Mal kurz #metoo, aber bedroht durch Islam forever

by Weissgarnix on 4. November 2017

Ich biete eine Wette an. Das heißt, genau genommen biete ich sogar 2 Wetten an. Ich wette nämlich einerseits, dass sich die aktuelle Woge der #metoo-Empörten in Kürze verflachen und alsbald komplett verlaufen wird. Und zwar ohne einen nennenswerten gesellschaftlichen Impact nach sich zu ziehen. Keine politischen Debatten, keine neuen Gesetze. Keine anhaltende Veränderung des gesellschaftlichen Diskurses (was auch immer das genau sein mag). Keine tektonischen Erschütterungen der Öffentlichen Meinung. Zwar mag es noch den einen oder anderen Prominenten erwischen, vorzugsweise aus Politik oder Medien, der mal auf einer besoffenen Party einer Dame an die Wäsche wollte, woran die sich jetzt mit Entsetzen 20 Jahre später erinnert, mit maximaler Publizität und damit optimaler Skandalträchtigkeit. Ja, das wird noch das eine oder andere Mal passieren. Und natürlich werden die Üblichen Verdächtigen auf Twitter und Facebook nicht müde werden, die Trommeln der sexuellen Unterdrückung zu schlagen und das Schnuppern von Morgenluft zu behaupten. Aber das wird es dann auch gewesen sein. Rose McGo… ich gebe zu, ich habe ihren Namen schon wieder vergessen. Harvey Weinstein wird vermutlich in ein paar Jahren wieder Filme drehen. Auch von Kevin Spacey wird man ziemlich sicher wieder hören. Wohingegen der andere Kollege, der … der… naja, in Star Trek Discovery halt den Sporen-Antrieb unter Kontrolle hat, aber ok… das Filmgeschäft ist ein grausames, das ist nicht wirklich neu.

Der zweite Teil der Wette lautet wie folgt: Die Debatte um die Gefahren des Islam und all das Unbill, das Merkel mit den Flüchtlingen über uns gebracht hat, wird anhalten. Auch aber nicht nur wegen der AfD. Natürlich wird die AfD das ihre dazu tun, die Debatte am Leben zu halten. Aber das muss sie noch nicht mal. Die Gefahren des Islam und der drohende Untergang des Abendlandes werden auch so thematisiert werden. Reichlich. Polemisch. Über die Stränge schlagend. In den Medien, auf den Straßen, bei Twitter und Facebook. Es wird kurz geschlossen und weit ausgeholt werden. Die Politik wird tatsächlich drauf eingehen müssen. Die Parteien und ihre tragenden Figuren werden sich winden und mühen, und die einen oder anderen werden in den Pausen aufs Klo zum Kotzen. Aber das wird nichts ändern: sie werden sich damit beschäftigen müssen. Sie werden Getriebene sein.

Die Moral war schon immer ein sehr launisches Kind. Wer über die Moral die Gesellschaft integrieren will, sehnt sich in Wahrheit nach dem Mittelalter. Wählt bei den Bundestagswahlen die AfD oder schreibt “All men are trash” auf Twitter. Analysiert das eine Problem als eines individueller Risikolagen, denen sich bestimmte Damen in bestimmten Situationen halt ausgesetzt haben, aus welchen Motiven auch immer, Karriereinteressen zum Beispiel, sowas soll es ja geben; und das andere als Unbill, das sie über uns gebracht haben. Ohne uns zu fragen und ohne sich nur für uns zu interessieren. Sie. Merkel, die CDU, die Große Koalition, oder wer auch immer. Sie jedenfalls, die anderen.

So wird es laufen. So meine Wette.

 

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Goodnight November 11, 2017 um 08:55

@Morph

Unkontrolliert Migration ist nicht sinnvoll.
Unkontrollierte Migration ist der Tod unserer Gesellschaft.
Also gilt es sie zu verhindern. Konsequent.

Das verstehen aber nur die, die unsere Gesellschaftsform, d.h. die Moderne, als sinnvoll betrachten.

Das tun aber nur die, die Bildung und Intelligenz besitzen, d.h. die verstehen wie die Moderne entstanden ist…und was die Alternativ ist.

All das kann man in Berlin nicht mehr erwarten.

Unsere Politiker sind nicht mehr gebildet und nicht mehr intelligent.
Sie wissen nichts über die Gesellschaft.
Dabei ist das genau ihr Job.

Wir beobachten eine Wohlstandskindergeneration, die die Wurzeln der Existenz, die Grundlagen der Moderne nicht mehr verstehen und sich gegen die Moderne richten, weil sie die moderne al Entität begreifen. Da sie nie etwas anderes kennengelernt haben als Wohlstand.
Folglich ist Wohlstand die Autorität gegen die sich diese Kinder wenden.

Kann man hier immer wieder an den Äußerungen gegen den Kapitalismus beobachten.

Das Grundproblem der Menschheit, die Gewalt, ist weit entfernt, weichen den Ohren, dass man sie einfach blind reingelassen hat. Und nun reiben sich all die Kinder die Augen und wundern sich über diese Gewalt. Man hat doch nur Menschen reingelassen.

Es treffen Wohlstandskinder auf Kinder die Gewalt als Kommunikationsmedium nutzen.

Und die Wohlstandskinder glauben noch, sie könnten das kontrollieren.

Wäre da wenigstens Bildung, so wäre da eine Ahnung, dass die Menschheit tausende von Jahren benötigte, um die Gewalt letztlich zu bändigen.
Denn Gewalt ist das wahre Monster. Der Feind jeder Zivilisation.

Aber all diese Bildung ist nicht.

Whatever, wer hier wie Du locker über Migration redet, ohne Gewalt zu nennen, der zieht das trojanische Pferd in die Stadt.

Umringt von den anderen hier, die dabei laut “böser Kapitalismus” rufen.

Kann man ja machen, nur sollte man sich dabei bitte nicht selber als Intelligent betrachten.

enrico November 11, 2017 um 09:23

@Goodnight

Was ist eigentlich Kapitalismus?

QuestionMark November 11, 2017 um 10:23

@Goodnight
Mit deiner These zur Moderne liegst du im Kern mMn richtig. Nur, willst du die wahren Zusammenhänge nicht sehen. Die Moderne spielt in der heutigen Politik keine entscheidende Rolle mehr.
Man möchte einfach die grenzenlose Habgier auf ein neues Level bringen. Und deswegen der Imperialismus, der sich hier wieder mal auch als Kulturimperialismus begreift.
Sprich: Man will die Erweiterung des westlichen Imperiums in den Nahen Osten. Dies geht mit kulturellem Imperialismus einher.
Man erhofft sich nämlich tatsächlich die Assimilation der Moslems in die ausbeuterische Verwertungslogik des Westens. Und du befürchtest das umgekehrte Extrem.
Wie auch immer: Die destruktive Entwicklung dabei ist der zunehmende Aufbau von struktureller Gewalt (mehr Lohndumping, mehr Vernichtungswettbewerb unter den Sklaven, mehr Totalitarismus auf staatlicher Seite etc.).
Die eigentliche Problemursache willst du nicht erkennen. Wir wären dann wieder mal beim Wirtschaftssystem.
Marktwirtschaft und Aufklärung schließen einander aus. Deshalb verklärst du auch dieses System. Wenn du dich dich der Wahrheit stellen wolltest, dann müsstest du zum Gegner der Marktwirtschaft werden. Dafür bist du zu schwach.
Totalitarismus und Marktwirtschaft widersprechen sich hingegen nicht. Marktwirtschaft und Demokratie aber schließen einander aus.
Und deshalb die Antidemokratie Deutschland. Und deshalb die ganzen destruktiven Entwicklungen.
Profiteur dabei: Eine immer kleiner werdende reiche Oberschicht.

In der Antidemokratie Deutschland wird Politik für die Wenigen und Politik gegen die Vielen gemacht.
Und die Hure dieser Politik ist Merkel mit ihrer Stiefellecker-CDU.

Morph November 11, 2017 um 10:38

@Goodnight

“Unkontrolliert Migration ist nicht sinnvoll.”

Sicher.

“Unkontrollierte Migration ist der Tod unserer Gesellschaft.”

Was immer “Tod unserer Gesellschaft” heißen soll: Es kommt natürlich auf das Ausmaß unkontrollierter Migration an, wie stark sie destabiliiserend wirkt.

“Also gilt es sie zu verhindern. Konsequent.”

Klar. So wie es alle gesetzlichen Bestimmungen durchzusetzen gilt. Konsequent. Aber das ist trivial.

In Wirklichkeit ist es so, dass wir tagtäglich damit konfrontiert werden, dass Regel- und Gesetzesverstöße ungeahndet bleiben. Und die Gesellschaft fällt deshalb nicht gleich in sich zusammen. Oftmals ist es sogar nicht nur so, dass wir mit dem Schaden leben können, sondern dass es zu sach- und situationsgerechteren Lösungen kommt, weil man es stillschweigend nicht so genau nimmt mit den Regeln. Luhmann hat auf diesen Umstand bekanntlich mit dem Ausdruck “brauchbare Illegalität” hingewiesen.

Die gesellschaftliche Stabilität wird von vielen Seiten ins Wanken gebracht: durch den Migrationsdruck; durch Korruption und Wirtschaftskriminalität; durch Drogenkonsum; durch die Vermarktlichung der Entscheidungsprozesse in Organisationen, die gar keine Waren und Dienstleistungen erstellen, z.B. Forschungseinrichtungen; durch multiresistente Bakterien usw.

Welche Problembereiche sollten mit größerer Energie und Konsequenz angegangen werden, welche mit geringerer? Die Kapazitäten, sich mit Problemlösungen zu beschäftigen, sind begrenzt.

Man soll die Probleme, die mit der Migration verbunden sind, nicht verharmlosen, und ich meine auch, dass die Probleme in der Öffentlichkeit zu wenig beschrieben und besprochen werden. Das hat aber m.E. nicht so sehr damit zu tun, dass linksliberale Welcomer jeden in die ‘rechte Ecke’ stellen, der es wagt, auch nur ein kritisches Wort über die Grenzen der Integrierbarkeit zu verlieren. Ich sehe vor allem, dass die sachgerechte Diskussion durch ausländerfeindliche Hetze und Hysterie erschwert wird. Außerdem stört mich kollosal, dass diejenigen, die das Gewaltpotenzial von Migranten thematisieren wollen, partout von der Welle fremdenfeindlicher Verbrechen schweigen wollen. Man muss schon das ganze Bild betrachten!

Mir persönlich erscheint das Migrationsproblem in der Tat nachrangig. Ich finde viel besorgniserregender die dramatischen Erosionserscheinungen im Gesundeits- und im Bildungssystem. Diese Erscheinungen sind nicht so spektakulär wie irgendwelche Massenschlägereien in Flüchtlingsunterkünften, aber sie sind unendlich viel wirkmächtiger hinsichtlich der gesellschaftlichen Destabilisierung.

Goodnight November 11, 2017 um 10:44

@Enrico, QuestionMark

Der Kapitalismus, d.h. Geld ist der Ersatz für Gewalt. In der Moderne.

So einfach.

Wer nun Geld als symbolisch generalisiertens Kommunikationsmedium bzw. Kapitalismus abschaffen will, der sollte einen Ersatz parat haben, denn ansonsten dringt die Gewalt wieder in diese Rolle.

So einfach.

Und natürlich ist Kapitalismus keine liebe und keine Romantik sondern im Kern böse, weil es um Macht bzw. Besitz geht, aber zu glauben ohne Kapitalismus würde das Böse aus der Welt verschwinden ist völlig naiv. Das Böse ist nicht der Kapitalismus, das Böse ist die Gewalt. und sie konnte durch den Kapitalismus eingefangen und kontrolliert werden. Und das ist das maximale des aktuelle möglichen. Und für haben unsere Vorfahren Jahrtausende benötigt.
Was Ihr jetzt mal eben so wegwerfen wollt. in Eurem Wahn einer postmoderne Welt voller Liebe und einer endliche befreiten wahren guten Natur im Wesen des Menschen.

Es ist natürlich unschön auf HarzIV zu sitzen oder 70% Abgeben zu zahlen.

Aber alle das ist Paradies zu einer Welt, in der die unkontrollierte Gewalt herrscht.

Also, wenn Änderungen, dann bitte auch Fortschritt und nicht Wahn der in die Vergangenheit führt.

Danke.

Goodnight November 11, 2017 um 10:51

@Morph

Falls Du Dich mal mit dem Aufbau und der Wirkung eines Rechtsstaat beschäftigt haben solltest, dann könntest Du erahnen, was intelligente Menschen wissen:
Der Rechtsstaat funktioniert über Abschreckung.
Sobald der Rechtsstaat aktiv werden muss, hat er schon verloren.

Die Abschreckung funktioniert nur, wenn die Bevölkerung entsprechend sozialisiert wurde und von vorne herein eine Bereitschaft existiert , dem Rechtsstaat zu folgen.

Wenn man jetzt aber 1 Mio. junge Männer in das Land holt, die den Rechtsstaat nicht kennen (weil nicht sozialisiert) und ihn deshalb tagtäglich austesten, dann kommt dieser ganz schnell an seine Grenzen.

Weil 250000 Polizisten sich nicht um 1 Mio. junge Männer tagtäglich kümmern können. Abgesehen von dem dann überlasteten Rechtssystem und den fehlenden Gefängnisplätzen und einer Rechtsprechung die harte Strafen gar nicht mehr kennt und deshalb im Kern keine Abschreckung für solche Klienten darstellt.

Wir müssten unseren ganzen Staat auf einen Polizeistaat umkrempeln, wenn wir eine solche Migration haben wollen.

Dann haben wir einen Polizeistaat.

Das ist der Preis.

Wenn man nachdenkt.

Aber das erledige ich ja für Euch alle.

Danke.

QuestionMark November 11, 2017 um 10:59

@Goodnight
Das mit dem Rechtsstaat hast du wieder schön verklärt. Denn: Wir leben in einem Unrechtsstaat.
Und wie du schon so schön erkannt hast, sind die Deutschen aufgrund von Abschreckung so “brave Bürger” geworden.
Aber wer hat denn für diese Abschreckung gesorgt? Das war ein anderer Unrechtsstaat. Der nationalsozialistische. Und davor das Kaiserreich.
Immer hübsch bei der Wahrheit bleiben, mein Freund.

Und diesen offen repressiven Staat kennen die Muselmänner nicht. Da liegst du dann wieder richtig.

Goodnight November 11, 2017 um 11:00

Whatever,

am Ende werde wir dann doch alle der Meinung sein, dass diese Welt Führung benötigt.

QuestionMark November 11, 2017 um 11:03

Und den Nationalsozialisten muß man immerhin noch zugutehalten, dass die nicht offen gegen die eigene Bevölkerung Politik gemacht haben. Also sogar deren unrechtsstaatliche Gesinnung kannte charakterliche Grenzen.

QuestionMark November 11, 2017 um 11:05

@Goodnight
Die Führung ist doch da. Man führt uns alle ins Verderben. Damit ein paar Wenige ihre maßlose Habgier bedienen können.

ruby November 11, 2017 um 11:06

Depeche Mode sind am urtümlichsten, wenn sie die persönlichen Empfindungen in Musik fliessen lassen, die sie technisch beherrschen.
Gefühle die sich vom glauben an eine Obrigkeit lösen.
Fluß der Erkenntnis
https://www.youtube.com/watch?v=E5tURikGV2Q

Goodnight November 11, 2017 um 11:07

@Question Mark

Schon mal einmal in Deinem Leben die Mühe gemacht Hobbes zu lesen?

Natürlich sind wir Sklaven des Staates.
Des Leviathans.

Aber es ist unser Staat, unserer Leviathan. Er versklavt uns nach unseren Regeln.

Unsere Regeln bedeutet, die, die die Mehrheit wollen.
Die Mehrheit will arbeiten, Kinder kriegen und eine Haus abbezahlen. Sie will saubere Straßen und einmal im Jahr in den Urlaub fliegen. Sie will Ruhe und Ordnung. Sie will Langeweile und wenig Veränderungen.

Ist das immer schön? Nein.

Aber es ist das einzig machbare Paradis.

Die Alternativen wäre ein freies Aushandeln der Machtfrage.

Nennt sich Krieg bzw. in Friedenszeiten: Diktatur.

Noch einmal:

Fortschritt ja, aber wenn dann Bitte schön auf den Schultern der aktuellen Gesellschaft und nicht die ewig blödsinnige Arbeiterrevolution die nur absolute Zerstörung des Systems ohne Alternative kennt. Nicht all die -ismus wieder, nicht Kommunismus, Sozialismus, Nationalsozialismus, all der Wahnsinn.

Wo jeder der schreiben kann meint, er wüsste was Gesellschaft ist.

Einfach mal Hobbes lesen.

Danke

ruby November 11, 2017 um 11:26
ruby November 11, 2017 um 11:28

Goodnight + Morph
Der Staat ist immer Menschen nie Institutionen.
Blinded by your own restrictness…

QuestionMark November 11, 2017 um 11:33

@Goodnight
Da hast du jetzt das wichtigste bürgerliche Mißverständnis gebracht. Danke dafür. Der Staat ist nämlich nicht unserer.
Wir werden und wurden von diesem Staat unterdrückt. Wir sind das Vieh.
Der Staat erzählt dir natürlich das Narrativ vom “fürsorglichen Staat”. Bismarck hat das etabliert und sich gleichzeitig in seinen Memoiren darüber lustig gemacht. Motto: Die Doofen fallen auf so ein Narrativ herein.
Die Sache läuft aber anders: Wir alle (also die meisten) sind die Opfer eines Unrechtssystems. Und die Menschen haben sich (wie du zutreffend darstellst) darin eingerichtet.
Aber es gilt auch immer: Das brave Vieh wird am Ende einfach noch mehr ausgebeutet. Auch dieser Antagonismus zwischen Herde und Hirt bedingt einen ewigen Machtkampf.
Früher (als es noch etwas Intelligenz gab in D) hat man das ganze unter dem Begriff Klassenkampf zusammengefasst.
Oder anders: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Goodnight November 11, 2017 um 11:36

@ruby

Wir sind nicht mehr im Kindergarten.

Da musst Du zu Bento gehen, die glauben auch noch an “Menschen= Staat”

Der Staat ist ja Staat weil er nicht Menschen ist. Weil man ansonsten ja keinen Staat benötigte.

Da sind ja Questionmark und Enrico deutlich weiter. Die begreifen wenigstens was Staat bedeutet. Auch wenn sie noch von einer Alternative träumen.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:37

@Bleistift:

Ich halte Trump für einen schwer gestörten Narzissten. Und will deshalb das genaue Gegenteil von Hofberichterstattung: Medien sollten sich ansehen, was seine Regierung tut (Gesetze und Budgets). Statt Energie in seine neuesten Gefühlsausbrüche zu stecken.

Und was die jüngsten Gewinne für die Demokraten angeht, würde ich das genausowenig überbewerten, wie die Siege für Steve Bannon Republikaner ein paar Monate vorher.

Fakt ist, dass Trumps Wahlbasis für diesen Präsidenten erstaunlich stabil ist. Was nichts anderes heisst, als dass seine Gegner trotz der klaren Anti-Trump-Haltung sehr vieler einflussreicher Medien 40% der Bevölkerung nicht mehr erreichen. Und meine Vermutung ist einfach – unter anderem deswegen.

Gruss,
Thorsten Haupts

Goodnight November 11, 2017 um 11:41

@Questionmark

Es gibt keine guten und keine bösen Menschen.

Menschen sind gut und böse.

Und zwar alle Menschen.

Und deshalb gibts den Leviathan.

Dein Ansatz beruht auf der Naivität zu glauben, es geben irgendwo die guten Menschen die man nur an die Macht lassen kommen muss, dann haben wir Paradis.

Das ist intellektuell auf der Stufe von ruby.

Unsere Vorfahren haben das über Jahrtausende versucht und sind immer gescheitert. Immer an die “gute Sache” geglaubt und immer wieder im Wahnsinn geendet.

deshalb hat man den Staat erfunden, als Leviathan. Ein böses Monster, welches von Recht und Demokratie gefesselt ist.

Und welches funktionierte, von 1949-2015.
Die Zeit, die mal als das Paradis in Europa in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:42

“In der Antidemokratie Deutschland wird Politik für die Wenigen und Politik gegen die Vielen gemacht.”

Um das zu ändern, gibt´s Wahlzettel. Und eine zugelassene und im Bundestag vertretene Partei, die das genauso sieht. Und offen für eine andere Politik wirbt, im “Unrechtsstaat” Deutschland.

Wenn die also nicht gewählt wird, sieht eine Bevölkerungsmehrheit das einfach anders.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:45

“Menschen sind gut und böse.”
“Und zwar alle Menschen.”

Das lustige ist, dass diese wahre Erkenntnis weder für Links- noch für Rechtsradikale akzeptabel ist. Sie würde beiden das ideologische Fundament sprengen.

QuestionMark November 11, 2017 um 11:47

@Goodnight November 11, 2017 um 11:41
Von Moral habe ich überhaupt nicht gesprochen. Ich habe von Herrschaft und Unterdrückung gesprochen und die Methoden die dazu eingesetzt werden. Und zu den Methoden gehört es eben auch den Unterdrückten etwas von Freiheit zu erzählen. Vom “freien Westen” und ähnlichem Schwachsinn.
Ich rede über Gewaltherrschaft und Klassengegensätze. Und gerne kann ich dir eine Moral daraus basteln. Es ist aber sicherlich keine Sklavenmoral.
Ich will Köpfe rollen sehen. Und zwar die Köpfe der Oberschichtler.
Als Rache für jahrhundertealte Demütigung und Unterdrückung.
Kurz: Andere Baustelle.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:50

“Ich will Köpfe rollen sehen. ”

Armer Kerl.

QuestionMark November 11, 2017 um 11:51

@Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:42
Die Bevölkerungsmehrheit sieht es so, wie ich es beschrieben habe. Diese Mehrheit hat allerdings schon vor langer Zeit die Hoffnung aufgegeben. Aus nachvollziehbaren Gründen.
Spätestens, wenn dieses Unrechtsssystem offiziell abgewählt werden würde, spätestens dann wird das System ganz offen geputscht.
So lange das nicht “nötig” ist, so lange wird die Demokratiefassade aufrechterhalten.
Die Menschen wissen sehr wohl was los ist. Der Fehler der Menschen ist: Sie reagieren darauf mit Resignation statt mit Wut.

QuestionMark November 11, 2017 um 11:54

@Thorsten Haupts November 11, 2017 um 11:50
Aber sicherlich nicht so arm dran wie ein bekennender Merkel-Wähler. Nicht wahr, Herr Haupts?

Goodnight November 11, 2017 um 11:57

@QuestionMark

Wie soll man jetzt an jegliche weitere Kommunikation anschließen, wenn Dein Motiv:
“Ich will Köpfe rollen sehen. Und zwar die Köpfe der Oberschichtler.
Als Rache für jahrhundertealte Demütigung und Unterdrückung.”

ist?

ruby November 11, 2017 um 12:02

Ach Goodnight ist schon jeder Staat untergegangen.
Die älteste europäische Dynastie sind die Welfen.
Du sprichts von Herrschaft durch Macht.
Staat ist dabei nur eine vorübergehende Übereinkunft.
Erzähl nicht sowas theologisches Geschwafel.

QuestionMark November 11, 2017 um 12:04

@Goodnight November 11, 2017 um 11:57
Wie du das bereits vorhergesagt hast. Die Gewalt wird eskalieren. Und nach allem was sich derzeit so abspielt wird es auf Autoaggression hinauslaufen und einer Verstärkung der “strukturellen Gewalt”.
Sprich: Wir werden in den nächsten Jahrzehnten die Zeugen eines hübschen Völkermords werden. Diesmal in der Variante des Völkerselbstmords.
Denn: Auch die Immigranten werden dieser strukturellen Gewalt nicht gewachsen sein. Auch deren Reproduktionsraten werden drastisch einbrechen.
Dieses System hat keine Zukunft. Und die optimistischste Prognose wäre dann tatsächlich noch, dass die Arabs übernehmen.

ruby November 11, 2017 um 12:07

Goodnight, Du solltest mal Urlaub in China und Rußland machen, um den Leviathan zu suchen…

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 12:09

“Die Bevölkerungsmehrheit sieht es so, wie ich es beschrieben habe. ”

Das ist schön für Sie. Dann ist es ja nur noch ein kurzer Schritt ins nichtkapitalistische Paradies. Voran, comrade.

enrico November 11, 2017 um 12:09

@Goodnight

merci führ die Antwort!

“”””Der Kapitalismus, d.h. Geld ist der Ersatz für Gewalt. In der Moderne.””””

Ok. Dann haben wir zumindest eine Hausnummer: Kapitalismus = Geldwirtschaft = Chrematistike.

Jetzt kommt natürlich die Frage auf: Was ist Geld?

Was Geld für heutige Verhältnisse betrifft, kann man sagen: Geld ist das Tilgobjekt in welchem Kreditverhältnisse nominiert sind. Das heißt, will man Geld abschaffen, müsste man auch Kredite abschaffen. Kredite sind aber notwendig um auch in längeren Ketten produzieren zu können.

“”””””Wer nun Geld als symbolisch generalisiertens Kommunikationsmedium bzw. Kapitalismus abschaffen will, der sollte einen Ersatz parat haben, denn ansonsten dringt die Gewalt wieder in diese Rolle. “”””””

Die Gewalt ist notwendig um die Eigentumsordnung aufrecht zu erhalten, da kommt man nicht darum herum. Recht ist notwendig und deshalb auch dessen Durchsetzung.

Es geht aber nicht darum das Geld und mithin den Kredit abzuschaffen sondern die chrematistische Spielregeln, die wir im heutigen Geld- und Kreditsystem wiederfinden.

Wenn man die Volkswirtschaft unter dem Gesichtspunkt der realen Produktion betrachtet, erkennt man:

a.) zuerst müssen die Produkte hergestellt werden, dazu bedarf es einer Finanzierung.

b.) Dann müssen die fertigen Produkte verteilt werden. Dazu benötigt man die Finanzierung des Erwerbs dieser Produkte. Das betrifft Produkte, die nicht mit dem laufenden Umsatz der unternehmen oder der haushalte gekauft werden können.

c.) Dazu müssen Eigentumsübertragungen von Objekten, die nicht mit Produktionsschulden begleitet sind, ebenfalls finanziert werden können.

—————————————

Systemfehler Nr.1
Im heutigen System findet diese Einteilung nicht bewusst statt. Das führt dazu, dass bei allen der drei Kreditarten Geld (bzw. Sichtguthaben) geschöpft wird. Logischerweise sollte das Geld aber nur bei Produktionskrediten (a) entstehen und niemals bei den anderen Kreditarten (b, c).

Systemfehler Nr.2
Im heutigen System ist es möglich, dass die Gehälter von heute die Produkte von gestern kaufen können. Diese Asynchronizität führt jedoch dazu,dass das System sich positiv rückkoppelt und dadurch sehr instabil wird. Unter dieser Anordnung geht das nur, wenn es ein ständiges Wirtschaftswachstum gibt, also eine ständige Zunahme der Verschuldung.

Systemfehler Nr.3
Gewinne können heute nur erzielt werden, wenn am Ende der jeweiligen Produktionsperiode mehr Geld eingenommen wird, wie vorher ausgegeben wurde. Oder in anderen Worten, wenn mehr Schulden weitergegeben werden als während der Produktion aufgenommen wurde. Diese Gewinne sind heute aber notwendig um Rücklagen zu bilden.

Für alle der drei Systemfehler bzw. Probleme habe ich eine Lösung ausgearbeitet. Das will ich allerdings nicht hier alles aufführen. Wenn es mal wieder zu einem wirtschaftlichen Thema kommt, dann gerne. Wie auch immer, mein Lösungsansatz ist nicht so einfach zu verstehen. Leider.

Will damit nur sagen, dass die derzeitigen Spielregeln, die derzeitige Ordnung, zwangsläufig dem Bösen mehr Entfaltungsmöglichkeiten bietet als dem Guten. Um das aber zu erkennen, muss man das Ganze ohne Ideologisierung mit Abstand von außen betrachten. Es geht darum herauszufinden und klar zu definieren, warum es dem bösen mehr Chancen bietet als dem Guten. Eine ideologische Herangehensweise wäre aber, es abzustreiten dass es so ist und in Folge dessen zu behaupten, dass ein Weiterdenken sinnlos wäre.

Es ist also keine ideologische Auseinandersetzung sondern das Suchen nach den logischen Zusammenhängen. Schach ist ein wunderbares Spiel, das für Schwarz und Weiß so gut wie gleiche Chancen bietet. Bis aber so eine perfekte Ordnung gefunden wurde, musste sicher sehr viel probiert, verworfen und neu erfunden werden. Genauso ist das mit der “Synergonomie” der Lehre der Ordnung der optimalen Zusammenarbeit der Menschen. Diese optimale Ordnung kommt nicht über Nacht zustande. Es ist immer ein Prozess des trial and error. Aber es ist möglich Fortschritte zu machen. Ob das Böse das dann gut findet, ist zu bezweifeln ;)

Goodnight November 11, 2017 um 12:18

Merkt Ihr nicht, was Ihr für einen Blödsinn redet?

Den typischen Blödsinn von Arbeiterkindern, die ihren ganzen Frust in einer Revolution ausleben wollen. Ohne Konzept ohne Struktur ohne Alternative. Einfach mal nur kaputtmachen, weil man ja auch solange kaputt gemacht wurde, vom System.

Sinnlos. Da sind wird dann wieder bei Marx.

ich habe das hier ja schon einmal ausgeführt, dass sich beim Don das “Bürgertum” und hier die “Arbeiterklasse” trifft. Und genau ist dann hier und dort das Ergebnis.
Auf beiden Seiten keine Reflexion, keine Intelligenz, einfach nur den Strukturen ihrer klasse folgend, wie Schafe.
Hier kann man alles vorhersagen, hier endet alles am Ende in der Kapitalismuskritiker und dann bei persönlichem Wut und Schmerz.
Beim Don endet alles immer bei Tradition, Klasse und Besitz.

Es existiert in der Kommunikation so gut wie keine Person, die Gesellschaft entkoppelt von den Grenzen seiner Klasse begreifen kann.

Deshalb ist das alles so ermüdend.

Was man beobachten kann ist die Aufteilung er Gesellschaft in diese beiden Klassen, die man auch mit Links und Rechts betiteln kann.
Überall.
Der Spiegel, die Zeit und die Süddeutsche sind schon Links, die Welt, die Bild, die NZZ und die FAZ landet im Bürgertum.

Alles vorhersehbar, weil alles nur Menschen ohne eigenen Verstand.

Gefangen in den Strukturen ihrer Klasse. Auch zwischen den Ohren.

QuestionMark November 11, 2017 um 12:22

@Thorsten Haupts November 11, 2017 um 12:09
Na wenigstens haben sie etwas Humor. Keine Angst, die Bevölkerungsmehrheit denkt sonst aber noch, die Marktwirtschaft wäre eine gute Sache. So doof sind die dann schon.
Bezüglich unserer Scheindemokratie ist die Herde allerdings längst aufgewacht.

QuestionMark November 11, 2017 um 12:26

@Goodnight November 11, 2017 um 12:18
Es ist eben eine Klassengesellschaft. Das haben doch nicht primär die “kleinen Leute” zu verantworten. Die Repression wird hierzulande (und andernorts) immer noch von oben nach unten durchgereicht. Und das bekanntermaßen auch mit Waffengewalt.

Goodnight November 11, 2017 um 12:30

@enrico

Gut, das wäre wenigstens mal ein Blick nach vorne.

Wobei ich das Grundproblem bei Kapitalismus einfach daran sehe, dass der Mechanismus der Gleichgewichtserstellung immer wieder blockiert wird. D.h. boom and bust ist notwendig. Und zwar immer auch bust.
Und er sollte nicht vom Staat, der auf den Kapitalismus einwirkt, unterbunden werden.

Man hätte 2008 den Kapitalismus einfach absaufen lassen sollen.

Wäre schmerzvoll aber lehrreich.

So lernen wir jetzt alle nix und folglich wird es wohl keine Verbesserung geben.

Aber vielleicht kommt der Kapitalismus auch wieder daraus, vielleicht ist er schon etwas neues, vielleicht ist er intelligenter als wir. Vielleicht ist diesmal wirklich alles anders. :-)

Das ist mein blinder Fleck.

QuestionMark November 11, 2017 um 12:36

@Goodnight
Deine These von den Arbeiterkindern ist nicht richtig. Es handelt sich lediglich um eine Minderheit, die in einer gesellschaftlichen Umwälzung eine Lösung sieht.
Die meisten Leutchen (egal welcher Schicht) meinen, dass alles wieder in Ordnung ist, wenn es wieder mal “wirtschaftlich ein bißchen besser läuft.”
Bei den Konservativen bekommt man dann klassischerweise den Spruch zu hören: “Wir brauchen wieder einen Krieg”.
Den Spruch finde ich übrigens besonders gruselig. Weil er zum einen durchblicken lässt, dass durchaus die Erkenntnis über das problematische Wirtschaftssystem da ist, aber gleichzeitig man dieses idiotische System weiterhin bedienen will. Auch unter Inkaufnahme des Massenmordes.
Diese Grundstimmung hat man übrigens nicht nur bei den Konservativen. Sondern auch bei den restlichen gesellschaftlichen Schichten. Motto: “Egal was nötig ist, Hauptsache die Wirtschaft läuft wieder besser.”

Dazu vielleicht ein kleiner Spaß.
Tja, wie wäre es mit Jungfrauen opfern? Vielleicht in jeder Ortschaft mit Kirche ein junges Mädchen auf dem Altar opfern? Bei lebendigem Leib aufschlitzen? Das wäre doch mal was. :-)
Es lebe das tolle marktwirtschaftliche System, es lebe hoch.

ruby November 11, 2017 um 12:58

Goodnight, dieses abstrakte “man hätte 2008…” sind der US-Finanzminister und die FED-Boardmitglieder!
Und jetzt guck mal nach vorne.
Der Trump scheisst auf die ganze Nomenklatur und macht, dass er seine Personen in die Positionen bekommt.
Und das wird zukünftig immer leichter.
2018 wird die FED neu bestückt – und was sind das für Leute?

ruby November 11, 2017 um 13:10

Goodnight, was Du und Morph und euer Luhmann da haben ist nicht eine schwarzer Fleck, das ist ein schwarzes Loch…
aber ein super massive black hole but stay a muse d
https://www.youtube.com/watch?v=8tugqHunwDA

enrico November 11, 2017 um 13:27

@rovolucionarios

Eine Revolution im Sinne einer Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Zustände ist eigentlich nur erfolgreich,wenn sie von der bestehenden Elite in die Wege geleitet wird.

Leider geschieht das aber nur sehr selten, weil die Menschen der Eliten meistens selbst nicht in der Lage sind, dies trotz guter Kommunikation zu erkennen. Sie erkennen nicht, dass sie ihre Macht nur erhalten können, wenn sie sich für die Nicht-Elite einsetzten. Die Elite kann auf Dauer nur ihre Position erhalten, wenn sie den “guten König” nicht nur vorspielt sondern auch praktiziert.

Als “Revolutionär” muss man wissen, dass die Menschen der Elite viel viel besser vernetzt sind und viel besser kommunizieren können. Dazu kommt noch dass sie in der Regel über mehr Wissen verfügen. Lässt man die Elite am Leben, dann wird diese alles unternehmen um die Sache erfolgreich wieder rückgängig zu machen. Das war zum Beispiel bei der “Nelkenrevolution” in Portugal der Fall, wo glücklicherweise nur wenig Gewalt ins Spiel kam. Am Ende hatten aber die Latifundistas wieder ihre Latifundien.

Bringt man sie aber einfach um — so à la Pol Pott, dann kommt es am Ende immer zum Chaos, weil die verbliebenen Menschen mangels guter Kommunikation und mangels Wissen untereinander nicht in der Lage sind, das zu erreichen, was sie sich vorher erhofft haben.

Als erfolgreicher Revolutionär muss man es fertigbringen, die Elite so zu infiltrieren, dass sie am Ende meint die neuen Ideen kämen aus ihren eigenen Reihen. Als erfolgreicher Revolutionär muss man also unerkannt bleiben und darauf verzichten, als Held gefeiert zu werden.

War die französische Revolution am Ende wirklich erfolgreich im Sinne des Erhofften? Die russische? Die kubanische? die chinesische etc.?

Das lässt sich nur schwer mit ja oder nein beantworten. Bei allen gab es zumindest keine “instant happieness” und dafür aber erst mal viel Blut und Elend. Auch wenn das Leben weiter ging und am Ende es vielleicht tatsächlich besser wurde (z.B. China).

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 13:27

Die Kapitalismusdebatte …

Ich kann mich ja täuschen – das ist bei Vorhersagen immer wahrscheinlich – aber wer den Kapitalismus als Problem sieht, braucht nur noch (historisch) “etwas” Geduld.

Alle derzeitigen technischen Entwicklungen laufen auf Roboter hinaus, die darüber hinaus auch nicht mehr vom Menschen gesteuert werden müssen. Und sobald das in der Masse im Markt ist, wird der Kapitalismus schlicht überflüssig.

Der Übergang wird so richtig weht tun, da mache ich mir keine Illusionen. Aber sobald tatsächlich (fast) alle menschlichen Produkte und Dienstleistungen in beliebiger Menge OHNE Kapital und Arbeit produziert werden können, wird der Kapitalismus verschwinden, weil die Grundlagen seiner Existenz verschwinden.

Ganz ohne blutige Revolution …

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 13:29

“Keine Angst …”

:-). Die habe ich schon sehr lange nicht mehr. Solange die Kapitalismuskritiker nur rumwüten können, ohne eine einzige praktikable Alternative auch nur durchdacht, geschweige denn praktiziert, zu haben, ist das Geschrei von Kleinkindern. Und damit völlig wirkungslos.

ruby November 11, 2017 um 13:37

@enrico
Deshalb habe ich die Welfen angeführt.
Dort ist die Degenartion von Elite zu verfolgen.
Und die heutige “Geld-Elite” hat das Recht der Geldschöpfung als Zentralbanker und Kreditgewährung als Banker sowie abwechselnd Ministeriumsbeschäftigte.
Kommunikationen sind mehr als nur Internetnetzwerke, es sind reale soziale Netzwerke.

Linus November 11, 2017 um 13:39

@Goodnight:
“Wobei ich das Grundproblem bei Kapitalismus einfach daran sehe, dass der Mechanismus der Gleichgewichtserstellung immer wieder blockiert wird. D.h. boom and bust ist notwendig. Und zwar immer auch bust.
Und er sollte nicht vom Staat, der auf den Kapitalismus einwirkt, unterbunden werden.
Man hätte 2008 den Kapitalismus einfach absaufen lassen sollen.”

Der Kapitalismus kennt keinen Punkt des inneren Gleichgewichtes, zu dem er streben und an dem er sich stabilisieren könnte.

Er strebt vielmehr gegen Unendlich und fällt dabei regelmässig und zwangsläufig auf die Schnauze. Die Krise ist entscheidender Teil seiner Natur, sie ist sein Tod.

Der Kapitalismus ist nicht unsterblich, er ist vielmehr schon tausend Tode gestorben, wurde aber regelmässig wiederbelebt.

Der Kapitalismus bewältigt keine Krisen. Im Gegenteil, er verhält sich ihnen gegenüber völlig ignorant. Da ist kein stabilisierender Mechanismus, der die Krise abfedern würde. Nein, er lässt sie einfach geschehen. Und in dem Moment, wo ein brauchbares System zeigen würde, was es drauf hat, fällt er tot um.

Nein! Ohne flankierende Massnahmen ist sowas nicht mal im Ansatz brauchbar. Und selbst dann ist es fraglich, ob es überhaupt zu brauchen ist. Man braucht ja auch keinen Krieg, um erfolgreich Gemüse anzubauen.

Sicher, das ist noch kein Gegenvorschlag. Aber man sollte diese Fakten auf dem Zettel haben. Es ist allerhöchste Zeit, sich nach was Anderem umzuschauen.

Adam Cartwright November 11, 2017 um 13:44

@Morph November 11, 2017 um 10:38
Massenschlägereien in Unterkünften? Geschenkt, Kinderkram. Genauso sind Diebstähle und Einbrüche zwar für jeden ärgerlich bis hin persönlichen Katastrophe, aber nicht gesellschaftsgefährdend.

Nein, das ist nicht das Problem. Das Problem sind die verschiedenen, durch unterschiedliche Sozialisation bedingten „Gesellschaftskonzepte“ in den Köpfen. Und diese scheinen sich bei etlichen auch in den Folgegenerationen nicht zu ändern.

Ein Beispiel, wie das in der Praxis läuft? Voila, hier ist Göteborgs mächtigste Familie. In Göteborg ist die Sache mit dem Gewaltmonopol jetzt übrigens ganz unkonventionell reformiert worden. Hobbes hätte daran seine Freude.

https://translate.google.de/translate?sl=sv&tl=de&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Ffamiljen.story.aftonbladet.se%2F&edit-text=

Eine Liste der fast 200 Anschuldigungen, die in den letzten 2 Jahren gegen Mitglieder der Ali Khan Familie erhoben worden sind, zeigt einen Querschnitt über den „Leistungskatalog“ : Körperverletzungen, Drogendelikte, Bedrohung, Betrug, gewalttätige Unruhen, Mord …

Wir sind Problemlöser, sagt der Kopf der Familie, der Imam Hashem Ali Khan. Das Schöne ist, jetzt nimmt selbst die schwedische Polizei die Hilfe dieser Problemlöser in Anspruch. In mehreren Fällen hat sich die Polizei jetzt an den Imam gewandt, wenn Clankonflikte außer Kontrolle waren. Der Imam hat sich dann darum gekümmert. Da bekommt der Begriff Gewaltenteilung ganz neue Bedeutung.

Zur Quelle: Aftonbladet bezeichnet sich selber als „ungebunden sozialdemokratisch“ und hat eine Auflage von ca. 150 Tsd, womit die Zeitung zu den größten in Schweden gehört.

Wohlgemerkt, dass Ganze passiert in Schweden. Die meisten Mitglieder der Familie sind in Schweden geboren. Kein anderes Land der Welt gibt (pro Kopf) mehr Geld für die Integration seiner Einwanderer aus.

Und trotz aller Bemühungen scheitert die Integration der Einwanderer aus Arabien und Nordafrika zum großen Teil (nicht komplett!), während die Integration der Einwanderer aus vielen anderen Ländern funktioniert.

Für mich ist es übrigens keine Frage, dass D tatsächlich Zuwanderung braucht und damit klarkommt. Nur muss diese völlig anders aussehen als in den letzten Jahren in D oder in den letzten 25 Jahren in S.

Es lässt sich am Ende auf die eine Frage herunterdestillieren:
Sind die Zuwanderer, die aus Arabien und Afrika millionenfach nach Europa kommen und die MEHRHEITLICH aus archaischen, intoleranten, autoritären und verschlossenen Gesellschaften und Kulturen kommen, die richtigen Einwanderer, um eine offene, liberale und moderne Gesellschaft am Leben zu halten, deren „indigene Einwohnerschaft“ demographisch abschmilzt und die von diesen Zuwanderern nicht nur aufgefüllt, sondern bei weiterem Zustrom größtenteils ersetzt wird?

Zu guter Letzt noch. Neben den genannten Problembaustellen Gesundheit und Bildung kommt noch der Bereich Infrastruktur hinzu. Hier sind wir längst im Bereich der Selbsthemmung. Dazu später mehr.

holger November 11, 2017 um 13:53

Linus

–>Der Kapitalismus ist nicht unsterblich, er ist vielmehr schon tausend Tode gestorben, wurde aber regelmässig wiederbelebt.

Der Kapitalismus bewältigt keine Krisen. Im Gegenteil, er verhält sich ihnen gegenüber völlig ignorant. Da ist kein stabilisierender Mechanismus, der die Krise abfedern würde. Nein, er lässt sie einfach geschehen. Und in dem Moment, wo ein brauchbares System zeigen würde, was es drauf hat, fällt er tot um.”

du bist auch so einer, redest von Kapital als Kapitalismus und meinst auch nur das Geld-System damit !!!

2 verschieden paar Stiefel…

Ein Kapitalist daher kommt auch die Ableitung von CAPUT (Kopf/Denken) zu CAPITAL = Kapital !!!

DAS HAT nichts mit GELD zu TUN, wie oft denn NOCH ?! Auch ein AUTARKES Buschvolk im Urwald von Brasielein verfügt über KAPITALISTEN und KAPITAL

aber die haben eben nicht FED !!!

enrico November 11, 2017 um 13:54

@Thorsten Haupts

“”””Dienstleistungen in beliebiger Menge OHNE Kapital und Arbeit produziert werden können, wird der Kapitalismus verschwinden “”””

das verstehe ich nicht, wieso ohne Kapital? Man braucht doch die super-produktiven Roboter, ist das kein Kapital?

holger November 11, 2017 um 13:57

IST es denn so schwer?!

Kapital (Denken/Können/Produzieren) –> Handel von Überschüssen –> mit oder ohne GELD !!

Nachbarschaftshilfe ohne Geld = Kapitalismus
Nachbarschaftshilfe mit Geld ? = Handel mit Kapitalismus
Regulierung dieser Nachbarschaftshilfe = Sozialismus

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 13:58

@enrico:

“Man braucht doch die super-produktiven Roboter,”

Yep, im Idealfall einmal. Danach reproduzieren und reparieren sie sich selbst.

” ist das kein Kapital?”

Doch, aber eben eine Einmalinvestition. Und für die brauche ich keinen Kapitalismus. Und wenn Produktionsmöglichkeiten (theoretisch) gegen unendlich gehen, brauche ich auch keinen Preismechanismus mehr.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 14:01

@Linus:

“Und selbst dann ist es fraglich, ob es überhaupt zu brauchen ist. ”

:-). Das ist immer eine Frage der Alternativen. Wenn die noch schlechter abschneiden, akzeptiert man jede bessere Lösung. Frei nach Winston Churchill: Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.

Gruss,
Thorsten Haupts

holger November 11, 2017 um 14:07

–>Doch, aber eben eine Einmalinvestition. Und für die brauche ich keinen Kapitalismus.”

Wer eben ein oberflächlicher Honk ist, der bleibt es auch…

Nein… wir brauchten überhaupt keine Entwicklungsstufen dahin… überhaupt nicht. Haupts hat die Robotnix ganz alleine Entwickelt und gebaut…

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 14:09

@Adam Cartwright:

“Und trotz aller Bemühungen scheitert die Integration der Einwanderer aus Arabien und Nordafrika zum großen Teil (nicht komplett!), während die Integration der Einwanderer aus vielen anderen Ländern funktioniert. ”

Genau das würden Zuwanderungsbefürworter energisch bestreiten, weil das einfach nicht sein darf. Aber da frisst sich die Realität schon durch – nicht umsonst sind die Schwedendemokraten (Afd-Gegenstück) mit 13% bereits im Parlament und in aktuelleren Umfragen deutlich höher.

Es hätte in Deutschland niemals eine AfD im Bundestag gewesen, wäre die 1 Million Zuwanderer 2015 aus anderen Teilen der Erde gekommen.

Gruss,
Thorsten Haupts

ruby November 11, 2017 um 14:10

“In den USA gibt es mit der Notenbank (Fed), Einlagensicherung (FDIC), Wertpapieraufsicht (SEC), Derivateaufsicht (CFTC), dem Währungsbüro (OCC) und dem Büro zum Konsumentenschutz (CFPB) allein sechs nationale, breit aufgestellte Behörden, deren Kompetenzen sich zum Teil überschneiden, dazu kommen weitere Aufseher mit spezielleren Aufgaben oder auf Ebene der Bundesstaaten. Der Wettbewerb der Aufseher verhindert, dass sie sich zu sehr von den Banken beeinflussen lassen, führt aber auch zu einem Dickicht von Vorschriften.”
aus dem Handelsblatt kurz nach der Inauguration von Trump
und was kann die Deutsche und europäische Elite?
und was können die politischen Parteien internalisieren von Elitenwissen und Eliten-Netzwerken?
Jameica…eine volle Lachnummer

holger November 11, 2017 um 14:10

Haupts

Du als hilfloser Pickelträger, hast gar kein Ahnung, was ein wirklicher Kapitalist ist, du bist eben mehr oder weniger nur der Verwaltungshonk, von dem Zeug, was dir zur Verfügung gestellt worden ist. Ein Anwender eben… Mehr nicht…

Linus November 11, 2017 um 14:11

@Holger:
“Auch ein AUTARKES Buschvolk im Urwald von Brasielein verfügt über KAPITALISTEN und KAPITAL”
Nein! Ein Buschvolk in Brasilien mag dem Einzelnen etwas zugestehen, weil er es sich ausgedacht, erarbeitet oder sonstwas hat, völlig wurscht. Aber es wird nie zulassen, dass sich ein Einzelner soweit “bereichert”, dass er damit die Lebensgrundlage der Allgemeinheit untergräbt.

holger November 11, 2017 um 14:13

Haupts

wenn du und deine Konsorten uns auf dem Flughafen mal wieder zu dämlich gekommen sind, dann haben wir Dienst nach Vorschrift gemacht. Dann erst, versteht auch der letzte Pickelträger und Streifenhörnchen, was KAPITAL ist…

holger November 11, 2017 um 14:15

Linus

–>Aber es wird nie zulassen, dass sich ein Einzelner soweit “bereichert”,”

DAS hat aber nichts mit dem UR- Kapitalismus an sich zu tun, dass steht nirgendswo geschrieben !!!

holger November 11, 2017 um 14:16

Linus

das Buschvolk hat Kapitalisten unter sich, und wenn es nur der Medizinmann ist !!!

holger November 11, 2017 um 14:18

Linus

WARUM heißt der KAPITÄN eigentlich KAPITÄN ?!

Morph November 11, 2017 um 14:23

@Goodneight

“Falls Du Dich mal mit dem Aufbau und der Wirkung eines Rechtsstaat beschäftigt haben solltest (…)”

Mit Verlaub, das sagt der richtige! Wenn Du auch nur das Mindestmaß rechtsstaatlicher Verfahrenslogik internalisiert hättest, würdest Du nicht einen solchen Unsinn hinsichtlich des Intersexualitätsurteils schreiben. Eine Person, deren genetische Disposition keine klare Zuordnung ermöglicht, hat sich durch alle Instanzen geklagt und nach Maßgabe der geltenden Gesetze Recht bekommen. Case closed.

Wenn dann hier im hinterletzten Winkel Leute anfangen, von geöffneten Pandorabüchsen zu schwadronieren und Intersexuelle als “Krüppel” zu beschimpfen (ohne dass die sonst ach so Anständigen, die sich immer gerne über islamische Barbaren aufregen, sich irgendwie provoziert fühlen, Grenzen des verwahrlosten Geschwätzes zu markieren), tja, dann fehlt den so kommunizierenden Leuten jede Grundlage und Rechtfertigung, sich als Hüter des Rechtsstaates aufzuspielen.

Linus November 11, 2017 um 14:26

@Holger:
“DAS hat aber nichts mit dem UR- Kapitalismus an sich zu tun, dass steht nirgendswo geschrieben !!!”

Das steht sehr wohl wo geschrieben.
Marx hat es beschrieben als: G-W-G’
Das ist der kapitalistische Mechanismus schlechthin.

Kann schon sein, dass du deine eigene Definition hast. Ich habe mich aber in meinem vorherigen Post auf die obige bezogen.

enrico November 11, 2017 um 14:28

@Adam Cartwright

“””””Sind die Zuwanderer, die aus Arabien und Afrika millionenfach nach Europa kommen und die MEHRHEITLICH aus archaischen, intoleranten, autoritären und verschlossenen Gesellschaften und Kulturen kommen, die richtigen Einwanderer, […] “””””

Natürlich sind diese NICHT die richtigen Einwanderer, das wissen wir, nur erlaubt es die herrschende PC nicht, das offen auszusprechen. Das führt dazu, dass Einwanderung generell generell abgelehnt wird und das ist wiederum falsch. Es geht um die Alternativen.

Sprechen wir aus, was die pc nicht zulässt: Statt den Archaischen wollen wir lieber gebildete Argentinier, hübsche Brasilianerinnen oder auch intelligente Han-Chinesen usw. Also alles andere als kulturfeindliche Mohammedaner.

In den 70er gab es mal den Vorschlag mehr mit Brasilien zusammen zu arbeiten, weil sich die deutsche Industrie dort sehr engagiert hat. Dass man also Brasilianer statt Türken einladen sollte, in D zu leben und arbeiten. Dies wurde aber von amerikanischer Seite schnell unterbunden, weil es das gleiche wäre, wie wenn D mehr mit Russland zusammenarbeiten würde. Man muss das also unter us-imperialem Blick verstehen, warum so viele Archaisch ins Land getrieben werden. Es geht wohl offensichtlich darum Europa und insbesondere Deutschland zu schwächen. Darf man zwar nicht sagen, ist aber wohl so.

holger November 11, 2017 um 14:30

GELD ist nichts anderes als:

Sich via Geld — Kapital kaufen zu können (Import) was man selber nicht aufweisen kann ! Zu einer bestimmten Zeit, zu einem bestimmten Ort, unter den dann herrschenden Umständen.

Das was ihr immer als Kapitalismus bezeichnet, ist nur der Handel dessen via Geld !!! MEHR NICHT !!!

Die Käuflichkeit eben !!!

holger November 11, 2017 um 14:35

Linus

Das steht sehr wohl wo geschrieben.
Marx hat es beschrieben als: G-W-G’
Das ist der kapitalistische Mechanismus schlechthin.”

Ja, was denn auch sonst ?! Wenn ich nicht ständig mehr ernten würde, dann könnte es auch keine Bevölkerungsexplosion geben !!!

Selbst die Buschmenschen müssen immer mehr Erträge sichern, als ihre Anzahl, der Stamm, in Köpfen Notwendig hätte !!!

das G| kommt alleine daher, dass immer mehr produziert werden muss, als überhaupt notwendig. Wegen dem Ausfall-Risiko !!! (Schlechte Ernte zB).

Der Vollhonk Marx bezog sich aber immer nur auf Geld !!! Und die Ausbeutung von wem auch immer !!!

NA DANN eben nicht Ausbeutung und es wären bestimmt 5 Milliarden Affen hier weniger am Leben !!!

holger November 11, 2017 um 14:40

Linus

und ich meine das jetzt so, wie ich es schreibe:

Der Kapitalist ist sich selber Schuld, diese Umstände erst geschaffen zu haben, weil er alles dazu getan hat, eine Vollversorgung auch künstlich zu ermöglichen !!!

Seitdem, platzt dieser Planet Erde, weil immer mehr Honks künstlich ernährt werden können. Und wo der HONK ist, muss die NATUR weichen !!!

Morph November 11, 2017 um 14:40

@Adam Cartwright November 11, 2017 um 13:44

Mafiöse Strukturen können mit dem Rechtsstaat koexisteren, das ist ja bekannt. Die Clan-Mentalität von Arabern passt gut zu den sozialen Strukturen organisierter Kriminalität. Ich wäre auch dafür, darüber sehr viel offener und öffentlicher zu diskutieren. Es gibt zwei Hindernisse für diese Diskussion: Sozialromantik auf der linken und Rassismus auf der rechten Seite.

Solange viele nachdenkliche Leute in der Gesellschaft (ich sage jetzt mal, die bessere Hälfte der AfD-Klientel) sich damit aufhalten, “die Linken” für die Migration verantwortlich zu machen und den Rassismus der gewaltbereiten und offen kriminellen Rechten beschweigen, kommen wir nicht weiter.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 14:42

@Morph:

“Mit Verlaub, das sagt der richtige! Wenn Du auch nur das Mindestmaß rechtsstaatlicher Verfahrenslogik internalisiert hättest …”

Klassisches Ablenkungsmanöver. Bzw. neue Baustelle (Prozesstreue). Goodnights Kernargument war klar erkennbar, dass ein Rechtsstaat, dessen Abschreckung re Kriminalität nicht mehr wirkt, am Ende ist.

Ich würde das Argument ernst nehmen. Innere und äussere Sicherheit sind die No. 1 Begründung dafür, dass Menschen Staaten und das staatliche Gewaltmonopol als legitim akzeptieren.

Gruss,
Thorsten Haupts

Linus November 11, 2017 um 14:53

@Holger:
“Der Vollhonk Marx bezog sich aber immer nur auf Geld !!! Und die Ausbeutung von wem auch immer !!!”
Tut mir leid, kein Bock auf Nebenkriegsschauplätze, wo ‘s nur um eines geht, nämlich: dass Genie einen dazu berechtigt, den ollen Marx als Vollhonk zu bezeichnen.

ruby November 11, 2017 um 15:00

Der Trump hat mit seinem “America first” die Politik vorgegeben, die der Mechanismus ist die Zahlungsfähigkeit in dem Territorium der USA aufrechtzuerhalten.
Beim Klimadoping steht dieser Präsident gegen die ganze Welt und er wird gewinnen. Weil…

Morph November 11, 2017 um 15:01

@Haupts

“Klassisches Ablenkungsmanöver.”

Im Unterschied zu Ihnen, der sich dazu bekannt hat, nicht diskutieren zu wollen, sondern seine alte, schrumpelige, weiße Meinung zu entblößen, manövriere ich nicht.

“Goodnights Kernargument war klar erkennbar, dass ein Rechtsstaat, dessen Abschreckung re Kriminalität nicht mehr wirkt, am Ende ist.”

Wir haben hier verschiedene Sachverhalte in der Diskussion. Und @Goodnight pflegt seinen apokalyptischen Alarmismus, wie es ihm durch den ideologisch verrammelten Schädel rauscht. Das ist bekannt.

holger November 11, 2017 um 15:08

Linus

–>Tut mir leid, kein Bock auf Nebenkriegsschauplätze, wo ‘s nur um eines geht, nämlich: dass Genie einen dazu berechtigt, den ollen Marx als Vollhonk zu bezeichnen.”

Doch war er… aus heutiger Sicht auf alle Fälle. Denn ich kann nicht Vollversorgung ohne Ausbeutung erreichen, besonders dann nicht, wenn es die filigranere Ausbeutung immer mehr erlaubt, jeden durch füttern zu können.

Das geht in den Synapsen so weit, dass sich die Städter in den Millionen Metropolen über Smog und Müll beschweren !!!

Eines muss man Murxes aber zugestehen, er wusste ja auch nicht, was noch so kommen sollte. Das sein Proletarier irgendwann nicht mehr gebraucht werden wird… und wenn dann nur im Promille Bereich.

holger November 11, 2017 um 15:10

Linus

dafür gibts ja jetzt auch den neuen Fred “Früher war alles besser” :D

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 15:10

@Morph:

“… manövriere ich nicht.”

Ich vermute, Sie glauben das tatsächlich. Auch gut.

Linus November 11, 2017 um 15:28

@Haupts:
–>> ” “Und selbst dann ist es fraglich, ob es überhaupt zu brauchen ist. ”
:-). Das ist immer eine Frage der Alternativen.”

Deshalb schrieb ich: man braucht keinen Krieg um Gemüse anzubauen. Haben Sie den Sinn dieses Satzes verstanden?

Also: Wozu braucht man (Wirtschafts-) Kriege? Was ist der Sinn davon? Und jetzt sagen Sie bitte nicht, das liege in der Natur des Menschen. Die Menschen sind in vieler Hinsicht hirnbefreit, das ist mir klar. Aber das ist kein Argument für Kapitalismus (ebensowenig wie der Hitler-Kult ein Argument für den Nationalsozialismus sein kann).

Morph November 11, 2017 um 15:42

@Haupts

“Ich vermute, Sie glauben das tatsächlich. Auch gut.”

Jeder, der etwas vom Aufbau und den Rechtfertigungspotenzialen von Argumenten versteht, sieht, dass Sie nicht argumentieren, und dass ich, bei aller Polemik, das Sprachspiel des Argumentierens respektiere.

Offenkundig haben Sie da schlicht ein Bildungsdefizit. Kann man nacharbeiten, wenn man Interesse an Diskussionen hat. Aber, wie gesagt, Sie haben sich dazu bekannt, hier nur Propaganda für ihre schrumpelige Meinung ausstellen zu wollen.

Wenn Sie kein Interesse an Diskussionen haben: bon. Man muss ja nicht diskutieren.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 17:10

@Linus November 11, 2017 um 15:28

“Deshalb schrieb ich: man braucht keinen Krieg um Gemüse anzubauen. Haben Sie den Sinn dieses Satzes verstanden?”

Denke schon. Hat nur keinen Bezug zum Kapitalismus? Es sei denn – was ich mir nicht vorstellen wollte – Sie wollten darauf hinaus, dass man die Grundbedürfnisse eines Menschen nach Maslow auch ohne Kapitalismus befriedigen könnte?

“Also: Wozu braucht man (Wirtschafts-) Kriege? Was ist der Sinn davon?”

Kriege oder Wirtschaftskriege? Das sind zwei radikal verschiedene Dinge, von den Konsequenzen her betrachtet.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 17:15

@Morph:

“Jeder, der etwas vom Aufbau und den Rechtfertigungspotenzialen von Argumenten versteht, sieht, dass Sie nicht argumentieren, und dass ich, bei aller Polemik, das Sprachspiel des Argumentierens respektiere.”

Tja. Der eine sieht das, was Sie hier verkaufen. Der andere, dass Sie immer dann elegant ausweichen, überleiten oder eine andere Frage aufwerfen, wenn ein Thema Ihnen argumentativ entgleitet.

Weiss aber, dass der Pudding, den man nicht an die Wand nageln kann, in manchen Kreisen mit Bildung verwechselt wird :-).

Mit respektvollen Grüssen an den argumentativen Sprachspieler,
Thorsten Haupts

warhier November 11, 2017 um 17:26

@ Morph

Wir haben hier verschiedene Sachverhalte in der Diskussion. Und @Goodnight pflegt seinen apokalyptischen Alarmismus, wie es ihm durch den ideologisch verrammelten Schädel rauscht. Das ist bekannt.

http://www.danisch.de/blog/2017/11/11/dann-musst-du-dich-wehren-oder-die-polizei-rufen/

Ich habe beim Lesen dieses Blogartikels an @Goodnight gedacht.

Morph November 11, 2017 um 17:28

@Haupts

“dass Sie immer dann elegant ausweichen, überleiten oder eine andere Frage aufwerfen, wenn ein Thema Ihnen argumentativ entgleitet.”

Wie immer: Sie behaupten fröhlich vor sich hin (Meinungsexhibitionismus).

Was Sie behaupten, ließe sich nachweisen, wenn es der Fall wäre. Nur zu! Ich wäre der erste, zuzugeben, auf falsche Daten und irrationale Prinzipien Bezug zu nehmen, wenn es denn so wäre.

Wenn sich Leute auf solche Nachweispflichten einlassen, wird es interessant! Sie präsentieren bislang nur so Ihre Meinung.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 17:43

@Morph:

“Was Sie behaupten, ließe sich nachweisen, wenn es der Fall wäre. ”

Challenge accepted. Aber bei der Benutzeroberfläche hier – bitte nicht für die Vergangeheit. Ich weise Sie beim nächsten mal drauf hin, wenn´s auffällt.

Gruss,
Thorsten Haupts

Morph November 11, 2017 um 17:47

@Haupts

Na wunderbar!

Linus November 11, 2017 um 18:15

@Haupts:
“Denke schon. Hat nur keinen Bezug zum Kapitalismus? Es sei denn – was ich mir nicht vorstellen wollte – Sie wollten darauf hinaus, dass man die Grundbedürfnisse eines Menschen nach Maslow auch ohne Kapitalismus befriedigen könnte?”
Denke schon, dass das Bezug hat. Mehr noch: es ist über weite Strecken sogar erklärtes Ziel des Kapitalismus, die Grundbedürfnisse des Menschen eben nicht zu befriedigen. Fragen Sie Herrn Schröder: “Wir haben den grössten Niedriglohnsektor in ganz Europa geschaffen”.

“Kriege oder Wirtschaftskriege? Das sind zwei radikal verschiedene Dinge, von den Konsequenzen her betrachtet.”
Das eine ist die Verlängerung des anderen, s. Ostindien-Kompanie, Opiumkrieg, Mossadegh im Iran. Die Liste ist endlos.

holger November 11, 2017 um 18:23

Oh my comment is waiting for… na e-flation… schon wieder Köttel in der Hose ?! Nun denn.

holger November 11, 2017 um 18:27

Sorry e-flation ich sehe zu viele Links… Mea Culpa

Goodnight November 11, 2017 um 19:32

@Morph

Wo habe ich Intersexuelle als Krüppel bezeichnet???????

Goodnight November 11, 2017 um 19:35

@Linus

Der Kapitalismus, da hast Du recht, der besitzt keine Gleichgewichtsmechanismus.
Aber dadurch, dass er immer von einem Extrem zum anderen läuft, läuft er immer auch wieder zurück zum Gleichgewicht, welches er immer wieder überschreitet.
D.h. er strebt nie ein stabiles Gleichgewicht an, läuft aber immer wieder zurück zum bzw. am Gleichgewicht vorbei.

Und dies kann er nur, weil er gerade immer alle Grenzen und alle Extreme überschreitet und dann scheitert. Das ewige Scheitern ist die Garantie für die Rückkehr zum Gleichgewicht.

Goodnight November 11, 2017 um 19:42

Morph, was will Du uns mit “Mafiöse Strukturen können mit dem Rechtsstaat koexisteren,” sagen?

Linus November 11, 2017 um 19:53

@Goodnight:
“Aber dadurch, dass er immer von einem Extrem zum anderen läuft, läuft er immer auch wieder zurück zum Gleichgewicht, welches er immer wieder überschreitet.”
Nope! Es ist nicht der Kapitalismus selbst, der sich neu erfindet. Es sind die Menschen, die ihn wieder zum Leben erwecken. Die Massnahmen zur Wiederbelebung sind alles, nur nicht kapitalistisch.

Man kann nun lange darüber spekulieren, warum die Menschen immer wieder auf dieses System verfallen. Ich glaube nicht, dass es an seinen wirtschaftlichen Vorzügen liegt, wie immer man die definieren mag.

Viel wichtiger ist mE die Wirkung des Kapitalismus als ordnendes gesellschaftliches Prinzip. Ob die sinnvoll ist, sei dahingestellt.
Wie Herr Müntefering sagt: “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”. Das ist zwar eine glatte Lüge, aber jeder SPD-Trottel stimmt begeistert zu.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 20:15

@Linus:

“Denke schon, dass das Bezug hat. Mehr noch: es ist über weite Strecken sogar erklärtes Ziel des Kapitalismus, die Grundbedürfnisse des Menschen eben nicht zu befriedigen.”

Tschuldigung, aber – ist das ein Scherz? Ja, ich kenne die Lebensbedingungen von Hartz IV Empfängern, ich habe einige wenige (4) in der erweiterten Bekanntschaft. Keiner von denen hungert, hat kein Dach über dem Kopf oder nichts anzuziehen. Keiner von denen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Krankenversorgung oder Bildung. Und 3 von den 4en verdienen sich die 100, 200 Euro im Monat, die man gerne für Kneipenbesuche, Kino et al hätte, durch Bargeld-Jobs dazu.

Darüber hinaus ist es mitnichten “der Kapitalismus”, der verhindert, dass es den materiell am schlechtesten gestellten 10 bis 20% besser geht. Mit “dem Kapitalismus” vereinbar wäre problemlos ein stärker sozialdemokratischer Staat mit höheren Steuersätzen, anders organisierten Sozialversicherungen, stärkerer Kapitalbesteuerung etc. Wenn man a) bereit ist, die damit verbundenen Nachteilspotentiale in Kauf zu nehmen und b) eine Bevölkerungsmehrheit überzeugen kann, dass das gesellschaftlich sinnvoll oder notwendig ist.

Demgegenüber steht ein reiner Hoffnungsposten – dass es irgendwie eine Wirtschaftsform geben könnte, die alle Nachteile des Kapitalismus vermeidet, nicht in der Falle von Diktatur&Planmisswirtschaft landet und die wesentlichen Vorteile des Kapitalismus beibehält. Details? Keine! Ausprobiert? Nirgendwo! Praktikabel? Unbekannt.

Sorry, aber solange das so ist, wird man mich nie davon überzeugen können, mich in den Reigen der “Kapitalismuskritiker” einzureihen. Aus meiner Sicht sind das im wesentlichen Leute, die meinen, ihnen msste es besser gehen, der Staat hätte dafür zu sorgen und um Details und Funktionsfähigkeit hätten sie sich nicht zu kümmern. Angereichert um ein Menschenbild, das kontrafaktisch davon ausgeht, jeder würde sein Potential gerne ausschliesslich zum Wohle der Gemeinschaft einbringen, einer der unausrottbaren Glaubenssätze von Kindern.

Also, wer den Kapitalismus in toto ablehnt und ihn durch etwas anderes ersetzen will, der braucht einen verdammt gut ausgearbeiteten Entwurf für eine Alternative. Das ist die Kernschwäche der heutigen ökonomischen Linken – sie hat keinen. Nicht mal ansatzweise. Da, wo sie auf der Welt wieder mal am Kapitalismus rumpfuscht, geht das Land automatisch den Bach runter, letzte aktuelle Variante von verpfuschter Kapitalismuskritik ist Venezuela.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 20:19

@warhier:

Diese Erlebnisse hat nicht nur danisch. Es gibt einen Grund, warum Massenzuwanderung in Deutschland jährlich unbeliebter wird, obwohl noch 2017 Qualitätsmedien rauf und runter beteten, dass mehr Kenntnis von Zuwanderern mehr Akzeptanz bedeute. Nun, nach der flächendeckenden Verteilung der Flüchtlinge und Migranten 2015 kennen viel mehr Leute die. Scheint irgendwie nicht gewirkt zu haben.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 20:23

@Linus:

““Kriege oder Wirtschaftskriege? Das sind zwei radikal verschiedene Dinge, von den Konsequenzen her betrachtet.”
Das eine ist die Verlängerung des anderen, s. Ostindien-Kompanie, Opiumkrieg, Mossadegh im Iran. Die Liste ist endlos.”

Nein. Kriege gab es weit vor dem Kapitalismus, aus allen möglichen Gründen (meistens schlicht Gier, dicht gefolgt von Religion). Sie sind also von der Wirtschaftsform völlig unabhängig. Damit sind sie mit Kapitalismus zwar vereinbar, aber nicht mehr als das.

Gruss,
Thorsten Haupts

Morph November 11, 2017 um 20:26

@Goodnight

“Wo habe ich Intersexuelle als Krüppel bezeichnet???????”

Du nicht. Habe ich auch nicht insinuieren wollen.

Ich meine das:
“colorcraze November 9, 2017 um 15:12
Diese Verfassungsgerichtsentscheidung war wirklich überflüssig wie ein Kropf.(…) Man nimmt die Krüppel zum Maßstab für das Allgemeine – was soll da anderes rauskommen als Unfug.
Hauptsache, immer gegen die Rationalität.”

Sowas geht einfach durch. Nicht, dass mich das erschüttert. Ich registriere nur, was hier im Blog akzeptiert wird und was nicht.

“Morph, was will Du uns mit “Mafiöse Strukturen können mit dem Rechtsstaat koexisteren,” sagen?”

Eben das, was der Satz mitteilt: Organisiertes Verbrechen und Rechtsstaat können koexistieren.

Ich fände es gut, wenn der Rechtsstaat das organisierte Verbrechen beenden würde. Aber ich ich bin nicht so überzeugt von Leuten, die das organisierte Verbrechen erst dann ganz ganz schlimm finden, wenn “Kulturfremde” es begehen.

Goodnight November 11, 2017 um 20:42

@morph

Was colorcraze da von sich gegeben hat, das ist völlig inakzeptabel.
Hier fehlt halt Moderation, obwohl wir uns bisher ja alle ganz geschlagen haben, auch ohne Moderator.

Whatever, zum Thema Mafia, mal rein hypothetisch:

Es existieren gewisse illegale Bereiche in der Gesellschaft, die die Gesellschaft innerhalb von gesetzten Grenzen toleriert (z.b. Prostitution)
Diese müssen kontrolliert werden, was dann nicht legal geschehen kann. Folglich lässt man dort illegale Kräfte wirken., solange man sichergehen kann, dass diese Personenkreise sich an die gesetzten Grenzen halten (z.B. keine Gewalt auf den Straßen, keine Ausdehnung in andere Bereiche).
Mit dem zunehmenden Einfluss kulturfremder Personengruppen im illegalen Sektor ist diese Struktur nicht mehr aufrechterhalten, da diese Personengruppen sich nicht mehr an die Absprachen halten.

Folglich ist da ein Problem, welches vorher nicht da war.

Linus November 11, 2017 um 20:51

@Haupts:
“Kriege gab es weit vor dem Kapitalismus, aus allen möglichen Gründen”
Das war doch gar nicht die Frage. Das Problem ist, dass Krieg dem Kapitalismus inhärent ist. Sei es aus Gründen der Profitmaximierung, sei es, weil seine Opfer sich nicht mehr anders zu helfen wissen.

Goodnight November 11, 2017 um 20:56

@Linus

Kapitalismus ersetzt Krieg.

Das ist der Witz.

Wenn ich anderen das, was ich haben will, einfach abkaufen kann, dann muss ich sie nicht mehr erschlagen.

Adam Cartwright November 11, 2017 um 20:57

@Morph
Zum Punkt: “Mafiöse Strukturen können mit dem Rechtsstaat koexistieren.“
Vielleicht habe ich meinen Standpunkt nicht klar gemacht, daher hier noch mal die Erläuterung. Der wesentliche Punkt ist, dass im vom mir genannten Beispiel ein nicht-korrupter Teil des Staates, in dem Fall die schwedische Polizei, bewusst auf das Gewaltmonopol verzichtet. Ja, schlimmer noch, die Instanz „Über-Clanchef“ als höherstehend in Anspruch nimmt, um Gewalt zwischen verschiedenen Clans zu verhindern. Es geht hier also nicht um Koexistenz, es geht hier um das Supremat des Clanchefs über die staatliche Gewalt, von staatlicher Seite anerkannt.

Das hat es bei „bisherigen“ mafiösen Strukturen nicht gegeben.

Und zum Punkt „Aber ich ich bin nicht so überzeugt von Leuten, die das organisierte Verbrechen erst dann ganz ganz schlimm finden, wenn “Kulturfremde” es begehen“

Organisiertes Verbrechen ist meiner Ansicht nach immer „ganz schlimm“. Aber das hier hat eine neue Qualität. Und ist anscheinend nicht in Griff zu kriegen.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:02

@Linus:

“Das Problem ist, dass Krieg dem Kapitalismus inhärent ist.”

Wüsste nicht, wieso. Und sehe dafür auch keinen Beleg. Japans Aufstieg vom mittelalterlichen Feudalstaat zum modernen Industriestaat zwischen 1865 und 1932 kam ohne Krieg aus, wenn wir die Minimal-Nebenbeteiligung am 1. WK mal vergessen. Chinas kometenhafter Aufstieg zwischen 1972 und heute ebenso. Europa hat seit 1956 jedenfalls keinen Krieg mehr aus wirtschaftlichen Gründen geführt, die Balkan-Interventionen waren finanziell reine Verlustgeschäfte.

Also, für die steile These, Krieg wäre dem Kapitalismus angeboren, fehlt mir ein zwingender Beweis. Wogegen die These, dass Krieg dem Menschen angeboren ist, aus der bekannten Geschichte der Menschen aller Weltgegenden und Wirtschaftsformen leicht zu begründen wäre.

Gruss,
Thorsten Haupts

Wilma November 11, 2017 um 21:06

Mafiöse Strukturen gibts fast überall. Neu ist, dass sie sich
auch ethnisch-religös bilden.
Die Rockerclubs u.a.
Der Sicherheitsdienstchef am Flughafen Köln musste gehen,
da er sich mit Baklava bestechen ließ.
Der Unterschied ist, das wir da weniger Einblick haben, als wenn
der Lions-Club klüngelt.

Linus November 11, 2017 um 21:08

@Goodnight:
“Kapitalismus ersetzt Krieg.”
Exakt! Solang sich alle Beteiligten an die kapitalistischen Regeln halten. Wehe dem, der sich nicht ausbeuten lassen will.

Man könnte meinen, der Kapitalismus sei eine rein informelle Ordnung, und das sei sein Vorzug gegnüber einer formalen Ordnung. Doch das stimmt nicht. Der Kapitalismus baut auf den unbedingten Schutz des Eigentums. Und dieser Schutz gründet auf einer formalen Ordnung.

chabis November 11, 2017 um 21:12

@Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:02
” Japans Aufstieg vom mittelalterlichen Feudalstaat zum modernen Industriestaat zwischen 1865 und 1932 kam ohne Krieg aus, wenn wir die Minimal-Nebenbeteiligung am 1. WK mal vergessen.”
Vielleicht sollten Sie vor solchen steilen Thesen mal in einem
Lexikon (Brockhaus) oder bei Wikipedia nachschauen.
“Explosionsartiges Wirtschaftswachstum und effiziente Rüstungspolitik machten aus dem unterlegenen Inselreich einen Machtfaktor in Asien. 1895 gelang Japan ein Sieg über China im Kampf um die Vorherrschaft in Korea (Chinesisch-Japanischer-Krieg) und 1905 schlug Japans Marine die russischen Streitkräfte in der Seeschlacht bei Tsushima vernichtend (Russisch-Japanischer Krieg).”
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Japans

Goodnight November 11, 2017 um 21:16

@Linus

Exakt, ohne Rechtsstaat, d.h. ohne Leviathan, kein Kapitalismus.

Linus November 11, 2017 um 21:19

@Haupts:
“Wüsste nicht, wieso.”
Bei Marx finden Sie das wasserdicht aufgedröselt. Sollten Sie eigentlich kennen. Damit es nicht zu trocken wird:
https://www.youtube.com/watch?v=Ui0NL3bb21o

QuestionMark November 11, 2017 um 21:25

Vielleicht noch kurz zum Thema “Kapitalismus und Krieg”. Im Kern ist für die Gesellschaft das Problem, dass der Kapitalist am Krieg verdient. Verrecken tun ja die kleinen Leute. Ein Bush oder Rockefeller sitzt parallel dazu ganz gemütlich in seiner Villa und zählt die Dukaten.
Also: Die einen verdienen kräftig und werden mächtiger und die anderen verrecken an der Front. Wer von den beiden Gruppierungen hat das sagen? Und ist das nun kriegsfördernd oder friedensfördernd?
Das heißt: Das Gros der Gesellschaft hat ein Problem mit der Habgier einer Minderheit. Und deshalb muß diese Minderheit beseitigt werden. Die Gesellschaft ist aktuell nicht dazu in der Lage sich gegen diese destruktive sieche Minderheit zu immunisieren.

Goodnight: Du meinst nicht Kapitalismus mit deinem Gleichgewichtstendenzen. Du meinst den Marktmechanismus. Der wird allerdings durch übermäßige Kapitalakkumulation ausgehebelt. Beispiele dazu gibt es massenweise. Microsoft etc.

QuestionMark November 11, 2017 um 21:40

Eher so: Welche der beiden Gruppierungen hat das sagen? Und ist das nun kriegsfördernd oder friedensfördernd?

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:42

@chabis:

Sorry, mein Fehler – ich bin von Kriegen ausgegangen, die der kapitalistische Staat initiiert hat. Den japanisch-chinesischen Krieg gebe ich Ihnen deswegen (mein Fehler), den russisch-japanischen aber mitnichten, der war eine hasenreine russische Aggression.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:43

@Linus:

Schön. Also hat Marx das für Sie überzeugend hergeleitet. Für mich nicht.

Gruss,
Thorsten Haupts

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:44

@Cartwright:

“Es geht hier also nicht um Koexistenz, es geht hier um das Supremat des Clanchefs über die staatliche Gewalt, von staatlicher Seite anerkannt.
Das hat es bei „bisherigen“ mafiösen Strukturen nicht gegeben. ”

In Deutschland nicht, in Italien schon.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:51

@Linus:

“Der Kapitalismus baut auf den unbedingten Schutz des Eigentums. Und dieser Schutz gründet auf einer formalen Ordnung.”

Ich will Sie nicht ärgern, aber diesen Schutz gab es mindestens ab der Einführung des Ackerbaus.

Wo er nicht “formal” war, war er schlicht gewalttätig.

Gruss,
Thorsten Haupts

holger November 11, 2017 um 22:03

KAPITALISMUS = HANDEL treiben via GELD

LOL

holger November 11, 2017 um 22:04

Ihr Froschfotzen seid noch dämlicher, als der Frosch selber… !!!

BitFrog-Coins

Linus November 11, 2017 um 22:12

@Haupts:
“Schön. Also hat Marx das für Sie überzeugend hergeleitet. Für mich nicht.”
Wunderbar! Case closed :-)

Goodnight November 11, 2017 um 22:15

@Haupts

Wenn der Ackerbauer seinen Acker selbst beschützen muss, dann hat er keine Zeit für den Ackerbau…und vice versa.

Nope, so wird das nix mit ihrem Kapitalismus in der Vor-Moderne.

Linus November 11, 2017 um 22:25

@Haupts:
“Ich will Sie nicht ärgern, aber diesen Schutz gab es mindestens ab der Einführung des Ackerbaus.”
Was Sie nicht sagen! Vielen Dank, dass Sie mich aufklären.

Mich langweilt sowas. Ich ersuche Sie daher untertänigst, den Mund möglichst nur aufzumachen, wenn Sie etwas Gehaltvolles zu sagen haben.

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 22:38

@Linus:

“Ich ersuche Sie daher untertänigst, den Mund möglichst nur aufzumachen, wenn Sie etwas Gehaltvolles zu sagen haben.”

Schliesse mich an. Machen wir das zum Prinzip hier. Also – HIER?

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 22:41

“Nope, so wird das nix mit ihrem Kapitalismus in der Vor-Moderne.”

Ach, ich wollte eigentlich nur darauf hinaus, dass das Prinzip “Eigentumsschutz” mit dem Kapitalismus so viel zu tun hat, wie die Kuh mit dem Klavierspielen. Es ist eine menschliche, keine kapitalistische, Grundkonstante.

Bin nur immer wieder überrascht, wieviele Mitbürger ihr Eigentum nicht geschützt haben wollen. Äh … theoretisch natürlich.

Gruss,
Thorsten Haupts

chabis November 11, 2017 um 22:44

@Thorsten Haupts November 11, 2017 um 21:42
Mir brauchen Sie nichts zu geben, aber vielleicht Wikipedia ?
(z.B. zu China/Vietnam wär dort auch noch was zu holen, um Ihre
These erstmal ganz platt mit Fakten abzuklopfen)

holger November 11, 2017 um 22:59

Goodnight November 11, 2017 um 22:15
@Haupts

Wenn der Ackerbauer seinen Acker selbst beschützen muss, dann hat er keine Zeit für den Ackerbau”

VOGEL SCHEUCHE :D

GUDE NACHT :D

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 23:06

@chabis:

Okay. Ich hätte die chinesische Strafexpedition gegen Vietnam nicht unter “Krieg” abgehandelt, aber wenn Sie das so sehen wollen.

Wilma November 11, 2017 um 23:47

Jetzt gibt es Clubs, in denen jemand das Nein-Sagen übernimmt. Das machen dann “Dazwischen-Tänzerinnen”.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/feminismus-hip-hop-parties-berlin

gelegentlich November 11, 2017 um 23:47

Hier geht es darum wie Eigentum in der Zukunft geschützt wird, und von wem:
https://twitter.com/hashtag/FollowTheWhiteRabbit?src=hash
Für das Datum kann ich nichts. Die Walpurgisnacht wäre dafür sicher geeigneter gewesen. Dream on!

KurtBehemoth November 12, 2017 um 14:04

@ Morph
“Wenn dann hier im hinterletzten Winkel Leute anfangen, .. Intersexuelle als “Krüppel” zu beschimpfen (ohne dass die sonst ach so Anständigen, die sich immer gerne über islamische Barbaren aufregen, sich irgendwie provoziert fühlen, Grenzen des verwahrlosten Geschwätzes zu markieren), tja, dann fehlt den so kommunizierenden Leuten jede Grundlage und Rechtfertigung, sich als Hüter des Rechtsstaates aufzuspielen.”

Es ist eine nicht gerade faire Art der Diskussion von Ihnen, jede Kritik an der Entscheidung des BVerfG mit einem Schwachsinnskommentar von einem colorcraze gleichzusetzen, nur weil die übrigen Kritiker sich von diesem Kommentar nicht geflissentlich distanzieren. Sie konstruieren hier eine gesitig-moralische “Sippenhaft”, wobei sie deren Zugehörigkeit gemäß Ihres Feindbildes selbst konstruieren.

Meine Kritik an der Entscheidung des BVerfG hat z.B. nicht das Geringste mit dem Kommentar von colorcraze gemein, vielmehr unterliegt dieser Kommentar derselben menschenverachtenden Kategorisierung, wie die Argumentationsfigur des BverfG selbst, die ich kritisiere, nur mit umgekehrten Vorzeichen; während colorcraze eine “normale” Geschlechtlicheit als Maßstab statuiert, ist es für das BVerfG die “diverse”. Meine Kritik richtet sich gegen die Annahme der Konstitution der Persönlichkeit durch das Geschlecht qua staatlichem anerkennungsakt, weil so der Staat das Geschlecht definieren und damit die ganze Persönlichkeit normieren kann. Und zwar stört mich das nicht einmal im Hinblick auf den konkreten Fall, der mir herzlich egal ist, sondern wegen der Präzedenzwirkung, die dem Argumentationsmuster des BVerfG für ein Vielzahl künftiger Entscheidungen – auch für ganz andere Rechtsgebiete als das Personenstandsrecht – zukommen dürfte; die Entscheidung des BVerfG hat Gesetzeskraft.

Btw. Wenn Sie ein viel größeres Problem als das der Migration im Verfall des Bildungswesens sehen, dabei aber nicht benennen, dass beides zusammenhängt, dann muss ich an ihrer andernorts von ihnen selbst so gerühmten geisteswissenschaftlichen Prognosefähigkeit doch sehr zweifeln. Wer heute deutsche Kinder im Vorschulalter hat – wie ich – der prognostieziert, dass sie jedenfalls in den westdeutschen Großstädten zu einer ethnischen und kulturellen Minderheit in ihrer Altersgruppe während ihrer Schulzeit gehören werden und dass dies die gesamten Gesellschaftsstrukturen in Deutschland in den nächsten Jahrzenten auseinander reißen wird, weil z.B. 2/3 der Migrantenkinder zu Hause kein Deutsch sprechen. Es werden hier Migrantengenerationen heranwachsen, die sehr schlechte Chancen haben, die nötige Bildung zu bekommen, um gesellschaftlich aufzusteigen. Ich währe über geisteswissenschaftliche Prognosen dieser Entwicklung dankbar, aber anscheinend hat bislang nur ein Herr Sieferle den Mut dazu aufgebracht.
Im Übrigen ist es geradezu eine Binse, dass der gesamte Wohlfahrtsstaat einem unbegrenzten Migrationsdruck nicht standhalten kann. Schon jetzt leben bald 3 Mio. Ausländer in Deutschland von Sozialleistungen…. Und wer heute von Migrationsdruck und Einwanderungsgesellschaft redet, dabei aber dieses Probleme verschweigt, ist ein Populist in dem Sinne, für komplexe Probleme nur simple Erklärungen zu bieten.

Thor November 13, 2017 um 21:40

Vielleicht sind die Frauen ja auch nur sauer? Man schaue doch mal in die Natur, wo sich die Männchen regelmäßig zum “Affen” machen. Z.B. die Hirsche, die sich, in Erwartung des Beischlafes, die Schädel einschlagen und sich anröhren.

Wobei es den Männchen wohl nicht um das Ergebnis an sich, sondern um den Akt geht? Es gibt diverse andere Beispiele aus der Natur, wo der Mann, aus meiner Sicht, nicht so gut weg kommt.

Aber irgendwann hat der Herr (oder die Genetik) den Menschen den Verstand geschenkt, was die ganze Sache verkompliziert. Nun stand auch die Frau unter Konkurernzdruck. Warum sollte der Mann sich nicht auch das genetisch beste Weibchen aussuchen?

Das passt den Weibern natürlich nicht….. ;-)

Wilma November 15, 2017 um 20:39

“Es ist die Universität des Soziologen Niklas Luhmann, dessen Gesellschaftstheorie auf dem Zelebrieren des Unterschieds beruht und für den die Fähigkeit zwischen schön und nicht schön zu unterscheiden, freie Kunst erst möglich macht. Luhmann würde sich vermutlich darüber wundern, dass die Schönheit plötzlich angefeindet und abgeschafft werden soll.”

https://www.welt.de/vermischtes/article170656880/In-meiner-Welt-ziehen-Frauen-an-was-ihnen-gefaellt.html

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