Wie wär’s mal wieder mit einem netten, kleinen Opiumkrieg?

by Weissgarnix on 26. Januar 2018

Bleiben wir bei meinem Sohn und seinen Schulaufgaben. In Sozialkunde steht ein Referat auf dem Programm, über den “Osten von China”. Sprich: Alles, worüber es sich lohnt, zu sprechen, wenn es um China geht. Ein Schulfreund von ihm hat die undankbare Aufgabe, über den Westen Chinas zu referieren, was mir die Prognose leicht macht, dass er seine Klasse elende 20 Minuten lang über die Menschenrechtssituation in Tibet langweilen wird.

Anyhow. Papa Strobl war ja schon das eine oder andere Mal dort, hat auch viele schöne Dinge mitgebracht, Fotos und Videos zuhauf, multimedial und anekdotenreich wird Sohnemann’s Preso also sicher. Zumal er nicht nur über Shanghai und Peking in der Wikipedia-Fassung sprechen wird können, sondern auch allerlei Details einflechten über einzelne Shanghai’sche Stadtviertel wie French Concession oder gar benachbarte Metropolen wie Qingdao. In French Concession waren jahrzehntelang die Franzosen am Ruder, rechtlich und politisch sowieso aber auch kulturell, und Qingdao gilt gar als die “deutsche Stadt in China”, mit – Trommelwirbel – nicht nur einer berühmten einheimischen Brauerei namens Tsingtao, die von Deutschen gegründet wurde und mittlerweile die zweitgrößte Chinas ist, sondern auch dem weltweit größten Bierfest nach München.

Was die Frage aufwirft: Wie kömmt’s? Was zum Henker haben Franzosen und Deutsche in China verloren und wie konnten sie einen derartigen Fußabdruck hinterlassen?

Diejenigen, die in Geschichte aufgepasst haben, werden die Antwort sofort wissen: Opiumkriege I und II. Ganz klar. Der Kaiser von China hat gepokert, mit der East India Company und einem ganzen Rattenschwanz kommerziell Gleichgesinnter, es kam zum Showdown und er hat verloren. Voilà. Plötzlich spazierte man mitten in Shanghai über einen Boulevard de Montigny oder fand als Digestif Cognac total chic. Und in der großen Bucht oberhalb von Shanghai, so auf halbem Weg nach Tianjin, erkoren die Preussen ein kleines Fischerdorf zum Stützpunkt für ihre Besatzungstruppen. Und die tranken mit Vorliebe Bier und wollten das auch in China gerne so halten, und daher gründete man von deutscher Seite aus eine Brauerei, und dann hatte die Stadt mal irgendwann 5 Millionen Einwohner, … naja und der Rest ist Geschichte.

Wie erklärt man seinen Kindern die Merkwürdigkeit, dass wegen nichts mehr als Opium ein Krieg geführt wurde? Und nicht nur einer sondern gleich zwei? Ohne die weit verbreitete Mär zu kolportieren, dass die Chinesen halt von einem Tag auf den nächsten keinen Bock mehr hatten, als Drogensüchtige durch den Schlamm zu laufen? Damit, dass man immer Auslöser und Ursachen unterscheiden muss. Das Opium mag für den Opiumkrieg tatsächlich ein auslösendes Moment gewesen sein, aber die Ursachen lagen natürlich tiefer. China war, um mal den Jargon der modernen Zeit zu bemühen, damals der “Exportweltmeister”, ähnlich chronisch wie heutzutage Deutscheland, btrieb, man kann es kaum anders nennen, eine merkantilistische Politik in extremis, und als die Briten, Deutschen, Franzosen und last but not least die Amis nur noch “Made in China” auf den Kisten stehen sahen und ihre Silberlinge in großer Zahl auf dem Weg verschwanden den seinerzeit Marco Polo einschlug, da hatten sie halt irgendwann die Faxen dicke.

Was uns zurück ins Hier und Heute bringt. Denn China ist nach wie vor China, als Exporteur meine ich, und das alleine ist schon problematisch genug. Aber gleichzeitig muss einem klar sein, dass diese merkwürdige deutsche Obsession mit der “Exportweltmeisterschaft” à la longue nicht durchzuhalten ist. Ich halte zwar nichts von all den tollen Vorschlägen die dazu in jüngerer Zeit durch die Medien gingen, von wegen das sei alles wegen deutschem Lohndumping und deshalb müsse man einfach nur mal krass die Löhne erhöhen. Fände ich nicht gut (außer bei meinem, selbstredend). Aber gleichzeitig muss man die steigenden politischen Sensibilitäten in Frankreich, USA und anderswo einfach zur Kenntnis nehmen. Die ganze Trumpsche Steuerreform, die da im Anrollen ist, adressiert defacto kein anderes Thema (zumindest in ihren Werbebroschüren). Investments in America. For Jobs in America. MAGA! Hurra… Solange die Amis und andere versuchen, das so zu lösen, fine by me. Und wir sollten unsererseits nicht gleich Tags darauf die Alarmglocken läuten, von wegen wir müssten jetzt sofort was tun, um unsere Wetttbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Nein, müssen wir nicht! Zumindest nicht als Panikreaktion.

Silber und Gold haben ausgedient, damit hat sich das Thema deutlich entspannt. Kein Land muss sich mehr Sorgen machen, dass es wegen Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzen zahlungsunfähig wird. Innerhalb des Euroraums und in den USA der Federal Reserve sowieso nicht. Aber trotzdem: Politisch bleibt das Thema brisant. Das hat der US Präsidentenwahlkampf gezeigt, und diverse Reden Trumps danach.

Wer sagt: “It’s the Economy, Stupid!”, der sagt damit auch, dass Kriege aus ökonomischen Motiven geführt werden.

Wäre schade, wenn mal wieder eines schlagend wird. Außerhalb von Schulreferaten…

{ 84 comments… read them below or add one }

keiner Januar 26, 2018 um 15:21

Hey, unsere Speichellecker beim Führer haben sogar noch die AfD rechts überholt:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/davos2018/trump-dinner-mit-dax-chefs-wie-joe-kaeser-den-us-praesidenten-kontert/20896064.html

Kann man noch deutlicher seine Verachtung für Deutschland und Europa zum Ausdruck bringen? Genau wie damals, das Großkapital hatte mit Demokratie und sonstigem Gedöns noch nie etwas am Hut. Und in NürnbergII werden sie weder von irgendwas gewußt haben noch für irgendwas verantwortlich gewesen sein…

holger Januar 26, 2018 um 15:58

keiner

vielleicht erinnert ihr euch, wie der illuminierte holgi geschrieben hat bei weissgoarnixxe dass die VSA in Protektionismus verfallen MÜSSEN!!!

Die Heuchelei der europäichen “Führer” biegt eben auch Balken…

Übrigens Opium sind jetzt PV Module… :D die die EU auch mit Strafzöllen belegt…

jmg Januar 26, 2018 um 16:10

President Trump has dinner with European Business Leaders.
Davos.
World Economic Forum. Jan 25, 2018
https://www.youtube.com/watch?v=4rLR4ipaY9M

holger Januar 26, 2018 um 16:18

Die FX Pokerspieler freuen sich schon :D

holger Januar 26, 2018 um 16:34

Trumpi liegt auf dem River :)

Blue Angel Januar 26, 2018 um 16:44

@Weissgarnix:
“…und deshalb müsse man einfach nur mal krass die Löhne erhöhen. Fände ich nicht gut ”

– Warum nicht?

” Silber und Gold haben ausgedient, damit hat sich das Thema deutlich entspannt. Kein Land muss sich mehr Sorgen machen, dass es wegen Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzen zahlungsunfähig wird. Innerhalb des Euroraums und in den USA der Federal Reserve sowieso nicht. ”

- Wie begründen Sie diese optimistische Prognose?

holger Januar 26, 2018 um 17:00

Angel
Der weiss doch gar net mehr was er sabbelt :) jedenfalls hat er die Kreditwürdigkeit nicht verstanden :)

holger Januar 26, 2018 um 17:01

Bonität ohne Einkommen nun ja auch ein Ansatz :)

holger Januar 26, 2018 um 17:02

Bei au und ag hat er Recht

Thorsten Haupts Januar 26, 2018 um 17:07

@Weissgarnix:

“China war, um mal den Jargon der modernen Zeit zu bemühen, damals der “Exportweltmeister”, ähnlich chronisch wie heutzutage Deutscheland …”

Steile These. Wir reden hier über Zehnerpotenzen niedrigere Grössenordnungen als heute (Relation Handelsüberschuss zu Bruttosozialprodukt). Und die Chinesen konnten wenig für die Obsession der britischen Oberschicht für Tee und chinesisches Porzellan …

“… btrieb, man kann es kaum anders nennen, eine merkantilistische Politik in extremis, ”

Die betrieb damals jede Nation.

“… und als die Briten, Deutschen, Franzosen und last but not least die Amis nur noch “Made in China” auf den Kisten stehen sahen …”

Das, Sir, ist ein übersimplifizierendes Gerücht. Wir reden hier von wenigen Waren aus den schon damals vielen hundert Sorten, die wenigen waren nur nach dem Gesetz vonAngebot und Nachfrage besonders teuer.

“… und ihre Silberlinge in großer Zahl auf dem Weg verschwanden …”

Womit wir dann beim Kern der damaligen Auseinandersetzung wären :-)?

Nein.

Sind wir nicht. Wäre es nur um Handelsbilanzdefizite gegangen, hätte Grossbritannien nur saftige Zölle auf Tee, Porzellan und weniges anderes erheben müssen. Ergo ging es sehr eindeutig nicht nur um Handelsbilanzdefizite?

Gruss,
Thorsten Haupts

enrico Januar 26, 2018 um 17:21

“””””deshalb müsse man einfach nur mal krass die Löhne erhöhen. “”””””

man kann ja mal bei der Bundesbank anrufen und fragen, wie das denn wäre, wenn ab sofort Deutschland nicht mehr produzieren und nur noch importieren würde. Haben wir denn nicht 45 Jahre Exportüberschuss gemacht? da müsste doch ein riesiges Polster bestehen, auf dem wir uns ausruhen könnten. Leider wird man dort den Deutschen aber mitteilen müssen, dass da nicht mehr viel da ist. Denn die Überschüsse haben nicht die arbeitenden Deutschen gemacht, sondern nur die Eigentümer der “deutschen” Industrie. Und die leben meist nicht in Deutschland. Und den deutschen Spareinlagen stehen im Endeffekt hauptsächlich nur faule Kredite gegenüber. Aber gell, PSST!

Wie ist es denn möglich, dass die VSA ununterbrochen Krieg führen und ständig mehr importieren als exportieren? Weil die deutschen superfleißigen Dhimmis zu blöde sind, das falsche Spiel zu durchschauen! Soiberdschuld!

Mal krass die Löhne erhöhen. Schön wärs ja!

holger Januar 26, 2018 um 17:27

Hauptstr
Es fängt schon wieder an :) wenn man von Import Export keine Ahnung hat :)

Bitte verschont mich… :)

Yuan Dynastie Papiergeld

Blue Angel Januar 26, 2018 um 17:33

Sie haben den fragwürdigen Punkt sehr gut getroffen, Enrico.

Blue Angel Januar 26, 2018 um 17:38

Vereinfachendes, aber m. E. treffendes Bild zum Export-Überschuß: Eine Kuh, der 100 Liter Milch pro Tag abgesaugt werden (im “Tausch” gegen Silage minderer Qualität im Wert einiger Cent-Bruchteile) wird dadurch auch nicht reich.
Und wenn sie keine Milch mehr geben kann (“das Gewinn-Maximum abgeschöpft ist”) wird sie geschlachtet.

Blue Angel Januar 26, 2018 um 17:52

Bei Don Alphonsos letztem Blog sind bei jeder Aktualisierung mehr Kommentare verschwunden. – Jetzt sind alle weg.
Ich hoffe, es handelt sich um ein technisches Problem und nicht um Zensur von seiten der FAZ.

enrico Januar 26, 2018 um 17:54

Im Opiumkrieg ging es eigentlich weniger um Handelskrieg. Es ging vor allem um die Erweiterung der westlichen Imperien, allen voran das britische. Und um das Land der Chinesen sturmreif zu machen, musste man es eben schwächen. Die organisierte Opiumsucht im großen Stil half dabei wunderbar. Und weil das prima gefunzt hat, haben das die Gringonen später von ihren britischen Vorgängern übernommen. Schauen wir nur mal nach Columbien oder Mexico.

BTW: als die Taliban in Afghanistan herrschten, gab es keine Mohnfelder. Nachdem aber dann ab 2001 die Westlichewerte® ins Land zogen, blühten die Landschaften wieder.

Und was das deutsche Kolonialwesen zu dieser Zeit betrifft, da kann man nur sagen: Trottelige aber eingebildete Dilettanten! Schulz im Tropenhelm…

LG, enrico

holger Januar 26, 2018 um 17:55

Ach quatsch

Kriege werden nicht mit Geld geführt…

sondern “Weil man es kann!!!” oder meint…

“Gott mit uns”

Michael Januar 26, 2018 um 18:04

Mit den verlorenen Opiumkriegen hatten die Chinesen Opium als Zahlungsmittel anstelle von Gold, Silber oder später den Trade-Dollar zu akzeptieren. Die Lage ist heute eher so, dass die Chinesen riesige Bilanzüberschüsse und auf amerikanischen Bajonetten basierende gigantische “Dollarreserven” haben. Rein theoretisch könnte Trump sich durch eine Dollarabwertung aus der Affäre ziehen.

Wie eine Abwertung wirkt, zeigte die Japan-Krise, die eine Folge einer deutlichen US-Dollarabwertung war.

Nicht nur aus dem Blickwinkel erscheint das muntere Treiben einiger Zentralbanken incl. der EZB surreal. Versicherungen, Banken, Pensions- und Rentenfonds werden die Nullzinsen nirgendwo ewig überleben. Um den Irrsinn zu verstehen, kann man ja mal nachrechnen, was die Zinseinnahmen denen gebracht hätten im Vergleich zum “Ankauf” von jetzt 30 Mrd. € / Monat Anleihen durch die Mitgliedszentralbanken auf Kosten der Bundesbank über die Target 2 – Salden. Das ist Verschwörungspraxis.

Hajib Chamberlain Januar 26, 2018 um 18:25

“Silber und Gold haben ausgedient”.

Mit Bezug auf die Frage von @Blue Angel, wie denn die optimistische Prognose (einer ewigen Stabilisierbarkeit von Unterschieden in den Leistungsbilanzen) begründbar sei, muss man vielleicht auch noch die Unterschiede von Auffassungen eines Ben Bernanke (EM als commodities) Versus Alan Greenspan (EM als currencies) berücksichtigen.

Offenbar sind führende Vertreter der EU und US-Elite sehr glaubensgefestigt. Denn ein “mad max”-Szenario, in dem EM als currencies neue Wirkmächtigkeit erlangen könnten, wird kategorisch ausgeschlossen. Arroganz der Macht? Vermutlich weil man weiss, wie tief die tiefstaatliche Überwachung (von deep Google bis deep Facebook) inzwischen tatsächlich geht?

Als AfD-Fan nehme ich vorsorglich die Position in Anspruch, dass man sich in Europa durchaus an Trump orientieren könne. Ich mag nämlich nicht glauben, dass es für ein “Make Germany great again!” längst zu spät ist. Nationale Egoismen müssen ja nicht so weit gehen, dass den Nachbarn keine Luft zum Atmen mehr bleibt. Ausserdem gibt es jetzt die Kryptos und mir kann keiner erzählen, dass nationales Wirtschaften und globaler Handel auf Basis dezentraler Kryptowährungen ein Ding der Unmöglichkeit sei. Zur Not kann man EM sogar mit Kryptos “fusionieren”, wie das in den Emiraten via emCash gerade geschieht.

Unabhängig stellt sich die Frage nach EM als commodities. Wie sicher kann die Emergenz neuer “disruptive technologies” ausgeschlossen werden, in denen EM unverzichtbar sind? Gerüchte gibt es da schon…

holger Januar 26, 2018 um 18:27

michael

was nutzen dir Berge von dem USD, wenn die relevanten Claims der Erde schon verteilt sind?! Im Eigentumsrecht ?!

EBEN NÜSCHT !!!

Aber von Autarkie hat eh keiner eine Ahnung… :D

Genau das meint VSA Fürst…

holger Januar 26, 2018 um 18:29

Da die Wunderheilerrin mit ihren Bnai Brith Orden samt den Faschistischen Öko Anhängern … ach ich höre auf… Energieversorgung ist eh zu hoch für das Blog :D

Blue Angel Januar 26, 2018 um 18:30

Info zum Don Alphonso-Blog:
+++HINWEIS: Sieht so aus, als mache „jemand“ hier sehr viel Last auf dem Server, daher gerade keine Kommentarmöglichkeit, ich habe dauernd 502+++

In einem alten Buch (möglicherweise noch aus den Siebzigern), das hier noch irgendwo rumstehen muß (wir sind nicht in der Lage Bücher wegzuwerfen) ist schon sehr klar ausgeführt, daß die CIA ihre klandestinen Aktivitäten mit Opium-Handel bzw. Heroinproduktion finanziert hat.
Böse Zungen sagen, daß das einer der Gründe für verstärkte Aktivitäten in Afghanistan war/ist.

Dollarabwertung wäre ein Schock , nicht nur für die USA. Deshalb arbeiten China und Russland an einer “sanften Landung”. Könnten allerdings auch anders (alternative Syteme für SWIFT, etc sind seit ca. einem Jahr einsatzbereit, Goldreserven aufgestockt, alternative Unterfütterungsformen vorhanden).

holger Januar 26, 2018 um 18:33

Ist es euch noch nicht aufgefallen, dass die FED selbst aus Weissgarnix seinen vergilbten Opium Socken Billionen Dollares flatulenzen kann ?!

Without a real Debitor ?!

Blue Angel Januar 26, 2018 um 19:14

Das Problem ist m. E. nicht primär, daß via FED, ESM, EZB oder welchen Globalisten-Organisationen auch immer, massenweise Papierchen bedruckt werden…
Sondern daß mit diesen Papierchen REALE Ressourcen, Immobilien, öffentliche Einrichtungen etc aufgekauft werden, was REAL bedeutet, daß die Bevölkerungen der Länder, die dabei mitmachen, mithilfe ihrer jeweiligen Regierungen (da sie die “Werthaftigkeit” der Papierchen behaupten) ausgeraubt werden.

Weil diese Regierungen mit den Ober-Räubern kollaborieren bzw. von diesen in ihre Posten eingesetzt wurden.

Goodnight Januar 26, 2018 um 19:51

Äh, was ist denn eine Nationalökonomie?

Das ist die Frage, die man sich stellen sollte.

Bevor man über so etwas redet.

Und was hat das mit Kapitalismus zu tun, diese “Nationen”?

Wenn Nationen nicht profit-orientiert operieren, wonach streben die dann? Und ist das dann noch “Wirtschaft”?

Blue Angel Januar 26, 2018 um 20:09

” Wenn Nationen nicht profit-orientiert operieren, wonach streben die dann? ”

- Ist diese Frage ernst gemeint?
Haben Staaten/Nationen für Sie nur einen Zweck, wenn sie quasi als gewinnorientierte Aktiengesellschaften agieren?

Goodnight Januar 26, 2018 um 20:19

@Blue Angel

Nö, aber wenn es nicht um Gewinn geht, dann geht es nicht um Gewinn. Und ohne Gewinn sehe ich da wenig “wirtschaftlichen Aspekt”.
Und daher betrachte ich Nation nicht unter wirtschaftlichen Aspekten.

Frage mich halt dann nur, was Nationalökonomen betrachten?

Hajib Chamberlain Januar 26, 2018 um 20:19

@Blue Angel, 18:30

Hmm…

Don schreibt heute:
“Falls es jemand noch nicht weiß: Ich war bis in die letzte Wahlperiode hinein über 30 Jahre SPDler und bin wegen dem NetzDG&TTIP ausgetreten – dass es hier so viele Meldefreunde auch unter Linken gibt, entsetzt mich, aber ihr könnt mich ja anzeigen, weil ich Schröder gut fand.”

Manchmal braucht es nicht viel, bis das wahre Gesicht linker Macht als Fratze in Erscheinung tritt.

Blue Angel Januar 26, 2018 um 20:25

Klar: Einen Markt gibt es auch für Augen, Haut, Organe, für snuff movies, Kinderkörper, Sklaven…

Wenn ein komplett freier Markt, ohne rechtliche und moralische Einhegung, das einzige Kriterium für staatliches Handeln ist, und Profit, die Steigerung finanzieller Gewinne, das einzige Ziel einer Nation/eines Staates (bzw. von deren Besitzern/Herren) dann wird auch “profit-orientiert” alles gehandelt, angeboten, verkauft was handelbar, anbietbar und verkäuflich ist.

So in etwa stelle ich mir die Zukunftsvision der Globalisten vor. Nur ohne (hinderlich-lästige) “Nationen oder Staaten: Eine globale, komplett von allen Grenzen (auch moralischen und insbesondere rechtlichen) befreite Handelszone. In der die Stärksten (= die mit dem größten, ihnen gehorchendem Gewalt-/Erpressungspotential) miteinander im Profitmachen konkurrieren. Mit allen Mitteln und zu jedem Preis.

Eine soziopathische Dystopie.

Goodnight Januar 26, 2018 um 20:36

@Blue Angel

Du versteht nicht:

Die Frage ist:

Können Nationen überhaupt wirtschaftliche Interessen besitzen bzw. vertreten?

Blue Angel Januar 26, 2018 um 20:37

@Hajib Chamberlain:
Der harte Kern der sogenannten (für mich sind die echten Linken weitgehend ausgestorben) Linken wollen ihre Utopien um jeden Preis durchsetzen: Gegen die Mehrheit und mit jeder Art von Repression. – Darüber mache ich mir seit einigen Tagen keine Illusionen mehr.

Wären sie Tiere wäre meine Verdachtsdiagnose, u. a. wegen der schaumigen Mund-Absonderungen, Tollwut.

@Goodnight:
Ich bin Gärtner, kein Wissenschaftler und erst recht kein Wirtschaftsexperte. Aber auch ein Gärtner braucht eine Art von “Ökonomie” um zu funktionieren…

Z. B. stellt man sich Fragen wie “Woher bekomme ich das Wasser zum Angießen der Jungpflanzen?”, “wie verteile ich die vorhandenen Wasser-, Kompost-, Dünerressourcen am effizientesten?” “Welche Werkzeuge sind nötig für diese und jene Arbeit?” “Wie finanziere ich zusätzliche Helfer?” “Wie bilde ich Helfer am effizientesten aus”? “Wie gruppiere ich welche Pflanzen für ein optimales Zusammenwirken?” “Wann säe ich welche Pflanzen am besten aus, damit sie zum benötigten Zeitpunkt zur Verfügung stehen?” “Mit welchen anderen Gärtnern kann ich überzählige – gegen benötigte Ressourcen tauschen?” “Wie kann ich den Garten gegen Fraßschädinge schützen?” etc pp…

Vielleicht nennt man sowas, wenn es sich auf Nationen oder Staaten bezieht, “Nationalökonomie”?
Mit “Profit” inform von Einnahmen in Geldform müssen solche Überlegungen/Handlungen nichts zu tun haben: Ein Garten z. B. funktioniert bei guter Organisation auch ohne Profit. – Da kenn ich mich aus ;-)

Blue Angel Januar 26, 2018 um 20:43

” Können Nationen überhaupt wirtschaftliche Interessen besitzen bzw. vertreten? ”

Wenn unter “wirtschaftliche Interessen” fällt, daß sie mit ihren Ressourcen so gut umgehen, daß für alle Mitglieder gesorgt ist und so nachhaltig, daß auch die Folge-Generationen davon leben können, dann ja.
Das hat aber mit “Profit” im Sinne von (finanzieller) Gewinnmaximierung nichts zu tun.

Profit könnte stattdessen inform von Lebensqualität, gesellschaftlichem Frieden, wissenschaftlicher Innovation, Zuwächsen an Bildung und dergleichen generiert werden, wenn finanzieller Profit kein Motiv/Hauptmotiv ist.

Thorsten Haupts Januar 26, 2018 um 21:40

“Profit könnte stattdessen inform von Lebensqualität, gesellschaftlichem Frieden, wissenschaftlicher Innovation, Zuwächsen an Bildung und dergleichen generiert werden, wenn finanzieller Profit kein Motiv/Hauptmotiv ist.”

Pruuuust. Mit Adam Smith ist zu dem Thema eigentlich abschliessend alles Notwendige gesagt worden. Und nicht zufällig ist historisch absolut JEDE Form der Umsetzung dieses schönen Gedankens in totalitäre Barbarei abgerutscht. Ausnahmslos.

Blue Angel Januar 26, 2018 um 22:03

Sie denken, alles, was keinen Profit abwirft, sei ohne Wert, Herr Haupts?

H.K.Hammersen Januar 26, 2018 um 22:16

@Goodnight
“Können Nationen überhaupt wirtschaftliche Interessen besitzen bzw. vertreten?”
Der norwegische Staatsfonds verfolgt mit Sicherheit wirtschaftliche Interessen im Sinne der Nation. Allerdings haben die auch den Vorteil, noch über eine Nation zu verfügen.

Sus scrofa Januar 26, 2018 um 22:24

@ HKH

Ist Staat = Nation? Und was bedeutet es, wie Sie schreiben, “über eine Nation zu verfügen”? – Wer verfügt da über was?

Thorsten Haupts Januar 26, 2018 um 22:30

“Sie denken, alles, was keinen Profit abwirft, sei ohne Wert, Herr Haupts?”

Der Rhetorik-Student 1. Semester hat gesprochen. “Wann haben Sie aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?”

Ich hatte zeitweise den Eindruck, jemand wollte ernst genommen werden. War ein Irrtum.

H.K.Hammersen Januar 26, 2018 um 22:52

@Sus scrofa
Ein Staat ohne Nation ist bestenfalls eine Verwaltungseinheit. Das sehen die Eliten in D anscheinend auch so, weshalb die auch keine Probleme mit einer umgreifenden Verwaltungsreform (Vereinigte Staaten von Europa) haben. Nur glaube ich, dass die Staaten, die noch Nationalstaaten sind, das ganz anders sehen.

Sus scrofa Januar 26, 2018 um 23:42

@ HKH

Ja aber was ist dann der Unterschied zwischen einem Nationalstaat und einem Staat als Verwaltungseinheit? Die Verfahren zur Entscheidungsfindung? Die Zusammensetzung der Bevölkerung? Die Art der Staatsideologie?

Ist Katar ein Nationalstaat? Indien? China? Die Schweiz? Welcher dieser Staaten ja, welcher nein, und warum ja oder nein?

Im übrigen nichts gegen Norwegen. Die haben erstens einen sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat, zweitens Öl & Gas und drittens ihre elegante Randlage. Wäre ich Norweger, so würde ich mich mit Zähnen und Klauen gegen einen EU-Beitritt wehren. Aber nicht mit Berufung auf “Nation”.

Thorsten Haupts Januar 27, 2018 um 00:02

@H.K.Hammersen:

“Ein Staat ohne Nation ist bestenfalls eine Verwaltungseinheit.”

Angesichts der Langlebigkeit von Österreich-Ungarn oder Preussen ist das eine ziemlich gewagte These. Deutschland existiert gerade mal seit 1871 und hatte das Glück, zweimal nach verheerenden Niderlagen in mit- (1. Weltkrieg) oder alleinverschuldeten Kriegen NICHT zerschlagen zu werden.

Gruss,
Thorsten Haupts

Hardy Januar 27, 2018 um 00:16

@Hajib

“Don schreibt heute: “Falls es jemand noch nicht weiß: Ich war bis in die letzte Wahlperiode hinein über 30 Jahre SPDler und bin wegen dem NetzDG&TTIP ausgetreten”

“Dem”?

Bogus Januar 27, 2018 um 00:18

Was ist denn das für ein Quatsch?

“Kein Land muss sich mehr Sorgen machen, dass es wegen Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzen zahlungsunfähig wird. Innerhalb des Euroraums und in den USA der Federal Reserve sowieso nicht.”

Die Ungleichgewichte INNERHALB des Euroraumes sind immer noch geeignet, dieses Konstrukt zu sprengen (was vielleicht nicht das Schlechteste wäre…) bzw. uns gegenseitig in ein Rattenrennen nach unten zu zwingen, bei dem wir vorgelegt haben und der Franzmann jetzt nachzieht.

Und warum nicht “einfach nur mal krass die Löhne erhöhen”? Oder auch moderat, aber Hauptsache erhöht? Gut für den Binnenmarkt, schlecht (also auch gut!) für die Außenbilanz und setzt den Franzosen weniger unter Druck.

Enrico, dass wir 15 Jahre lang ausgeraubt wurden rechtfertigt doch nicht, dass das ewig so weitergeht!?

WHAT THE FUCK, MOTHERFUCKERS?!!

Hajib Chamberlain Januar 27, 2018 um 00:53

Hardy, na gut, “rettet dem Dativ”, aber ist das so schlimm?

Michael Januar 27, 2018 um 00:54

@holger
Genau das meinte ich. Und da liegt das Problem, falls die Dollars “wertlos” würden oder eben heftig abwerten. Papiergeld ist Papiergeld, auch chinesischjes. Also lieber Russenrubel? Dafür spräche nicht wenig. Aber wem traust Du mehr? Einem Ami oder einem Chinesen? Traditionell natürlich eher dem Ami, den Fakten nach aber eher dem Chinesen. Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Die Zeit wird uns des Rätsels Lösung präsentieren.

Wenn man sich die jüngste Trump-Rede wirklich antat, wie ich heute, kann man am Geisteszustand des Herren durchaus ins Grübeln kommen. Aber er ist der Chef der WELTWIRTSCHAFT! Das ist wirklich der blanke Wahnsinn.

ruby Januar 27, 2018 um 01:06

@Michael
Noch die Schwarzmarktwirtschaft mitgemacht oder erzählt bekommen?
Was ist Bonität?
Ein voll berechtigter Hinweis von Holger…

Michael Januar 27, 2018 um 01:16

@Bogus
Gut, wir reden da um Lohnerhöhungen in Deutschland um 30% und Vernichtung der Kaufkraft von Rentnern auch um 30%! Das gäbe ziemlich sicher eine Revolution.

Michael Januar 27, 2018 um 01:20

@ruby
Das wäre leicht lösbar. In einer “Inflation” verschuldet man sich bis Oberkante Oberlippe und “zahlt” mit entwerteter “Währung” zurück. Das schwebt den Typen von den Zentralbanken ja so vor. Natürlich ist der Hinweis von Holger berechtigt.

ruby Januar 27, 2018 um 01:21

Also ich kann auf die amazon, Apple, Google und Co.Scheisse noch verzichten.
Weltwirtschaft?
Das ist für Degenerierte und Geldanbeter.

ruby Januar 27, 2018 um 01:25

@Michael
Ein Haus muss auch unterhalten und saniert werden.
Schaue auf die Investitionsstaus.
Das ist keiner mehr der kann
Pflegestation.

ruby Januar 27, 2018 um 01:28

8.1 Millionen Beschäftigte in Niedriglohnsektoren, die können gar nicht mehr viel ausser vegetieren.

ruby Januar 27, 2018 um 01:36

Geld-Kredit-Währung

Michael Januar 27, 2018 um 01:48

@ruby
Das bezweifele ich ja nicht. Auf all den Schnulli verzichte ich natürlich auch.

Natürlich sind “US-Aktien” incl. Amazon, Apple, … und wie die noch heißen mögen eine Blase, die eher früher als später platzen wird. Ein RSI 14 Tage (Relativer Stärke Index) beim DOW von 90 (!), wie heute, besagt, dass es in Kürze knallen sollte. 70 ist übergekauft. Aber 90 (!) gab es in den vergangenen 20 oder 30 Jahren noch nie! Aber auch der längerfristige RSI 26 Tage ist krass. Wenn ich da aktiv wäre, würde ich voll short positioniert sein.

Das ändert nichts daran, dass Trump der CHEF der Weltwirtschaft ist. Der Kerl ist entsprechend seiner Rede in Davos tatsächlich irre, so meine Meinung. Obwohl ich von den letzten drei US-Präsidenten (Obama, Bush junior und Clinton) keine viel bessere Meinung hatte, Trump toppt alles.

bleistift Januar 27, 2018 um 01:57

@ Sus scrofa

“Wäre ich Norweger, so würde ich mich mit Zähnen und Klauen gegen einen EU-Beitritt wehren. Aber nicht mit Berufung auf “Nation”.”

Das haben die Norweger ja auch getan. Soweit ich weiß gab es Volksabstimmungen. Ich glaube sogar deren zwei.
Norwegen zahlt trotzdem Geld an die EU, akzeptiert die Rechtssprechung des EUGH, ist Teil des Binnemarktes und des Schengenraumes und hat sich (glaube ich) auch verpflichtet sämtlichen Beschlüssen der EU zu folgen.
Ist das ein guter “Deal” (wie der lunatic moron das formulieren würde)? Ich glaube nicht.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:02

Der Punkt ist: Norwegen hat kein Mitspracherecht.
Es zahlt einen Haufen Geld, darf aber nicht mitentscheiden.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:04

Wikipedia sagt: “Norwegen ist durch den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) seit dem 1. Januar 1994 gemeinsam mit Island und Liechtenstein der am weitesten in die EU-Strukturen integrierte Drittstaat. Durch den EWR nimmt Norwegen am Europäischen Binnenmarkt teil. Norwegen ist auf der anderen Seite verpflichtet, den Acquis communautaire in diesem Bereich zu übernehmen und wird deshalb auch als Faxdemokratie bezeichnet, die ihre Gesetze per Fax aus Brüssel erhält. An der Rechtsetzung der EU kann Norwegen allerdings nicht teilnehmen. Umgekehrt beteiligt sich Norwegen an der Finanzierung der EU.”

Michael Januar 27, 2018 um 02:11

@bleistift
Norwegen ist eine Lösung. Aber das Land hat nur 5 Millionen Einwohner. Die Hälfte von Österreich oder der Schweiz. Damit sollte man es nicht übertreiben. Auf jeden Fall sind die Menschen dort sympathisch und die Wirtschaft/Finanzen sind viel solider aufgestellt, als die diskutierten EU-Länder.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:11

Mir persönlich wäre es schon lieber wenn mein Land ein Vollmitglied wäre und nicht nur eine Faxdemokratie.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:12

@ Michael

“Norwegen ist eine Lösung.”

Eine Lösung für welches Problem?

Michael Januar 27, 2018 um 02:36

@bleistift
Nee, lieber Faxdemokratie als EU- Vollmitglied. Das Problem ist eine nicht mehr funktionierende EU. Da ist Norwegen, trotz seiner hohen Privatverschuldung, mit dem gigantischen Staatsfonds, eher Lösung, als Problem. Aber gut, ich wäre wahrscheinlich, abseits des dunklen Winters, lieber Norweger als Bürger südlicherer Länder. Das kann jeder halten, wie er möchte.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:50

Reines Schmarotzertum funktioniert halt nicht. Norwegen hat das kapiert.
England wird diese Erfahrung vermutlich noch machen müssen.

Ich bin ein großer Fan des französischen Präsidenten Macron. Die EU sollte reformiert und gestärkt werden.
Dabei sollte man erstmal auf westeuropäische Länder setzen.
Manche Osteuropäer haben es sich zu bequem gemacht.

Hunderttausende Polen ziehen jedes Jahr nach Dtl. oder nach Westeuropa um hier ihr Glück zu finden oder zumindest eine Arbeit. Aber ist Polen deshalb bereit auch nur einen einzigen verschissenen Flüchtling aufzunehmen? Auf keinen Fall!

Polen hat 2016 9,79 Milliarden US Dollar für sein Militär ausgegeben.
Im Jahr 2014 hat Polen netto 13,75 Euro von der EU erhalten.

Trotzdem dürfen wir als Deutschland uns nun vom Oberdeppen Trump anpflaumen lassen, weil wir angeblich zu wenig für unser Militär ausgeben.

Millionen von Polen arbeiten in Dtl. Aber kein einziger Flüchtling dar nach Polen geschickt werden.
Gleichzeitig finanzieren wir deren Militär.
Weswegen Polen von Trump gelobt wird und wir (hübsch formuliert) kritisiert werden.
Unsere Soldaten sterben für die Interessen Amerikas im fernen Afghanistan aber der amerikanische Präsident sagt nicht “Danke”. Er sagt: “Ich will mehr Geld!”.
Nett.

Ich würde sagen wir brauchen dringend eine Reform der EU.

bleistift Januar 27, 2018 um 02:52

“13,75 Euro”

Milliarden Euro

bleistift Januar 27, 2018 um 03:01

@ Michael

“Da ist Norwegen, trotz seiner hohen Privatverschuldung, mit dem gigantischen Staatsfonds, eher Lösung, als Problem.”

Ich habe nichts gegen einen Staatsfond. Nur hat Dtl. weder Gas noch Öl.

Bogus Januar 27, 2018 um 05:11

Michael Januar 27, 2018 um 01:16

30%? Flassbeck redet von 20. Natürlich nicht schlagartig auf einmal. Rente? Kann mit angepasst werden.

Revolution? Das wäre die erste in der Geschichte wegen MEHR Kohle fürs Volk!

Sind eure Hirne schon so aufgeweicht von der allgegenwärtigen neoliberalen Propaganda?

Systemfrager Januar 27, 2018 um 08:21

Können Nationen überhaupt wirtschaftliche Interessen besitzen bzw. vertreten?

Quod licet Jovi, non licet bovi!
USA, Deutschland, vieleicht noch welche (ein bisschen)
vertreten ihre wirtshcaftliche Interessen mit allen erdenklichen Mitteln, NATO hat nur diese und keine einzige andere Aufgabe
Aber wenn die zB östlichen Kolonien, Russland, südamerikanische Staaten … über eigene Interssen nur zu denken wagen, sind sie sofort totalitäre Diktaturen, die man sofort bombardiren soll und muss. Tjea: westliche Werte und westliche Freiheit und westliche Demokratie
Also wie seit drei Jahrhunderten (Davor hat der Westen dasselbe mit der Christentum-Ideologie getan)
Im Westen nichts neues

Systemfrager Januar 27, 2018 um 08:29

„Ich bin der Ansicht, dass Russland zum ersten Mal seit 25 Jahren nach dem Fall der Berliner Mauer als unser militärischer Gegner auftritt … Wir müssen daher mit unseren Kollegen aus der Nato einen Plan für gemeinsame militärische Handlungen gegen Russland ausarbeiten“.

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos
PS
Warum ich nicht ein bisschen Angst vor dem WK3 gegen Russland fürchte. Danach wird es den Westen nicht mehr geben.
(Vieleicht meinte das die Bibel mit Armagendon und dem endgültigen Sieg gegen den Teufel.)

Systemfrager Januar 27, 2018 um 08:48

News
Kyle Randolph Scott ist sehr verärgert über Serbien und Serben
Wie konnte es nur passieren, dass man so viel Böses getan hat und die Serben immer noch nicht vom Stockholm-Syndrom erklrankt sind

Man sollte eigentlich einige sebische Zeitungen und ein paar TV-Kanäle verbieten … die nicht besonders nett den Amerikanern gegenüber sind …

Bravo Eure Hoheit Scott, Sie sind der richtige Bote der fReiheit und dEmokratie

Systemfrager Januar 27, 2018 um 08:54

Da fällt mir ein, wie die Kommunisten böse waren:
Sie haben damals Orwell veröffentlicht, und weil er sehr nachgefragt war, dann mehrere Ausgaben im ganz billigen Buchformat …
Und jetzt sieht man, was die Kommunisten angerichtet haben
Die Jugoslawen erkennen in der westlichen Demokatie und Freiheit sofort was sie eigentlich sind
Böse, böse, böse Kommunisten … auch nach ihrem Tod sind sie gefährlich

Systemfrager Januar 27, 2018 um 09:20

“Erst als ich Politiker wurde, habe ich bemerkt, wie fies und gemein, wie bösartig und wie ‘fake’ die Presse sein kann”

Trump / Davos
Bravo Herr Präsident!

enrico Januar 27, 2018 um 09:25

“”””””Enrico, dass wir 15 Jahre lang ausgeraubt wurden rechtfertigt doch nicht, dass das ewig so weitergeht!?”””””

Natürlich nicht, wurde auch keineswegs behauptet. Nur, wenn man es nicht rafft, dass man über den Tisch gezogen wird und das auch noch vehement abstreitet, dann solls halt weitergehen.

“”””””””””””””
WHAT THE FUCK, MOTHERFUCKERS?!!
“”””””””””””””

no somos gringos y no hablamos cochino-gringonico!

saludos, enrico

H.K.Hammersen Januar 27, 2018 um 10:28

@Sus scrofa
Im Nationalstaat teilt die Bevölkerung Werte und Normen, ohne dass diese Werte und Normen durch Gewalt und/oder Gesetze erzwungen werden müssen.

Der Unterschied kommt ziemlich gut beim Vergleich von Indien und der Schweiz heraus. Indien ist schon in zwei religiös unterschiedliche Staaten zerfallen und wird weiter zerfallen. Die Schweiz nicht.

H.K.Hammersen Januar 27, 2018 um 10:35

@Haupts
Österreich/Ungarn war eine Diktatur mit einem Monarchen an der Spitze. Der war ständig damit beschäftigt, den Zerfall aufzuhalten.
Mit Gewalt kann vielleicht einige Zeit lang Staat gemacht werden. Aber dauerhaft ist da nichts. Deshalb wir es niemals eine EU zu den Vereinigten Staaten von Europa schaffen. Die Wiedervereinigung hat Deutschlands Selbsthass noch einmal für eine Generation Nahrung gegeben, sodass es derzeit so aussieht, als habe die EU noch eine Chance auf Vertiefung. Erzwungen werden soll dass durch babylonische Verhältnisse in D. Damit wird aber D (und auch FR) allenfalls als abschreckendes Beispiel dienen.

ruby Januar 27, 2018 um 12:04

https://www.youtube.com/watch?v=A5JmfQ5EPn8
Zwischen zwei Welten
(persönlich und politisch)

Blue Angel Januar 27, 2018 um 12:26

Bin kein Freund der russophoben und bigotten PIS-Regierung, aber man sollte wissen, daß Polen rund eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat (und dabei im Hinterkopf haben, daß die EU dort schwer mitgezündelt hatte).

Man sollte auch wissen, daß Polen (sowie baltische Staaten) christliche Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hatte/n und diesen sehr gute Integrationsbedingungen bot/en: Verteilt auf dem Land kümmerte sich jeweils eine ganze Gemeinde/Dorfgemeinschaft um eine (teilweise Groß-) Familie.
Nach einigen Wochen waren sie plötzlich weg, aufgebrochen i. d. R. nach Deutschland…

Dieser idiotische Umverteilungsplan ist an BEIDEN Enden gescheitert.

Bezüglich Norwegen ist die spannende Frage: Haftet das Land für den ESM mit oder nicht?

Dieser ESM ist die Schuld- und Sklavenkette für die Bevölkerungen der beteiligten Staaten. Eine Art “Versailles” gigantischen Ausmaßes.
Ich hatte mich (wie zu wenige andere) sehr dagegen engagiert und stelle heute fest, daß die meisten immer noch nicht wissen, was das eigentlich ist und bewirkt (so wie die BT-Abgeordneten, die den Papierberg damals “auf Zuruf” abnickten).

Herr Macron ist eine Banken-Marionette, installiert, um die Rest-Ausbeutung der EU-Bevölkerungen zum Ende (an den Punkt, wo nichts mehr zu holen sein wird) voranzutreiben.

Wer diese EU aufrechterhalten, erst recht, wer sie “vertiefen” will, ist ein bewußter oder unbewußter Globalisten-Diener und ein Demokratie-Feind.

M. E. werden die Serben (auch heute noch und wieder) nicht bekämpft , weil sie Kommunisten waren sondern weil sie eine starke Identität haben und sich mehrheitlich immer noch stark mit Russland verbunden fühlen.

Die Zeiten der Herrschaft der Globalisten über Serbien (und einige Nachbarländer) geht zuende: Die ersten Wirtschaftsverträge mit China (Seidenstraßenprojekt) sind unterschrieben, die militärische Kooperation mit Russland wird intensiviert. Um eine gewisse Frau Nuland (wer kennt die noch?) zu zitieren: “F*ck the EU”.

Wer Brezinski gelesen hat, weiß, daß einer der prioritären Gründe für die Bildung der EU war, “die Möhre an der Angel” darzustellen, mit der “die Esel” in die Nato gelockt wurden. – Einige “Esel” sind inzwischen schlauer geworden.

Blue Angel Januar 27, 2018 um 12:36

but has driven our message that we are all stronger when free, sovereign nations cooperate towards shared goals and they cooperate toward shared dreams. Rsem Satz hat Trump die multipolare Weltordnung öffentlich bestätigt (Hervorhebung von mir):

“…but has driven our message that we are all stronger when free, SOVEREIGN nations cooperate towards shared goals and they cooperate toward shared dreams.”

Das ist eine Ab- und Kampfansage an die Globalisten und von daher eine geopolitische Sensation. Ich hoffe, Herr Brezinski rotiert in seinem Grab :-)

Blue Angel Januar 27, 2018 um 12:37

Sorry: ” Mit diesem Satz…”

Blue Angel Januar 27, 2018 um 12:41

Original-Transkript gibt´s hier:
https://www.politico.com/story/2018/01/26/full-text-trump-davos-speech-transcript-370861

- Bei Achgut eine deutsche Übersetzung des ganzen Textes. Nach einigen diesbezüglichen Erfahrungen habe ich mir angewöhnt, interpretierenden Übersetzungen von Teilen wichtiger Reden ausländischer Politiker nicht mehr zu vertrauen.

Adam Cartwright Januar 27, 2018 um 13:18

@Blue Angel

Norwegen haftet nicht für den ESM. Nur Euro-Länder haften, d. h. Polen, Schweden etc. ebenfalls nicht. Aktueller Stand der Finanzhilfen = 254,0 Mrd. €.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Stabilit%C3%A4tsmechanismus

Norwegen hat kurz vor D ebenfalls gewählt und seit ein paar Wochen eine neue (Minderheits-)Regierung. Würde vom Parteienspektrum in D der CDU, AFD und FDP entsprechen.

http://www.dw.com/de/neue-b%C3%BCrgerlich-konservative-regierung-in-norwegen/a-42143947

Komischerweise geht das anderswo mit Minderheitsregierungen, ohne dass die Zivilisation zusammenbricht.

Würde ich an Wiedergeburt glauben, stünde die Geburt als Norweger ziemlich weit oben auf meiner Liste. Was allerdings klar dagegen spricht, sind die Bierpreise. 7-10 Euro im Restaurant, mindestens 3 Euro für die Dose Bier im Einkauf. Einfuhr ist auf 5 Liter pro Person beschränkt.

Bogus Januar 27, 2018 um 13:21

Hast Recht, Enrico. Und entschuldige bitte meine Schweinesprache. Hätte gemeint, das Grunzen einer Wildsau vernommen zu haben.

Blue Angel Januar 27, 2018 um 14:13

Danke für die Zusatz-Infos zu Norwegen, Adam Cartwright: Hatte dieses Land nicht im Fokus (wie ich dadurch bemerke).

Bier mag ich nicht, für ein, zwei Flaschen schönen Weißwein pro Jahr kann man dann ja sparen ;-) Allerdings ist das Terrain weitgehend nicht behindertengerecht, daher bleibt´s wohl doch bei der Krim als potentiell prioritäres Auswanderungsziel. Werde aber hierbleiben und, wenn erforderlich, “stehend sterben”.

Thorsten Haupts Januar 27, 2018 um 16:14

@Hammersen:

“Österreich/Ungarn war eine Diktatur mit einem Monarchen an der Spitze. ”

Aus einer konstitutionellen Doppelmonarchie mit frei gewählten Parlamenten (inklusive deren Budgetrechten) eine Diktatur zu machen, nur um das eigene Argument nicht zu gefährden … Diese Verbeigung muss man auch erst mal intellektuell bewältigen, meinen Glückwunsch dazu.

Gruss,
Thorsten Haupts

H.K.Hammersen Januar 27, 2018 um 18:26

@Haupts
Dann fragen Sie mal auf dem Balkan oder in Ungarn, für wie demokratisch die die damalige k.u.k. halten.

Sus scrofa Januar 27, 2018 um 23:58

Es dürfte sich zwar dort kaum jemand finden,der k.u.k. bewusst erlebt hat.

In Ungarn als Kernland der einen Reichshälfte immerhin wird man Ihnen davon erzählen, dass die Grenzen seinerzeit bis an die Adria reichten. Weshalb der spätere Reichsverweser Horthy es noch bis zum Admiral brachte, bevor er das Reich zu verwesen hatte. Mittlerweile ist es völlig verwest.

In der Karpatenukraine und Transkarpatien (heute Ukrop-”National”Staat) habe ich vor 20 Jahren noch Leute kennengelernt, die zumindest eine Erinnerung an die Zeit unmittelbar nach 1918 hatten… und an die Geschichten ihrer Eltern aus der Zeit davor. Deutsche, Ungarn, Ruthenen/Ukrainer.

Das was mir in Erinnerung ist aus den Erzählungen: Die beste staatliche Ordnung, die es dort jemals gab, war die der Habsburgermonarchie. Die zweitbeste war die der Sowjetunion. Alles dazwischen und danach war scheiße.

Kann das aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammende Zitat von dem österreichischen Schriftsteller Leo Perutz nicht mehr finden, es lautete ungefähr so: Die alte Monarchie wusste noch, dass ein Nationalist nicht das eigene Volk liebt, sondern nur andere Völker hasst. Die k.u.k. Monarchie hatte ein Gesicht zu verlieren, und nicht, wie ihre Nachfolger, nur eine Fresse.

Joseph Roth hat das mit der Endphase der k.u.k. Monarchie im “Radetzkymarsch” beschrieben, freilich mit so einem top-down-Blick. (Der umgekehrte Blick findet sich bei Karl Emil Franzos.) Joseph Roth war Sozialist und Monarchist. Für ihn war das weniger ein Widerspruch als für die Leute, die sich bei seinem Begräbnis darüber in die Haare kriegten.

0177translator Februar 1, 2018 um 18:15

Gold und Silber haben ausgedient? Was schreiben Sie denn da für einen Unsinn? Dann verraten sie mir mal, warum die Zentralbank der Russen jeden Krümel in der Welt aufkauft, den sie kriegen kann, so daß sie mehr Gold einkaufen als China, wieso ganz Sibirien leergeschürft wird von dem gelben Metall, und warum die USA/Fed der Bundesbank die 1.263 Tonnen Goldbarren ums Verrecken nicht herausgeben wollen, obschon der Euro kollabieren könnte und die Deutschen eine neue Währung einführen müßte, die erst einmal Vertrauen erringen muß? Ehrlich, Sie haben von Gold keine Ahnung.

Aufgewachter Februar 3, 2018 um 11:05

Aufgrund der guten Aussichten für einen 3. Weltkrieg mit thermonuklearen Waffen an multiplen Brennpunkten ist der neue Ausbildungsberuf besonders gefragt.

Erwerbsloser erhält Umschulung zum Nuklearwaffen-Export-Kaufmann (IHK)
https://aufgewachter.wordpress.com/2016/02/08/erwerbsloser-erhaelt-umschulung-zum-nuklearwaffen-export-kaufmann-ihk/

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