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		<title>Rolle vorwärts</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 08:13:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren haben wir in diesem und im Vorgänger-Blog immer wieder über das Thema Rente diskutiert. Etwa hier, hier und natürlich der Beitrag von topi. Die Rentenversicherung betrifft dabei den Kern des deutschen Sozialversicherungssystems &#8211; und damit auch das, was in dieser Gesellschaft unter &#8220;sozialer Marktwirtschaft&#8221; verstanden wird. Die Brisanz des Themas liegt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>In den vergangenen Jahren haben wir in diesem und im Vorgänger-Blog immer wieder über das Thema Rente diskutiert. Etwa <a href="http://www.wiesaussieht.de/2012/09/02/frau-von-der-leyen-und-die-rente/" target="_blank">hier</a>, <a href="http://www.wiesaussieht.de/2012/11/01/ein-hinweis-zur-geschichte-der-rentenversicherung/" target="_blank">hier</a> und natürlich der Beitrag von <a href="http://www.wiesaussieht.de/2012/09/25/ist-die-rente-noch-zu-retten/" target="_blank">topi</a>. Die Rentenversicherung betrifft dabei den Kern des deutschen Sozialversicherungssystems &#8211; und damit auch das, was in dieser Gesellschaft unter &#8220;sozialer Marktwirtschaft&#8221; verstanden wird. Die Brisanz des Themas liegt in zwei Punkten. Zum einen ist es ein hochkomplexes System, das zahlreiche Stellschrauben besitzt, um es effektiv steuern zu können. Die These, die Politik habe in den Sozialsystemen den demographischen Wandel verschlafen oder nicht auf die Folgen der deutschen Einheit reagiert, ist schlichter Unsinn. Das Gegenteil ist richtig. Nur ist leider sozialpolitische Inkompetenz in der deutschen Publizistik immer noch der Normalfall. Zum anderen bleiben Veränderungen an den Stellschrauben bei der Einführung fast unbemerkt, entfalten aber in der mittleren und langen Frist eine enorme Schubkraft. Die höchst unterschiedlichen Sozialsysteme in den westlichen Industriestaaten haben sich seit dem 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund ihrer spezifischen kulturellen Traditionen, ökonomischen Bedingungen und politischen Machtverhältnisse entwickelt. Diese Tanker kann man nicht einfach durch ein neues System ersetzen, sondern nur gradualistisch weiter entwickeln. Nun ist es nicht zu erwarten, dass es plötzlich neue Erkenntnisse geben könnte. Die Fakten sind bekannt. Man muss sie nur zur Kenntnis nehmen. Es verändern sich aber politische Sichtweisen &#8211; und damit Diskurse. Etwa wenn der Tanker namens Altersarmut auf die Politik trifft. Insofern gelang gestern Abend <a href="http://maybritillner.zdf.de/" target="_blank">Maybrit Illner</a> eine bemerkenswerte Sendung, wie ich in meiner <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/faz-net-fruehkritik-maybrit-illner-rolle-vorwaerts-12186004.html" target="_blank">Frühkritik</a> deutlich mache.</p>
<div class="shr-publisher-4739"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F17%2Frolle-vorwarts%2F' data-shr_title='Rolle+vorw%C3%A4rts'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F17%2Frolle-vorwarts%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F17%2Frolle-vorwarts%2F' data-shr_title='Rolle+vorw%C3%A4rts'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F17%2Frolle-vorwarts%2F' data-shr_title='Rolle+vorw%C3%A4rts'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Sucht als Kontrollverlust</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 09:08:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sandra Maischberger]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Exzessivität beim Konsum von Genußmitteln begleitet die Menschheit seit ihren zivilisatorischen Anfängen. Sie ist in der Kunst- und Literaturgeschichte gut belegt  &#8211; und die Kritik an dieser Exzessivität bis heute ihr steter Wegbegleiter geblieben. So gilt sie in der katholischen Theologie mit der Wollust und der Völlerei als zwei der sieben Todsünden. Diese Kritik [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die Exzessivität beim Konsum von Genußmitteln begleitet die Menschheit seit ihren zivilisatorischen Anfängen. Sie ist in der Kunst- und Literaturgeschichte gut belegt  &#8211; und die Kritik an dieser Exzessivität bis heute ihr steter Wegbegleiter geblieben. So gilt sie in der katholischen Theologie mit der <em>Wollust und der Völlerei</em> als zwei der sieben Todsünden. Diese Kritik führte in den USA in den 1920er Jahren sogar zur Einführung von drakonischen Prohibitionsgesetzen. Die Sucht wird heute als Abhängigkeit <a href="http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gastg&amp;p_aid=&amp;p_knoten=FID&amp;p_sprache=D&amp;p_suchstring=8554::Sucht" target="_blank">definiert</a> und gilt wegen ihrer selbstzerstörerischen Wirkung auf das Individuum als eine der größten gesellschaftlichen Bedrohungen. Insoweit hat sich bis heute nichts geändert. Oder gibt es doch einen Unterschied zwischen dem <a href="http://literaturzeitschrift.blog.de/2009/09/14/boese-besoffen-gescheit-6963229/" target="_blank">Trinker von früher</a> und dem von heute? Gestern Abend nahm sich Frau Maischberger des <a href="http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/index.html" target="_blank">Themas</a> an. Sie verpasste das Wesentliche, so mein nächtlicher Eindruck in der <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/faz-net-fruehkritik-sandra-maischberger-sucht-als-kontrollverlust-12183343.html" target="_blank">Frühkritik</a>.</p>
<div class="shr-publisher-4737"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F15%2Fsucht-als-kontrollverlust%2F' data-shr_title='Sucht+als+Kontrollverlust'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F15%2Fsucht-als-kontrollverlust%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F15%2Fsucht-als-kontrollverlust%2F' data-shr_title='Sucht+als+Kontrollverlust'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F15%2Fsucht-als-kontrollverlust%2F' data-shr_title='Sucht+als+Kontrollverlust'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Die Idiotie der Geburt</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 11:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h.huett</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Anatol Stefanowitsch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr kennt das. Die Philosophen (oder Könige), die lieber nicht geboren worden wären. Zehnmonatskinder wie Harry Rowohlt.  Oder Ideen, die zu früh / zu spät auf die Welt kommen. Hätte hätte hätte. Und dann fahren alle in die Oberpfalz, auch ohne Navi, vielleicht sogar ohne Idee, was die Oberpfalz mal war oder kürzlich erst beinah [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ihr kennt das. Die Philosophen (oder Könige), die lieber nicht geboren worden <a href="http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_sophokles_thema_geburt_zitat_8726.html" target="_blank">wären</a>. Zehnmonatskinder wie <a href="http://derstandard.at/1363710520928/Spielen-Sie-mal-gegen-den-Sternenhimmel-an" target="_blank">Harry Rowohlt</a>.  Oder Ideen, die zu früh / zu spät auf die Welt kommen. Hätte hätte hätte. Und dann fahren alle in die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oberpfalz" target="_blank">Oberpfalz</a>, auch ohne Navi, vielleicht sogar ohne Idee, was die Oberpfalz mal war oder kürzlich erst beinah geworden wäre. Streiten sich wie die Kesselflicker um die Tagesordnung. Eine neue Generation dabei, die abstoßenden Fehler längst vergangener Generationen einfach zu replizieren. Geschäftsordnungsdebatten. So lange kulturelle Bärte gibt es nur in Deutschland.</p>
<p>SMV SMV SMV. Die Idee der Piraten, ein neues Instrumentarium ihrer innerparteilichen Willensbildung zu errichten, liegt auf der Hand. Wer wenn nicht die Piraten wäre dazu in der Lage? Nach dem jüngsten Parteitag muss man mit gleichem Recht fragen: Wer, wenn nicht die Piraten, wäre dazu nicht in der Lage? Sie haben es versemmelt, nicht weil sie das technische Brimborium (Pflichtenhefte usw) nicht kennten, sondern weil es ein Fehler ihrer politischen DNA zu sein scheint, chronisch Mittel und Zwecke mit einander zu verwechseln.</p>
<p>Das Gegreine, das Giftschäumen und Trollen im Anschluss bezeugt die kulturelle Insuffizienz, bei manchen wohl auch bloßen Wissensmangel darüber, was ein politischer Wille ist und wie lange es mitunter braucht, diesen erstens richtig zu artikulieren und dafür zweitens die notwendigen Mehrheiten zu organisieren. Sie wiederholen abgelegt geglaubte Fehler.<span id="more-4722"></span></p>
<p>Und dann kommt so einer daher wie <a href="http://astefanowitsch.tumblr.com/post/50330120755/die-piratenpartei-vor-dem-k-o" target="_blank">Anatol Stefanowitsch:</a></p>
<blockquote><p>Sie hat gezeigt, dass es möglich ist, Menschen allein durch das Versprechen gesellschaftlicher Mitgestaltung dazu zu motivieren, Zeit, Energie und Herzblut in politische Arbeit zu investieren. Sie hat gezeigt, dass es auch ohne traditionelle Parteistrukturen möglich ist, diese Zeit, diese Energie und dieses Herzblut in politische Programme und erfolgreiche Wahlkämpfe umzumünzen.</p></blockquote>
<p>Herzblut ist ein zweifelhafter metaphorischer Saft, zumal wenn er &#8220;investiert&#8221; oder &#8220;umgemünzt&#8221; wird. Schweigen wir davon, dass andere Generationen ihn gar auf Befehl vergossen. Stefanowitschs &#8220;Analyse&#8221; belegt das Dilemma des Oberpfälzer Piratenparteitags. Im Namen &#8220;aller&#8221; maskierte die Abstimmungsschlacht um die &#8220;Ständige Mitgliederversammlung&#8221; einen innerparteilichen Konflikt, den Stefanowitsch sogleich ummünzt in einen Konflikt der Zeithabenichtse gegen die Zeithaber.</p>
<p>Um hier nicht missverstanden zu werden: Ich  finde die SMV-Idee großartig. Das <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/aufgaben/rechtsgrundlagen/pg_pdf.pdf" target="_blank">Parteiengesetz</a> ermächtigt die Parteien ausdrücklich dazu, für die innerparteiliche Willensbildung geeignete Organe zu etablieren. Nur scheint mir das Tohuwabohu über die verlorene Abstimmungsschlacht zu heuchlerisch, als dass ich das ernst nehmen <a href="https://t.co/Ndj30xc4me" target="_blank">könnte</a>. Natürlich wäre die SMV ein überzeugendes Argument für die politische Leitbotschaft der Piraten: Mehr Partizipation ist nötig und möglich. Die  Diskussion darüber muss und kann präziser geführt werden: Welche Quoren sind für Beschlüsse erforderlich? Und wie flüssig bzw. fest definiert die innerparteiliche Demokratie getroffene Beschlüsse?</p>
<p>Was hat in diesem Begriffsgefüge die Idee einer &#8220;Generation&#8221; für einen Platz? Was macht sie zu einem politisch verfügbaren Begriff? Und was steckt darin für eine gesellschaftliche Explosivkraft, wenn man ihr besondere Legitimität für die Artikulation von Interessen zuspricht? Stefanowitsch ist Sprachwissenschaftler. Politisch so bewegt wie naiv. Seine Generationsidee klingt wie eine entsicherte Handgranate auf Wiedervorlage für den Kampf der Generationen. Integration und Partizipation spielt er gegen einander aus. Ein emanzipatorisches Apardheitsregime? Schreck lass nach. Wer mit solchen Begriffen so freihändig operiert, muss sich über scharfe Kritik nicht wundern.</p>
<p>Die Piraten brauchen mehr ideengeschichtliche Substanz und politische Bildung. Wann errichten sie endlich die dafür geeigneten Gefäße wie eine parteinahe politische Stiftung im Bund und regionale Stiftungen in den Ländern? Bis sie soweit sind, sollte die Bundeszentrale für politische Bildung einen zeitlich befristeten Sonderbereich für politische Akkulturation bereitstellen.</p>
<div class="shr-publisher-4722"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F13%2Fdie-idiotie-der-geburt%2F' data-shr_title='Die+Idiotie+der+Geburt'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F13%2Fdie-idiotie-der-geburt%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F13%2Fdie-idiotie-der-geburt%2F' data-shr_title='Die+Idiotie+der+Geburt'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F13%2Fdie-idiotie-der-geburt%2F' data-shr_title='Die+Idiotie+der+Geburt'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Doppelspaß</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 07:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h.huett</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sandra Maischberger]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern also Maischberger. Dieses Mal mit einer fiskalischen Peinlichkeitsschwelle (ohne dafür Norbert Elias zu konsultieren), nämlich der Frage, ab welcher Schmerzgrenze Vermögen beginnt oder wo es aufhört, gut zu tun, mit anderen Worten wo und wie und warum das Finanzamt in die Vollen greifen kann. Das scheint nach Maßgabe der Talkshowdramaturgen weniger eine Frage der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Gestern also <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik-alle-tage-wi-di-bum-bei-sandra-maischberger-12176436.html" target="_blank">Maischberger</a>. Dieses Mal mit einer fiskalischen Peinlichkeitsschwelle (ohne dafür Norbert Elias zu konsultieren), nämlich der Frage, ab welcher Schmerzgrenze Vermögen beginnt oder wo es aufhört, gut zu tun, mit anderen Worten wo und wie und warum das Finanzamt in die Vollen greifen kann. Das scheint nach Maßgabe der Talkshowdramaturgen weniger eine Frage der statistischen Verteilung als vielmehr der individuellen Peilung zu sein. Die Idee Peter Sloterdijks, dem nehmenden Staat nach eigenem Gusto zu geben, scheint die Partei des neuen Nehmens nicht von den Hockern zu reißen. Nicht Aufkommensneutralität ist das Ziel der grünen Steuerpläne. Der Staat, ihre Idee von Staat, braucht mehr Geld. Das haben sie für ihr Wahlprogramm so geschickt formuliert, dass der FDP-Spitzenkandidat so viel brüllen kann, wie er will. Die grünen Wähler, um die es geht, zeigen sich einsichtig und wollen mehr zahlen.</p>
<p>Gestern erlebte ich, während mir die wenigen verbliebenen Haare geschoren wurden, zwei Kosovaren und einen Türken im Gespräch. Natürlich ging es um den Helden Uli Hoeneß. Das war nicht gut, meinte Mustafa, die Steuern zu hinterziehen. Aber der Staat ist ein Betrüger, der illegale CDs kauft, so ein Schurkenstaat. Das brachte meinen Friseur auf die Palme. Der Staat hier ist Gold. Schau Dir die Verbrecher an, die heute im Kosovo Millionen haben. Korruption, das ist das Übel.</p>
<p>Wo die Peinlichkeitsschwelle dieses Themas beginnt, wo schamlos ausgeteilt und zugegriffen wird, das ist ein anderes Thema. Aber es tut gut zu beobachten, dass vergleichende Erfahrungen zu besser begründeten Befunden führen. Das aber scheint nicht mehr das dramaturgische Ziel einer Talkshow zu sein. Nicht Klarheit, sondern ein bisschen Lärm um nichts.</p>
<p>So bleibt dem ratlosen Kritiker der Frühkritik nur ein leichter Seufzer des Wohlbehagens übrig. In Bayern läuft nichts ohne die CSU. Sie gibt sich selbst. Und sie nimmt sich selbst. Hoffentlich bald für längere Zeit ganz aus dem Spiel. Auch das liegt in ihrer Hand.</p>
<div class="shr-publisher-4714"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F08%2Fdoppelspas%2F' data-shr_title='Doppelspa%C3%9F'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F08%2Fdoppelspas%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F08%2Fdoppelspas%2F' data-shr_title='Doppelspa%C3%9F'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F08%2Fdoppelspas%2F' data-shr_title='Doppelspa%C3%9F'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Gesinnungschinoiserie</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 07:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h.huett</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon seltsam, diese späten Blüten des alten Helmut Schmidt. Gestern bei Beckmann, Nachtschicht für Frank Lübberding, brütete er mit einem nicht ganz so alten Chinesen über das Alter, den Respekt, seine Abschiedstournee, die ihn noch mal fast um die ganze Welt reisen lässt, mit Ausnahme Amerikas, das besuche er nicht mehr &#8211; und ich fahre [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Schon seltsam, diese späten Blüten des alten Helmut Schmidt. Gestern bei Beckmann, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/faz-net-fruehkritik-reinhold-beckmann-einen-stuhl-fuer-xinhua-beim-nsu-prozess-12170679.html" target="_blank">Nachtschicht für Frank Lübberding</a>, brütete er mit einem nicht ganz so alten Chinesen über das Alter, den Respekt, seine Abschiedstournee, die ihn noch mal fast um die ganze Welt reisen lässt, mit Ausnahme Amerikas, das besuche er nicht mehr &#8211; und ich fahre aus der Ferne diesen schusseligen Moderator an, warum er die Steilvorlage nicht nutzt für die Frage, die ihm der Alte zum Reinsemmeln vorlegt, nein Beckmann belässt es bei einer seltsamen Pietät, das Thema der Tournee nicht anzusprechen, also auch die ausgelassene Station nicht, dabei wissen wir doch, dass Amerika dem Weltökonom Schmidt mehrmals ein Dorn im Auge war, und jener Erdnussfarmer mit dem weltumspannenden Grinsen war unter all den amerikanischen Präsidenten der letzten 40 Jahre gewiss der, der einem deutschen Regierungschef am fernsten erschienen sein muss, Größe und Niedergang einer Weltmacht &#8211; das ist unter dem Blickwinkel des Konfuzius, der gestern Abend nicht ganz so alt wirkt wie Helmut Schmidt, natürlich eine andere Frage, dabei ist es nicht das Alter, die Gerontokratie und der Respekt vor den Greisen als vielmehr eine Haltung, da passt es gut, dass gestern der Philoblog, als hätte er das geahnt, der Frage nachging, <a href="http://philoblog.de/2013/05/02/ist-china-konfuzianisch/" target="_blank">ob China konfuzianisch sei,</a> nein und ja lautet die Antwort, Anfang des 20. Jahrhunderts, also lange vor Maos Zeiten, lautete die Parole &#8220;Zerschlagt den  Konfuzius-Laden!&#8221;, erst in den letzten Jahren, seit Ausbruch des allerhimmlischsten Friedens im fernen Chinesenreich, kehre man zum Konfuzius zurück, nicht ganz subtile Herrschaftstechnik, die ein anderer Nonkonfusianer als Opium fürs Volk beschrieben hat, dieses Mal, das ist die Ironie, ganz ohne Opium, mit etwas mehr gäbe es vielleicht auch mehr als bloß mickrige zehn Prozent der allerbesten chinesischen Studierenden, die begriffen, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LP3RjmvyMOs" target="_blank">wofür Konfuzius steht</a>,  denn tatsächlich steckt nicht in Allem, das konfuzianisch genannt wird, <a href="http://www.chinapolitik.de/resources/no_23.pdf" target="_blank">auch tatsächlich Konfuzius drin</a>, nur mal als ein Beispiel für den Irrsinn kommt mir Nixons Besuch bei Mao in Erinnerung, eine deutsche Zeitung zeigte die beiden mit Ortsangabe im Untertitel, als bedurfte das Publikum der beiden Namen, doch um die ging es der Bildredaktion nicht, es ging nur um eine Ortsangabe im tiefen Raum dieser historischen Begegnung, die Ortsangabe lautete &#8220;links vom Spucknapf&#8221;, so dürfen wir als Fazit in die Bücher nehmen: Der links vom Aschenbecher sitzende Helmut Schmidt ist nun endlich zum ÜBERSEECHINESEN unserer Welt geworden. Der himmlische Frieden sei mit ihm!</p>
<div class="shr-publisher-4702"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F03%2Fgesinnungschinoiserie%2F' data-shr_title='Gesinnungschinoiserie'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F03%2Fgesinnungschinoiserie%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F03%2Fgesinnungschinoiserie%2F' data-shr_title='Gesinnungschinoiserie'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F03%2Fgesinnungschinoiserie%2F' data-shr_title='Gesinnungschinoiserie'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Wie erkennt man den Autoritätsverlust der Politik?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 18:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Wähler]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn sie schneller ist als Speedy Gonzales. In der Verwandtenaffäre des bayerischen Landtags hat offenkundig bis heute kein Abgeordneter gegen geltendes Recht verstossen. Das gilt selbst für den zur Belastung gewordenen ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion in München. Nun kann sich ein Abgeordneter grundsätzlich seine Mitarbeiter selbst aussuchen. Warum das kein Verwandter sein darf, erschließt sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wenn sie schneller ist als Speedy Gonzales. In der <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-05/bayern-landtag-familien-affaere-csu" target="_blank">Verwandtenaffäre</a> des bayerischen Landtags hat offenkundig bis heute kein Abgeordneter gegen geltendes Recht verstossen. Das gilt selbst für den zur Belastung gewordenen ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion in München. Nun kann sich ein Abgeordneter grundsätzlich seine Mitarbeiter selbst aussuchen. Warum das kein Verwandter sein darf, erschließt sich erst einmal nicht. Wenn es eine Scheinbeschäftigung wäre, müsste er die anfallende Arbeit selbst machen. Der ihm zur Verfügung stehende Etat des Landtags ist zwar üppig, aber begrenzt. Oder haben Mitarbeiter nichts zu tun? Das wäre tatsächlich eine interessante Erkenntnis. So will die Politik in Bayern den bisher bestehenden Zustand sofort aufheben, den sie seit Jahrzehnten für völlig unproblematisch gehalten hatte. Die Opposition, bisher über die CSU empört, sitzt mittlerweile mit der alten Amigopartei in einem <a href="https://twitter.com/frankmue/status/329995475564507137" target="_blank">Boot</a> &#8211; und rudert jetzt kräftig. Sie kennt nur noch nicht die Richtung. Das Stichwort ist &#8220;Vetternwirtschaft&#8221;.<span id="more-4695"></span></p>
<p>Dürfen eigentlich die Kinder von Abgeordneten bei anderen Abgeordneten arbeiten? Nur einmal als Frage und als Tipp für denkbare legale Umgehungstatbestände, wenn sich die Aufregung gelegt und der Landtag wieder in den Dornröschenschlaf gefallen ist. Interessant wird es aber sicherlich, wenn die Politik jetzt in ihrer Gesetzgebung die steuerliche Absetzbarkeit von Beschäftigungsverhältnissen mit Familienangehörigen und Verwandten wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung abschaffen sollte. Auf die Reaktion im deutschen Mittelstand dürfte man gespannt sein. Angesichts verschärfter Compliance Regeln träfe das bestimmt auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Die Liste mit den betroffenen Abgeordneten findet man<a href="http://www.br.de/nachrichten/csu-spd-gehalt100.html" target="_blank"> hier</a> beim Bayerischen Rundfunk. Dort spielt das berühmte Vitamin B aber wie überall sonst keine Rolle. Das ist sicher. Ansonsten müssten jetzt die Politiker-Verwandten beim Bayerischen Rundfunk anfangen und die Verwandten von Beschäftigten beim Bayerischen Rundfunk im Landtag. Nach heutigem Stand wäre das mit den Compliance-Regeln vereinbar. Die Steuergesetze macht übrigens die Politik. Daran ändert auch ihr Autoritätsverlust nichts. Das aber nur als Hinweis für den empörten Mittelstand. Ansonsten beschäftige ich mich heute Nacht mit Helmut Schmidt. Er ist bei Beckmann zu Gast. Seine Lebensgefährtin ist eine ehemalige Mitarbeiterin von ihm. Das ist rechtlich nicht zu beanstanden. Immerhin.</p>
<div class="shr-publisher-4695"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F02%2Fwie-erkennt-man-den-autoritatsverlust-der-politik%2F' data-shr_title='Wie+erkennt+man+den+Autorit%C3%A4tsverlust+der+Politik%3F+'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F02%2Fwie-erkennt-man-den-autoritatsverlust-der-politik%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F02%2Fwie-erkennt-man-den-autoritatsverlust-der-politik%2F' data-shr_title='Wie+erkennt+man+den+Autorit%C3%A4tsverlust+der+Politik%3F+'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F05%2F02%2Fwie-erkennt-man-den-autoritatsverlust-der-politik%2F' data-shr_title='Wie+erkennt+man+den+Autorit%C3%A4tsverlust+der+Politik%3F+'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Falsche Anreize beim NSU-Prozeß</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 09:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[NSU-Prozeß]]></category>
		<category><![CDATA[OLG München]]></category>

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		<description><![CDATA[Anreizmechanismen sind bekanntlich das Credo der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie. Danach sorgt die Flexibilität in der Lohnfindung für ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Wie Anreize aber noch wirken können, zeigte sich jetzt bei dem Verfahren zur Verteilung der Presseplätze im NSU-Prozeß. Das OLG München hatte sich nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes für ein neues Verfahren entscheiden. Jetzt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Anreizmechanismen sind bekanntlich das Credo der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie. Danach sorgt die Flexibilität in der Lohnfindung für ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. Wie Anreize aber noch wirken können, zeigte sich jetzt bei dem Verfahren zur Verteilung der Presseplätze im NSU-Prozeß. Das OLG München hatte sich nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes für ein neues Verfahren entscheiden. Jetzt sollte, getrennt nach einem Verteilungsschlüssel für unterschiedliche Medienanbieter, das Los entscheiden. Gestern gab es das <a href="http://kress.de/mail/alle/detail/beitrag/121068-losverfahren-im-nsu-prozess-abgeschlossen-bild-spiegel-focus-dabei-faz-zeit-n" target="_blank">Ergebnis</a>. Es sorgte für Verwunderung und bisweilen Gelächter. &#8220;Radio Charivari&#8221; und &#8220;Hallo München de&#8221; haben einen festen Platz bekommen, die &#8220;Brigitte&#8221; auch. Dafür fehlen etwa die &#8220;FAZ&#8221;, die &#8220;Zeit&#8221;, die &#8220;taz&#8221;, die &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221;, das &#8220;Neue Deutschland&#8221; oder die &#8220;Welt&#8221;. Nun fragte man sich schon, warum etwa die &#8220;Lübecker Nachrichten&#8221; aus München unbedingt mit einem eigenen Korrespondenten berichten wollten. Die Kosten sind enorm &#8211; und es ist daher nicht unüblich, sich in diesem Fall auf die Agenturberichterstattung zu verlassen. In dem Erscheinungsgebiet der &#8220;Lübecker Nachrichten&#8221; ist die NSU noch nicht einmal aktiv gewesen. Ein lokales Interesse an dem Thema gab es, im Gegensatz etwa zu Nürnberg, nicht. Ein interessantes Phänomen.<span id="more-4678"></span></p>
<p>Trotzdem hat sich beim OLG München offenkundig bald jeder deutscher Medienanbieter wegen eines festen Presseplatzes beworben. Selbst in den Fällen, wo das journalistische Interesse ansonsten nicht dem Angebotsprofil entspricht. Ein Anzeigenblättchen, wie &#8220;Hallo München de&#8221;, oder ein reines Radio-Unterhaltungsformat wie &#8220;Radio Charivari&#8221;, werden daher in der Vergangenheit auf solche Exclusiv-Berichterstattung verzichtet haben. Warum auch nicht? Sie brauchen sie nicht. Warum also dieses einzigartige Interesse an den Presseplätzen im NSU-Verfahren? Weil es ein historisches Ereignis sein soll? Bei allem Respekt: Es gab wesentlich wichtigere Prozesse in Deutschland. Es sei nur in den 1960er Jahren der Frankfurter Auschwitz-Prozeß genannt. Tatsächlich lässt sich die Groteske um die Presseplätze im NSU-Prozeß anders erklären.</p>
<p><em> Im OLG München hantieren Juristen, die weder etwas von Medien, noch von Ökonomie verstehen. Sie haben Anreize gesetzt, die zwangsläufig Fehlallokationen bei der Vergabe der Presseplätze erzeugen mussten. Es hat nicht, wie sei meinten, schicksalhaft der Zufall mit Hilfe des Losverfahrens entschieden. Es gab nämlich im Verfahren keine Gleichheit, wo jeder Anbieter nur ein Los gehabt hatte. Manche hatten mehrere Lose &#8211; und wurden dann auch reichlich gesegnet.</em></p>
<p>Nun kann (oder will) das OLG München an dem Knappheitsproblem bei der Verteilung der Sitzplätze nichts ändern. Eine Preisbildung, etwa über die Versteigerung der Sitzplätze, ist ausgeschlossen. Das Losverfahren scheint daher sinnvoll zu sein. Das Bundesverfassungsgericht hatte diese Möglichkeit auch eingeräumt. Was ist aber nun passiert? Das OLG München hatte die Poolbildung zugelassen. Im Gegensatz zum vorherigen Verfahren können die Presseplätze jetzt geteilt werden. &#8220;Radio Charivari&#8221; und &#8220;Hallo München de&#8221; müssen also diese Plätze nicht dauerhaft besetzen. Sie können sie auch weitergeben. Nun gehören beide zum Münsteraner Ippen-Konzern, der unter anderem im Ruhrgebiet die &#8220;Ruhrnachrichten&#8221; und in München den &#8220;Münchner Merkur&#8221; herausgibt. Was muss Ippen also machen, wenn er die Teilnahme-Chancen einer seiner Redaktionen am NSU-Prozeß steigern will? Sich mit allen Redaktionen beim OLG München bewerben, selbst mit denen, die selbst nie über das Ereignis berichten wollten. Ippen hatte Glück: Er kontrolliert &#8220;Radio Charivari&#8221;, &#8220;Hallo München de&#8221; und die &#8220;Offenbach Post&#8221;. Er hat gestern drei Plätze zugelost bekommen. Einer hätte ihm sicherlich gereicht, um alle Redaktionen mit eigenen Berichten versorgen zu können. Journalistisch ist das sinnvoll &#8211; und ökonomisch gesehen ist ein solches Handeln völlig rational. Ippen hat sich so verhalten, wie es das Anreizsystem des OLG München verlangte.</p>
<p>Natürlich hat das jeder deutsche Verlag in gleicher Weise gemacht. So gehören die &#8220;Lübecker Nachrichten&#8221; und die beim Prozeß in München ebenfalls vertretene &#8220;Oberhessische Presse&#8221; zum Madsack-Konzern in Hannover. Die &#8220;Thüringische Landeszeitung&#8221; zum WAZ-Konzern. Das große Los hat auch die &#8220;Stuttgarter Zeitung&#8221; gezogen. Natürlich erwartete vorher niemand, dass die &#8220;Stuttgarter Nachrichten &#8211; Sonntag aktuell&#8221; über Monate (oder gar Jahre) einen Journalisten nur wegen dem NSU-Prozeß nach München schickt. Es reichte dem Verlag ein Kollege vor Ort. Jetzt hat der Verlag der &#8220;Stuttgarter Zeitung&#8221; und &#8220;Stuttgarter Nachrichten &#8211; Sonntag aktuell&#8221; sogar zwei Kollegen in München. Der Verleger sollte am Samstag Lotto spielen.</p>
<p>&#8220;Gruner und Jahr&#8221; ist ebenfalls mit 2 Presseplätzen versorgt worden. Nämlich mit der &#8220;Brigitte&#8221; und der &#8220;Sächsischen Zeitung&#8221;. Da sollte doch der &#8220;Stern&#8221; partizipieren können. Selbst der Verlag der &#8220;Süddeutschen Zeitung&#8221; muss sich nicht beschweren. Zu ihm gehört die &#8220;Thüringer Tageszeitung &#8220;Freies Wort&#8221;- und das Magazin der Süddeutschen hat ebenfalls einen Platz bekommen. Warum die ARD mit insgesamt vier Sendern vertreten sein muss, ist zwar ein Rätsel. Aber die handeln in solchen Fällen eben nicht anders als die private Konkurrenz. Das gilt in gleicher Weise für die DPA. Sie hat drei Plätze zugelost bekommen. AFP und Reuters haben dafür keinen. Es geht ihnen wie der BBC und CNN.</p>
<p>Das überwältigende Interesse selbst von Regionalzeitungen und Anzeigenblättern passt nicht in die Medienkrise. Man spart in allen Redaktionen an jeder Ecke &#8211; und trotzdem sind alle jetzt bereit, für diesen einen Prozeß ungeahnte Finanzmittel zu mobilisieren? Ein Lübecker Journalist, der über Monate aus München berichtet? Natürlich ist das nicht der Grund, sondern das missglückte Anreizsystem des OLG München. Jeder Verlag handelte völlig rational, wenn er wirklich jedes Medienangebot in seinem Unternehmen nutzte, um ein Los mehr in der Lostrommel des OLG zu haben. Ihnen das vorzuwerfen, wäre Unsinn. Das haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten alle so gemacht. Das OLG hatte dem sogar einen Riegel vorzuschieben versucht: So waren die Einzelbewerbungen von Journalisten nicht zulässig, wenn sich ihre Redaktion schon beworben hatte. Es konnte ja nicht ahnen, wer hinter &#8220;Radio Charivari&#8221; oder andere Angebote zu finden ist. Lustigerweise haben sie allerdings das Istanbul-Studio von &#8220;Al Jazeera&#8221; als türkisches Medien angesehen. Der Trick war besonders clever, wie es scheint.</p>
<p>Die &#8220;taz&#8221;, die &#8220;FAZ&#8221; und die &#8220;Zeit&#8221; sind in keiner Weise berücksichtigt worden. Sie hatten Pech gehabt &#8211; und sind tatsächlich draußen. Das gilt auch für die &#8220;Welt&#8221;. Die &#8220;Bild&#8221; wird es nicht nötig haben, mit ihnen einen Pool zu bilden. Verantwortlich für den Schlamassel sind aber die Juristen des OLG München. Sie hatten die Konsequenzen ihres eigenen Verfahrens nicht verstanden. Kein Wunder: Medienpolitik und Ökonomie sind nicht ihr Fachgebiet. Will man ihnen das jetzt vorwerfen? Ihr Dilettantismus war wohl zwangsläufig. Eine substantielle Kritik am Verfahren war vorher allerdings auch nicht zu lesen gewesen.</p>
<p>Insofern müssen wir uns jetzt wohl alle an die eigene Nase fassen.</p>
<p><em>update</em></p>
<p>Mittlerweile hat die &#8220;Brigitte&#8221; angekündigt, ihren Platz mit dem &#8220;Stern&#8221; kollegial zu teilen. Im 1. Verfahren hatte sie sich übrigens nicht um eine Akkreditierung bemüht. Die DPA will ebenfalls den Platz ihres englischsprachigen Dienstes an AFP und Reuters <a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE93T03E20130430" target="_blank">abgeben</a>. Von ihrer Tochter &#8220;Rufa Rundfunk-Agenturdienst&#8221; ist allerdings bisher nicht die Rede. Der ebenfalls ausgeloste &#8220;Radio Dienst&#8221; hat als Dienstleister für bayerische Privatradios übrigens am 22. März seine Einstellung zum 1. Juli <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Nachrichten-Lieferant-Radiodienst-vor-dem-Aus.100107.0.html" target="_blank">angekündigt</a>. Was ihn aber nicht daran hinderte, sich noch um einen Presseplatz beim NSU-Prozeß zu bewerben. Bei diesem Verfahren klemmten offenkundig auch zwei <a href="http://www.spiegel.de/panorama/lotto-panne-fragen-und-antworten-zu-fehlerhafter-ziehung-a-892456.html" target="_blank">Loskugeln</a>.</p>
<div class="shr-publisher-4678"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F30%2Ffalsche-anreize-beim-nsu-prozes%2F' data-shr_title='Falsche+Anreize+beim+NSU-Proze%C3%9F'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F30%2Ffalsche-anreize-beim-nsu-prozes%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F30%2Ffalsche-anreize-beim-nsu-prozes%2F' data-shr_title='Falsche+Anreize+beim+NSU-Proze%C3%9F'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F30%2Ffalsche-anreize-beim-nsu-prozes%2F' data-shr_title='Falsche+Anreize+beim+NSU-Proze%C3%9F'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bagatellen?</title>
		<link>http://www.wiesaussieht.de/2013/04/29/bagatellen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=bagatellen</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 07:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h.huett</dc:creator>
				<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Nix kommt nix. Erst ab einer gewissen Größe (des Körpers, des Vermögens, der kriminellen Energie, des Hungers, des Zockens usw.) kann etwas kritisch werden. Hier kommt der nächste Gummibegriff ins Spiel: das menschliche Ermessen. In dem liegt eine so große Unbestimmtheit, dass die Finanzjuristen damit fast so vortrefflich hantieren wie die Intelligenzmesser. Nicht zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Von Nix kommt nix. Erst ab einer gewissen Größe (des Körpers, des Vermögens, der kriminellen Energie, des Hungers, des Zockens usw.) kann etwas kritisch werden. Hier kommt der nächste Gummibegriff ins Spiel: das menschliche Ermessen. In dem liegt eine so große Unbestimmtheit, dass die Finanzjuristen damit fast so vortrefflich hantieren wie die Intelligenzmesser. Nicht zu vergessen das Bemessen, bekannt auch durch die Bemessungsgrenze.</p>
<p>Wer diesseits oder jenseits dieser Grenze lebt, kann ein Lied davon singen. Es gibt Vorzeichen dafür, dass diese Grenze bald so gut befestigt sein wird wie einst die sogenannte Demarkationslinie, mit Minengürteln, auf denen die Feldhasen und Karnickel turnten, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13684223.html" target="_blank">Grenzhunden</a> und all dem Lametta, von dem auch einfache Schützen nicht genug bekommen konnten. Durchlässigkeit nur auf Umwegen. Sagen wir Ungarn. Oder die Botschaft in Prag mit Fensterrednern und <a href="http://www.tagesschau.de/inland/seiters100.html" target="_blank">stillen Reglern im Hintergrund</a>.</p>
<p>Dass gestern wieder über den armen Herrn Hoeneß diskutiert wurde, lag weniger an ihm selbst als an der phantastischen Selbstreferentialität des von ihm gegebenen Anstoßes. Wahlweise freundschaftliches Mitleid (Gottschalk) mit inneren Vorbehalten, wenn die Steuersätze 40 Prozent übersteigen, staatsanwaltschaftliche Verfahrenskenntnisse (Prantl), parteisoldatische Zerrissenheit (der einstige Betriebsprüfer Erwin Huber, Staatsminister im Halbunruhestand) oder syntaktische Klartextmaschinerie (Steinbrück).</p>
<p>Wenn man den Gästen des Herrn Jauch die Aufgabe gestellt hätte, eine Weltkarte zu zeichnen, wäre als Kompromiss ungefähr <a href="https://lh3.ggpht.com/-uGGbHFYDmn0/UEopy3clj3I/AAAAAAAAV5U/QG3vVarBfm0/s1600/die-welt-aus-deutscher-sicht.jpg" target="_blank">so etwas entstanden</a>. Lübberding liefert die <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/faz-net-fruehkritik-guenther-jauch-lohnt-es-sich-fuer-498-356-88-euro-zu-arbeiten-12166355.html" target="_blank">Frühkritik</a>.</p>
<p>Damit es auch hier irgendwie weitergeht.</p>
<div class="shr-publisher-4672"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F29%2Fbagatellen%2F' data-shr_title='Bagatellen%3F'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F29%2Fbagatellen%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F29%2Fbagatellen%2F' data-shr_title='Bagatellen%3F'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F29%2Fbagatellen%2F' data-shr_title='Bagatellen%3F'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Gut wäre ein Sieg über Barca?</title>
		<link>http://www.wiesaussieht.de/2013/04/23/gut-ware-ein-sieg-uber-barca/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=gut-ware-ein-sieg-uber-barca</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 11:57:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Fall des Uli Hoeneß ist viel zu lernen. Sicherlich nichts über die Unterhaltungsindustrie namens Profi-Fußball. Sie ist ein Geschäftsmodell, wie jede andere Dienstleistungsbranche. Sie findet nur mehr Zuspruch als vergleichbare Aktivitäten, etwa der Profi-Radsport. So wird sich heute niemand über den Wechsel eines 20jährigen jungen Mannes von Dortmund nach München für 37 Millionen € [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Am Fall des Uli Hoeneß ist viel zu lernen. Sicherlich nichts über die Unterhaltungsindustrie namens Profi-Fußball. Sie ist ein Geschäftsmodell, wie jede andere Dienstleistungsbranche. Sie findet nur mehr Zuspruch als vergleichbare Aktivitäten, etwa der Profi-Radsport. So wird sich heute niemand über den Wechsel eines 20jährigen jungen Mannes von Dortmund nach München für 37 Millionen € wundern. Mario Götze bekommt dafür ein zu versteuerndes Grundgehalt von 7 Mio. € im Jahr. Interessant ist der Fall Hoeneß, weil man an diesem Beispiel sehen kann, wie PR-Strategien die Berichterstattung kontaminieren.<span id="more-4653"></span></p>
<p>Schon am Samstag war das zu <a href="http://www.wiesaussieht.de/2013/04/20/das-unvorstellbare-vermogen-des-uli-hoenes/" target="_blank">erkennen</a>, unter anderem wegen der via <em>Abendzeitung</em> lancierten Summe von mehreren hundert Millionen Euro, die Hoeneß angeblich auf Schweizer Bankkonten geparkt habe. Das Verlautbarungsorgan des FC Bayern München namens <em>Focus</em> begnügte sich letztlich mit der Verkündigung der Einlassungen des Uli Hoeneß zu diesem Thema. Als dann via <em>Bild</em> und <em>Süddeutsche Zeitung</em> der Reichtum des Uli Hoeneß auf Normalmaß geschrumpft war, setzte zugleich jene Medienkritik ein, die schon nach 2 Tagen eine Hetzjagd auf den Präsidenten des FC Bayern München diagnostizierte. Oder von unklaren Tatbeständen fabulierte. Dabei war die Steuerhinterziehung eingestanden, genauso wie die Herkunft des Geldes. Nämlich der Privatkredit des Robert-Louis Dreyfus an Hoeneß um das Jahr 2000. Das war übrigens die einzige Information, die die <em>Süddeutsche Zeitung</em> aus öffentlich nicht zugänglichen Quellen mitteilte. Es war mit relativ wenig Aufwand verbunden, zu den gleichen <a href="http://www.wiesaussieht.de/2013/04/22/uli-hoenes-kauft-kein-haus-in-grosburgwedel/" target="_blank">Schlussfolgerungen</a> zu kommen, wie in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/affaere-um-konto-in-der-schweiz-adidas-chef-gab-hoeness-millionen-mark-1.1656067" target="_blank"><em>Süddeutschen</em></a> von heute. Was dort sonst zu lesen gewesen war, ist die Sichtweise des Uli Hoeneß auf seinen eigenen Fall. Oder wie ist es zu erklären, dass heute auf der Seite 3 unter dem Titel <em>&#8220;Drama, Baby&#8221;</em> von den 50 Millionen € Steuern zu lesen ist, die Hoeneß in den vergangenen 20 Jahren an den Fiskus abgeführt habe? Was fehlte ist das daraus abzuleitende Einkommen. Bei einem angenommenen Spitzensteuersatz  von 50 % auf das zu versteuernde Einkommen muss es in diesem Zeitraum mindestens 100 Millionen € betragen haben. Der Text liest sich völlig anders, wenn man diese Zahl wenigstens erwähnt hätte. Das wurde glatt vergessen. Das Mitleid mit dem Jagdopfer Hoeneß hielte sich dann in Grenzen.</p>
<p>In dem Stil geht es weiter. Etwa was die seltsame Praxis des Privatkredits betrifft: <em>&#8220;Mauscheleien mit dem damaligen Adidas-Chef Louis Dreyfus? Keine Belege.&#8221;</em> Stattdessen ein Psychogramm über Hoeneß und seine Moralvorstellungen. Wie er ein Doppelleben als Zocker geführt habe. Immerhin, das ist sicher, hat sich Hoeneß die 20 Mio. DM nicht in Fünf-Mark-Münzen auszahlen lassen, um das Geld an Daddelautomaten zu verspielen, bekanntlich die Sucht der unteren Stände. Anschließend wird Marcel Reif zitiert, der zwar keine Talk-Show zum Thema besuchen will, aber mit seinen Gefühlsbeladenen Einlassungen über den <em>&#8220;wie einen Hund leidenden&#8221;</em> Hoeneß in die schlechteste Sendung von Sandra Maischberger oder Markus Lanz passen könnte. <em>&#8220;Viele von uns&#8221;</em>, so Reif, <em>&#8220;haben irgendwann einmal begriffen, dass Uli Hoeneß nicht nur ein kapitalistischer Gewaltmensch ist. Sondern eben ein Mensch mit einem sehr großen Herz. Viele von uns müssen nun begreifen, dass ein solcher Mensch auch Fehler macht.&#8221;</em> Wahrscheinlich ist das der neue gefühlvolle Investigativ-Journalismus. Wen interessiert das, was Reif über Hoeneß sagt? Welchen Erkenntnisgewinn bringt das?</p>
<p>Tatsächlich erfährt man nichts über den Hintergrund dieses Darlehens. Oder stellt die Frage, wie es Hoeneß <em><strong>nach</strong></em> dem Platzen der New-Economy Blase geschafft haben will, auf einen kreditierten Einsatz von 10 Mio. € 100 % Rendite zu erzielen. Denn laut <em>Süddeutsche</em> hat Hoeneß den Kredit nach spätestens 2 Jahren wieder zurückgezahlt. Ein Anlagegenie. Goldman-Sachs muss vor Neid erblassen, wenn sie nicht gerade mit Insiderinformationen handeln. Selbst solche simplen Fragen stellt niemand. Dafür beklagt man lieber die <em>&#8220;hysterische Debatte&#8221;</em> über und die Jagd auf Hoeneß. Und Reif darf rührselige Kommentare verfassen.</p>
<p>Mittlerweile hat Hoeneß über <em>Bild</em> einen <em>&#8220;schweren Fehler&#8221;</em> eingeräumt. Zugleich hat der BVB bekannt gegeben, dass Mario Götze dem Verein vor wenigen Tagen seinen Wechsel nach München mitgeteilt habe. Hoeneß hatte seine Anwesenheit im Stadion beim Champions League Halbfinale schon vorgestern angekündigt. Was für eine seltene Koinzidenz der Ereignisse. In Anlehnung am alten Fritz könnte man von dem &#8220;Wunder des Hauses Hoeneß&#8221; reden. Natürlich wird der Wechsel unter Fußballfans in München wie eine Bombe einschlagen. Sie sind die Referenzgruppe des Präsidenten von Bayern München. Ihm kann die Politik gleichgültig sein. Sie werden ihm den <em>&#8220;schweren Fehler&#8221;</em> verzeihen. Mit diesem Deal und einem möglichen Sieg über Barcelona werden sie ihrem Idol alles vergeben. Schließlich ist er ja ein guter Mensch, wenn auch nicht ohne Fehl und Tadel. Wie stand es heute am Schluss von <em>&#8220;Drama, Baby&#8221;</em> in der <em>Süddeutschen</em> auf Seite 3?</p>
<blockquote><p><em> &#8220;Die Moral ist das eine. Alles andere lässt sich kurz und knapp gerade so zusammenfassen: Gut wäre ein Sieg über Barca.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Über den Transfer von Götze hatte sie Hoeneß wohl nicht informiert. So ein Pech. Dort war Springers <em>Bild</em> exklusiver. Investigativ war es aber auch nicht.</p>
<div class="shr-publisher-4653"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F23%2Fgut-ware-ein-sieg-uber-barca%2F' data-shr_title='Gut+w%C3%A4re+ein+Sieg+%C3%BCber+Barca%3F'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F23%2Fgut-ware-ein-sieg-uber-barca%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F23%2Fgut-ware-ein-sieg-uber-barca%2F' data-shr_title='Gut+w%C3%A4re+ein+Sieg+%C3%BCber+Barca%3F'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F23%2Fgut-ware-ein-sieg-uber-barca%2F' data-shr_title='Gut+w%C3%A4re+ein+Sieg+%C3%BCber+Barca%3F'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Uli Hoeneß kauft kein Haus in Großburgwedel</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 15:48:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>f.luebberding</dc:creator>
				<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Adidas]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Vermögen des Uli Hoeneß ist, so muss man sagen, deutlich geschrumpft. Hätte er sich am Wochenende noch mit einiger Berechtigung zu den 500 reichsten Deutschen zählen können, ist er jetzt in den Niederungen des durchschnittlichen Millionärs gelandet. Diese Vermutung motivierte ihn wohl zu den Warnungen vor &#8220;exzessiver Berichterstattung&#8221; und den Hinweis an eine Münchner [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Das Vermögen des Uli Hoeneß ist, so muss man sagen, deutlich geschrumpft. Hätte er sich am Wochenende noch mit einiger <a href="http://www.wiesaussieht.de/2013/04/20/das-unvorstellbare-vermogen-des-uli-hoenes/" target="_blank">Berechtigung</a> zu den 500 reichsten Deutschen zählen können, ist er jetzt in den Niederungen des durchschnittlichen Millionärs gelandet. Diese Vermutung motivierte ihn wohl zu den Warnungen vor <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/steuer-affaere-hoeness-das-schweigen-der-bayern-12157891.html" target="_blank">&#8220;exzessiver Berichterstattung&#8221;</a> und den Hinweis an eine Münchner Zeitung, dass es <em>&#8220;teuer werden könnte&#8221;</em>. Immerhin verdanken wir den <del>unerwarteten</del> Vermögensschwund des Uli Hoeneß der <em>Süddeutschen Zeitung</em>. Sie reduzierte ihn auf das Normalmaß.<span id="more-4637"></span></p>
<p>Das ist in jenem <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/ermittlungen-gegen-uli-hoeness-vorbild-a-d-1.1654668" target="_blank">Zitat</a> zu finden:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Um das Jahr 2000 soll Hoeneß von seinem Freund Robert Louis-Dreyfus, dem ehemaligen Adidas-Chef, ein Darlehen in der Größenordnung von 10 bis 15 Millionen Euro bekommen haben. Mit dieser Summe soll er an der Börse spekuliert haben. Vor mehr als zehn Jahren soll Hoeneß, der eine Neigung zum Zocken hat, bei der in Zürich ansässigen Bank Vontobel AG ein Konto eingerichtet haben, auf dem er Millionen Euro lagerte. Es handelte sich nicht um Schwarzgeld, sondern um versteuertes Geld. Aber er zahlte dem deutschen Fiskus offenbar nicht die Kapitalertragsteuer.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Nun scheinen Privatkredite in gewissen Kreisen doch mehr den Esprit der Normalität zu versprühen als bisher gedacht. Nur, und das ist der feine Unterschied, dienen solche Darlehen nicht immer dem Erwerb eines Eigenheimes in Großburgwedel. Wobei in München bekanntlich auch der <a href="http://www.stern.de/blogs/hans-martin_tillack/wulff-und-die-schafe/" target="_blank">exzessive Ermittlungseifer</a> der Staatsanwaltschaft im Falle Christian Wulff diagnostiziert worden war. Der, wäre der Begriff nicht abgenutzt zu nennen, exzessive Vermögensschwund des Uli Hoeneß wird ihm sicherlich nicht schaden. Reichtum, so war zu hören, genießt in seinem Leben keineswegs die oberste Priorität. Aber es stellt sich doch die Frage, wie es dem damaligen Chef von Adidas-Salomon in den Sinn gekommen sein soll, dem damaligen Manager des FC Bayern München einen Privatkredit in Höhe des Gegenwerts von 20 bis 30 Großburgwedeler Eigenheimen zu Spekulationszwecken zur Verfügung zu stellen. Diese Frage wird Dreyfus nicht mehr beantworten können: Er ist verstorben. Aber jenseits dessen gibt es eine Geschichte zu erzählen. Sie geht so:</p>
<p>Uli Hoeneß <a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/interview-mit-uli-hoeness--dem-manager-des-fc-bayern-muenchen--ueber-fussball-aktien--fernsehrechte-und-die-rivalitaet-zu-borussia-dortmund--viele-werden-sich-die-bayern-aktie-uebers-bett-nageln-,10810590,9308650.html" target="_blank">schwärmte</a> 1997, wie so viele andere, von den tollen Möglichkeiten eines Börsengangs. Sein Verein habe ungeahnte  Möglichkeiten, um endlich mit den anderen europäischen Spitzenclubs mitzuhalten. In dieser Zeit entdeckte man zudem die Chancen, die in der besseren Verwertung des Marktpotentials liegen. So kam es zu Verhandlungen mit Nike, der dem Sportartikel-Hersteller das Leben schwer machte, an dessen Spitze Robert-Louis Dreyfus wirkte. Es ging um einen der berühmten Ausrüster-Verträge mit dem Verein. Bayern spielte immer in Adidas &#8211; und wie das in Herzogenaurach ankam, lässt sich <a href="http://books.google.de/books?id=-7Nem5yUk7cC&amp;pg=PA304&amp;lpg=PA304&amp;dq=adidas+bayern+m%C3%BCnchen+dreyfus+beckenbauer&amp;source=bl&amp;ots=KW_me2XxKY&amp;sig=imsXySHuj-YN0TucGqq2siYou2E&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=hgF1Uf6aE-mm4gSS8YDYDQ&amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=adidas%20bayern%20m%C3%BCnchen%20dreyfus%20beckenbauer&amp;f=false" target="_blank">hier</a> nachlesen. Man mühte sich nach Kräften, den Bayern-Bossen um Beckenbauer und Hoeneß entgegenzukommen. Wie war Jahre später (2003) in einem Interview des &#8220;Spiegel&#8221; mit dem Adidas-Chef Herbert Hainer zu <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27636614.html" target="_blank">lesen</a>?</p>
<blockquote><p><em><strong>SPIEGEL:</strong> Wenn sich die Manager des FC Bayern München in Geheimverträgen verpflichteten, Kirchs Interessen zu vertreten, ist die Grenze für uns überschritten. <strong>Hainer</strong>: Dazu haben Leute wie Bayern-Präsident Franz Beckenbauer ihre Erklärungen abgegeben. Es wurde sicher nicht alles besonders klug eingefädelt. Damit war das aber erledigt, auch für mich. <strong>SPIEGEL:</strong> Wirklich? Immerhin ist Adidas seit fast zwei Jahren auch Großaktionär bei den Bayern. Für eine zehnprozentige Beteiligung zahlten Sie enorme 77 Millionen Euro. <strong>Hainer</strong>: Der FC Bayern ist das Fußball-Symbol für Adidas. Es wäre schlimm gewesen, wenn wir dieses Aushängeschild verloren hätten. <strong>SPIEGEL</strong>: Das klingt, als hätten die Bayern Sie damals erpresst: Entweder ihr zahlt, oder wir gehen zur Konkurrenz. <strong>Hainer:</strong> Ach was, aber natürlich schaut sich so ein Verein immer um, was andere bieten. Fakt ist: Die Bayern gehören zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Vereinen Europas. Dass sie im vergangenen Jahr keinen Gewinn erwirtschafteten &#8211; solche Phasen wird es immer geben. Unsere Beteiligung bringt uns aber auch mehr Einblick und Marketing-Möglichkeiten.</em></p></blockquote>
<p>Denn im Jahr Dezember 1999 hatte Bayern mit der später insolventen Kirch-Gruppe einen Vertrag abgeschlossen, der den Verein in der Verteilung der von der Bundesliga zu erzielenden Einnahmen aus Fernsehrechten ein nettes Privileg einräumte. Das wurde im Jahr 2003 <a href="http://www.stern.de/sport/fussball/fussball-versteckte-fouls-504458.html" target="_blank">publik</a>. Aber diese peinliche Affäre überstand der Rekordmeister unbeschadet. Doch war mittlerweile die Umwandlung des Vereins in eine Aktiengesellschaft gelungen. Im Januar 2002 war beschlossen worden, was Mitte des Jahres 2001 bekannt wurde. Nämlich der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/fc-bayern-adidas-steigt-ein-a-157824.html" target="_blank">Einstieg</a> von Adidas bei Bayern München als Teilhaber. Nike, wir erinnern uns, im Titanenkampf um die Füße der sich sportlich kleidenden Menschen verstrickt, war allerdings im Januar 2002 noch immer leicht irritiert über diesen Deal. <em>&#8220;Die Vorgehensweise von Bayern München&#8221;, so war im Handelsblatt zu <a href="http://www.handelsblatt.com/archiv/der-kampf-der-trikotausruester-in-der-fussball-bundesliga-kluft-zwischen-den-klubs-wird-groesser/2129648.html" target="_blank">lesen</a>, &#8220;ist für uns nicht eins zu eins nachvollziehbar.&#8221;</em> Dabei lieferte Uli Hoeneß auf der Hauptversammlung des Vereins doch die adäquate <a href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/hoeness-manchester-neidisch-auf-muenchen-1.1668741" target="_blank">Begründung</a>:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Nike hat sich bemüht, unsere Sponsoringrechte zu erwerben&#8221;, sagt Hoeneß: &#8220;Wir haben sehr gute und faire Gespräche geführt. Und Nike hätte viel Geld bezahlt. Aber wir haben uns für den Standort Bayern und adidas entschieden. Denn so werden auch Arbeitsplätze gesichert.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>So sind sie halt, die Patrioten. Sie sichern Arbeitsplätze. Es muss auch sonst auf dieser Hauptversammlung <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fc-bayern-flammende-appelle-zur-ag-umwandlung-147956.html" target="_blank">interessant</a> gewesen sein.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Franz Beckenbauer vergaloppierte sich dann ein wenig, als er sich laut fragte, ob es Menschen gibt, die hier hergeschickt werden, um etwas zu untergraben. Da gab es heftige Pfiffe für den „Kaiser“, dem dann Rummenigge beisprang und an die Opposition gewandt, meinte: „Ich bin ein großer Demokrat, aber ich halte sie für gemeingefährlich. Sie reden populistisch und haben nicht das Wohl des Vereins im Sinn.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Was vergessen? Dreyfus schied im März 2001 bei Adidas aus, blieb aber der größte Einzelaktionär. Dafür übernahm er im Sommer 2002 ausgerechnet jene Kirch-Firma mit den Fußballbundesliga-Fernsehrechten, die den Bayern ein Jahr später die peinliche Affäre mit dem Vertrag vom Dezember 1999 bescheren sollte. An dieser Firma war unter anderem Günther Netzer beteiligt. So war diese Geschichte bis gestern Abend zu erzählen. Dann kam die <em>Süddeutsche Zeitung</em> und schmälerte das Vermögen des Uli Hoeneß. Sie liest sich ein klein wenig  anders als vorher. Sie wurde gewissermaßen &#8220;etwas untergraben&#8221;. Immerhin hat Hoeneß in Großburgwedel kein Eigenheim gebaut.</p>
<div class="shr-publisher-4637"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='button_count' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F22%2Fuli-hoenes-kauft-kein-haus-in-grosburgwedel%2F' data-shr_title='Uli+Hoene%C3%9F+kauft+kein+Haus+in+Gro%C3%9Fburgwedel'></a><a class='shareaholic-fbsend' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F22%2Fuli-hoenes-kauft-kein-haus-in-grosburgwedel%2F'></a><a class='shareaholic-googleplusone' data-shr_size='medium' data-shr_count='true' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F22%2Fuli-hoenes-kauft-kein-haus-in-grosburgwedel%2F' data-shr_title='Uli+Hoene%C3%9F+kauft+kein+Haus+in+Gro%C3%9Fburgwedel'></a><a class='shareaholic-tweetbutton' data-shr_count='horizontal' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.wiesaussieht.de%2F2013%2F04%2F22%2Fuli-hoenes-kauft-kein-haus-in-grosburgwedel%2F' data-shr_title='Uli+Hoene%C3%9F+kauft+kein+Haus+in+Gro%C3%9Fburgwedel'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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