War früher alles besser?

by eFlation on 11. November 2017

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Seit Anfang des Jahres habe ich mit Christian Topnik einen eigenen Podcast mit dem Titel “Die Sache ist die” gestartet. Wir unterhalten uns in jeder Folge über ein Thema das die Gesellschaft bewegt. Abgeleitet von einer These versuchen wir auf unterhaltsame Art Gründe und Profiteure gesellschaftlicher Phänomene zu identifizieren.

In der aktuellen Episode 6 befassen wir uns mit der These “War früher alles besser?”

Fragt man Menschen auf der Straße, ob früher alles besser war, antworten mehr als 50% mit „Ja“. Eine Retro-Modewelle erfasst immer mehr Branchen. Nostalgie ist ein Gefühl, das riecht, schmeckt und klingt, das Vertrautheit und gemeinsame Erinnerungen schafft. Heute empfinden es mehr Menschen als je zuvor. Ein Grund ist die exponentielle technologische Entwicklung. Doch viele Menschen fühlen sich überfordert. Hat die Zukunft noch eine Zukunft? Wird Science Fiction durch die technologische Singularität obsolet? Welche Auswirkung hat all dies auf unsere Gesellschaft? Wir versuchen, in der 6. Episode eine Antwort zu finden.

{ 70 comments… read them below or add one }

ruby November 11, 2017 um 11:25

Sich von vergangenem zu lösen, weiter zu leben, bringt immer viel starke Empfindungen.
“Things get damaged Things got broken”

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 12:02

Yup, es gibt viele Menschen, gerade in der Altersklasse 50plus, die glauben tatsächlich, dass früher alles besser war.

Ein verklärter Blick auf die eigene Jugend, die Intensität der erstmaligen Begegnungen mit neuem, das Gefühl der Übersichtlichkeit einer medial vermittelten “einfacheren” Welt, starke Glaubenssysteme, ein funktionierender Ordnungs- und Rechtsstaat und die Heilsversprechen eines in den siebzigern überdehnten Schönwetter-Betreuungsstaates dürften alle eine Rolle spielen.

Plus – nicht zu unterschätzen – die heute 50 bis 80jährigen Westdeutschen, gute 30% der Bevölkerung, hatten häufiger als Jüngere eine ungebrochene Normbiographie – Schule, Ausbildung oder Studium, langsamer finanzieller Aufstieg in der Ausbildung entsprechenden Normalarbeitsverhältnissen häufig eines oder jedenfalls weniger Betriebe, Heirat, Hausbau, Kinder.

Und wieviel ist jetzt wirklich besser oder schlechter geworden? Keine Ahnung. Eines aber ganz sicher – das Grundvertrauen in Ordnung, Stabilität und Sicherheit. Aus vielen Gründen.

Gruss,
Thorsten Haupts

holger November 11, 2017 um 13:48

Moin,

sehr schönes Thema welches man hoch und runter diskutieren kann. Natürlich hatte das „Früher“ viele Vorteile, aber eben auch weniger Vorteile. Es kommt darauf an, welche Zeitabschnitte man mitmachen darf. Also wann man geboren ward unter welchen Umständen, und in was für einer Gemeinschaft (Umfeld) man sozialisiert wurde. Glückssache eben…

Wenn einer sagt: „Früher war alles besser“, was meint er denn nun damit wirklich ?!

Ich sehe das doch wieder an den Kommentar vom Hauptmann der Baby-Boomer (BB) Generation. „Karriere“ gemacht, weil es eben noch den IVAN als Ganzes als Feindbild gab. Glück gehabt eben oder nicht ?! Nur schade, dass es dann wohl doch nicht zum BS gereicht hatte oder ?!

Yep vor 1989 war alles besser, jedenfalls finanziell, (Kaufkraft) und wie gesagt der IVAN als Feindbild nicht das schlechteste.

Und bis 1989 gab es viele Dinge die unter „Früher war alles besser“ gefallen sind und auch noch fallen. Danach kam die Endlösung der „Deutschen“, nachzulesen unter http://www.2plus4.de steht alles drin dran und drum.

Die Truppe wurde von rund 700.000 auf unter 200.000 gebracht, und gleichzeitig ab 1994 wütete VW mit Ignazio Lopez, Hartz, Biäch, unter der Federführung von Schröder, im Markt der Techniker, und hat mal eben für rund 5 Millionen „Arbeitslose“ gesorgt. Leidtragende ?! IWO die Älteren wurden mit 58 in Vorruhestand geschickt, und die BB festigten somit ihre Dominanz in der Industrie… gerade solche Schenkelklopfer wie das Hauptsmännchen.

Als wenn er selber was dazu könnte !? Er war nur zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit dem richtigen Alter… mehr doch nicht ! So wie heute jeder Affe beim Bund genommen wird, mangels Masse, hat er sich damals in das zivile System eingepasst, er hätte ja auch in den höheren Dienst des zivilen Staates einsteigen können. (Wiedereingliederung).

Ich weiß tatsächlich nicht, was man mit „Früher“ meint. Ich konnte mich 93 nicht weiter verpflichten, wegen Abbau der Truppe, in der Industrie wurde die Truppe auch abgebaut. Der einzige der aufgebaut hat 1994 war ich, wurde Vater… und ab da an, hört das „früher war alles besser“ für mich schlagartig auf… mit 25 Lenzen Industriemeister, war ich gar nichts. Im Gegenteil, ich hab den sogar verschwiegen, bei Bewerbungen.

Wer von Euch hat schon mal als Leihaffe malocht?! Ich war als Leihaffe bei D.I.S. 12,15 DM/Stunde. Stationen: VW-WERK, AEG, MERCEDES… immer für die Subunternehmen von denen. Da war immer dolle Stimmung.

AB 1994 ward überhaupt NICHTS besser !!! Die letzten 23 Jahre für den ARSCH… gerade für meine Generation nichts halbes und nichts ganzes… Immer noch hocken diese neunmalklugen BB samt ihren Hauptsvögeln auf den Pöstchen und Posten und schwallen dummes Zeuchs.

Die Generation Ü54 ist die eigentliche Krätze, die momentan als Tierchen unter der Haut der Gesellschaft tätig ist. Waren schon immer egoistische Arschlöcher. Schlimmer noch sind die, die so um 49 geboren sind… was WAREN und sind DAS nicht nur für HELDEN gewesen !!!

Doch Haupts, Du bist schon so ein Held… anstatt mal ganz demütig in sich zu gehen, „Gott“ zu danken, dass Du eben dann und dann unter den Möglichkeiten aufwachsen durftest, kommen nur dumme Sprüche !
Das schöne daran ist, in 20 Jahren werdet ihr Baby-Boomer-Zecken noch alle die Faust in die Fresse bekommen. Und eines schreibe ich dir jetzt schon in dein Tagebuch… 12 Monate leiden zu müssen, ist intensiver, als 20 Jahre in geordneten Verhältnissen gelebt zu haben. Denn danach ist das mit dem Erholen nicht so prickelnd.

—>Und wieviel ist jetzt wirklich besser oder schlechter geworden? Keine Ahnung. Eines aber ganz sicher – das Grundvertrauen in Ordnung, Stabilität und Sicherheit. Aus vielen Gründen. „

Du hast keine AHNUNG ?! Kannst du ja auch nicht HABEN… woher denn auch ?! Zwischen Besser und Schlechter, was haste denn da gemacht ?!

Und woher sollte denn das bitte schön e-flation her kennen, oder ein wgn ?!

Weißte was früher BESSER war?! Man durfte noch anständig sterben !!! WAS haben denn die ganzen „Weltverbesserer“ gebracht ?! Insbesondere die GRÜNEN AFFEN ?! Selbst die Gewerkschaften haben DANK des IVANS nur große Schnauze haben können !!! Heute ist es die größte ROTZ-BANDE aller Zeiten !!!

FRÜHER war nicht alles BESSER, aber nicht jeder musste das GUTE sein…

Nur eine Anekdote noch: ICE Bahnhof, ich ne Kippe geraucht, Vater ich denke mal 27, macht mich an, weil sein ca. 2 jähriges Kind darunter leiden würde, im Kinderwagen, wenn ich rauche. Ich zu ihm, passen sie lieber auf den Bremsstaub der Züge auf, ihr Kind ist schon stark auf der Haut oxydiert…

gelegentlich November 11, 2017 um 14:04

„War früher alles besser?“ – die Frage kann man so wohl nicht stellen. Es kommt doch wohl darauf an für wen und für wen nicht. Und für eine Reihe von Mitkommentatoren sieht es dem Anschein nach so aus:
https://imagebin.ca/v/3gvWsjsYGpxy

gelegentlich November 11, 2017 um 14:28

Eines war früher sicher besser. Man wurde nicht derart dreist durch die transatlantischen MSM FakeNews-Medien angelogen:
https://clarityofsignal.com/2017/04/10/false-flagger-al-nusra-front-terrorist-reporter-hadi-abdallah-first-responder-to-chemical-massacre-in-idlib-syria-on-april-4th-2017/
(ist natürlich selber eine interessegeleitete Quelle; aber die mitgeteilten Fakten dürften noch präsent sein: der Giftgaseinsatz angeblich durch Assad)

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 15:02

@gelegentlich:

Na, dann lügen alle Zeugen in diesem Bericht. Oder die Reporter haben das frei erfunden:

edition.cnn.com/2017/04/05/middleeast/idlib-syria-attack/index.html

Auszug:
Mazin Yusif, 13, tells a harrowing story of being caught up in the apparent chemical attack.
“At 6:30 in the morning, the plane struck. I ran up on our roof and saw that the strike was in front of my grandfather’s house,” Mazin told CNN.
He said he ran toward his house and found his grandfather slumped over. He ran outside to call for help. “I got dizzy and then fainted in front of my grandfather’s garage. I next found myself here in this hospital, naked in a bed.”
The boy’s grandmother, Aisha al-Tilawi, 55, said she saw blue and yellow after the plane dropped a chemical-laden bomb.
“We started choking, felt dizzy, then fainted. Mazin was trying to wake up his grandfather. Three of my family died,” she said, lying in bed with an oxygen mask on her face.
Another survivor, Ahmed Abdel Rahim, 31, stared vacantly from his hospital bed while explaining he was hit with a poisonous substance carried by three rockets.
“I was in my house. I had difficulty breathing, but I feel better now. But I did throw up after getting to the hospital. I don’t know if my family is dead or alive. I don’t know anything,” he said.

Mann, habe ich Langeweile :-). Ich diskutiere mit einem Assad-Verteidiger. Fühlt sich ähnlich an, wie meine Auseinandersetzungen mit Holocaustleugnern in den neunzigern. Gleiches Muster.

Gruss,
Thorsten Haupts

gelegentlich November 11, 2017 um 15:19

@ Thorsten Haupts
Die müssen gar nicht lügen, weil deren Aussagen zu einem möglichen Chemiewafenangriff durch Assad überhaupt nichts sagt. Das ist ja Terroristen-Gelände. Und welche Positionen die Zeugen haben weiß man auch nicht. Der Westen weiß offenbar warum man eine unabhängige Untersuchung mit freiem Zugang für alle Untersuchenden zum Unglücksort abgelehnt hat. Muss man wirklich erwähnen was daraus zu schließen ist?
„Mann, habe ich Langeweile :-). Ich diskutiere mit einem Assad-Verteidiger. Fühlt sich ähnlich an, wie meine Auseinandersetzungen mit Holocaustleugnern in den neunzigern. Gleiches Muster.“
Tja, sorry, fällt Ihnen auf die Füße. Dieser Fall und auch die Weißen Helme insgesamt sind so gut dokumentiert inzwischen dass eine relativ weit entfernte Figur wie Sie, die offenbar noch nicht mal die relevanten Medien dazu sich angesehen hat, mit belanglosen Bemerkungen über eigene Empfindungen da auf verlorenem Posten steht. Das Urteil über transatlantische MSM steht daher auf besserer Grundlage denn je: FakeNews-Schleudern, Kriegshetzer. – Es bleibt ja Ihr Recht das gut zu finden. Nur, Mensch, stehen Sie endlich mal dazu! Vergleichen Sie bloß die Art und Weise wie westliche Medien die Befreiung Ost-Aleppos beschrieben haben mit der, wie man die Befreiung Mossuls dargestellt hat. Unabweisbarer Schluss: Ihre heile Welt ist untergegangen, Herr Haupts!
Eine Bitte aber: Kinderkram wie „Assad-Verteidiger“ lassen Sie bitte stecken. Ist ja ähnlich peinlich wie „Putin-Versteher“. Es nennt Sie ja auch niemand „Kopfabschneider-Fanboy“.

Hartzi November 11, 2017 um 16:51

Wenn man das “früher” eingrenzt, dann schon.

Rückblickend betrachtet, waren die 90er, so meine subjektive Meinung, das glorreichste und beste Jahrzehnt, das die Menschheit je hatte. Danach ging und geht es wieder steil bergab. Jetzt sind wir wieder etwa bei den 50ern (Technik ausgenommen).
Einschränkend muss man aber anmerken, dass die 90er auch das Jahrzehnt waren, in dem unter der Oberfläche all die Sauereien zusammengebrodelt wurden, die sich dann nach der Jahrtausenwende entfalteten.

gelegentlich November 11, 2017 um 17:31

@ Hartzi November 11, 2017 um 16:51
Nach meiner Erinnerung begann das dunkle Zeitalter des Neoliberalismus in Deutschland mit dem sog. Lambsdorff-Papier. Danach kam dann der Schröder-Putsch (gegen das von Lafontaine entworfene Wahlprogramm, auf dessen Grundlage die Schröder-Fischer-Regierung ihre Mandate erhalten hatte). Damit war die Illusion politischer Willensbildung weg. Und dann der Eintritt in einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen Serbien, die Kosovo-Lüge. Die noch immer vorhandene gute Laune in der Bevölkerung sorgte für ihre Wehrlosigkeit. Die Arbeitnehmer vergaßen dass sie ohne Gewerkschaften ein wenig erheblicher Sch… sind. – Das einzige Positive, dass ich danach sehen kann, ist die (vorläufige?) Tatsache dass das Internet die Deutungs- und Informationshoheit der Eliten zertrümmert hat. An deren Darreichungen glauben heute nur noch sehr naive Menschen, etwa @Goodnight oder @Thorsten Haupts. ;-)

enrico November 11, 2017 um 17:31

Alle Antworten auf diese Frage sind falsch….hat man früher gesagt.
Heute wissen wir mehr. Oder gehören Sie nicht zu uns?

;-)

holger November 11, 2017 um 18:29

holger November 11, 2017 um 18:28
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holger November 11, 2017 um 18:22
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gelegentlich November 11, 2017 um 17:31
@ Hartzi November 11, 2017 um 16:51
Nach meiner Erinnerung begann das dunkle Zeitalter des Neoliberalismus in Deutschland mit dem sog. Lambsdorff-Papier. Danach kam dann der Schröder-Putsch (gegen das von Lafontaine entworfene Wahlprogramm, auf dessen Grundlage die Schröder-Fischer-Regierung ihre Mandate erhalten hatte).”

Horsch ich suche ja nicht in allen Dingen Stunk mit dir. Wirklich nicht. Aber komischer Weise, hat überhaupt noch keiner die Zeit aufgearbeitet, http://www.2plus4.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Schr%C3%B6der_I_(Niedersachsen)

Schröder war 1990 bis 94 der “Schattenkanzler” aus dem Hause Hannover. Ich werde jetzt keine weiteren Verknüpfungen hier rein pasten. Erst durch diesen “Staatstreich” erreichte VW die MACHTSTELLUNG die VW danach inne hatte und hat.

Diese Herren haben den Träumer KOHL Träger von Orden Bnai Brith ausgelacht… bis dann mein Mädchen auch Orden Bnai Brith die Wege wieder anders gestalten sollte.

Da hat aber der Schröder dumm geguckt und machte sich auch gleich auf zu PUTIN …

Der Sozialist Schröder samt den Gewerkschaftshuren, hat bewusst mit dem Hause Hannover dafür gesorgt, dass MILLIONEN meinereiner auf der Straße landeten, und das fressen durften, was ADECCO CLEMENT an Kuchen verteilt hatte.

Die ZEITARBEIT das moderne SKLAVENTUM in der MASSE ist von Sozialisten entworfen…

Die Krönung dessen ist HITLER IV made bei WOLFSBURG !!!

Danke bitte…

holger November 11, 2017 um 18:31
holger November 11, 2017 um 18:32

und dieser auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz

Gute Alte Zeit… ;D

Michael Stöcker November 11, 2017 um 18:44

Alles war früher sicherlich nicht besser, aber vieles könnte deutlich besser laufen. Es gibt zumindest erste zarte Hoffnungspflänzchen für eine wirkliche geistig-moralische Wende:

What Have Economists Learned from the Global Financial Crisis? https://www.youtube.com/watch?v=CkErvaAgXr0. Mal schauen, wie lange diese Einsichten noch brauchen, bis sie auch im SVR mehrheitsfähig sind.

LG Michael Stöcker

holger November 11, 2017 um 18:59

Michael Stöcker November 11, 2017 um 18:44
Alles war früher sicherlich nicht besser, aber vieles könnte deutlich besser laufen. Es gibt zumindest erste zarte Hoffnungspflänzchen für eine wirkliche geistig-moralische Wende:”

Herr Stöcker

für wen könnte es besser laufen ?! Für BitCoin oder für Gold und Silber ?!

Ich bewundere immer noch, meinen “Bruder” Frank Meyer (Ossi) auf der Telebörse (N-TV), wie er sich jeden TAG etwas neues einfallen lassen muss, um diesen Schwachsinn zu erklären. Und vor allen Dingen den Dörk Müller, der ja nun auch in meinem Alter ist.

Hey… wir sind alle ein Jahrgang !!! Ich hab vor einigen Monden denen schon gesagt (auch hier), warum die Zinsen nicht mehr steigen können, und warum das System zur Stagnation kommt “Produktlebenszyklus” !!!

WAS war die Reaktion ?! Halts Maul, das wollen wir nicht hören !!!

Fakt ist: Meyer kann sich sein Gold und Silber sonst wohin stecken und C(r)ashkurs Dörk kämpft wie der Don gegen Windmühlen…

gelegentlich November 11, 2017 um 19:21

„Aber komischer Weise, hat überhaupt noch keiner die Zeit aufgearbeitet, http://www.2plus4.de“
Das ist gar nicht komisch. Man sucht im Alltag immer zuerst die Gedanken auf die eine positive Lösung versprechen und verwendet viel Energie darauf, die realistischeren, aber negativen, zu verdrängen. Wer es nicht glauben will sollte einfach hier @Thorsten Haupts und @Goodnight unter dieser Perspektive lesen. Die sind in diesem Punkt wirklich unkaputtbar.
Dieses Land ist im Grundtenor ein kaltes geworden. Ca. 60% meinen wohl sie kämen immer noch irgendwie klar (Neo-Biedermeier, Hans Huett) und lassen die 40%, die abgehängt sind, draußen im Kalten. Das war früher besser, vielleicht war die Erinnerung an die Katastrophe noch frischer . Eine Patentlösung fällt mir dazu aber nicht ein.

Michael Stöcker November 11, 2017 um 19:21

@ holger

Bitcoin gehört ebenfalls in die Kategorie „Schwachsinn“. Schlimmer als die Tulpenmanie. Ohne Kredit keine Währung, keine Währung ohne Zentralbank: http://www.perrymehrling.com/2017/09/cryptos-fear-credit/

LG Michael Stöcker

Michael Stöcker November 11, 2017 um 19:25

Und hier noch die Sicht von Dani Rodrik zum Thema Neoliberalismus: http://bostonreview.net/class-inequality/dani-rodrik-rescuing-economics-neoliberalism.

LG Michael Stöcker

Michael Stöcker November 11, 2017 um 19:26

@ gelegentlich

„Eine Patentlösung fällt mir dazu aber nicht ein.“

Eine Patenlösung sicherlich nicht, aber viele kleine und große Schritte. Das hier wäre doch mal ein Anfang: https://zinsfehler.com/2017/02/09/le-neoliberalisme-est-mort-vive-le-neoliberalisme/.

LG Michael Stöcker

Michael Stöcker November 11, 2017 um 19:28

Und hier noch die Langversion von weiter unten: https://www.youtube.com/watch?v=tNwefYMhA_8

LG Michael Stöcker

gelegentlich November 11, 2017 um 19:58

@ Michael Stöcker November 11, 2017 um 19:28
Danke für die Hinweise! Ist ja ein dafür kompetentes Forum hier. Ich selber muss aber sehen nicht im Kalten zu stehen und werde einige Tage zur Verdauung brauchen. Nichts für ungut!
Vorhin vergessen: mein persönliches Saulus-Erlebnis war nicht die Einführung von Hartz IV sondern die Kosovo-Lüge. Das betraf nicht nur die Frage wen man wählen kann, sondern viel weitergehend wem in den Medien (Internet spielte noch keine Rolle) man noch glauben kann. Den MSM war es immerhin noch gelungen die Leute solange abzuwiegeln bis sich die Empörung über die Hufeisenplan-Lüge gelegt hatte. Den Schwindel zum Irak (Massenvernichtungswaffen) hat unsere Öffentlichkeit wohl nicht mehr geschluckt. Wie das @Thorsten Haupts und @Goodnight damals ging weiß ich nicht.

Goodnight November 11, 2017 um 20:05

Früher war alles besser, weil man nur früher kennt. Später ist immer eine Unbekannte.
Trotzdem laufen wir weiter ins Später, weil das Gehirn mittels Sinn immer Anschluss braucht. Und ohne Später, d.h. Zukunft wäre kein Anschluss vorhanden und folglich würden wir aufhören zu denken, weil man nicht Rückwärtsdenken kann.
Somit ist es völlig egal, ob früher alles besser war. Weil wir trotzdem weitermachen, in der Hoffnung, dass alles wieder so wird wie früher oder bleibt oder sich verbessert.

BTW:
1914-1918 war nicht so doll, hab ich gehört, 1929-1945 auch nicht. In den 50er Jahren war noch Armut, in den 60er und 70er war man froh wenn man sich einen Fernseher und ein Auto leisten konnte, ab den 80er Jahren gab dann Urlaub in der Ferne. Die 90er Jahre waren dann Dekadenz und ab dann ging es schon wieder Abwärts.

Das, was Leute wie Stöcker und Holger als Referenz für ihr Wohlstand für alle bezeichnen, das war eventuell eine Dekade lang in Europa zu beobachten. Ein bisschen Gleichverteilung. Ein kleines Paradis im Zentrum des kapitalistischen Sturms.

Das war die Ausnahme.

Goodnight November 11, 2017 um 20:09

@Gelegentlich

Ich bin Realist.
Ich verstehe, dass die Welt nur durch Doppelmoral existieren kann.

Damals, 1984, ist Afrika verhungert.
Wir haben hier im Westen eine Party gemacht (Band Aid) und dann das Geld nach Afrika gesendet. Das haben dann die Diktatoren für Nutten und Party verballert und wir hier im Westen fühlten uns gut und rein und moralisch erhaben.

Keiner wäre auf die Idee gekommen Afrikaner nach Europa zu lassen.

Wir waren ja nicht bescheuert.

Diese Härte im Denken, die geht Ihnen und der aktuell weichgespülten Generation der Deutschen ab.

Und deshalb sind Sie nicht überlebensfähig.

So einfach.

Danke!

Goodnight November 11, 2017 um 20:24

BTW:

Wenn der Stöcker hier aufschlägt, dann sollte WGN mal langsam von seiner Couch aufstehen und hier mitspielen.

gelegentlich November 11, 2017 um 20:36

@ Goodnight
„Das, was Leute wie Stöcker und Holger als Referenz für ihr Wohlstand für alle bezeichnen, das war eventuell eine Dekade lang in Europa zu beobachten. Ein bisschen Gleichverteilung. Ein kleines Paradis im Zentrum des kapitalistischen Sturms.“
Ist doch schon einmal was. Also war das jedenfalls besser, nicht wahr?
Machen wir uns doch nichts vor: weichgespült sind immer die anderen, a la „alles Nutten, außer Mutti“. So wie Sie sich und Ihr Umfeld im Rhein-Neckar-Raum früher dargestellt haben – wo in diesem Land ist man denn weichgespülter als dort? Mir fällt da keine Region ein. Daher erscheinen mir Ihre markanten Aussagen auch stets Eskapaden der Entfremdung zu sein. Irre eigentlich im Sinne von: man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Goodnight November 11, 2017 um 20:53

@gelegentlich

Rhein-Neckar????

Nope, D-Dorf!

D-Dorf war von den späten 80er und bis ca. 2010 selbst in Deutschland die lieblichste und schönste und paradiesischste Ort ever.

Und ich war dabei, damals, jung und schön, auf den Boxen der Bhagwan Disco, im Checkers, am Rheinufer, auf der Kö.

Ich müsste eigentlich der jammernde Hippie sein, der der verlorenen Zeit hinterher trauert und auf den bösen Kapitalismus schimpfen, der das Ruhrgebiet spätestens nach 2001 nahezu ausradierte.

Meine Heimat ist abgebrannt wie Pommernland.

Ich bin Wirtschaftsflüchtling hier im Schwabenland.

Heimatlos, musste mich beruflich umorientieren, nachdem ich den Beraterjob für meiner Intelligenz nicht zuträglich empfand.

Alles hat er mir genommen, der Kapitalismus.

Und ich habe es mir zurückgeholt.

Weil der Kapitalismus das ermöglicht.

Neue Heimat, neuer Wohlstand.

Nur die Bhagwan Disco, die gibts nicht mehr…. :-(

Thorsten Haupts November 11, 2017 um 20:54

@goodnight:

“Das, was Leute wie Stöcker und Holger als Referenz für ihr Wohlstand für alle bezeichnen, das war eventuell eine Dekade lang in Europa zu beobachten.”

Und trug den Keim des Nichtfunktionierens bereits in sich. Ein Schönwetter-Sozialstaat, ausgerichtet auf optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und auf eine Bevölkerung, in der die Selbstverpflichtung jedes einzelnen, vor der Inanspruchnahme von Hilfe zuerst einmal für sich selbst zu sorgen, noch absolut und flächendeckend selbstverständlich war.

Längst abgelöst durch die immer selbstverständlicher vorgetragene Forderung, der Staat/die Gemeinschaft hätte jedem einzelnen Menschen bedingungslos ein gutes Leben zu garantieren, weil: Menschen. Mit dem Mindset ist übrigens jeder grosszügige Sozialstaat (Deutschland der frühen achtziger) schneller am Ende, als ich “guten Tag” sagen kann.

Ach ja, Deutschland der frühen achtziger. Als die erste Kohl-Regierung Kassensturz machte und statt weiterer Steuererhöhungen die ersten Staatsausgaben-Eindämmungsprogramme beschliessen musste. Im wesentlichen wegen völlig aus dem Ruder laufender Sozialausgaben. Hätten damals die damaligen Sozialdemokraten die politischen Gefechte gewonnen UND das gemacht, was sie vorgaben machen zu wollen, wären wir heute folgerichtig bei einer Abgabenquote von 100%. Und es würde immer noch nicht reichen.

Gruss,
Thorsten Haupts

Wilma November 11, 2017 um 20:57

Vielleicht nicht besser, aber einfacher.
Es geht viel Lebenszeit verloren, um Krankenversicherungs- ,
Autoversicherungs-, Stromtarife und vieles mehr zu vergleichen.
Gleichzeitig soll man sich um eine zusätzliche private Altersversorge bemühen, die dann noch nicht mal Zinsen bringt.
Und nicht nur Lebenszeit geht verloren, sondern auch Vetrauen in die Glaubwürdigkeit der ganzen Anbieter.
Ich habe keine Lust mehr, mir 10 Seiten Geschäaftsbindungen durchzulesen um irgendwelche Finten zu entschlüsseln.

Goodnight November 11, 2017 um 21:01

@Haupts

Yep, hier muss man sich mit Personen unterhalten, die glauben, Sozialstaat, Frieden, Freiheit und Wohlstand wären von Gott gegeben.

Kindergarten hier und dort und ganz besonders in Berlin.

Da haben all die Generationen vor uns für Sozialstaat, Frieden, Freiheit und Wohlstand gekämpft und geblutet und gearbeitet, und jetzt kommt diese Generation von Riesenbabys und reißen alles mit ihrer Dummheit innerhalb von wenigen Jahren ein.

gelegentlich November 11, 2017 um 21:16

@
„Und ich habe es mir zurückgeholt.
Weil der Kapitalismus das ermöglicht.
Neue Heimat, neuer Wohlstand.“

Sie – Glückspilz!
(Hab ich von Herbert Wehner geklaut)
Tonlage kenne ich noch aus dem Religionsunterricht: Live-Übertragung, ein Pharisäer am Mikrofon.
Andere, wie z.B. Wilma, ich auch und viele meiner Bekannte, sind es tatsächlich leid für eine banale Autoversicherung Lebenstage aufzuwenden um den Trick im Kleingedruckten zu finden. Wo kann man heute noch einfach mal einen => realistischen Preisvergleich machen? Ohne Studium, meine ich. Hat sicher auch der Kapitalismus ermöglicht.
Affirmation und Weihrauch. „Luja!“ sagt man dazu nur.

Neugier: kommt das Spottowrt „Du Checker“ von dieser Disco?
Über Düsseldorf habe ich nur Wencke Myhre in Erinnerung: Ach wärst Du doch in Düsseldorf geblieben, Du schöner Cowboy…

Goodnight November 11, 2017 um 21:19

@gelegentlich

Aus dem Checkers kam nur die Claudia Schiefer, leider kurz vor meiner Zeit, ich war da noch auf der Box in der Bhagwan beschäftigt.

Goodnight November 11, 2017 um 21:20

Claudia Schiffer natürlich, kennt die Autokorrektur hier anscheinend nicht…

gelegentlich November 11, 2017 um 21:33

Goodnight November 11, 2017 um 21:20

„Claudia Schiffer natürlich, kennt die Autokorrektur hier anscheinend nicht…“
Was soll aus Deutschland werden wenn die durch die 68er verursachte Halbbildung jetzt sogar die Autokorrektur erreicht hat? Schwere Zeiten, aber wem sage ich das?
Danke soweit, habe da offenbar nichts verpaßt.

Wilma November 11, 2017 um 21:40

Schade @gelegentlich.
War ne tolle Zeit.
Diese Leichtigkeit gibts nicht mehr.
Je ne regrette rien

Thor November 11, 2017 um 21:55

“Ein Grund ist die exponentielle technologische Entwicklung.”

Den exponentielle Charakter bezeifle ich. Ich denke es handelt sich eher um eine Wurzelfunktion. Nehmen wir das Mooresche-Gesetz, nachdem sich alle zwei Jahre die Komplexität der integrierten Schaltkreise verdoppelt. Aber was genau sagt das aus? Man bringt mehr Schaltkreise(Tansistoren) auf kleinerem Raum unter. Was rein physikalisch nicht unendlich geht. Damit kann man dann mehr Rechenoperationen pro Takt ausführen.

Aber was bringt das? Gibt es Probleme auf der Welt, die sich dank “Rechenpower” klären lassen? Der einzigste Grund scheint mir die Cryptografie zu sein.

gelegentlich November 11, 2017 um 22:01

@ Wilma November 11, 2017 um 21:40
„Diese Leichtigkeit gibts nicht mehr.“
Da gibt es 2 Faktoren: die Zeit und die Menschen. Ich rate Ihnen, ganz im Ernst: fahren Sie in den Nahen Osten. Türkei, sehr günstig zur Zeit, Libanon (falls die Nachrichten dazu nur Bluff sind, wonach es heute aber aussieht). Da können Sie sehen wie man dennoch diese Leichtigkeit leben kann. Achtung: wenn Sie dann zurückkehren und im Zug nach Hause sitzen gibt es einen saftigen Kulturschock. Einen unangenehmen.

Bruchmüller November 11, 2017 um 23:15

Gern würde ich hier mal einige humorige wie auch fantasievolle Versuche lesen, das Phänomen “Gruß Thorsten Haupts” zu erläutern. Wer traut sich´s zu?

Linus November 11, 2017 um 23:36
Linus November 11, 2017 um 23:48
Folkher Braun November 12, 2017 um 00:12

Bester Bruchmüller: Ich schätze die Kommentare von Thorsten Haupts sehr, weil er halt eine Lebenserfahrung durch RCDS und Bundeswehr gesammelt hat, die vielen Kommentatoren fehlt. Mir auch.
Ich habe ihn im Rebellmarkt vom D.A. schon als Erzreaktionär bezeichnet, der er ja auch ist. Nur muss ich als Salonbolschewist akzeptieren, dass er sich die Wirklichkeit schönredet, genau so, wie ich das von meinen Gesinnungsgenossen kenne.
Zur Sache: Wir haben zu den Zeiten der prosperierenden Ökonomie so etwas wie das “Arbeitsförderungsgesetz” von der SPD bekommen – 1969. Dieses Gesetz erlaubte mir, einen Facharbeiter- und einen Meisterbrief zu erwerben. Das Uni-Diplom hatte ich schon vorher.
Dieselbe SPD, die das eingerichtet hat, hat dann 15 Jahre später gut 50 Berufe aus dem Meisterzwang entlassen, wodurch gut 440.000 Lehrstellen verloren gingen.
Wer sich in handwerklichen Berufen auskennt, wird bestätigen, dass immer mehr Billigdeppen auf “my hammer” etc sich anbieten. Oder koofmichse wie die Werkstattmeister bei VW (bin davon gerade betroffen).
Es wird Zeit, die Berufszugangsvoraussetzungen wieder auf das Niveau von 1980 zu bekommen. Die waren damals nämlich strenger

gelegentlich November 12, 2017 um 00:16

@ Linus November 11, 2017 um 23:48

Hören denn diese obskuren Quellen hier nie auf? Ist ja selbst dort dementiert worden.

Wilma November 12, 2017 um 00:26
Folkher Braun November 12, 2017 um 00:36

Werte Wilma: diese Tricksereien kenne ich ich im Fuhrgeschäft (Straßengüterverkehr) schon vier Jahrzehnte. Wenn Sie sich den Lissabon-Vertrag zur Hand nehmen, werden Sie feststellen, dass dahinter ein System steht. Nämlich die Dekonstruktion aller sozialen Errungenschaften in den Hochlohn-EU-Ländern.

Thorsten Haupts November 12, 2017 um 00:41

Ich stelle ausserordentlich amüsiert fest, dass man zu ad hominem greift, sobald einem die Argumente ausgehen.

Gott, seid Ihr alle vorhersehbar :-).

Gute Nacht,
Thorsten Haupts

Folkher Braun November 12, 2017 um 01:20

Werter Herr Haupts: hier greift Sie niemand persönlich an. In Sachen Syrien sind Sie nur so etwas von uninformiert, dass Sie Ihre Informationsquellen mal überprüfen sollten. Zum Beispiel in Sachen zerstörte Krankenhäuser.

Hartzi November 12, 2017 um 05:02

Zitat Goodnight: “Und ich war dabei, damals, jung und schön, auf den Boxen der Bhagwan Disco, im Checkers, am Rheinufer, auf der Kö.
Ich müsste eigentlich der jammernde Hippie sein, der der verlorenen Zeit hinterher trauert und auf den bösen Kapitalismus schimpfen, der das Ruhrgebiet spätestens nach 2001 nahezu ausradierte. ”

Und dann hast Du Dich vom Borg-Kollektiv assimilieren lassen.
Du Drohne Du.

gelegentlich November 12, 2017 um 07:09

@ Thorsten Haupts November 12, 2017 um 00:41
Ad hominem? Ist Murks und das wissen Sie auch. Also schon wieder ein vorhersehbares rhetorisches Mittel.
Warum soll Ihnen erspart bleiben was anderen schon viel früher zugemutet wurde? Nämlich schockiert sehen zu müssen dass die eigenen Fixpunkte im Treibsand untergingen? Kosovo-Krieg, Hartz IV, dann Heiko Maas mit Internet-Zensur. In Syrien ist halt der Werte-Westen untergegangen. Der Moment, wo man mit Aussicht auf Erfolg einfach nur „Alles nich wahr!“ murmeln konnte ist vorbei.

Trost bringen Ihnen als Alt-Rechter vielleicht Donald Trump und die Neue Rechte: er unterstützt M. bin Salman. Der bringt die Leute um ihr Vermögen welche die Gegner von Trump finanziert hatten sowie die Betriebskosten für die verdeckten Arbeiten des Tiefen Staates bestritten. Dann: drain the swamp! Salman kann dann Saudi-Arabien reformieren wie einst Atatürk die Türkei. Das Ganze wird so schön dass auch die bösen Mullahs in Teheran ein Einsehen haben werden und sich von ihrem unzeitgemäßen Anti-Zionismus verabschieden.
Zu schön um wahr zu sein? In der zeitgeistigen Politikwissenschaft spricht man doch nicht umsonst von „Narrativen“. Wie dem auch sei: Ihr Strohhalm! Halten Sie sich daran fest! Der alte ist vergammelt.

Goodnight November 12, 2017 um 09:39

Das Grundproblem hat immer noch keiner begriffen:

Solange sich Individuen noch den Luxus meinen leisten zu können, Moral ohne Doppel zu leben, solange werden wir untergehen.

Die Konstruktion des Individuums ist in seiner Ausdifferenzierung zu einer Einheit emergiert, die strukturelle Kopplungen intern nicht mehr zulässt. Und sich somit von der Realität entkoppelt.

That it is.

Goodnight November 12, 2017 um 10:14

…und zum Thema (früher war alles besser)…hier der singende Holger der 60er:

https://www.youtube.com/watch?v=2ZpBRbdChq4

Et ils pissent comme je pleure
Sur les femmes infidèles
Dans le port d’Amsterdam
Dans le port d’Amsterdam.

holger November 12, 2017 um 10:20

goodnight

warum bist du eigentlich aus D-Dorf weg ?! brauchten die Tussen von F95 dich als Vorsänger nicht mehr ?

Goodnight November 12, 2017 um 10:33

@Holger

Der Liebe wegen. Was sonst.

….. Man sollte aufhören, wenn man am Zenit steht.

Was übrigens Merkel nicht geschafft hat…und sie jetzt …endlich…ihre Macht verliert:
http://www.tagesspiegel.de/politik/cdu-nahe-konrad-adenauer-stiftung-schavan-gibt-kampf-um-kas-chefposten-auf/20571458.html

Goodnight November 12, 2017 um 10:35

Übrigens hat nicht eine meiner ersten Freundinnen für einen Jung- Profi von F95 verlassen.

Seitdem bin ich Fußball-Hasser :-)

Sven November 12, 2017 um 10:36

Früher war alles besser, bspw. Lebensmittel wie die Milch: “Die Milch wurde damals von den Bauern mit Wasser gestreckt und anschließend mit zermatschtem Kälberhirn die Vollmundigkeit und mit Kreide die weiße Farbe nachgebessert. Die Butter war oft ein gelb eingefärbtes Halbfettprodukt aus Wasser, Kartoffelbrei und schmierigen Fettabfällen. Das sauer eingelegte Gemüse hat die Hausfrau noch eigenhändig mit Schwermetallen wie Kupfervitriol farblich aufgefrischt.” ;)

http://www.deutschlandfunkkultur.de/essen-wie-zu-omas-zeiten.993.de.html?dram:article_id=207055

PS: Und im übrigen bin ich der Meinung, die Kommentare sollten anders herum sortiert werden! (Frei nach Cato d.Ä.)

H.K.Hammersen November 12, 2017 um 10:57

#meetoo gab’s jedenfalls noch nicht. Allerdings erinnere ich nich an einen Freund, der sich darüber beklagte, dass nicht er den begehrten Ausbildungsplatz bekommen habe, sondern ein – zugegebenermaßen sehr hübsches – Mädchen, obwohl er mittlere Reife und sie nur Hauptschulabschluss hatte.

Das mit der guten Ausbildung trotz Hauptschulabschluss war mit Sicherheit ein Teil des “Früher war alles besser”, wenn ich sehe, dass junge Menschen bis Ende 20 in der Ausbildung sind, um dann die Jobs zu machen, die ihre Eltern und Großeltern mit 19 bereits gemacht haben. Und heute auch noch zu niedrigeren Nettogehältern als damals.

Thorsten Haupts November 12, 2017 um 11:05

@Hammersen:

“niedrigeren Nettogehältern als damals”

Geht das konkret, also am Beispiel “Job X, Nettolohn 1980 y DM, Nettolohn 2015 z Euro, entspricht nach Umrechnung und Inflation a DM”? Bitte? Ich bekam bisher niemals eine Antwort auf diese Frage, wenn die Behauptung herumging.

Gruss,
Thortenm Haupts

Thorsten Haupts November 12, 2017 um 11:09

@gelegentlich:

“Kosovo-Krieg, ”

Da ist bei Ihen was untergegangen? Bei mir nicht. Und bei den meisten anderen mit dem Wissen um Srebrenica und den Scharfschützen-Zivilistenmordgürtel um Sarajewo auch nicht.

“In Syrien ist halt der Werte-Westen untergegangen. ”

???? Meiner nicht. Syrien wurde vom Westen weder gewollt noch initiiert. Und wegen der islamistischen Einflüsse wurden die Rebellengruppen aus Europa und den USA auch nie massiv unterstützt. Saudi-Arabien gehört und gehörte für niemanden zum Westen.

Gruss,
Thorsten Haupts

Goodnight November 12, 2017 um 11:21

@Haupts, Hammersen

Mein erstes Gehalt vor ca. 20 Jahren war eine volle wiss. Mitarbeiter-Stelle an der Uni, das war BAT 2a, damals ca. 5000 DM brutto (ca. 2500 €) und ca. 3000 DM netto (ca. 1500 €)

Heute steigt man mit ca. 3700 € Brutto bei E13 ein, das sind ca. 2270 € netto (Stkl.1)

….. jetzt muss man die Inflation gegenrechnen :-)

holger November 12, 2017 um 11:53

Also

1988 —> 5.000 Brutto schwankend (DM) (3 Schicht mit allen Zulagen Lohngruppe 6 + 35% Chemie,Papier,Keramik) Netto schwankend ja nach Anteile Nachtschicht. Das ging von 2.800 bis 3.500 … am besten war ein Monat wo ich nur Nachtschicht durfte. :D Damals fast eine Woche Malle drinne im Säckle mit einem Monat nur Nachtschicht ;D

Tränen hab ich nur bei dem 13ten (Jahresleistungsprämie) bekommen… Weil das ein Fixum aus dem ganzen Jahr war und mindestens mit 50% Abgaben zu Buche schlug. :(

DAS war das letzte Jahr (was kostet die Welt), und ab dann gings immer weiter Berg ab. Weil ich Depp meinte, ja bei der Marinefliegerei iss es auch schöööön und wer macht nicht gerne Grundausbildung im Sommer dort, wo die Schönen und Reichen sich auf Sylt tummeln ?! Ich musste ja nun eh… hatte keine Plattfüße… aber ein Reiches Mädel hab ich auch nicht gesehen. Die hat wohl alle der @goodnight oder der @wgn für sich reserviert… :D

Sei es drum… zwischen 2.800 (DM) und 3.500 Netto jeden Monat in der Tasch, wer konnte da schon heulen. Mehr als 1.000 konnte ich damals/Monat gar nicht versaufen !!! Ich hab in 8 Monaten meinen gebrauchten Ford-Capri 3.0 Liter abbezahlt. Und nach den 8 Monaten auch gleich dumm und dämlich kalt verformt :D Yep es war November, das Laub zu glatt… BUHUUUUU :(

Egal… die ganzen Zulagen wurden gestrichen oder optimiert in meiner Lehrbude (EATON) heute hat der Depp, der meine Arbeit machen sollte, kaum noch schwankend. Lohngruppe V \o/ irgendwas bei 2.300 EUROTZEN Brutto BRUTTO 4.600 DM \o/

Da macht ungefähr als Single ungefähr 1.500 Eurotzen NETTO oder 3.000 DM

Und nun geht mal 1988 einkaufen mit 2.800 – 3.500 Netto in DM
Und nun geht mal 2017 einkaufen mit 1.500 Netto Eurotzen !!!

HEIL DIR HEIERMANN !!!

holger November 12, 2017 um 12:04

WER wäre eigentlich damals auf die Idee gekommen sich ein Gerät für 2.000 DM zu kaufen mit dem man auch evtl. telefonieren kann ?!

2.000 DM für eine horch und guck Einrichtung ?! Da wird doch selbst der Wurm im Apfel ver-rückt !!!

Gut, mein erster 386DX hat ja auch… verbessert mich, das komplett Set lag bei knapp 4.000 DM oder ?!

Thorsten Haupts November 12, 2017 um 12:18

@goodnight:

Okay, Inflationsrate 1,5 bis 2% im Durchschnitt der letzten 20 Jahre = das Gehalt ist inflationsbereinigt etwa das gleiche.

holger November 12, 2017 um 12:25

Thorsten Haupts November 12, 2017 um 12:18
@goodnight:

Okay, Inflationsrate 1,5 bis 2% im Durchschnitt der letzten 20 Jahre = das Gehalt ist inflationsbereinigt etwa das gleiche.”

Man kann sich auch alles schön lügen !!! die Inflationsrate an Betriebsstoffen und Hilfsmitteln lag weit über 2% zum Teil bei 100%

Aber wichtig ist ja, man lügt sich die Taschen schön und voll !!!

Die Summe aller Kleinteile macht den Mist !!!

Kuckuck November 12, 2017 um 14:43

Zum Kapitalismus gehört, dass er ein politisch und ökonomisch instabiles System ist. Es gibt Krisen- und Prosperitäts-/Wachstumszeiten, Friedens- und Kriegszeiten.

Wobei die Krisenzeiten die Regel und die Zeiten des allgemeinen Wohlstands die Ausnahme sind.

So sind auch die Zeiten, wo es allgemein Wohlstand für die Arbeitsbevölkerung– die Lohnarbeiter – gab, nur kurz gewesen.

Es sind die Zeiten des Sozialismus, wo der Kapitalismus im Inklusionsmodus ist. Normalerweise befindet er sich im Exklusionsmodus, wo mehr oder minder große Teile der Arbeitsbevölkerung exkludiert werden und in Arbeitslosigkeit und Armut leben müssen, weil ihre Arbeitskraft nicht mehr profitabel verwertet werden kann. Dan fällt allgemein der Preis der Ware Arbeitskraft und bei den Exkludierten gegen Null.

Schauen wir uns die raren Inklusionszeiten an.

Das war der Nationalsozialismus von 1933-1939, wo alle Deutschen „Volksgenossen“ waren. Aber ab 1939 begann die Exklusion durch Verstümmlung oder Tod im imperialistischen Krieg.

In der BRD waren die Inklusionszeiten die 60-er Jahre bis Mitte 70-er. Da wurde ein „nationaler Sozialismus“ praktiziert. Die Schwarzen nannten ihn „Soziale Marktwirtschaft“, die Sozen „Demokratischen Sozialismus“.

Den Begriff „Nationaler Sozialismus“ = Sozialliberalismus habe ich bereits erläutert.
http://www.wiesaussieht.de/2017/10/27/buerger-roms-oder-doch-nicht/#comment-520899
Frage mich jedoch, ob dies mehr als 3 Leser verstanden haben?

Beim Kanzler Schmidt hieß es „Modell Deutschland“.

Der Nationalsozialismus 1933-39 war eine politische Reaktion auf die große Krise.

Der „nationaler Sozialismus“ in der BRD in den 60-er Jahre bis Mitte 70-er hatte seine Gründe im Wachstum in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg und war politisch gewollt durch die Systemkonkurrenz.

Das ist alles vorbei und damit die besseren Zeiten, und zwar irreversibel.

Auch in der BRD – in den USA schon früher – befindet sich seit Mitte der 70-er Jahre im Exklusionsmodus. Immer mehr Arbeitslose, immer mehr Arme und Prekariat.

Nur eine Minderheit arbeitet in sog. Normalarbeitsverhältnissen, noch weniger Menschen haben – auch zukünftig – gesicherte Arbeitsverhältnisse.

Selbst privilegierte Lohnarbeiter wie ein Goodnight sitzen auf Schleudersitzen. Eine Übernahme durch einen Investor und Filetierung des Unternehmens, dann wird auch ein Goodnight Kunde der Arbeitsagentur. Sein Einkommen und sein Status ist nicht sicher, im Grunde ist Prekarisierung überall, auch bei den privilegierten Lohnarbeitern.

Bei den Managern, den Bankern, den Journalisten, den Beratern, den Ideologen in den Medien und Wissenschaftssystem usw. usf.

Der Kapitalismus ist im Exklusionsmodus und die Exklusion schreitet voran durch den Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen.

No way back.

Aber die Ideologen und Apologeten des Kapitalismus verleugnen die Realität. Wie ein Goodnight konstruieren sie sich eine Realität – eine Hollywood-Version des Kapitalismus – im zurecht.

Kein Funke von realem Klassenbewusstsein, sondern fantasieren sich als „Bürgertum“.

Goodnight November 12, 2017 um 15:42

@Kuckuck

Der Kapitalismus exkludiert nix, weil der Staat den Kapitalismus übernommen hat und im Notfall die Unternehmen rettet und jeden einzelne Bürger, indem er beide weiterhin mit Geld vollscheisst.

Kapitalismus kann man das eigentlich nicht mehr nennen

gelegentlich November 12, 2017 um 20:10

@ Thorsten Haupts November 12, 2017 um 11:09
„“In Syrien ist halt der Werte-Westen untergegangen. ”

???? Meiner nicht. Syrien wurde vom Westen weder gewollt noch initiiert. Und wegen der islamistischen Einflüsse wurden die Rebellengruppen aus Europa und den USA auch nie massiv unterstützt. Saudi-Arabien gehört und gehörte für niemanden zum Westen.“
Wiedervorlage am 1. April 2018, bitte. So macht das keinen Sinn. Das ist nur noch verstockt. Und feige: jedes Hinterfragen des eigenen Standorts, das sich Linke, Pseudo-Linke und Sozialdemokraten zumuten mußten, glauben Sie vermeiden zu können indem Sie einfach Tatsachen verleugnen. 2017 kann ich Ihnen sogar sagen: lesen Sie einfach mal Zeitung. Beispiele sind ja genug genannt worden. Wenn Saudi-Arabien als Proxy und als Akteur handelte, im Einklang mit den USA (mindestens mit deren Intel-Community) – gehört dieses Land dann immer noch nicht zum Westen? Die Waffen, die aus dem Westen kamen (man wußte wer sie kriegt) waren nur falsch etikettiert? Das ist alles nur noch lächerlich. Empörung bleibt aus. Wer am Boden auf den tritt man nicht mit Füßen.

gelegentlich November 12, 2017 um 22:01

@ Thorsten Haupts
Konstruktiver, ans Bett serviert:
Von unseren amerikanischen Freunden lernen…
„Today NATO systematically confronts Russia with troop movements, arms buildups and maneuvers near Russian borders. At the same time, it supports American “out-of-area” wars in places like Iraq, Syria, and Afghanistan. Turkey has no interest in joining either of those projects. It feels no obligation to do so. That certifies its effective withdrawal from NATO.“
https://www.bostonglobe.com/opinion/2017/11/11/nato-headed-for-very-messy-break/amesBJsJk23e0GgnzgqqUK/story.html
Weitere obskure Quelle?

Thorsten Haupts November 13, 2017 um 14:07

Linkwettberwerb. Jetzt ich:

ze.tt/die-syrische-regierung-laesst-die-bevoelkerung-gezielt-hungern-um-sie-zu-vertreiben/

chabis November 13, 2017 um 16:59

Ein weiterer Blickwinkel Herr Haupts, Stichwort Multiperspektivität
„Assad geht für uns gut, er hat uns Religionsfreiheit und Sicherheit garantiert
“..Pater Ibrahim entzieht sich auch nicht der „ewigen“ Frage westlicher Gesprächspartner, was er von der Regierung von Staatspräsident Baschar al-Assad halte. „Die Kirche ist für eine politische Erneuerung, weil es Dinge gibt, die verbessert werden können, aber nicht mit den Waffen. Die Christen in Syrien haben die Regierung immer mit Wohlwollen gesehen, weil sie die Religionsfreiheit und die Sicherheit der Christen garantiert hat. Die Christen konnten arbeiten und auch Karriere machen. Die Christen standen daher von Anfang an den Aufständischen skeptisch gegenüber. Uns hat sofort die Sorge gequält, daß alles in Richtung islamischem Fundamentalismus kippen könnte und das heißt: Diskriminierung der Nicht-Muslime. Die Fakten haben diese Befürchtungen bestätigt, und das noch schlimmer als gedacht. Die Rebellion wurde immer extremer. Aus diesem Grund haben wir Christen auch heute kein Problem, für Assad zu sein: Für uns ist es gut, wenn er an der Regierung bleibt und die Minderheiten schützt, wie es vor dem Krieg war. Und sollte er gehen, dann wollen wir jemanden, der das garantiert, was er garantiert hat…“
https://www.katholisches.info/2016/06/aleppo-pater-ibrahim-und-die-naechstenliebe-im-krieg/

Thorsten Haupts November 13, 2017 um 17:24
chabis November 13, 2017 um 18:43

Ein Auszug aus dem Buch “What the West Got Wrong in Syria”
geschrieben vom ehemaligen, arabisch sprechenden niederländischen Diplomaten Nikolaos van Dam, erschienen im August 2017,
empfohlen vom Nahostspezialisten Robert Fisk (Independent)
http://foreignpolicy.com/2017/08/22/what-the-west-got-wrong-in-syria/
.

gelegentlich November 13, 2017 um 18:52

@ Thorsten Haupts November 13, 2017 um 17:24
„Ich wieder“ – gerne doch, da eine gar nicht lange Umschau in den internationalen Medien Ihnen sogleich zeigen wird, dass leider solche UN-Reports längst unter „obskure Quelle“ laufen (müssen). Da recht sich dass man eine unabhängige Untersuchung mit Zutritt zum Ort des Geschens für => alle Beteiligten aus guten Gründen nicht zugelassen hat. So entsteht wieder mal ein einseitiges Propaganda-Stück, wie damals auch beim UN-Bericht zur Ermordung des Vaters von Hariri. In dessen Vorfeld sich der deutsche Jurist Mehlis unsterblich blamiert hat: er hatte übersehen dass in einem Microsoft-Word-Dokument im *.doc-Format damals alle vorherigen Versionen nachträglich sichtbar gemacht werden konnten. Dadurch konnte man nachvollziehen wie er seine Ergebnisse so gebürstet hat dass sie auf Syrien als Verdächtigen zielten.

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