemäss: “Es kann nicht angehen, dass sich einzelne Mitglieder von ihrer Verpflichtung, Asylanten aufzunehmen, freikaufen wollen.”
Konsequenz: Wer keine Asylanten aufnehmen will, zahlt Strafe.

Ehrlicherweise hätte er sagen müssen: ‘Sich freikaufen wird ziemlich teuer’.

Linus September 23, 2015 um 09:28

Korrektur: De Maiziere – sorry

gelegentlich September 23, 2015 um 09:31

OT
———————————-
@Manfred Peters September 23, 2015 um 09:09
„…und niemand schreitet ein?
Ich hoffe immer noch es sei möglich zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Dann muss man sich in Gottes Namen auch mal auf Meta-Diskussionen einlassen. In schwierigem Umfeld. Meine ohnehin nicht hohe Meinung über die Seriosität der Meinungsbildung einiger Kommentatoren ist gestern noch weiter in den Keller gegangen. Zuviele „Vollpfosten“.
„Sollte nicht eine Verständigung möglich sein Zitate auf 3 bis 5 Sätze/ca. 500 Zeichen (~BlaBlaMeter-Mindestprüflänge) zu beschränken?“
Oder noch besser ein Link zu jener Stelle? Die ja in Schriftform irgendwo im Netz liegen dürfte? Ich finde Deinen Einwand gerechtfertigt, frage aber erst mal hiermit in die Runde. Und bitte solche Meta-Beiträge extra markieren, damit das Entfernen später leichter ist. Den „Ertrag“ von gestern kann ich per PM verteilen, falls den Jemand will.

gelegentlich September 23, 2015 um 09:43

@ H.K.Hammersen @Neuhier
Wenn ich es etwas weiterdenke hat VW nicht „beschissen“. Die kannten ein Prüfverfahren , hatten wohl selber zu ihm beigetragen! ;-), und haben ihre Maschine so optimiert, dass sie bei diesem Prüfverfahren gut abschneidet. Wer das Beschiss nennt muss mindestens 2-3 Jahrzehnte deutscher Bildungspolitik, die auf Bestehen von Tests/Prüfungen statt Denken angelegt war, und wichtige Teile unserer „technisch-wissenschaftlichen Zivilisation“ Beschiss nennen. Die dahiner stehende Denkweise empfinde ich eher als eine Art Zivilisationskrankheit oder loose cannon.
Die Vereinfachung durch solche Normtests funktioniert nur, wenn man sich ihrer bewußt bleibt und (!) wenn sie auch entsprechend kommuniziert wird. Dann aber ist sie wertlos: denn man will ja mit dem Arguemnt verkaufen einen umweltverträglicheren Dieselmotor zu haben. Den kriegt man so nicht. Hätte man einen echten wäre die Frage ob die Kunden den ohne entsprechende staatliche Auflagen zu einem höheren Preis kaufen würden.

Keynesianer September 23, 2015 um 09:45

@ H.K.Hammersen September 23, 2015 um 09:13

Auf Merkel übertragen: wären nur die zum Zeitpunkt ihrer Erklärung sich in Ungarn aufhaltenden Flüchtlinge gekommen, hätte es in Deutschland kein Chaos gegeben und Merkel hätte sich als Heldin feiern lassen.

Wer die reale Politik aufmerksam verfolgt, also nicht den Müll in den Medien, konnte schon vor Monaten beobachten, dass plötzlich in die letzten Dörfer Asylbewerber verteilt und überall die sogenannte Willkommenskultur propagiert wurde.

Wegen der paar tausend Flüchtlinge in Ungarn ist das sicher nicht so groß und weitblickend aufgezogen worden, sondern wegen der Million, die jetzt gezielt in Richtung Deutschland in Bewegung gesetzt werden.

Glaubt bitte mal endlich nicht länger an Zufälle in der Politik. Die Dienste wussten Monate vorher, welche Massen da von wem in Bewegung gesetzt werden, wie etwa durch plötzlichen Geldmangel bei der Versorgung der Flüchtlingscamps vor Ort.

Das ist alles Absicht und nur die Sheeple staunen jeden Tag wieder.

Linus September 23, 2015 um 09:45

@HKH: Zu Abgassreinigungsystem:
Dieser Fake dürfte allen damit Befassten von Anfang an bekannt sein, auch in den USA. Wenn der Umstand erst jetzt öffentlich gemacht wird, so bedeutet das, dass er instrumentalisiert wird.
-> irgendwer zeigt Deutschland die Instrumente.

g.w. September 23, 2015 um 09:45

@black mass
“Das Problem ist, dass Esoteriker oft nur rumschwafeln und kein physikalisches Grundwissen haben. Energie ist ein fester physikalischer Begriff, der durch Rumschwurbeln veralbert wird.
Die universellen Gesetze sind die Naturgesetze.”

das ist unsachliches geschwafel pur

@neuhier “Nur weil die Naturwissenschaft keine Antwort auf dem davor geben kann haben Ideologien keine Legitimation. Religion und Esoterik sind für mich Ideologien.”

die NW sprechen doch selber vom Urknall aus dem Nichts, obwohl es dafür keinen Beleg gibt, also Ideologie, sowie der Materialismus eine Ideologie ist.

Das Problem bei Euch beiden ist, dass ihr noch keine Sekunde in Euerm Leben wirklich beobachtet habt.

@pvk “istigkeit”
genau

das ewige mit den Eigenschaften seiner Ewigkeit, Vollkommenheit und Schönheit zeigt sich auch in der Materie,
in allen materiellen Daseinsformen gibt es eine Art Vollkommenheit:
bei den Mineralien und Steinen sind es die Diamenten und Edelsteine,
bei den Pflanzen sind es die Blumen in ihrer Schönheit
bei den Tieren sind es die Vögel, die fliegen können
und bei den Menschen sind es die Heiligen oder die Buddhas

g.w. September 23, 2015 um 09:46

bei den Metallen ist es das Gold

Manfred Peters September 23, 2015 um 09:59

@ VW/OT?
Es ist an der Zeit, dass die bleierne Klimaverpesterkanzlerin eine Feier (Ackermann-Modell) für Martin im Kanzleramt ausrichtet. Da der Geburtstag noch etwas hin ist, nehmen wir für Martin den Kat-holen doch den Namenstag; 11.11., 11:11!
Wir sind doch alle Jecken! ;-)

refugee TM 2015 September 23, 2015 um 10:07

Hammersen

—>>> es sei denn, die Westalliierten hätten gemeinsam mit den Russen die Wiedervereinigung inszeniert, um Merkel einzuschleusen, mit dem Ziel, im Jahr 2015 Deutschland abzuschaffen.”

Die “Wiedervereinigung” war inszeniert. Sie war ein Teil von der Auflösung der UdSSR. Und dafür hat Gorbi genügend Cash bekommen. Alles kein Geheimnis. die Seite 2plus4.de ist zwar nicht mehr verfügbar, da konnte man nämliche Protokolle einlesen, aber irgendwo werden die Dokumente wohl noch sein.

Ebenso hat die eiserne Lady Thatcher damals schon gesagt, macht euren Eurotz alleine, er ist Murx. Denn der war mit der “Wiedervereinigung” gekoppelt (Frankreich). Was Mother Murksel betrifft dazu hat der Oggersheimer genug gesagt. Was Mother Murksel in der Laudatio zu Schröder Biographie gesagt hat, spricht ebenso Bände.

Die Macht-Übernahme von Mother Murksel war in der Tat geplant. Die damalige Führung um Kohl und Waigel und Genschman, waren in der Frage der “Wiedervereinigung” Naiv und dumm schlau zu gleich. Die dachten sich wirklich etwas Gutes zu tun. Das musste Kohl später bitter erfahren, dass das sein “Mädchen” ein wenig schlauer war, als er.

die BRD hat diktiert, und die innere kleine Abteilung der DDR, die Chance gesehen, aus dem Status Macht zu gewinnen. Schröder hat sich seinen Auftrag fürstlich bei Putin Gazprom versüßen lassen. Murksel hält Laudatio auf den Großen Gerhard. Russland war auch das einzige Land, was DE einen Friedensvertrag angeboten hatte, was alle anderen auch die BRD selber abgelehnt hat.

So kam es eben nicht zu der “Wiedervereinigung” nach 146 GG sondern nach 23 GG den Anschluß der DDR an die BRD. Die DDR ist nur die Erweiterung des Geltungsbereiches GG auf die “neuen” Länder. Mit dem Verzicht (Polen) auf weitere ehemalige Gebiete.

Mother Murksels Ordens und Auszeichnungsliste, ist der kohlschen ähnlich. Muss man sich nur angucken, was die kleine FDJ Erika so bekommen hat. Was für eine Karriere. Dann weiß man, wo die Förderer so stecken. Für Umsonst kommt man nicht in diese Etagen. Nicht aus Nächstenliebe.

Dann muss man weiter gucken und sich nur anschauen, welche Leichen pflastern ihren Weg. Eine gezielte “Auslöschung” von potentiellen Gegner. “die Zeit der langen Messer”. Erinnert eben an die Abwicklung vom “Röhm-Putsch”.

Machtkonzentration auf nur eine Person… der “Mutti-Kult” eben. Ausschaltung jeglicher Opposition. Guck in den Bundestag. Es gibt keine Opposition. Warum auch?

Parallelen zum “Führer-Kult” nur rein zufällig. LACH :D

Guck dir das “Europa” an, oder die Eurotzzone. Irgendwen überfallen? Braucht man nicht mehr. Das geht auch finanziell. Kohl hat gesagt ungefähr: “Mutti mein Mädchen macht Eurobba kaputt”. Yep… und das macht sie. Sie nicht, man muss ja eben nur auf die Orden und Auszeichnungen gucken.

Ob es einem passt oder nicht. Wir haben keine “Demokratie” wir leben in einem NS Staat der besonderen Art. Und um den aufbauen zu können, konnte man keinen Westpolitiker brauchen. Es musste einer aus dem Osten aufgebaut werden. Einer der den Sozialismus nicht nur lebt sondern im Herzen mit sich trägt. Und Mother Murksel hat die Aufnahmeprüfung mit Auszeichnung bestanden.

Man hat über den Eurotz über Deutschland Eurobba besetzt, ohne es besetzen zu müssen. Wer ist denn der große Diktator in der EU wer droht denn immer den kleineren Staaten. Wer dreht ihnen die Kehle zu?

Wer handelt mit Flüchtlingen hier, wie mit Vieh? Wer unterstützt auch noch freiwillig den Viehhandel? Eben, die große Kunst des Viehhändlers.

Um das machen zu können, den Viehhandel, muss man schon reichlich abgezockt sein. Was hier moralisch besprochen wird, ist nichts anderes als ein “humaner” Viehhandel. Weil die dummen “Schafe” eben nicht merken, dass sie Vieh sind! Das ist nicht so vorgesehen.

Alle Gesetze alle Verordnungen sind darauf ausgerichtet, die Viehherde im Zaum zu halten. Nur auserwählte Rindviecher dürfen das Gatter verlassen. Diese werden dann “Befördert” kein anderer.

Wer wie Mother Murksel ein Hurra auf den Schröder und die Agenda 2010 ausspricht, ist ein Viehhändler, ein Sozialist erster Güte. Schröder war indes auch kein Unfall, Fischer auch nicht. Unter Schröder konnte man die Gewerkschaften auf Kurs bringen. Der Menschenschinder von VW (ha der Kreis schließt sich) Peterle Hartz wurde auch geadelt.

Heute belügen sie die Welt mit Diesel Abgasnormen. Weil sie nichts anderes können. Lügen und betrügen und sich ihr Dasein vom Vieh angenehm gestalten und bezahlen lassen.

Es ist aus, mit dem Wahnwitz. Ich hab es oben schon getippselt. Das System der Viehhändler hängt sich momentan selber auf.

Da nutzt es auch nichts, neue Boxen zu bauen (sozialer Wohnungsbau) wo das Vieh eingesperrt wird. Und nun kann man gerne mal kugeln, wer die erfolgreichsten Viehhändler waren und sind.

gelegentlich September 23, 2015 um 10:10

@Manfred Peters September 23, 2015 um 09:59
Du hast recht: in diesem Thread sind VW und Esoterik vs. NW inzwischen gewiß OT. Bitte an Alle: damit nicht weitermachen!

refugee TM 2015 September 23, 2015 um 10:19

gelegentlich

VW Abgasnormen und Diesel-Motoren sind ähnlich zu bewerten wie unser Bildungssystem und auch der Zuzug der Ankömmlinge.

Denke einfach mal bitte daran, dass man Technik und Mensch gleich setzen kann.

Es handelt sich in beiden Fällen nur um Einheiten die Energie umsetzen können.

Kuckuck September 23, 2015 um 10:26

@gelegentlich September 23, 2015 um 09:43
„Wenn ich es etwas weiterdenke hat VW nicht „beschissen“.“

Das ist nicht „weiter“ gedacht, sondern falsch gedacht.
Das war Betrug. Denn es ging darum, die Behörden und um die Kunden über die tatsächlichen Emissionen zu täuschen.

So wie es eine kriminelle Handlung war, Betriebsratsmitglieder zu bestechen.
https://de.wikipedia.org/wiki/VW-Korruptionsaff%C3%A4re

In diesem Betrugsfall wurde vorsätzlich eine massive Schädigung der Aktionäre sowie der Kunden in Kauf genommen.

Natürlich auch derjenigen, die die Autoabgase einatmen.

Die Frage ist, ob die Fahrzeuge nachgerüstet werden können, damit sie die US-Abgasnorm erfüllen oder ob sie aus dem Verkehr gezogen werden. Auf jeden Fall wird der Wiederverkaufswert der VWs beeinträchtigt sein.

Dass die Verantwortlichen nicht zur Verantwortung gezogen werden und Schadensersatz werden leisten müssen, ist zu erwarten.

Wir sind ja hier nicht im sozialistischen China!!!

„Wer das Beschiss nennt muss mindestens 2-3 Jahrzehnte deutscher Bildungspolitik, die auf Bestehen von Tests/Prüfungen statt Denken angelegt war, […] Beschiss nennen.“

Eben nicht. Jeder der es wissen wollte, wusste dass bei diesen Tests/Prüfungen nicht ums „Denken“ geht, sondern um kapitalistische Verwertbarkeit der zukünftigen Lohnarbeiter – um „Employability“.

gelegentlich September 23, 2015 um 10:27

refugee TM 2015 Eingereicht am 23.09.2015 um 10:19

„Es handelt sich in beiden Fällen nur um Einheiten die Energie umsetzen können.“
Ja, aber mehr oder weniger gut (effizient), mehr oder weniger transparent (erforscht, bisher). Und in beiden Fällen steht die Vermarktung in keinem Verhältnis zum bisher Verstandenen, Beherrschten.

Kuckuck September 23, 2015 um 10:29

VW passt zum Betrug in Politik und Wirtschaft sowie zur Doppelmoral.

Corbeau September 23, 2015 um 10:40

@ Wer war’s nochmal ? (Finde den Originalkommentar leider nicht mehr und Thema ist jetzt abgasbedingt wohl hier auch überholt):
«Verstand und Emotion gehen immer zusammen.»

Danke erstmal für die Einführung des differenzierenden Begriffes ‘Verstand’, auf die ich beim Mitlesen hier lange gewartet hatte. Die deutsche Sprache bietet ihn doch an. Er steht ja -jedenfalls in der deutschen Kulturgeschichte- gerade für ein funktionales, zielgerichtetes Denken, das nicht im Einklang mit den Emotionen stehen muss. Auf diesen Zwiespalt verweisen in ihrem psychologischen Bezug bekanntlich recht viele Dramenhits, insbesondere der bürgerlichen deutschen ‘Klassik’. ‘Vernünftig’ wäre dann im Rahmen dieser kategorialen Unterscheidung ein zielgerichtetes Denken oder eine Handlungsabsicht, die im Einklang mit den Emotionen steht.
Wenn man nun bedenkt, welche realen Zustände einer Person damit abgedeckt wären, die uns im Allgemeinverständnis überhaupt nicht ‘vernünftig’ erschienen, welche psychologischen Unwägbarkeiten sich hinter dem ‘Einklang’ verbergen und welche sozialen Bedingungen erfüllt sein müssen, um diesen -vielleicht psychologisch gar nicht fassbaren- ‘Einklang’ in einer bestimmten personalen Situation zu ermöglichen, möchte man dem Menschen, wie es die Alltagssprache tut, am liebsten doch nur Verstand zusprechen und damit wär’s dann gut. ‘Hat der den Verstand verloren?’, fragen wir dann ja auch, wenn jemand etwas in unseren Augen -umgangssprachlich gesprochen- sehr Unvernünftiges tut. ‘Sei doch vernünftig!’, sagen Eltern andererseits zu ihren Kindern, wenn sie meinen, ihr Kind sollte gefälligst seine künftigen Handlungsabsichten mit ihren Gefühlen und Normvorstellungen in Übereinstimmung bringen. Und Beispiele für Vernunft im Drama ? Wem fiele da nicht diese schöne, aber langweilige Theater-Parabel ein ?
Doch halt ! Ausgerechnet die pösen Amis haben immerhin Methoden entwickelt, sich einem nachvollziehbar vernünftigen Verhalten im klassischen Sinn zu nähern; wenigstens für den Bereich kommunikativen Handelns. Die sogenannte ‘humanistische Psychologie’. Sie wissen vielleicht: ‘Ich-Botschaften’ statt Urteile, usw. Könnte auch hier nicht schaden…
Leserdank auch an @Kuckuck für die Erinnerung an: «Die herrschende Moral ist immer die Moral der Herrschenden.»

Kuckuck September 23, 2015 um 10:41

Die Bundesregierung kannte die Betrüger-Technik
Die Technik zur Motor-Manipulation ist in Berlin und Brüssel seit Langem bekannt. Das zeigt ein Papier aus dem Verkehrsministerium.“
http://www.welt.de/politik/deutschland/article146711288/Die-Bundesregierung-kannte-die-Betrueger-Technik.html

refugee TM 2015 September 23, 2015 um 10:43

gelegentlich

—>>>Ja, aber mehr oder weniger gut (effizient), mehr oder weniger transparent (erforscht, bisher). Und in beiden Fällen steht die Vermarktung in keinem Verhältnis zum bisher Verstandenen, Beherrschten.”

Ich schicke dir mal eine PDF Datei “Entwicklung von Schwerölmotoren” aus dem Jahre 1876 oder so. Muss ich mal wieder suchen, wo ich die liegen hab (Stick). Das Buch gibt es nicht mehr im Handel. Das ließt Du dir mal bitte durch, und wenn Du damit fertig bist, dann sag mir mal, wo wir dato stehen. In der Ing. Kunst. Dann wirst du aber Augen machen… versprochen. Dann wird dir bestimmt klar, warum es so ist, warum es so ist. Es geht nicht um Sinn, das Beste zu machen, sondern immer weider darum, wo mache ich am meisten Profit, und das über welchen Zeitraum.

Richard Parker September 23, 2015 um 10:43

Die Moraldebatte habe ich aufmerksam verfolgt und kann nur fragen: “Hat keiner seinen Brecht gelesen?” “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!” Auch die “Gutmenschen” werden eine Einhundertachtziggradwendung hinlegen, wenn erst die ersten Flüchtlinge in ihrem Garten kampieren und den Apfelbaum plündern. Da gilt noch nicht einmal der Hunger als Entschuldigung.

Linus September 23, 2015 um 10:46

@Richard Parker:
“Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!”
Und wie hälst es du so damit?

niemand September 23, 2015 um 10:55

>”VW passt zum Betrug in Politik und Wirtschaft sowie zur Doppelmoral.”

Gefährdet die Absatzchancen der deutschen Vorzeigeindustrie schlechthin und damit deren Nachfrage nach Fachkräften.

Ich bin auf Distanz zu Zetsche.

Kuckuck September 23, 2015 um 11:10

Die herrschende Moral muss in einer antagonistischen Klassengesellschaft immer eine verlogene und heuchlerische Doppelmoral sein.

Keine herrschende Klasse wird in einer formalen Demokratie offen zugeben, dass sie eine Politik gegen die Interessen der arbeitenden Bevölkerung macht.

Niemals hat sich eine christliche Regierung christlich gegenüber ihren ausgebeuteten Untertanen verhalten und schon gar nicht gegenüber anderen Völkern (s. christliche Konquistadoren, Kolonialismus, Imperialismus).

Bei jeder Sauerei, waren die Pfaffen dabei. (So wie heute die SPD und die Systemlinken). Die Aufgaben von Militärpfaffen waren, christliche Skrupel sowie Ängste vor Verkrüpplung und Tod bei den Soldaten zu beseitigen. „Gott mit euch!“

Die herrschende Klasse hat sich nie an die an die christlichen sexuellen Gebote und Verbote gehalten. Es war für ihre Mitglieder immer normal, sich „Geliebte“ oder Mätressen zu halten oder zu Prostituierten zu gehen.

Was sie an Sexualmoral propagierten, galt nur für das Volk.

Mit der christlichen Moral der Nächstenliebe war es so, wie heute mit den Menschenrechten. Typische Doppelmoral. Die größten Menschenrechtsprediger halten sich ein Guantánamo-KZ, morden mit Drohen, foltern, entführen und betreiben Massenmord mit imperialistischen Kriegen.

f.luebberding f.luebberding September 23, 2015 um 11:12

Die selbstreferentiellen Kommentardebatten können wir jetzt wieder beenden. Wo wir ja die Flüchtlingskrise gelöst haben. Siehe den neuen Artikel.

gelegentlich September 23, 2015 um 11:16

@fl
Danke! Fliegt eh nachher raus.

Borgholda September 23, 2015 um 11:34

Kuckuck September 23, 2015 um 00:10

“Deshalb berichten die britischen Massenmedien ganz anders.”

Ja und auch die chinesischen, afrikanischen, …

Ins Auge springt auch eine Ordnungslosigkeit der einfallenden Meinungen, die alle in, aus und von der Grossen und Deutschen Furcht leben, es gehe alles drüber und drunter -in NRWestfahlen und überhaupt auch im Restuniversum.
Die deutsche Furcht sucht und findet Erlösung in der deutschen Ordnung. Die soll jetzt aber nicht deutsch sein, sondern universell. Aber ihr deutsches Universelles ist eben nun mal deutsch.

Komisch ist, wenn sie philosophisch gestimmt werden. Aufgedonnerten Contchitas nicht unähnlich wursten sie einander abstraktionslose Abstraktionen vor, in denen jeder sich spiegeln kann, bis er vor tiefster Tiefsinnigkeit einknickt und ihm die Ohren vor Gehässigkeiten so dampfen, dass er, angespannt zitternd wie ein Vibrator, kaum die Tasten noch findet und ihm ganz schwindlig wird ob der Tatsache, dass er seine Weisheit eben deshalb noch nicht ‘kommuniziert’ hat.

Grundsätzlich eiern sie, von Furcht getrieben, voll von Sorge und wenig unterschieden zu einer Horde fünfbeiniger Zebras, wie mit Schlittschuhen auf dem Eis. Auf solcher Oberfläche torkeln sie von Skandal zu Skandal (etwas anderes ist für sie einfach nicht da), umkreisen, stossen, fallen, strampeln jeden Klamauk mit Pauken und Trompeten an, auf dass sie auch ja nicht einen auslassen.
Sie fallen zusammen mit jedem einzelnen, werden eins: ein Skandal im Skandal, den sie als gesteigerte Furcht erleben, mit allen Konsequenzen.
Mehr als Meinungen fallen nicht an auf der Oberfläche: auch diese Erfahrung ist ihnen dunkel; genau darum erzählen sie einander im Forum seit 5, 10 oder sind es mittlerweilen schon 1000 Jahre das alltägliche Gleiche. Ein Ebenbild der massenmedialen Tänzer. Das nennen sie dann beim Schlafengehen und auch tagsüber “Gedanken haben” oder postmoderne Gelehrsamkeit.

Wunderlich werden sie, wenn sie dem SS-Sigi einen Schinken über- oder mit ihm zusammen einen braten.
Den Mitbratern fehlt ein deutsches Deutschland: Eigenstand statt Pudeltum, …; den Überbratern sind soweit zufrieden mit sich.
Beide merken, wie antennenlose Racketenflieger, mit keinem Sinn, dass die deutsche Elite klammheimlich Deutschland und damit Europa militärpolitsch neu ordnet hin auf grosse anstehende Kriege; neben denen (inkl. den klammheimlichen), die sie schon führen.
Die Elite erfüllt dem Mitbrater seine kühnsten Träume: nur, der Idiot merkt das nicht und nicht, dass Deutschland sein Schicksal am erfüllen ist.
Der Überbrater ist zufrieden mit sich und Frau Merkel. Uns so wie diese nur von Ideologie, Oberfläche, Propaganda lebt und wie der Erich rumhoneggert, so auch er. Er merkt nichts, weiss von nichts, ausser dass er ohne Schuld sein wird.
Dass beide zusammengehören, merkt man auch daran, dass sie aufeinander einkloppen; was zusammnghört, gehört zusammen. Mehr ist einfach nicht.
Es wird Zeit, wie es in wikipedia Listen für US Militär- und Geheimdienstoperationen gibt, solche auch für Deutschland zu erstellen.

Die Realität ist den Deutschen zu schwer; sie ertragen sie nicht; sie hängen lieber im Himmel, wo doch schon auch der Geiger Gauck winkt.
Unterdessen laufen die Umbauarbeiten in den europäischen “Systemen” zu kriegseffizienten Einheiten.

Ob der Deutsche das will oder muss.
Beide Thesen werden in Ausserdeutschland vertreten. Ich vertrete die These, er will, weil er muss.
Schon Morgenthau hat in überaus grossartigster Weise geahnt, dass Schicksal und Bestimmung der Deutschen die Land- und Forstwirtschaft ist. 70 Jahre später weiss man, dank der Genetik, der Marker “Land&Forst” ist dominant.

So gehen die Deutschen dahin. Den Juden, Moslem und sonst gefährdeten in Deutschland empfehle ich, sich zu versichern, ob auch ein Koffer bereitsteht.

KurtBehemoth September 23, 2015 um 12:42

@ Morph September 22, 2015 um 16:37

“Was nun wäre Deines Erachtens kluge Staatskunst gewesen? Keine Nothilfe zu leisten hätte bedeutet zu sagen, tut uns leid, das alles betrifft uns nicht. Wir akzeptieren, dass Ungarn alle Flüchtlinge, die vor der Grenzschließung auf ungarisches Gebiet gelangt sind, auf umzäunten Wiesen zusammen pfercht, registriert und wie eine Viehherde wieder nach Serbien treibt. Die Toten und Verletzten, die dabei und in der Folge auf dem Rückstau der Balkanroute zu beklagen seien…”

Dies ist eine sehr interessante, pointierte Begründung, geradezu exemplarisch für das, was als politische Doktrin hierzulande nun zu gelten scheint.
Topi hat um 16:53 schon starke Gegenargumente gebracht. Der verlinkte FAZ-Beitrag zu den Pressestimmen aus England zeigt auch eine deutlich andere Sicht (insbes. zum Wasserwerfereinsatz in Ungarn). Dies belegt, dass diese Doktrin stark durch ein Bild bestimmt ist, das uns die Medien liefern. Hätte sich ein Hochwasser oder ein Erdbeben in Ungarn ereignet, wäre klar, wie wir helfen müssten; nämlich jedenfalls nicht dadurch, dass wir die “Opfer” zu uns holen. Aber in der öffentlichen Darstellung, in der öffentlichen Debatte hierzulande lag das Probelm der Ungarn nicht etwa allein darin, dass die Versorgung der Flüchtlinge vor und hinter der Grenze bloß unzureichend war; dann hätte ja “einfache Katastrophenhilfe” genügt. Denn Ungarn war schon zuvor auf’s heftigste (etwa der Hitlervergleich von Feymann) für seine Politik kritisiert worden, die Flüchtlinge nicht einfach zu uns durchreisen zu lassen, also dafür, dass es Schengen und Dublin durchsetzen wollte (Grenzzaun, konsequente Registrierung usw.) Aber weil sich Orban gegen Zuwanderung, insbesondere von Muslimen – wenn auch kritikwürdig – aussprach, musste auch seine übrige Grenzpolitik restlos inakzeptabel sein und durfte keinesfalls vor Ort unterstützt werden. Die Realität, auf die Sie verweisen, erklärt also weder den Gestaltungsrahmen und die Macht der Politik als Synthese von Wirklichkeit und Möglichkeit – was ja Goodnight schon treffend eingewandt hat – noch erweist sich diese Realität in ihrer Argumentation wirklich als eine “Tatsache”, sondern erzeugt vielmehr ein moralisches Gebot der Alternativlosigkeit. Dessen ethischer Gehalt allerdings schon darunter schwer leiden muss, dass uns die Relaität zu unserer Herzensgüte ja gerade zwingen soll. Zum Helfen gezwungen zu sein bereitet im Algemeinen weder erhebende Gefühle noch wird es Moralität auf Dauer verankern; eher im Gegenteil.
So können Sie denn auch in Ihrer Argumentation die These, die Migration sei in Wirklichkeit gar nicht steuer- und regulierbar auch nicht konsequent aufrecht erhalten, müsste dies doch archaische Ängste und Zustände heraufbeschwören. Und so blieb ihnen um 17:47 Uhr nichts anders übrig, als hoffnungsvoll zu schreiben, eine Notlage würde schon nicht eintreten, wenn es der Politik und Verwaltung gelänge, eine geordnete Migrationsdynamik herzustellen (sic!). Woran die Politik allerdings an der Grenze und im Inneren gerade eindrucksvoll scheitert.

Sowenig sich eine geordnete Migrationsdynamik bei einer in Wirklichkeit unregulierbarer Migration einstellen kann, sowenig passen die Gleichsetzung von Realität und Moral zusammen. Sie erscheinen mir daher eher als ein mediales und massenpsychologisches Konstrukt denn als Beschreibung der Möglichkeiten und Grenzen von Politik und Staat.

Die moralische Argumentation, die FL in der FAZ-hart-aber-fair-Kritik gestern so schön auseinander genommen hat – dass der staatliche Kontrollverlust aus Herzensgüte als seine Kehrseite die Willkür mit sich bringt – krankt aber auch an dem inneren Widerspruch, dass unsere Rechtsordnung, die wir im Grundsatz als rechtssaatlich, demokratisch usw. kurz als fair und gerecht anerkennen und bejahen, ein Stück Moralität schon in sich trägt, und zwar in einem bei weitem höheren Maße, als jeder Rechtsbruch, der sich gegen sie wendet, und sei er auch noch sehr moralisch motiviert (jedenfalls bis zur Grenze, an der das Widerstandsrecht des Art. 20 Abs. 4 GG ansetzen mag). Und so ist es eine schlechte “Willkommenskultur”, wenn wir die Menschen, die unter Missachtung unserer räumlichen und rechtlichen Grenzen nicht etwa vor unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben fliehend, sondern durch sichere Transitstaaten aufgrund eigener Risikoentscheidungen zu uns kommen, dafür mit Emphase begrüßen, anstatt auch ihnen gegenüber unsere Gesetze durchsetzen. So aber achten wir die Flüchtlinge nicht als Rechtssubjekte, deren Rechte überhaupt nur im Rahmen von Gebote unserer Rechtsordnung bestehen können, sondern behandeln sie – als bloße Realitäten im “morphologischen Sinn” – wie mitleiderregende Naturgewalten oder wie Kinder, denen wir ihren Trotz und ihre Aufmüpfigkeiten verzeihen, und damit als Wesen, denen es an Mündigkeit, an Vernunft und Einsicht fehlt, unsere Gesetze von Anfang an beachten zu sollen. Indem wir sie so zu Objekten unserer Barmherzigkeit – und damit erneut zu Opfern – machen, enthalten wir ihnen auf diesem Gnadenweg gerade das vor, was sie eigentlich wollen und was uns angeblich im Herzen motiviert: Gleichberechtigung. Diese Haltung hat ihre Folgen bis ins Keinste und wird sich noch viel stärker zeigen. So fehlt es uns z.B. angesichts der kürze der Zeit und der schieren Zahl der Flüchtlinge an Mitteln und Möglichkeiten, um in angemessener Zeit die Sprachbarrieren zu überwinden; wie soll aber irgend ein Mensch Recht erhalten und Durchsetzen können ohne Sprache, ohne Kommunikation? Was im Einzelfall kein Problem sein mag, wird durch Summierung unüberwindlich. Und ganz konkret bedeutet die “Rechtsstellung”, die wir den ankommenden Menschen nun in Deutschland gewähren, eine juristisch höchst prekäre und unsichere Lage: Es ist völlig ungewiss, ob ihnen die sog. Vorwirkung des Asylrechts effektiv zuteil werden wird: nämlich bis zum Abschluss eines Asylverfahrens hier bleiben zu dürfen, ist es doch wegen der Zuständigkeit der sicheren Drittstaaten für die Durchführung der Asylverfahren so, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge in diese Staaten wieder überführt werden müsste. Ob und in welchen Fällen davon “Ausnahmen” gemacht werden, ist völlig offen und dürfte ein langwieriger und schwieriger politischer und administrativer Prozess werden. Die Rechtsstellung, die sie bis dahin hier haben, die ganze Prozedur des vorübergehenden Hineinlassens und Monate oder Jahre späteren Zurückführens ist eines Rechtstaates unwürdig, noch viel unwürdiger, als es die bisher schon sehr lange Dauer der Asylverfahren und die häufige Duldungspraxis waren. Wenn nun aber schon die Integration in den Rechtsstaat scheitert ….

gelegentlich September 23, 2015 um 13:08

OT
——————————————-
@wowy Eingereicht am 23.09.2015 um 12:44
Den gesammelten Schrott des Tages kann ich für Neugierige und Unverzagte per PM über eine funktionierende Mailadresse gerne zur Verfügung stellen, zumindest heute und morgen (Feiertag hier). Dann kann sich Jeder selbst ein Bild machen. Für die Argumentlosen ist es zu einfach im Moment. Sie legen bitte was Nachprüfbares auf den Tisch oder halten den Mund. – Kram wie diesen lasse ich eh nicht lange stehen.

ruby September 23, 2015 um 13:20

Lügenpackete überall oder die Verblödung des Selbstwertes.
Ruht in Frieden!

ruby September 23, 2015 um 13:39

“Wir schaffen das”
Wird ein Klassiker wie:
“Wer zu spät…”
Tut Euch das EU-Geheuchel nicht mehr an.
Europa hat sich selbst verloren!

Die NATO war es September 23, 2015 um 14:52

@ Richard Parker

,,Auch die “Gutmenschen” werden eine Einhundertachtziggradwendung hinlegen, wenn erst die ersten Flüchtlinge in ihrem Garten kampieren und den Apfelbaum plündern. ”

Die werden wir zu den Schlechtmenschen schicken. Denn hier gilt das Verursacherprinzip.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/syrischer-fluechtling-kritik-an-deutscher-asylpolitik-a-1054000.html

karla September 23, 2015 um 15:03

refugee TM 2015 September 23, 2015 um 10:07

“…. die Seite 2plus4.de ist zwar nicht mehr verfügbar, da konnte man nämliche Protokolle einlesen, aber irgendwo werden die Dokumente wohl noch sein.”

Wieso ist doch noch alles verfügbar unter:

http://www.2plus4.de/

karla September 23, 2015 um 21:29

KurtBehemoth September 23, 2015 um 12:42

“Und so ist es eine schlechte “Willkommenskultur”, wenn wir die Menschen, die unter Missachtung unserer räumlichen und rechtlichen Grenzen nicht etwa vor unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben fliehend, sondern durch sichere Transitstaaten aufgrund eigener Risikoentscheidungen zu uns kommen, dafür mit Emphase begrüßen, anstatt auch ihnen gegenüber unsere Gesetze durchsetzen.”

Welcher Transitstaat ein sicherer ist, ist eine politische Entscheidung und die Kriterien hierfür sind immer interessegeleitet. Könnte man auch mal hinterfragen.

“So aber achten wir die Flüchtlinge nicht als Rechtssubjekte, deren Rechte überhaupt nur im Rahmen von Gebote unserer Rechtsordnung bestehen können, sondern behandeln sie – als bloße Realitäten im “morphologischen Sinn” – wie mitleiderregende Naturgewalten ”

Die Konfrontation der Willkommenskultur mit der Rechtslage als eine Gefährdung der Rechtslage darzustellen ist doch etwas übertrieben. Die Rechtslage gilt nach wie vor und die Politik hat mit ihrem Schwenk auch gezeigt was die Willkommenskultur für eine Funktion hat. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Dass die Registrierung temporär rechtlich nicht gewährleistet war ist richtig. Es ist aber nicht die Abschaffung der Flüchtlinge als Rechtssubjekte.

Ich kann mich erinnern, dass Morph diesen Zustand im anderen Thread so beschrieb:” Ein Dilemma ist ein Dilemma, ist ein Dilemma”. Also ein momentan nicht zu lösendes Problem. Ergo eine moralfreie Zustandsbeschreibung.

” Und ganz konkret bedeutet die “Rechtsstellung”, die wir den ankommenden Menschen nun in Deutschland gewähren, eine juristisch höchst prekäre und unsichere Lage: Es ist völlig ungewiss, ob ihnen die sog. Vorwirkung des Asylrechts effektiv zuteil werden wird:

Das ist nichts Neues. Schon die Flüchtlinge aus Bosnien (Zerlegung Jugoslawiens) waren in der Situation und wurden entsprechend rechtlich behandelt (zurückgebracht).

“…die ganze Prozedur des vorübergehenden Hineinlassens und Monate oder Jahre späteren Zurückführens ist eines Rechtstaates unwürdig,..”

Ein moralisches Urteil. Die Moral in der Angelegenheit Willkommenskultur sehen Sie aber kritisch. In diesem Zusammenhang sich Sorgen um die “Unwürdigkeit” des Staates machen halte ich für ein Luxusproblem. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

PS:
Geht jetzt nicht an Behemoth.

Schaut man sich die letzten 5 Threads (ohne VW) an:
“Wir schaffen das in Nordrhein-Westfalen?”
“Ein “beispielloser politische Umschwung” der Kanzlerin”
“Eine kleine Nachhilfe für Berliner Repräsentanten”
“Bilder und Images”
““Mutter Merkel” im Nordirak”

stellt man fest die Flüchtlinsproblematik wird ausschließlich europazentriert betrachtet. So wie man früher mal die Sonne um die Erde sich drehen sah. Nur mal als Anregung.

ruby September 23, 2015 um 21:36

@ karla
sehr fein
Arme zur Seite strecken und im Kreise drehen – hilft sehr den Standpunkt zu fühlen …

gelegentlich September 23, 2015 um 21:36

@karla Eingereicht am 23.09.2015 um 21:29

„…stellt man fest die Flüchtlinsproblematik wird ausschließlich europazentriert betrachtet. So wie man früher mal die Sonne um die Erde sich drehen sah. Nur mal als Anregung.“
Stimmt. Dieser Blog hat eindeutig zu wenige Korrespondenten vor Ort. Da sind Fehlurteile unvermeidbar, trotz bestem (=> Moral!) Willen.

Keynesianer September 24, 2015 um 05:26

Merkel schafft das:

#CDUCSU #Merkel in der Fraktionssitzung genervt: “Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der #Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.”
https://twitter.com/HugoMuellerVogg/status/646335297173737472

topi September 24, 2015 um 09:29

“so viele Flüchtlinge wie noch nie seit dem zweiten Weltkrieg”

Also eine objektive Notwendigkeit, mehrere Millionen hier aufzunehmen.
Soll es wohl bedeuten.

Allerdings: vor zehn Jahren waren es auch 40 Millionen Flüchtlinge weltweit, statt heut 60 Millionen.

Also hat die EU damals zwei Drittel des heutigen Flüchtlingsansturms locker verkraftet, ja?

Oder stimmt diese ganze Darstellung nicht, haben “wir” es mit massiven Mitteln geschafft, uns diese Flüchtlinge vom Lande zu halten?

Linus September 24, 2015 um 09:46

@topi:
“Oder stimmt diese ganze Darstellung nicht, haben “wir” es mit massiven Mitteln geschafft, uns diese Flüchtlinge vom Lande zu halten?”
Ein paar Punkte:
- Reisen/Flüchten ist teuer. Die heutige Mobilität war daher für den Einzelnen nicht in diesem Masse verfügbar. Das ist heute anders, auch was die betroffenen Länder angeht.
- die Kommunikation hat sich ausgeweitet. Die Asylmöglichkeiten, welche Europa bietet, haben sich herumgesprochen.

Keynesianer September 24, 2015 um 09:50

Die Menschen kommen nicht von selber in Bewegung und auf irgend welche Gedanken.

Sonst würden morgen auch Hunderttausende vor den großen Villen am Meer, in den Villenvierteln der Städte und vor den Gated Communitys und den Yachthäfen stehen und grenzenlosen Zugang für alle und jeden fordern. Sonst müssten da plötzlich Gutmenschen willkommen rufen und der @Morph uns erklären, dass wir die Mauern und Zäune um die Villen beseitigen müssen, weil den Armen den Zugang zu den Kühlschränken und Weinkellern der Reichen und das Baden im Pool nicht verwehrt werden dürfe und auch nicht könne:

“Wollt ihr da Zäune mit Schießbefehl und alle Armen abknallen?”

Nein, die Sheeple kommen von selber nicht auf solche Gedanken, sondern halten sich von den hohen Mauern um die Villen der Reichen und deren Yachten und Golfplätzen fern und prügeln sich um die Plätze unter den Brücken und in den Elendsvierteln.

Nur wenn bestimmte Kreise auf solche Ideen kämen und für ihre Zwecke die Schäflein in die Richtung der Villen der Reichen treiben würden …

Aber die hausen selber in großen Villen und werden sich wohl hüten.

topi September 24, 2015 um 10:16

Linus, was soll sich in den letzte zehn Jahren groß an Reisekosten verändert haben?

Nehmen wir letztes Jahr, das waren es 52 Millionen auf der Flucht.
Und nun?

Da zählt auch Kommunikation nicht in einem Jahr hat sich zwar die Handyausstattung erhöht, aber doch nicht so, dass das eine Begründung wäre, wieso in diesem Jahr ein erheblicher Teil der 60 Millionen sich auf den Weg macht, während es die letzten Jahre deutlich weniger waren.

Jetzt quetschen sie sich eine Milliarde für die Flüchtlingslager raus und beweihräuchern sich, zum Kotzen.
Als ob man nicht wissen konnte, dass UNHCR-Programme nicht ausfinanziert sind.

Zum spanischen “Zaun” gehören ja auch zahlreiche Abkommen mit afrikanischen Staaten, Aktionen vor Ort, Hilfsmittel, Rückführungen.

Das sind Verträge von Spanien, nicht von der EU oder dem Schengenraum. Wieso? Weil wir uns hier hinter Dublin eingemauert haben, die Spanier dabei allein gelassen.

Und mit den FIngern geeigt, auf die bösen Italiener, die die Flüchtlinge in miesen Lagern vegetieren ließen; sicher keine humanistische Variante, weiteren Zustrom zu begrenzen (eben durch die Kommunikation), aber doch in Teilen wirksam.

Und auf die Griechen eingedroschen, wie die doch ihre Dublin-Verpflichtungen so vernachlässigen können, die faulen Säcke, sollen halt länger arbeiten.

Die “Kerneuropäer”, nicht ganz deckungsgleich mit den Hartländern der Eurozone, aber doch in großen Teilen, haben in ihrer Blasiertheit völlig verkackt; die Zustände in Syrien waren absehbar, was man tun kann war bekannt (siehe Spanien).

Und der Gipfel war Merkels kommunikativer Super-Gau, Einladungen an alle Syrer, und damit natürlich auch an alle sonstigen Nahostkriegsflüchtlinge, sowie diverse die sich dafür ausgeben können/wollen, hier in materieller Sicherheit mit Zukunftsperspektiven aufzunehmen.

topi September 24, 2015 um 10:23

Hofreiter: An Abschottungspolitik scheitert die EU.

Soso.
Da sie ja auch die Westbalkaner und Afrikaner, die nicht aus Asylgründen i.e.S. kommen, aufnehmen wollen, reden wir also von hunderten Millionen.

Gauben die das eigentlich wirklich, oder gilt es nur, Opposition darzustellen, und wenn die Kanzlerin ein paar Millionen herholt, dann müssen wir halt für zig Millionen sein?

KurtBehemoth September 24, 2015 um 10:24

@ karla September 23, 2015 um 21:29

Danke, freu mich immer über Gegenargumente. Bei Ihrer Antwort fürchte ich aber, mich wiederholen zu müssen. Haben Sie die Diskussion hier und zum früheren Faden wirklich verfolgt?

“Welcher Transitstaat ein sicherer ist,…”
ist unter anderem im Grundgesetz (Art. 16a Abs. 2) geregelt. Mit verfassungsändernder 2/3-Mehrheit in Bundestag und -rat beschlossen. Ist für mich ein bisschen mehr als bloß politisches Interesse. Kann man zwar anders machen, völlig einverstanden, aber dann bitte in einem demokratischen und rechtsstaatlichen Verfahren. Wenn Sie das anders sehen, sind Sie nicht mehr mein Freund … äh Verfassungsfreund.

“Die Konfrontation der Willkommenskultur mit der Rechtslage als eine Gefährdung der Rechtslage darzustellen ist doch etwas übertrieben.”

Bitte nicht aus meinen Argumenten etwas anderes machen, nur um sie dann besser widerlegen zu können. Statt dessen einfach hier die Diskussion nachlesen. In Süd- und Südosteuropa ist das EU-Asyl- und Grenzsystem faktisch weitgehend zusammengebrochen (Dublin III und Schengen werden nicht mehr durchgesetzt). In D wird § 18 AsylVerfG nicht mehr beachtet, weil Asylsuchende aus Drittstaaten an der Grenze nicht abgewiesen werden. Unerlaubter Grenzübertritt ist eine Straftat, die derzeit aber nicht geahndet wird. Ein effektives Grenzsystem ist für einen Rechtsstaat jedoch konstitutiv.
Wie kommen Sie darauf, dass das Problem nur in unzureichender Registrierung liegen würde? Wo habe ich behauptet, Asylssuchende würden als Rechtssubjekte abgeschafft? Bitte sachlich bleiben.

Ich fürchte, Sie haben die ganze Dimension nicht erkannt. Wenn wir den Flüchtlingen sagen, ihr brecht zwar unsere Grenz- und Asylgesetzte, begeht durch illegalen Grenzübertritt Straftaten, aber dennoch: herzlich willkommen! Hurra! Was glauben Sie, denken diese Menschen von unserem Rechtstaat? Nehmen sie ihn noch ernst? Werden sie akzeptieren, dass ihre – womöglich unserer FDGR widersprechenden Normen hier nicht gelten? Sieht so Intergration aus?
Und was glauben Sie, was die berühmt-berüchtigten Otto normalo Mustermänner und -frauen sich bei der ganzen Sache denken? Wenn sie mit ihren Steuergeldern die Kosten für illegale Einwanderer und Straftäter zahlen sollen, nachdem die staatlichen Institutionen faktisch außer Kraft gesetzt wurden, die aber gerade davor schützen sollen? Nur mal als Hypothese: Deutscher Staat = Rechtsstaat = gerechter Staat? Denken Sie mal drüber nach, ob es einen Unterschied geben könnte, ob man gegen Ausländer eingestellt ist oder gegen illegale Einwanderer? Kann so Intergarion gelingen?

”Ein Dilemma ist ein Dilemma, ist ein Dilemma”
Dass ein unlösbares Dilamme besteht, haben topi und andere (auch ich) widerlegt, weil die Rechtsordnung grundsätzlich Vorrang hat und humanitäre Hilfe auch ohne deren Bruch möglich ist, ohne dass es die Toten und Verletzten gibt, die @Morph als Strohmänner in die Diskussion geworfen hat. Bitte keine petitio prinzipii bringen, das ist kein Argument.

“Das ist nichts Neues. Schon die Flüchtlinge aus Bosnien (Zerlegung Jugoslawiens)”
Das ist vollkommen falsch, und wenn Sie hier mitgelesen hätten, wüssten Sie das auch. Damals bestand eine andere Rechtslage, die Aufnahme der bosnischen Flüchtlinge war legal. Art. 16a GG, die Dritt- und Herkunftsstaaten-Regeln im AsylVerfG, Dublin I-III usw. sind erst später und zwar auch als Reakton auf Jugoslawien eingeführt worden. Deswegen ist der rechtliche Status der Flüchtlininge in D. jetzt auch so prekär. Und zwar im Sinne einer völlig neuen Lage. Gerade dann, wenn man, wie Sie, glaubt: “Die Rechtslage gilt nach wie …” Die eine sofortige Rückführung vorschreibt. Denn dann muss man sehen, dass eine Rückführung gar nicht mehr so ohne weiteres geht, ganz praktisch vorgestellt. Was macht das aus einer Rechtsordnung, wenn sie gilt und doch nicht gilt? Und was macht dies aus den Millionen, die dieser Rechtsordnung unterworfen sind?

“Ein moralisches Urteil. Die Moral in der Angelegenheit Willkommenskultur sehen Sie aber kritisch.”

Ist für mich kein Widerspruch. Wenn Sie hier mitgelesen haben müsste Ihnen aufgefallen sein, dass ich bei Recht und Moral durchaus eine gemeinsame Schnittmenge sehe. Und es – in einem funktionierenden Rechtstaat – so ist, dass es moralisch ist, das Recht zu befolgen und unmoralisch, dagegen zu verstoßen, wie her und edel die Ziele auch sein mögen, die einer über das Recht stellt. Ist eben anders als in einer grichischen Tragödie. In einem Rechtsstaat liegt die Moral auf der Seite Kreons, nicht von Antigone.

Ich weiss nicht, ob Sie die Antwort von Carlos Manoso auf Ihren eigenen Kommentar gelsen haben:
September 22, 2015 um 12:43
Karla, „rechtsstaatliche Institutionen“ sind die allerletzte Verteidigungsstellung vor dem Abgleiten in einen „Failed State“-Zustand.
So ist es nämlich. Ich verzichte gerne auf den meisten Wohlstand, auch zugunsten von Flüchtlingen, wenn nur eines bleibt: ein funktionierender Rechtsstaat. Das ist es, was uns von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts unterscheidet. Vielleicht sollten Sie sich mal kurz ausmalen, wass hier bei der nächsten großen Wirtschaftskrise los sein könnte. Wenn wir rund 25% Arbeitslose – wie in Griechenland derzeit – hätten, das wären rund 14. Mio Arbeitslose hierzulande. Und dann Millionen von Flüchtlingen, die wir versorgen – und integrieren – müssen. Und keinen Rechtsstaat, dem wir, oder zumindest die Mehrheit, vertrauen kann. Übertrieben? Davon lasse ich mich gerne überzeugen. Aber bitte mit Argumenten.
(Deshalb halte ich Ihre mehrfach formulierte Frage nach den Ursachen der Flüchtlingskrise ad hoc nicht für vorrangig. So wichtig und berechtigt sie auch ist).

topi September 24, 2015 um 10:51

Oh Schmerz, Kauder erklärt ernsthaft, dass er nichts wusste von der Unterfinanzierung der UNHCR-Programme.

Natalius September 24, 2015 um 14:34

“Dass man das noch erleben darf”

Jetzt macht sogar Putins Feindsender (in englischer Sprache) ein “Commercial” über das gestern in deutscher Sprache erschienene (Teufels)werk eines ehemaligen FAZ-Journalisten, der mit seinem groossen Finger immer und immer wieder in offene Wunden des Systempatienten Deutschland eindringt. In englischer Sprache könnte der Titel vielleicht “Asylum industries limited” lauten, wenn man limited zum Ausdruck bringen will, dass das Kostenrisiko auch für diese Art von Industrie ja begrenzt ist. Dank eines fürsorglichen Staates. Egal. Hier das “Commercial”:
https://www.youtube.com/watch?v=o-Sk9U-viOE

Keynesianer September 24, 2015 um 14:57

Die laut FAZ “anerkannte Ökonomin Isabel Schnabel” benutzt die Flüchtlinge zur Agitation gegen den Mindestlohn:

Die jetzt in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge kommen möglicherweise zu den Konditionen des Mindestlohnes gar nicht im deutschen Arbeitsmarkt an …
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsweise-schnabel-schaltet-sich-in-mindestlohndebatte-ein-13816994.html

Wer entsendet so eine Frau in den Sachverständigenrat? Warum kann die sich an der Uni überhaupt noch sehen lassen? Der Prof. Unsinn zeigt auch gleich, wozu die Migrantenschwemme dienen soll:

Viele Migranten sind schlecht qualifiziert und haben Sprachprobleme. Damit sie trotzdem eine Arbeit finden, bedarf es einer stärkeren Lohnspreizung in Deutschland.
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/denkfabrik-ohne-abstriche-beim-mindestlohn-finden-viele-zuwanderer-keine-arbeit/12300610-all.html

Das sind die Vertreter der sogenannten Wirtschaftswissenschaft. Aber die Klimaforscher sind sicher honorigere Leute. Ganz sicher. Man muss nur fest daran glauben als Schaf. Unsere Wissenschaft ist nur ein einziger Bahnhofsstrich.

ruby September 24, 2015 um 15:29

kebab für kauders
https://www.youtube.com/watch?v=CgYpx0hG_f4
wir schaffen dass

EdelV September 24, 2015 um 15:53

Eine alleinerziehende Mutter ist in den Hungerstreik getreten. Sie möchte 2 000 Euro Taschengeld /Monat für sich und ihre Tochter. Angeblich würde an Flüchtlinge so viel Geld ausgezahlt.

„Haben Neonazis endlich einen Weg gefunden, sich selbst aus unserer Gesellschaft zu entfernen?”, könnte man sich jetzt fragen, wenn man ein zynisches Arschloch wäre. Aber das tun wir nicht, denn der Wunsch nach Selbstjustiz hat in unserer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren. Auch wenn es einem die rechte Ecke wahnsinnig schwer macht, ein Humanist zu bleiben. ”

https://www.vice.com/de/read/rechte-setzen-sich-jetzt-endlich-selbst-ausser-gefecht-facebook-hungerstreik-088

ruby September 24, 2015 um 16:04

Wenn Menschen im Kreis laufen, wo ist dann rechts / links?

karla September 24, 2015 um 16:37

KurtBehemoth September 24, 2015 um 10:24

Mein Argument:: “Die Konfrontation der Willkommenskultur mit der Rechtslage als eine Gefährdung der Rechtslage darzustellen ist doch etwas übertrieben.”
kontern Sie so:
“Bitte nicht aus meinen Argumenten etwas anderes machen, nur um sie dann besser widerlegen zu können.”

Ihr Argument: “…die Flüchtlinge…deren Rechte überhaupt nur im Rahmen von Gebote unserer Rechtsordnung bestehen können,” legt – im Zusammenhang mit der Erwähnung der “mitleiderregenden Naturgewalten” – nahe, die Gefährdung der Rechtsordnung. Rechte von Flüchtlingen (Asylrecht etc. sind Bestandteil der Rechtsordnung). Vielleicht liege ich da auch falsch.

“Ein Dilemma ist ein Dilemma, ist ein Dilemma”…Dass ein unlösbares Dilamme besteht, haben topi und andere (auch ich) widerlegt,”

In meiner Begründung war das Dilemma temporär also auf Dauer schon lösbar.

““Welcher Transitstaat ein sicherer ist,…”
ist unter anderem im Grundgesetz (Art. 16a Abs. 2) geregelt. Mit verfassungsändernder 2/3-Mehrheit in Bundestag und -rat beschlossen. Ist für mich ein bisschen mehr als bloß politisches Interesse….Wenn Sie das anders sehen, sind Sie nicht mehr mein Freund … äh Verfassungsfreund.”

Es ist die Form in welcher die Inhalte (interessengeleitete) beschlossen und verabschiedet werden.

Ich habe mir nochmals Ihre Beiträge der vergangenen Tage genau angesehen. Es kann ja schon mal vorkommen, dass man etwas falsch verstanden hat.

Aber um sich nicht in Einzelaspekten zu verheddern nehme ich Ihren Beitrag vom:

KurtBehemoth September 21, 2015 um 14:42 (“Ein beispielloser pol. Umgang…”) weil er die Differenz in unseren Standpunkten deutlich macht.

Sie argumentieren dort so:

“Dem Recht tut es dabei keinen Abbruch, wenn es gebrochen, wenn Gesetze übertreten werden, solange es sich dabei nur um Ausnahmen handelt, welche die Regel bestätigen,…
Viel wichtiger ist, wenn gegen den Zusammenbruch des europäischen Grenzsschutz- und Asylrechtssystems nichts unternommen wird und mehr noch: wenn von höchster staatlicher Stelle bekundet wird, dass dieses Rechtssystem nicht mehr umgesetzt werden soll….. Damit wird aus einem naturhaften Krisenereignis durch eine bewusste Entscheidung der politischen Führung nicht nur ein neues Programm, sonderen auch eine neue Rechtsordnung…..Und genau dies erleben wir gerade….während sie zugleich den Grenzschutz und ein grenznahmes Asylsverfahren preisgibt, und indem sie dieses Rezept durch ein Quotensystem europaweit umzusetzen sucht.”

Die Preisgabe des “grenznahen Asylverfahrens” ist temporär und das “Quotensystem” auch kein Ersatz für Ersteres. Diese Überlegungen gab es schon vor Ihrem Beitrag und sind jetzt wohl auch das Programm.

“Auf tatsächlicher Ebene kann daher das, was wir an Europas Grenzen erleben, als Symptome von failed states, als Somalisierung unserer Staatsgrenzen bezeichnet werden. Politisch gesehen ist es aber eine bewusste – allerdings extralegale – Deregulierung des europäischen Grenz- und Asyslystems, die unsere Rechtsordnung selbst verändert und mehr noch verändert wird.”

Ihre Bewertung der Situation an den europ. Grenzen als “Somalisierung” und “als Symptome von failed states” ist Ihre subjektive Bewertung und sonst nichts. Es ist jedem unbenommen es so zu verstehen. Ich halte eine solche Bewertung für eine weit hergeholte Unterschätzung der Wirksamkeit von demokratischen Staaten bei der Bewältigung solcher Zustände.

Um es nochmals ganz kurz zusammenzufassen: In allen oben angeführten Zitaten ist die Rede von “wenn der Zusammenbruch”, wenn “nichts unternommen wird”, “kann als Symptome von failed states bezeichnet werden” bringen Sie nur zum Ausdruck, dass auch Sie nicht wissen sondern nur vermuten.

“Ich weiss nicht, ob Sie die Antwort von Carlos Manoso auf Ihren eigenen Kommentar gelesen haben:
September 22, 2015 um 12:43
Karla, „rechtsstaatliche Institutionen“ sind die allerletzte Verteidigungsstellung vor dem Abgleiten in einen „Failed State“-Zustand.”

Habe ich gelesen. Für Carlos ist aber totsicher, dass der Countdown sowieso bevorsteht. Das aber schon länger.

” Und keinen Rechtsstaat, dem wir, oder zumindest die Mehrheit, vertrauen kann. Übertrieben?…(Deshalb halte ich Ihre mehrfach formulierte Frage nach den Ursachen der Flüchtlingskrise ad hoc nicht für vorrangig. So wichtig und berechtigt sie auch ist).”

Halte ich tatsächlich für übertrieben. Aber so unterschiedlich sind eben die Wahrnehmungen. Meine Argumente habe ich vorher dargelegt.

Dana September 24, 2015 um 17:07

Vielleicht wird es unsere Jugend besser machen?

,,Ich komme aus Berlin-Neukölln und war vorher in einen Heim wo Kinder/Jugendliche aus 3 Nationen vertreten waren.
Mein Freundeskreis ist relativ gemisch was die Nationalitäten angeht…..seit ich 14 bin.

Jetzt bin ich mitte 20.

Ich hoff das beantwortet Ihnen die erste Frage ausreichen.

Und wieso ich den zustrom von Asylanten Begrüße und möchte das noch viel mehr Menschen aus allen Nationen zu uns kommen?

Weil das System aufbauend auf Nation völliger schwachsinn in einer modernen Welt ist.
Und abgegrenzte Kulturen nur das Konfliktpotenzial unter Menschen unnötig aufheizen.

Vielfalt heißt das Zauberwort.
Ich persönlich zum Beispiel kann diesen Konzept Religion absolut garnix abgewinnen.

Mir ist es schier unbegreiflich wie ein moderner Mensch an irgend ein Zeug glauben kann was vor 2000 Jahren irgednwelche Bauern zusammgetextet haben in einer Zeit wo du den großteil der Menschen den Bldungstand eines NPD Wählers in Sachsen hatte.

Aber hey..soll jeder glücklich werden wie er will, solangs mir nicht aufgedrängt wird.

Den abgesehen von den Religösen und Kulturellen unterschieden überwiegen die Vorteile bei weitem.

Mehr hübsche Frauen.. mehre Lebensmodelle die nebeneinander exestieren, und das aller wichtigste.

Mit vielen Kulturen zusammen zu leben bedeutet zu akzetieren das die eigene Art zu Leben nicht das non-plus Ultra ist sonder eins von vielen.

Und ehrlich gesagt sind mir typisch deutsche eh total zuwieder.

Seine existenzberechtigung und sein selbstwertgefühl von einen Land abhängig machen ist in meinen Augen so primitiv wie die Hexenverbrennung und hat in einer modernen Welt in der ich alt werden will, nichts zu suchen.” John Smith, 19.09.2015

@ ruby

,,Wenn Menschen im Kreis laufen, wo ist dann rechts / links?”

Unterwegs immer auf Stimmung und Lautstärke achten. Rechts ist da , wo es laut ist und links ist da, wo es entspannt ist.

ruby September 24, 2015 um 17:35
ruby September 24, 2015 um 17:37
ruby September 24, 2015 um 17:51

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/rekordzahlen-135-000-fluechtlinge-kommen-im-september-nach-bayern-13821735.html
jetzt wird es ganz spannend :

“Griechenland mit drei Registrierungsstellen

Zur besseren Kontrolle der EU-Außengrenzen will Griechenland bis Ende Oktober auf den Inseln Lesbos, Kos und Leros drei sogenannte Hotspots zur Registrierung von Flüchtlingen errichten. Griechenland werde alles tun, damit die drei Zentren im Laufe des kommenden Monats in Betrieb gehen können, sagte der Leiter der zuständigen Behörde, Alexander Arvanitidis, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das erste dürfte demnach schon bald auf Lesbos eröffnet werden, wo seit dem Sommer die meisten Flüchtlinge eintreffen.

In den Brennpunktzentren sollen nach den Beschlüssen des EU-Sondergipfels Flüchtlinge mit Hilfe von EU-Beamten registriert werden und Asylanträge stellen können. Wirtschaftsflüchtlinge sollen direkt von dort abgeschoben werden. Auf diese Weise will die EU die Kontrolle ihrer Außengrenzen verstärken. Betroffen ist neben Griechenland auch Italien. Zugleich werden 160.000 Flüchtlinge aus den beiden Ländern auf die anderen EU-Staaten umverteilt.

Laut dem griechischen Ministerium für Migrationspolitik wollte die EU zunächst nur einen Hotspot in Athens Hafen Piräus eröffnen, doch angesichts der Überforderung der Inseln mit den vielen Flüchtlingen habe Griechenland erfolgreich für eine Dezentralisierung plädiert. Deren Arbeit werde nun von einem Hauptquartier in Piräus aus koordiniert. Darüber hinaus hätten die Behörden mit der Einrichtung zweier weiterer Zentren in Lavrio unweit von Athen sowie im nordgriechischen Thessaloniki begonnen.”

ruby September 24, 2015 um 17:54

Sind die Sondergipfler auf ihren Geisteszustand kategorisiert worden oder geniessen sie Narrenfreiheit?

ruby September 24, 2015 um 18:39
KurtBehemoth September 24, 2015 um 21:04

@Karla
“Halte ich tatsächlich für übertrieben. Aber so unterschiedlich sind eben die Wahrnehmungen. Meine Argumente habe ich vorher dargelegt.”

Leider nein. Sie schrieben, meine Annahme sei “… eine weit hergeholte Unterschätzung der Wirksamkeit von demokratischen Staaten bei der Bewältigung solcher Zustände.”

Meinen Sie ernsthaft “Unterschätzung”? Wenn ja, dann wären wir ja ganz einer Meinung, hurra! Ist nämlich genau meine Rede schon seit langem: Die Steuerungsfähigkeit demokratischer Staaten wird in vielerlei Hinsicht (nicht in jeder) völlig unterschätzt. Wenn Sie das auch so sehen, verstehe ich nicht, worin für Sie die Übertreibung besteht, spricht doch aus den hier aufgezeigten Tatsachen selbst die fehlende demokratische Steuerung: Wenn Ihnen vor einem oder zwei Jahren jemand prophezeit hätte, dass in diesem Jahr z.B. 1 Mio. Flüchtlinge nach D. ohne Grenzkontrollen un Asyslverfahren in den Durchgangsstaaten kommen werden, hätten Sie das für eine Übertreibung gehalten? Ich schon, geb ich zu; heute scheint es möglich.

“…bringen Sie nur zum Ausdruck, dass auch Sie nicht wissen sondern nur vermuten.” Was gibt es da noch zu vermuten. Ruby hat auf die faz-verlinkt: 135.000 Flüchtlinge im Monat September anno 2015 – der, wie Ihnen sicher nicht entgangen ist, noch nicht ganz rum ist – allein in Bayern eingetroffen. Stellen Sie sich zum Vergleich die Umsiedelung der Bewohner einer deutschen Großstadt innert 3 Wochen vor.

Keynesianer September 24, 2015 um 21:09

Das muss man sich mal vorstellen:

Lübbecke / Minden Jahn-Realschule geräumt

Gebäude soll am Wochenende überraschend zur Notunterkunft für 300 Flüchtlinge werden

(ein Bild der Schulmensa)
Noch menschenleer: Die Mensa der Jahn-Realschule in Lübbecke war gestern Nachmittag verwaist. Ab dem Wochenende sollen hier 300 Flüchtlinge untergebracht werden. Die 150 Schüler mussten das Gebäude gestern Vormittag überraschend verlassen und werden von Montag an in der Pestalozzi-Schule unterrichtet.

http://www.nw.de/lokal/kreis_minden_luebbecke/luebbecke/luebbecke/20571430_Jahn-Realschule-geraeumt.html

Anscheinend ist denen während des Unterrichts mitgeteilt worden, dass sie jetzt ihre Schule zu verlassen haben:

Die Nachricht wurde den Schülern am späten Vormittag in die Hand gedrückt. Auf Briefpapier des Kreises stand dort, sie müssten das Gebäude mit dem Ende der fünften Schulstunde räumen. Grund dafür sei die anhaltende Flüchtlingskrise: Ab dem Wochenende sollen in der Jahn-Realschule rund 300 Menschen Obdach finden. Wann dort wieder unterrichtet wird, ist völlig offen.

Das ist aber erst der Anfang!

Keynesianer September 24, 2015 um 21:15

Dabei kommen die überhaupt nicht aus Syrien:

Die Flüchtlinge kamen nach ersten Angaben aus Bangladesch, Indien, den Balkan-Staaten und Eritrea. Pfarrer Eckhard Struckmeier war einer der ersten, der die Flüchtlinge in Lübbecke willkommen hieß.
http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Minden-Luebbecke/Luebbecke/2123753-Nach-langem-Warten-100-Fluechtlinge-beziehen-am-Dienstagabend-die-Jahn-Realschule-Die-Ankunft-in-Luebbecke

Der Pfarrer könnte ja seine Kirche zur Verfügung stellen, damit die Kinder nicht ihre Schulräume verlieren.

Zum Glück sind gar nicht alle erwarteten “Flüchtlinge” eingetroffen:

Als die Züge in München losfuhren, waren 800 Flüchtlinge an Bord. »In Dortmund stiegen dann aber nur 386 Flüchtlinge aus«, sagt Ralf Ciekanowski von der Bezirksregierung Arnsberg. »Es war nicht absehbar, dass 50 Prozent der Flüchtlinge in den Zügen abgängig sein würden. Offenbar sind viele unterwegs ausgestiegen, um Verwandte aufzusuchen oder in andere Länder wie Schweden zu reisen«, so Ciekanowski.

Danke Merkel!

ruby September 24, 2015 um 22:18

gerade die bk in der pk gesehen
erste frage : bauvorschriften in abschwächung
fünf monate entscheidung
öpnv freifahrscheine in arbeit
gesundheitskarte von ländern möglich
europa wird balkanfrei

auf nach ny
https://www.youtube.com/watch?v=oiFY2FXv3vM

Keynesianer September 24, 2015 um 22:20

Die Schulleiterin:

Die Schüler seien geschockt gewesen und sehr traurig. »Auch meine Schüler sind Menschen. Und so kann man mit ihnen nicht umgehen. 15 Minuten hat man ihnen gegeben, um ihre Sachen aus den Klassen zu räumen. Dann mussten sie raus. Es war eine Flucht wie nach einem Krieg«, sagt sie.
http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Minden-Luebbecke/Luebbecke/2118124-Fluchtlingsunterkunft-Nicht-rechtzeitig-informiert-Schulleiterin-erhebt-Vorwuerfe

Selbstverständlich kommt das über den Lokalteil der Presse nicht hinaus. Aber die Stimmung in der Bevölkerung wird jetzt bald kippen. Mal sehen, was die Drahtzieher dafür geplant haben.

ruby September 24, 2015 um 22:30

@ gelegentlich
bitte mach, dass der krieg in syrien, irak, türkei beendet wird sonst gibt es keinen frieden für menschen

ruby September 24, 2015 um 22:48

http://www.zeit.de/1993/22/das-republikanische-ideal
Wie moralisch muß Politik sein? John G. A. Pocock über die Dialektik von Tugend und Korruption

karla September 25, 2015 um 01:23

KurtBehemoth September 24, 2015 um 21:04

“Meinen Sie ernsthaft “Unterschätzung”? Wenn ja, dann wären wir ja ganz einer Meinung, hurra! Ist nämlich genau meine Rede schon seit langem: Die Steuerungsfähigkeit demokratischer Staaten wird in vielerlei Hinsicht (nicht in jeder) völlig unterschätzt. Wenn Sie das auch so sehen, verstehe ich nicht, worin für Sie die Übertreibung besteht, spricht doch aus den hier aufgezeigten Tatsachen selbst die fehlende demokratische Steuerung:…”

1. Ja, ich meine Unterschätzung. Einfach ausgedrückt: Unsere Regierenden sind mit ihrem Latein nicht am Ende.

2. Die Übertreibung bezog sich konkret auf Ihre symptomatische Gleichsetzung Deutschlands mit “Somalisierung, failed states”. Deutschland ist noch nicht mal der Kosovo.

3. Die “aufgezeigten Tatsachen” momentaner Zustände bei der Umsetzung von Dublin xy sind der Tatsache geschuldet , dass der Schengenraum einerseits eine Vereinbarung souveräner europ. Staaten ist in der sich Deutschland komfortabel eingerichtet hatte. Aber andererseits, Flüchtlinge in den weiter entfernten Lagern sich eingerichtet hatten aber die Gemütlichkeit des Lagerkollers ihnen aufs Gemüt ging und auf andere Gedanken kamen. So wurde Dublin prekär.

Eine Herzensangelegenheit ist es mir Hartz IV – Empfänger und und andere gebeutelte Menschen nicht in ihrer falschen Erklärung – andere mehr oder weniger Arme – seien der Grund für ihre Armut. Ich erwähne das deshalb, weil Sie an einer Stelle (fand leider auf die Schnelle nicht mehr den Beleg) diese Gebeutelten als Argumentation anführen warum diese die Kosten die ihnen aufgedrückt werden nicht akzeptieren sollen. So werden die es nie kapieren. Vielleicht andersrum auch nicht. Aber dann sind Sie genauso ein loser wie ich.

Nix für ungut.

OGG September 25, 2015 um 07:50

Bitte nicht über Fluchtursachen sprechen.

,,Ja, es sind und waren bedauerliche Einzelfälle und man sollte dafür sorgen, das es bei solchen bleibt. Diese »Ausländerfeinde«, also die, die die Flüchtlinge daran hindern wollen, sich zu nehmen was sie brauchen, müssen intensiv darauf hingewiesen werden, das sich so etwas nicht gehört. Flüchtlinge sind hier in Deutschland willkommen und sie werden gebraucht (wird uns Deutschen doch immer mitgeteilt).

Außerdem wurden sie durch den Westen ja auf eine gewisse Art und Weise »eingeladen« hierher zu kommen, nachdem man ihre bisherige Heimat durch die NATO »umgeräumt« hat… Somit müßten diese eigentlich das /ungeschriebene) Recht (im Sinne von gerecht) haben, sich in gewissem Umfang zu nehmen, was sie brauchen. Die Ladeninhaber könnten/sollten den entstandenen Schaden (Vermögensminderung) bei der Regierung zur Erstattung einreichen. Schließlich war diese mitverantwortlich.
Wenn also zivilrechtlich eine Ent– bzw. Wegnahme zulässig war, könnte man strafrechtlich das Verfahren großzügig unter Berücksichtigung milderne Umstände, wegen Geringfügigkeit, bzw. strafrechtlichem Irrtum, einstellen.

Also Flüchtlinge aus allen von EU und NATO »besuchten und »beglückten« Ländern vor ! Nehmt Euch, was ihr braucht ! Wenn der Staat dafür sorgt, das ihr eure Heimat verlassen mußtet, sollte er auch großzügig, direkt oder indirekt, Schadenersatz leisten. Das gilt insbesondere auch für die Flüchtlinge aus Syrien, wegen Wirtschaftsblockade und militärische Einmischung !”

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22056/die-huffington-post-ist-zu-bloed-um-auslaenderfeinden-bloedheit-vorwerfen-zu-koennen/#comments

refugee TM 2015 September 25, 2015 um 08:19

http://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/fuldatal-ort83863/rothwesten-fluechtlinge-kritisieren-unterkunft-5559771.html

Jaja… ist schon Scheixxe da in Rothwesten… in der Fritz-Erler- Kaserne.

Falsche Vorstellungen: Mehrere junge Syrer weigern sich, in der Fritz-Erler-Anlage zu bleiben. Sie haben ihre Sachen gepackt und wollen mit dem Bus nach Kassel, um dort bei Freunden oder Bekannten unterzukommen, wie sie sagen. Den Mitarbeitern der Unterkunft sind die Hände gebunden. Sie müssen die Menschen ziehen lassen.

Tja, so ist das, junge Wehrpflichtige konnte man da ja auch per Gesetz dort unterbringen. Aber den feinen Herrschaften ist es dann doch zu “unbequem”. Kann ich ja verstehen, kein Puff mehr in der Nähe, keine Spielhalle. Da ist es doch in Kassel noch schöner.

Ich habs ja von Anfang an gesagt. Jeder der im besten Wehrfähigen Alter ist, macht hier erstmal in Uniform eine “Grundausbildung”. Ob er will oder nicht. Wenn er nicht will, gleich Abtransport mit der Trans-All wieder zurück. Ma hat eben ma auch Pech.

Mitgereiste Frauen können da auch halal Kochen für die tapferen armen Ankömmlinge und einen Kindergarten aufmachen.

Um 22:00 ist Zapfenstreich und Nachtruhe angesagt. Morgens um 06:00 Wecken. NICHT ? geht nicht INHUMAN?

Stimmt…

refugee TM 2015 September 25, 2015 um 08:29

Wie es auch anders geht?

http://www.hna.de/lokales/hann-muenden/hann-muenden-ort60343/fluechtlinge-studienbetrieb-5559612.html

„Hallo, Chef!“ – so begrüßen die Kinder Jörg Henne, Leiter des Führungsstabs Flüchtlinge an der Polizeiakademie in Hann. Münden. Meistens werde er dabei auch gleich „abgeklatscht“, erzählt er schmunzelnd. Nicht anders erging es Dieter Buskohl, Direktor der Bildungseinrichtung, als er gestern aufs Gelände kam. In fröhliche Gesichter blicke er in diesen Tagen, so Henne weiter, ganz anders als noch Ende August als die ersten Flüchtlinge sehr verängstigt ankamen.

Warum? Weil dort Ordnung herrscht.

Jeder Flüchtling erhält einen Hausausweis mit Passfoto – nicht, um die Flüchtlinge zu kontrollieren, sondern um erkennen zu können, wer sich sonst auf dem Gelände aufhält, eine Sicherheitsmaßnahme. Auch baulich wird der Zugang zum Gelände gesichert.

Was der Fritze da wieder schreibt, “nicht, um die Flüchtlinge zu kontrollieren” ist natürlich Humbug.

Aber das ist wirklich eine Vorzeige Aufnahmestelle.

KurtBehemoth September 25, 2015 um 12:05

@ karla September 25, 2015 um 01:23

Zu 2. Übertriebene Diagnose, failed state. Ich meine ich hätte hier klar zwischen Wirklichkeit un Möglichkeit von Staat/Politik unterschieden. Der Staat verhält sich derzeit an den Grenzen faktisch wie ein failed state, obwohl er ganz anderer Möglichkeiten der Steuerung hätte. Mit “Somialisierung” wollte ich pointiert zum Ausdruck bringen, dass der EU-Staatenverbund doch nicht etwa am Ende seiner Möglichkeiten angelangt sein kann. Denn hier – und vielfach anderswo – wurde ja vertreten, das Geschehen sei alternativlos und nicht regulierbar (@morph, @behaim). Dass also das, was gerade geschieht, in Wahrheit politisch und nicht naturhaft ist. Weil ein unregulierter Grenzübertritt von Millionen den Kernbereich von “Staatlichkeit” betrifft. Weil, wer das tut, sich mit big Leviathan himself anlegt (sagt Behemoth), der normalerweise äußerst verschnupft reagiert, wann man sein Gewaltmonopol in Frage stellt…

Zu 3. Momentanen Zustände an den Grenze. Eine politische Beurteilung kann sich m.E. nicht in der Beschreibung von Ursachen erschöpfen, denn in der Politik hat alles immer eine Ursache. Wenn wir nicht in Fatalismus verfallen wollen ist doch die Frage, warum etwas ANDERES, das möglich gewesen wäre, NICHT geschehen ist. Erst durch diesen Kontrast wird Politik begreifbar. Wie konnte es also geschehen, dass trotz aller Überwachungsapparate, trotz Frontex, GPS und Satelliten, die jedes Flüchtlingsboot zwischen Ägäis und Marmarameer erfassen können, eine politische Bewältigung dieses Massenphänomens so lange ausgeblieben ist. Als ob die Politik erst auf vollendete Tatsachen reagieren könnte.

4. Bei Ihrem Herzensanliegen könnte Sie vielleicht dieser Artikel interessieren:
http://www.zeit.de/2015/36/fluechtlinge-migration-kapitalismus-rassismus/komplettansicht
Ein Zitat daraus:
“Immanuel Wallerstein, der gemeinsam mit Étienne Balibar den Zusammenhang von Kapitalismus, Nationalismus und Rassismus vielleicht am luzidesten durchleuchtet hat, beschreibt das als “Ethnisierung der Hierarchien”. Deren Effekt ist ganz offensichtlich, dass das geografische Aufeinandertreffen der “ausländischen” und “inländischen” Verlierer der neoliberalistischen Revolution gerade nicht zu deren Solidarisierung führt. Ein konkretes Beispiel: der Umgang mit der Tatsache, dass in den nächsten Jahren immer mehr menschliche Arbeit durch Computer und Roboter ersetzt werden kann und wird. … Die gegenwärtige neoliberale Politik (längere Arbeitszeiten, späteres Pensionsalter) hingegen hat immer höhere Arbeitslosenzahlen zur Folge. Dass die Angst, auf Dauer vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu werden, sich gegen Ausländer und Immigranten richtet, ist fester Bestandteil des Systems.”

Karl September 25, 2015 um 13:22

Interessantes Interview mit Karl Kopp, von Pro Asyl

http://jungle-world.com/artikel/2015/38/52684.html

karla September 26, 2015 um 14:28

KurtBehemoth September 25, 2015 um 12:05

“ist doch die Frage, warum etwas ANDERES, das möglich gewesen wäre, NICHT geschehen ist. Erst durch diesen Kontrast wird Politik begreifbar. Wie konnte es also geschehen, dass trotz aller Überwachungsapparate, trotz Frontex, GPS und Satelliten, die jedes Flüchtlingsboot zwischen Ägäis und Marmarameer erfassen können, eine politische Bewältigung dieses Massenphänomens so lange ausgeblieben ist. Als ob die Politik erst auf vollendete Tatsachen reagieren könnte.”

Dazu gibt es wahrscheinlich viele Gründe. Ich kann da auch nur vermuten.
Die Politik hat u.a. geäußert dass das erst seit kurzem absehbar war. Halte ich für einen Witz. Was nicht absehbar war, war der ganaue Zeitpunkt.
D. h. aber die Politik hat zuvor eine solche Möglichkeit nie in ihr Kalkül einbezogen. Flüchtlinslager in der Türkei, Jordanien gibt es nicht erst seit vorgestern. Und Zäune wie in Melilla (span. Enklave auf marokkanischem Gebiet) waren schon vor Orbans Zaun bekannt.
Sie schrieben: “Als ob die Politik erst auf vollendete Tatsachen reagieren könnte.” Wenn die Ursachen nicht interessieren dann läuft es so.

Auf einen anderen Punkt will ich noch hinweisen. Bei der Rechtsdiskussion Menschenrechte / Verfassungsrecht war das Verhältnis der beiden angesprochen in Bezug auf unsere Innenverhältnisse.
Es gibt aber auch einen Bezug der Menschenrechte nach außen. Dabei werden die Menschenrechte von diversen Regierungen (auch unsere) als Mittel benutzt sich in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.
Bei andern Staaten sieht man den Splitter im Auge aber bei sich selbst nicht den Balken vor dem Kopf.
Ursachenbekämpfung halte ich deshalb nicht für nachrangig.

Danke für Ihren link.

Jo Jobst September 27, 2015 um 04:41

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: